So mancher Mitarbeiter, der an seine nächste Gehaltsverhandlung denkt, sieht schon, wie sein Chef schimpft, schäumt, die Forderung abschmettert. So mancher, der an seine Gründungsidee denkt, sieht sein Unternehmen in spe schon auf dem Friedhof der Insolvenzen begraben.

Was haben diese Vorstellungen gemeinsam? Negativ sind sie. Rückschläge und Katastrophen: Wer sich ein solches Ende ausmalt, nimmt sich selbst den Wind aus den Segeln. Meist wird er nichts unternehmen. Falls doch, führt er mit großer Wahrscheinlichkeit die ausgemalte Katastrophe herbei.

Denn wie werden Sie Ihrem Chef in einer Verhandlung begegnen, wenn Sie schon mit einer Abfuhr rechnen? Wie jemand, der sich in einer aussichtslosen Sache verteidigt: nicht locker, sondern angespannt, nicht überzeugend, sondern zweifelnd. Der Einfall vom Reinfall führt diesen erst herbei. Wer vom Gelingen nicht überzeugt ist, kann niemanden überzeugen.

Doch es geht auch umgekehrt! Seien Sie – frei nach Picasso – jemand, der aus einem gelben Punkt eine Sonne macht, nicht umgekehrt! Stellen Sie sich vor, wie Ihre Gehaltsverhandlung gelingt, Ihre Bewerbung einschlägt, Ihre frisch gegründete Firma durchstartet. Je detaillierter Sie sich Erfolge ausmalen, desto mehr färben diese Gedanken ab auf Ihre Ausstrahlung. Ihre Stimme wird fester, Ihre Argumente treffender, Ihre Körpersprache wird offener. Der Ort, wo Sie alles gewinnen, aber auch alles verlieren können, ist Ihr Kopf.

Profisportler wissen das. Was malt sich ein Skispringer aus, ehe er auf die Schanze geht? Einen weiten Sprung, eine perfekte Landung! Diese Vorstellung legt in seinem Gehirn neuronale Vernetzungen an, die einen realen Erfolg leichter machen. Wer sich dagegen ausmalt, dass er stürzt, bekommt wacklige Beine. Nicht nur auf der Schanze.