Stimmt's?Haben die bunten Klebebänder der Sportler eine Wirkung?

...fragt Christian Dromberg aus Hamburg. von 

Tape Sportler Klebeband Kinesio-Tape

Rote Tape-Bandagen schmücken die Waden des kanadischen Hammerwerfres James Steacy bei den Olympischen Spielen in London.  |  © Kai Pfaffenbach/Reuters

Das Kinesio-Tape ist bei den Sportlern im Sommer 2012 so präsent wie vor einigen Jahren das Nasenpflaster, das sang- und klanglos verschwand, nachdem es sich als unwirksam erwies. Ob der italienische Torjäger Mario Balotelli bei der Fußball-EM oder die Beachvolleyballer bei den Olympischen Spielen in London – viele Athleten präsentieren stolz die schrillbunten Baumwoll-Klebebänder.

Nicht nur Sportler schwören auf die bunten Bänder, viele Physiotherapeuten bekleben auch ihre Patienten damit, um Schmerzen zu mildern und die Durchblutung zu verbessern.

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Ihr Erfinder, der japanische Chiropraktiker Kenzo Kase erklärte 1979 die tatsächliche oder vermeintliche Wirkung damit, dass die oberste Hautschicht durch die Bänder angehoben werde und so die Schmerzrezeptoren gereizt und der Blut- und Lymphfluss zwischen den Hautschichten verbessert würden.

Aber geht ihre Wirkung tatsächlich über die mechanische Stabilisierung von Gelenken hinaus, die man auch mit herkömmlichen Bändern erreicht?

Serie: Stimmt's?
Stimmt's?

Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild  |  © Jeff J. Mitchell/Getty Images

Im Februar 2012 erschien in der Zeitschrift Sports Medicine eine Metastudie, in der alle bisherigen wissenschaftlichen Veröffentlichungen zum Thema untersucht wurden. Nur eine Handvoll davon erfüllt überhaupt wissenschaftliche Kriterien, und diese wenigen Studien berichteten von kaum messbaren oder aber lediglich vorübergehende Wirkungen, die man als einen Placeboeffekt ansehen musste.

So bleibt vorerst nur die Erklärung: Die farbenfrohen Tapes fühlen sich gut an auf der Haut – und sehen, geschickt platziert, verdammt gut aus.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de. Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

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Leserkommentare
    • Taranis
    • 25. August 2012 11:25 Uhr

    ...was zu erwarten war.

    • Pangea
    • 25. August 2012 12:10 Uhr

    Ha! Dankeschön! :) Genau das hatte ich mir bereits gedacht, mit dem gleichen Beispiel der Nasenpflaster.

    Weg mit dem esoterischen Kram!

    Weiß eigentlich jemand, um wie viel sich der durchschnittliche Olympionik für diesen Rummel hat betrügen lassen?

  1. Nach der Entbindung meiner Tochter litt ich noch viele Tage unter starken Wassereinlagerungen in den Füßen. Ich kam in keinen Schuh mehr rein und es spannte sehr unangenehm. Meine Hebamme legte mir diese Tapes an und innerhalb von 2 bis 3 Stunden sahen meine Füße wieder normal aus. Insgesamt bin ich 2x getapt worden und bis heute beschwerdefrei. Ich glaube wahrlich nicht an diesen ganzen esoterischen Kram, aber die Tapes haben mir geholfen...

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    • Xarx
    • 25. August 2012 13:09 Uhr

    Ich wurde ebenfalls mit derartigen Bändern bei einer Achillodynie behandelt(wie auch immer ich mir sowas als Schwimmer zuziehen konnte...) und innerhalb von 2 Wochen waren sämtliche Beschwerden abgeklungen. Auch ein Freund von mir meinte, dass er mit den Bändern positive Erfahrungen gemacht hat.
    Klar, sie werden sicherlich nicht gegen alles helfen, allerdings ist eine heilende Wirkung in meinem Falle nicht von der Hand zu weisen (das hat mir übrigens auch der Oberarzt bestätigt der mich behandelt hat und die Teile selbst verwendet hat). Von daher würde ich als Leistungssportler auf jeden Fall die Dinger verwenden um Verletzungen vorzubeugen, selbst wenn sie evtl. nur einen geringen Effekt haben.

  2. würde ich jetzt mal schnell ein paar Nikotinpflaster herstellen und vertreiben, die sich schick und diskret als solche Bänder tarnen... ☺

    • Xarx
    • 25. August 2012 13:09 Uhr

    Ich wurde ebenfalls mit derartigen Bändern bei einer Achillodynie behandelt(wie auch immer ich mir sowas als Schwimmer zuziehen konnte...) und innerhalb von 2 Wochen waren sämtliche Beschwerden abgeklungen. Auch ein Freund von mir meinte, dass er mit den Bändern positive Erfahrungen gemacht hat.
    Klar, sie werden sicherlich nicht gegen alles helfen, allerdings ist eine heilende Wirkung in meinem Falle nicht von der Hand zu weisen (das hat mir übrigens auch der Oberarzt bestätigt der mich behandelt hat und die Teile selbst verwendet hat). Von daher würde ich als Leistungssportler auf jeden Fall die Dinger verwenden um Verletzungen vorzubeugen, selbst wenn sie evtl. nur einen geringen Effekt haben.

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