Homosexualität Ich bin es leid
Wir dürfen Kranke heilen, als Soldaten unser Leben riskieren und Deutschland bei der Olympiade vertreten. Nur heiraten und Kinder großziehen dürfen wir nicht. Warum eigentlich?
Ich bin es leid, begründen zu müssen, warum ich und alle, die so lieben und begehren wie ich, als Gleiche behandelt werden wollen. Warum müssen wir begründen, dass Schwule und Lesben und Transsexuelle gleiche Achtung verdienen, dass unsere Beziehungen und unsere Familien denselben Schutz des Staates brauchen und dass Kinder zu uns gehören wie zu anderen Eltern auch? Warum?
Wir dürfen als Ärztinnen und Krankenpfleger andere behandeln, wir dürfen als Hebammen die Kinder heterosexueller Paare zur Welt bringen, als Sozialarbeiterinnen oder als Therapeuten uns um die kümmern, die Hilfe oder Orientierung brauchen, wir dürfen in Hospizen Sterbebegleitung leisten, bei Olympia die Sportnation vertreten und an den Universitäten Forschung betreiben, die späteren Generationen zugutekommt, wir dürfen Organe spenden oder Blut, an den Schulen, Gerichten und in den Medien als Lehrerinnen, Richter und Journalistinnen arbeiten und Werte wie Gerechtigkeit und Menschlichkeit verteidigen, wir dürfen Straßen bauen, Gärten anlegen und in Afghanistan oder Somalia, im Kongo oder vor der libanesischen Küste in Auslandseinsätzen der Bundeswehr unser Leben riskieren. Das alles gilt als selbstverständlich.
Wir alle sind zudem jemandes Kind, Geschwister, Nichte, Neffe, Tante, Cousin, Nachbarin, Kollege oder Freundin, und als solche werden wir gerufen bei Liebeskummer oder Finanzchaos, wir dürfen helfen bei Wohnungsrenovierungen oder Prüfungsängsten, wir springen ein zum Babysitten oder zum Krisengespräch, wir dürfen auf Geburtstagsfeiern die Festreden halten oder den Heranwachsenden als Karriere-Vorbild dienen, wir pflegen unsere Mütter oder Großväter, und auch das gilt alles als selbstverständlich.

45, Journalistin, schreibt für das ZEITmagazin und die ZEIT. Zuletzt erschien ihr Buch Wie wir begehren.
In allen diesen Hinsichten spielt unsere Art zu lieben, unsere sexuelle Identität, keine Rolle. Wir werden als genauso kompetent und vertrauenerweckend genutzt und geschätzt wie andere auch. Wir werden in diesen Lebensbereichen als verbindlich, chaotisch, ernsthaft, lustig, streitbar, verletzbar, spießig und widerspenstig, eben als normale, liebenswert-unausstehliche Menschen mit individuellen Gaben wahrgenommen und gebraucht wie andere auch.
All das gilt als selbstverständlich – nur dass wir heiraten und mit Kindern leben wollen, das darf nicht selbstverständlich sein. Warum? Warum sollte unsere Art, zu lieben und zu begehren, die in allen anderen Zusammenhängen bedeutungslos zu sein scheint, auf einmal einen Unterschied ausmachen? Warum sollten wir nicht genauso heiraten dürfen, mit allen Rechten und Pflichten, wie andere Liebende, die sich binden wollen, auch? Weil wir dankbar sein sollen für all die Toleranz, die uns schon zuteilgeworden ist?
Mehr als die Hälfte der bürgerlichen Ehen und Familien zerbricht im Schnitt, im Jahr 2009 kamen laut Statistischem Bundesamt auf 378.439 Eheschließungen 185.817 Scheidungen. Aber nach wie vor soll die Institution der Ehe beschränkt bleiben auf heterosexuelle Paare, als würden Homosexuelle, die heiraten möchten, die Ehe unterwandern und nicht Heterosexuelle, die die Ehe auflösen.
Gewiss, mit der Eingetragenen Lebenspartnerschaft wurde im Jahr 2001 eine rechtliche Form gefunden, die homosexuellen Beziehungen symbolische und soziale Anerkennung gewährt. Das war ein ambivalenter historischer Erfolg. Denn das allseits verwendete Wort von der "Homo-Ehe" verschleierte, dass es eben genau das nicht war und nicht sein sollte. Nicht nur durfte dieses Institut ausdrücklich nicht "Ehe" heißen, weil die Ehe heterosexuellen Paaren vorbehalten sein sollte; auch beschränkte sich die Eingetragene Lebenspartnerschaft in ihren zivilrechtlichen Regelungen vor allem auf die eheähnlichen Pflichten der Partner, die eine Beistands- und Verantwortungsgemeinschaft bilden, aber sagte wenig über deren Rechte aus.
- Datum 24.08.2012 - 07:53 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 16.8.2012 Nr. 34
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(Zitat)"Übrigens ist Homosexualität für Kinder gleichgeschlechtlicher Partner absolut normal, da gibt es kein Gefühl der "Peinlichkeit"."
Haben Sie groß angelegte Untersuchungen bzw. Studien vorzuweisen, die belegen das homosexuelle Elternpaare keinen negativen Einfluss auf die Entwicklungsmöglichkeit ihrer Kinder haben?
sollte ich ich versuchen den Beweis für eine Behauptung zu erbringen die ich nicht getätigt habe? Aber nettes Totschlagargument.
Kann jeder beim Bundesministerium für Familie anfordern.
MfG
sollte ich ich versuchen den Beweis für eine Behauptung zu erbringen die ich nicht getätigt habe? Aber nettes Totschlagargument.
Kann jeder beim Bundesministerium für Familie anfordern.
MfG
... hier nie um die Kinder geht und immer wieder die falsche Behauptung aufgestellt wird, dass Homosexuelle keine Kinder adoptieren DÜRFEN. Das wird auch durch häufiges Wiederholen nicht zur Wahrheit.
Ich glaube im Übrigen NICHT, dass Kinder, welche bei homosexuellen Paaren aufwachsen, tatsächlich den Rest des Lebens Nachteile haben. Ich glaube auch nicht, dass es ihnen schlechter geht als anderen Kindern. Denn leider ist kein Privileg der Homosexuellen, das Leben mit Kindern nicht am Wohl des Kindes "festzumachen", sondern dies aus Selbstverwirklichungszwecken zu wollen. Ja, es geht sicher auch noch schlimmer - wie bereits geschrieben: Ich bin überzeugt, dass viele Homosexuelle gute Eltern sein können oder bereits sind.
Das sind aber nicht die, die hier immer wieder erzählen, wie schlecht sie es finden, dass dies ja angeblich nicht geht, verboten ist oder sonst irgendetwas. Die guten Eltern ziehen einfach ihre Kinder groß und geben dafür alles.
Homosexuelle Paare können Kinder bekommmen und sie tun es auch!!!
Übrigens: Lesbische Paare können rein theoretisch sogar doppelt so viele Kinder bekommen wie heterosexuelle.
MfG!
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/kvk
das wäre eine biologische Sensation!
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/kvk
das wäre eine biologische Sensation!
sollte ich ich versuchen den Beweis für eine Behauptung zu erbringen die ich nicht getätigt habe? Aber nettes Totschlagargument.
Sie haben geschrieben
(Zitat)"Übrigens ist Homosexualität für Kinder gleichgeschlechtlicher Partner absolut normal, da gibt es kein Gefühl der "Peinlichkeit"
Die Heteros müssen alles belegen und beweisen. Und die Homosexuellen stellen sich immer so dar, als wenn man ihnen etwas verwehrt, was ihnen zusteht. Um es deutlich zu machen, habe ich Ihren Kommentar kopiert und einfach zum Hetererokommentar gemacht.
Sie haben geschrieben
(Zitat)"Übrigens ist Homosexualität für Kinder gleichgeschlechtlicher Partner absolut normal, da gibt es kein Gefühl der "Peinlichkeit"
Die Heteros müssen alles belegen und beweisen. Und die Homosexuellen stellen sich immer so dar, als wenn man ihnen etwas verwehrt, was ihnen zusteht. Um es deutlich zu machen, habe ich Ihren Kommentar kopiert und einfach zum Hetererokommentar gemacht.
Kann jeder beim Bundesministerium für Familie anfordern.
MfG
"...Der Rest des Kommentars bezüglich "einklangs der Natur", ist eine ziemliche Milchmädchenrechung, der eine reproduktiv-essentialistische heteronormative Argumentationsebene zugrunde liegt..."
Hmmm. Warum ist das eine Milchmädchenrechnung? Im Prinzip ist es doch so, dass eine natürliche Reproduktion nur durch Sexualverkehr zwischen Frau und Mann möglich ist, oder etwa nicht?
Und darin kann man eine "...wesentliche Ungleichheit..." im Sinne der Verfassungsrechtsprechung sehen, die etwa Institutionen wir das Ehegattensplitting rechtfertigen könnte, da die heterosexuelle Partnerschaft in Deutschland nach wie vor die Ausgangslage für den Fortbestand unserer Gesellschaft schafft.
Dass es Paare gibt, die entgegen ihrem Wunsch kinderlos bleiben oder sich scheiden lassen, widerspricht dieser Grundannahme zunächst mal nicht.
Allerdings kann man natürlich die Frage aufwerfen, ob das Ehegattensplitting an sich sinnvoll ist.
Trotz meiner teilweise abweichenden Einstellung finde ich diesen Artikel bemerkenswert. Denn in der Tat ist die Erfahrung des Vater-Seins nicht auf den Zeugungsakt zu reduzieren. Das wäre geradezu absurd.
Und in der Tat stellt sich die Frage, warum ein homosexuell orientierter Mensch ein schlechterer Vater sein sollte als ich. Auch das ist doch völlig klar: die sexuelle Orientierung ist völlig unerheblich für die Vater-Kind-Beziehung (solange sie nicht von der Gesellschaft problematisiert wird, was aber eher der Gesellschaft als dem Vater zuzurechnen wäre).
... allerdings nicht unbedingt zum Vorteil, denn nun reicht ein _einmaliger_ Intimkontakt mit einem Mann für einen lebenslangen "Makel".
Ich habe mir gestern den Fragebogen bei der Blutspendezentrale geholt. Da heißt es wörtlich:
"Bluttransfusionen können jedoch auch schwere Komplikationen zur Folge haben; beispielsweise dann, wenn infektiöse Mikroorganismen (u.a. HIV) mit der Blutkonserve übertragen werden. Um dies zu verhindern, ist es unabdingbar, dass Blutspender ein Risikoverhalten für
sich ausschließen können.
Hierzu zählen:
- AIDS-Kranke und HIV positive Personen
- Personen, die in den letzten 4 Monaten ungeschützten Intimkontakt mit einem neuen Partner hatten
- Männer, die schon einmal Intimkontakt mit einem anderen Mann hatten
... "
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/kvk
Lesbische Paare haben Kinder. Das ist die Realität! Schauen Sie sich um. Und diese Kinder haben auch in der Regel zwei Elternteile.
... Ausdrucksweise, aber so sind ja viele große, ernsthafte Leute.
Ich kann mir noch eine Menge Möglichkeiten vorstellen, wie es trotzdem klappt mit dem "Kinderkriegen" - ich weiß auch nicht, ob lesbische Frauen "keinen Bock" auf Männer haben. Aber prinzipiell glaube ich, dass viele Frauen, die Fraue lieben, auch durchaus mal "eine Affäre" mit einem Mann haben können / wollen oder was weiß ich. Und dann gibt es die Möglichkeit der Samenspende. Oder ist das jetzt böse, weil es um lesbische Frauen geht? Dürfen das nur ungewollt kinderlose Heteropaare machen?
Sie sollten sich wneiger Gedanken um diese Dinge machen - ich fürchte, das regt Sie zu sehr auf. Und solche Leute belasten dann nur die Krankenkassenbeiträge.
Wichtiger, sehr viel wichtiger sogar, ist das Wohl der Kinder. Das es denen gut geht.
Aber darum ging es Ihnen nun wirklich nicht, oder?
Lesbische Paare haben Kinder. Das ist die Realität! Schauen Sie sich um. Und diese Kinder haben auch in der Regel zwei Elternteile.
... Ausdrucksweise, aber so sind ja viele große, ernsthafte Leute.
Ich kann mir noch eine Menge Möglichkeiten vorstellen, wie es trotzdem klappt mit dem "Kinderkriegen" - ich weiß auch nicht, ob lesbische Frauen "keinen Bock" auf Männer haben. Aber prinzipiell glaube ich, dass viele Frauen, die Fraue lieben, auch durchaus mal "eine Affäre" mit einem Mann haben können / wollen oder was weiß ich. Und dann gibt es die Möglichkeit der Samenspende. Oder ist das jetzt böse, weil es um lesbische Frauen geht? Dürfen das nur ungewollt kinderlose Heteropaare machen?
Sie sollten sich wneiger Gedanken um diese Dinge machen - ich fürchte, das regt Sie zu sehr auf. Und solche Leute belasten dann nur die Krankenkassenbeiträge.
Wichtiger, sehr viel wichtiger sogar, ist das Wohl der Kinder. Das es denen gut geht.
Aber darum ging es Ihnen nun wirklich nicht, oder?
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