Romneys Nummer ZweiPaul Ryan ist ein Extremist der Marktwirtschaft

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney will mit ihm eine neue Wirtschaftsordnung schaffen von 

Mitt Romneys Vize-Kandidat: Paul Ryan

Mitt Romneys Vize-Kandidat: Paul Ryan  |  © Marc Piscott/Getty Images

Für den Rivalen von Barack Obama , Mitt Romney , war es ein langer Sommer in der Defensive. Der frühe Wahlkampf um das Präsidentenamt drehte sich kaum um ernsthafte Sachthemen: Es ging um Romneys außerordentlichen Reichtum, seine exotischen Steueroasen und seine Rolle als angeblicher Jobvernichter mit seinem Unternehmen Bain Capital. Höchste Zeit für einen Befreiungsschlag. Höchste Zeit, dass mal wieder jemand über Romneys Lieblingsthema redet: die Lage der Wirtschaft im Land.

Dieser Moment ist jetzt offenbar gekommen, weil Romney seinen Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten auserkoren hat: Paul Ryan, einen Abgeordneten aus Wisconsin . Das ist weit mehr als eine Personalentscheidung. Romney hat damit eine klare öffentliche Botschaft zu seinem politischen Programm abgegeben. Eine Botschaft, die radikaler kaum sein könnte.

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Ryan gehört zu den extremsten Verfechtern von freier Marktwirtschaft und Sozialabbau, die Washington zu bieten hat. Der 42-Jährige hatte schon 2010 mit seinem Vorschlag provoziert, den staatlichen Gesundheitsdienst Medicare von einem beitrags- und umlagefinanzierten System in ein privates System umzuwandeln. Medicare stellt eine Basis-Krankenversicherung für Amerikaner ab 65.

Ryan hat dafür gute Gründe. Der amerikanische Staat ächzt unter hohen Kosten, die Staatsverschuldung steigt, und Medicare gehört neben Social Security, der staatlichen Rentenversicherung, und den Verteidigungsausgaben zu den großen Blöcken im Budget. Doch Medicare und Social Security sind zugleich auch die beliebtesten staatlichen Leistungen. Bis Ryan kam, hatten sich beide Parteien vor einer Debatte über Kürzungen in diesem Bereich gedrückt.

Doch Ryan ist eben der Mann für radikale Reformen in Staat und Wirtschaft. Mit einer nie dagewesenen Schrumpfkur für Washington will Ryan das Haushaltsbudget, das derzeit rund zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht, bis 2050 auf nur noch knapp vier Prozent zurechtstutzen. Gleichzeitig propagiert Ryan Steuersenkungen, größtenteils für Besserverdiener und Unternehmen – da stimmt er mit Romney klar überein. Niedrigststeuern und weitestgehende Liberalisierung sollen Innovation und Investition ankurbeln. Die Mittelschicht soll entlastet werden und Jobs in der wieder aufblühenden Wirtschaft finden.

Ryans Vorschlag sieht vor, dass quasi alle Bundesausgaben mit Ausnahme der Verteidigung gestrichen würden: Dabei verschlingt der Verteidigungshaushalt heute allein fast fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Nicht einmal Ausgaben für die grundlegende Infrastruktur wie Autobahnen oder Flughäfen, die Ryan ausdrücklich gutheißt, wären dann noch finanzierbar.

Nun hat sich Mitt Romney, der seine Karriere akkuraten Zahlenanalysen verdankt, bereits vorsichtig von Ryans Budgetplan distanziert. Sein eigener 59-Punkte-Plan sieht allerdings ebenfalls drastische Sparmaßnahmen vor, wenn auch nur eher vage.

In diesem Stadium geht es wohl aber nicht nur darum, ob die Vorschläge Romneys oder Ryans oder beider gemeinsam allesamt sachlich stimmig oder gar konkret realisierbar seien. Ryan selbst hat eingeräumt, seine Pläne seien lediglich "eine Basis für eine Debatte unter Erwachsenen" über die fundamentalen Probleme des Landes und wie sie zu lösen sind. Da zählen vor allem die Signale, wohin die Reise gehen soll, und diese Signale sind eindeutig: Ryan bekennt sich zu einer freien Marktwirtschaft in der möglichst reinsten Form.  

Leserkommentare
  1. "Niedrigststeuern und weitestgehende Liberalisierung sollen Innovation und Investition ankurbeln. Die Mittelschicht soll entlastet werden und Jobs in der wieder aufblühenden"

    genau das passiert nicht: es findet nur weiterhin die verteilung von unten nach oben statt.
    reagean hatte dieses rezept anfang der achtziger jahre ausprobiert und damit angefangen.
    die auswirkungen sind die, die wir heute sehen.
    manchmal frage ich mich-ob wir aus geschichte wirklich lernen wollen.

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    <em>genau das passiert nicht: es findet nur weiterhin die verteilung von unten nach oben statt.</em>

    "Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden."
    John Maynard Keynes

    Nicht nur Reagan ist damit gescheitert, auch Schröders Agenda-Politik, welche sich heute zum zehnten Mal jährt, hat hierzulande damit den sozialen Kitt der Gesellschaft weitgehend aufgelöst.

    Diese Marktgläubigkeit an die bereits wissenschaftlich widerlegte "unsichtbare Hand", die alles zum Besten aller regelt, ist das Feigenblatt für puren Sozialdarwinismus zugunsten derer, die ihn sich leisten können und dementsprechend propagieren - weiter nichts.

    <em>manchmal frage ich mich-ob wir aus geschichte wirklich lernen wollen.</em>

    „Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen nichts lehrt.“
    Mahatma Gandhi

    Die USA sind ein noch junger Staat. Der Sezessionskrieg ist scheinbar lange her und vergessen. Die treibenden Kräfte bereiten offenbar einen "Reset" und Neustart des "ewigen Wirtschaftswachstums" vor, der es in sich hat. New World Order.

    Gleichzeitig steigt damit die Gefahr für einen beispiellosen Weltkrieg, denn 500 Milliarden Dollar Wehr-Etat kann man gar nicht nur im Inland einsetzen.

    Daß bald die Hälfte der Amerikaner diesem Kurs folgt, sagt viel über das dortige Bildungsniveau und die Macht der Medien aus.

    Dystopisch.
    Idiocracy.
    Und eine Richtungswahl, in der Tat.

    • joG
    • 16. August 2012 9:42 Uhr

    ....Studien und empirische Analysen, die zeigen, dass die Reagan Politik erfolglos war?

    http://en.wikipedia.org/wiki/File:USDebt.png
    http://www.tradingeconomics.com/united-states/government-debt-to-gdp

    Reagan erbte die niedrigste US-Schuldenquote der Nachkriegszeit.
    Unter Reagan stieg die Quote in acht Jahren von 32% auf 52% (!) des GDP, ohne Weltfinanzkrise, Ölkrise, Irak- oder Afghanistan-Kriege.
    In acht Jahren relativer weltwirtschaftlicher Ruhe und spottbilliger Energiepreise hat es Reagan also geschafft, ein Defizit in Höhe von 20% der volkswirtschaftlichen Leistungsfähigkeit anzuhäufen.
    Selbst das Argument, dass die Privatwirtschaft die Überschüsse der Steuernachlässe erst mit einiger Verzögerung investiert, zieht nicht - die Verschuldung stieg unter Bush sen. noch weiter an.

    Ich werde mich hier nicht auf eine Debatte zur sozialen Dimension von Reagans Politk einlassen - diese ist in der Tat "indiskutabel" - es geht mir, wie im obigen Artikel, nur um die Mär der "Haushaltssanierung" mit diesen Methoden.

    Wen jemand ernsthaft glaubt, die USA kämen mit den Taschenspielertricks von Reagan von ihrem gewaltigen Defizit runter, wenn Reagan bereits das Gegenteil bewiesen hat, als dessen Politik ein Gutteil dieses Defizits angehäuft hat - dann kann man genauso gut darüber reden, ob die Erde eine Scheibe ist.

  2. Ryan und Romney wollen kein neues Wirtschaftsystem, sondern ein sehr altes Gesellschaftssystem. Ein System in dem ausschließlich das Recht des (wirtschaftlich) stärkeren gilt, der stärkere den schwächeren gnadenlos ausbeuten kann, letztlich ein Gesellschaft wie in der Steinzeit, frei von allen ethischen und sozialen Errungenschaften der Menschheit.

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    "... ethischen und sozialen Errungenschaften der Menschheit..."

    Z.B. Blindenrente für Sehende, meinen Sie?

    • Bommel
    • 16. August 2012 8:26 Uhr

    dass die Steinzeit-Horde so asozial war. Unsere Vorfahren haben überlebt und sich weiterentwickelt, weil sie sozial waren.

    Das System der radikal-freien Marktwirtschaft funktioniert interessanter Weise nur in diktatorischen Regimen - und auch dort nur eine begrenzte Zeit lang. Es gibt nämlich ein kleines, aber feines Problem: ein Gesellschaftssystem, das auf gnadenlose Ungleichheit und Faustrecht setzt, hat irgendwann ein Problem mit Aufständen und kann nur mit Gewalt aufrechterhalten werden.

    Die Vertreter der Republikaner sind einfach nur Wutgesteuert; in ihren Reihen schwingen Rassisten, Rechtsradikale und religiöse Eiferer aus den Reihen der Evangelikalen das Zepter. Unter letzteren gibt es nicht wenige, die sogar ausdrückglich daran glauben sogar dass Gott habe die Welt und die Erde in fünf Werktagen geschaffen. Es dürfte Barack Obama in den kommenden Monaten nicht schwer fallen, Romney und Ryan als gefährliche Spinner darszustellen und die Wahl sicher zu gewinnen. Romney macht nämlich im Moment all die Fehler, die 1964 schon Barry Goldwater getan hat.

    Man sollte sich nichts vormachen: Herr Ryan und Herr Romney treten nur für eine radikal-liberales Wirtschaftssystem ein - ein liberales Gesellschaftssystem lehnen sich nicht nur rundweg ab, sie verachten es.

    Verunglimpfen Sie uns mal nicht die Menschen der Steinzeit. :D

    Die waren sehr wohl, sehr sozial und gewissermaßen Prä-medicare "unterwegs", wie man aus der Untersuchung von Fundstätten unserer Ahnen weiß. (Z.B. sehr gut versorgte und behandelte Frakturen)

    Hier wurde niemand zurückgelassen.

    Man wünscht den Amerikanern, nach den jahrzehntelangen rücksichtslosen Raubzügen der "old boys", die nachhaltige Einsicht, das Typen wie Ryan, der sein Engagement in der Politik, ausschließlich dazu benutzt, sein Geld durch das Privileg des Insiderwissen, aufs richtige Feld zu stellen, keinen Applaus verdienen.

    [...]

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine angemessene Wortwahl. Danke, die Redaktion/ls

    • Logeg
    • 16. August 2012 11:54 Uhr

    Sind Sie sich sicher, dass es in der Steinzeit eine Marktwirtschaft gab? Können Sie mir einen seriösen Beleg dafür nennen?

    Der Extremist Ryan steht sogar noch weiter rechts als Romney selbst, und Romney sieht sich dadurch jetzt gezwungen, einige seiner früheren Äußerungen zurück zu nehmen. Romney wählte ihn nur, um die Teaparty-Extremisten auf seine Seite zu bringen. Aber wie so oft, verfeindet sich ein Politiker eine Wählergruppe, indem er eine andere zu gewinnen sucht.

    nein, sie gehen es nur nicht konsequent zu ende. liberalisieren kann man, nur muss man dann auch gleichzeitig die haftung ausweiten. stellen sie sich vor, dass alle, welche an unternhemen beteiligt sind bzw. für dessen führung verantworlich, mit ihmrem privatvermögen haften würden (ausnahmen sind kleinaktionäre oder kommanditisten).
    wenn freier markt, dann auch keine beschränkung der haftung. gibt ja auch keine beschränkung der gewinnmöglichkeiten.
    je mehr für einen persönlich auf dem spiel steht, desto vorsichtiger agiert man.
    glaube nicht, dass der vorstand einer bank solche wagnisse eingegengen wäre, hätte er im verlustfall sagen wir 80% seines privatvermögens aufbringen müssen um für fehlinvestitionen zu haften.

  3. Die Amerikaner haben wenigsten noch Unterschiede die die politischen Lager doch ziemlich deutlich voneinander abgrenzen.
    Ich würde das hier in Deutschland auch als erfrischend empfinden, statt dem Einheitsbrei, den wir hier jeden Tag vorgesetzt bekommen.
    Die USA sind hier wie so oft ein Vorbild.

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    • Narses
    • 16. August 2012 7:35 Uhr

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mk

    Das sehe ich anders. Mir geht es nicht um Lagerdenken, sondern um die Sache. Und wenn Merkel Positionen der Grünen vertritt, ist das für mich in Ordnung. Nur eine Position deswegen zu vertreten, weil sie einer politischen Ideologie abstammt, ist aus meiner Sicht von gestern, wenn nicht von vorgestern.

    Alle regen sich auf, wenn Seehofer Positionen vertritt, die der Bedienung seiner angestammten Altwählerschaft geschuldet sind. Mir wäre es lieber, wer würde Positionen vertreten, die der Allgemeinheit dienen. Ich würde ihn so oder so nicht wählen, sondern immer das Original dessen, was meine politische Überzeugung betrifft. Wenn die Gegenseite diese nicht um der Macht Willen torpediert, ist das aus meiner Sicht ein Vorteil, kein Nachteil.

    Das Problem Amerikas ist die Spaltung in "zwei Staaten", die sich fast unversöhnlich gegenüber stehen. Vereinfacht könnte man sie "küstenamerika" und "Binnenamerika" nennen. Diese Spaltung zieht sich tatsächlich durch die ganze amerikanische Geschichte. Doch in früheren Zeiten gab es zwischen den politischen Gegnern nach den Wahlen immer wieder Ausgleichsmöglichkeiten. Bricht man es auf die Parteien herunter, so gab es konservative Südstaatendemokraten, die ganz gut mit den Republikanern konnten, und es gab liberale Ostküsten Republikanern, die sich den Demokraten verbunden fühlten. Ein fähiger Präsident jeder Partei konnte damit Mehrheiten "across the aisle" gewinnen.
    Seit einigen Jahren scheint diese Fähigkeit zum Kompromiss abhanden gekommen zu sein. Romney beweist dies gerade durch die Auswahl seines Vize. Früher galt ja gerade die Auswahl des Vize als ein Zeichen des Ausgleichs, in dem man eine Person wählte, die ins gegnerische Lager ausstrahlte. Von daher erscheint Ryan als Fehlbesetzung. Aber für Romney hatte wohl das "Schließen der eigenen Reihen" oberste Priorität. Ob er die Wahl gewinnt, entscheidet sich wieder in den 4,5 battle-ground-states. Also von Florida, über Ohio bis Wisconsin.
    Aber egal, wie die Wahl ausgehen wird, die Gräben dürften sich weiter vertiefen.

    Als Hauptursache sehe ich vor allem den drohenden Machtverlust der WASPs durch die demographische Entwicklung, welche viele Amerikaner zutiefst verunsichert.

    • Lukan
    • 16. August 2012 9:25 Uhr

    Ökonomen der Neoklassisk, wobei beide egtl. etwas anderes gesagt haben und gemeint haben, als Ryan versteht.

    Allein, dass er Staatsdiener geworden ist, die bei Rand grds. nur Korruption, Inkompetenz, Gier und Selbstsucht symbolisieren, zeigt, dass er nichts verstanden hat.

    Wenn schon neoklassische Wirtschaftsordnung, dann NACH einer Zerschlagung der Mono- und Oligopole. Danach wäre dieses Wirtschaftssystem klar zu bevorzugen ggü. allen anderen.
    Bleiben diese Mono- und Oligopole jedoch bestehen und führt eine libertäre Wirtschaftsordnung ein, kommt man von einem bislang noch relativ verschleierten Korporatismus hin zu einem offenen Korporatismus, also einer Welt, in der die Konzerne regieren.
    Gut, tun sie jetzt egtl. auch schon, nur eben noch nicht für jedermann sichtbar.

    Wie so oft ein Vorbild? Diese Aussage hätte ich gerne belegt und bitte geben Sie auch den Referenzrahmen mit an. Für Wen? Für Was?

    C

    von denen die eine etwas gemäßigter ist, als die andere.

    Im Prinzip verfolgen aber beide Parteien die gleiche Linie. Was auch nicht verwundert, wenn man bedenkt, an wessen finanziellem Tropf die Parteien und deren Repräsentanten hängen.

    Das politische System in den USA ist meiner Ansicht nach völlig korrumpiert.

    • dachsus
    • 16. August 2012 14:19 Uhr

    Auch wenn wir hier ein wenig vom Thema abweichen. (Die Redaktion möge mir verzeihen)
    Natürlich ist Amerika ein Vorbild: Nicht nur wegen seiner kulturellen, gesellschaftlichen, militärischen und wirtschaftlichen Leistungen die seit mehr als 50 Jahren erbringt. Auch und grade wegen seiner demokratischen Streitkultur. Ich spreche hier nicht von seinem Wahlrecht oder der gesetzlichen Organisation, sondern von der Bürgergesellschaft, die ihre Auseinandersetzungen in wesentlich klarerer Form austrägt, als das Hierzulande üblich ist. Stellen wir uns einmal vor ein Mann wie Hr. Ryan mit seinen Thesen würde hier zu irgendeiner gesellschaftlichen Auseinandersetzung antreten – da bräuchten wir nicht lange zu warten, bis zum ersten Mal des Wort …radikal oder unsozial fällt, und der Mann versucht wird Mundtot zu machen.
    Amerika ist uns hier schon wenn nicht ein Vorbild, sondern ein Beispiel, das Demokratie auch anders funktionieren kann, als bei uns mit seiner sozialen Marktwirtschaft und seiner Regulierungswut – bitte verstehen sie das nicht miss – ich bin kein Gegner des Sozialstaates – aber Amerika zeigt uns, das es auch anders geht – und wir nicht den alleinseligmachenden Weg zu Heil gefunden haben..
    Über den Grad an Durchgeknalltheit der Amis brauchen wir nicht zu streiten… schließlich haben viele von denen Deutsche Vorfahren. :-)

    • em-y
    • 16. August 2012 17:29 Uhr

    Sie sollten sich ein bisschen mehr damit beschäftigen und nicht nur den Mainstream Media wie NYT oder die ZEIT Beachtung schenken. Der größte Unterschied ist naemlich, dass es Leute gibt, die aus irgendeinem Grund denken, die Demokraten wären irgendwie anders und besser als die Republikaner. Man lässt Obama auch Sachen durchgehen, Dieben Bush für einen Riesenaufschrei gesorgt hätten. Nicht dass ich ein Fan von Junior wäre.

  4. Die Konzepte des Herrn Ryan sind zutiefst widersprüchlich. Herr Ryan will das Defizit senken, indem an Sozialleistungen gekürzt wird, gleichzeitig möchte er aber die Reichen weiter entlasten. Er sollte sich im Klaren darüber sein, dass seine Konzepte nicht zu einer Genesung der US-Wirtschaft führen, sondern eine Rezession begünstigen. Diese Einsparungen in vielen Bereichen treffen auch die Infrastruktur der USA und letztlich auch die Wirtschaft. Auch sollte sich Herr Ryan im Klaren sein, dass am Ende der Reagonomics ein viel höheres Defizit stand als unter Carter und die Präsidenten davor. Die sozialen Verwerfungen sind bis heute spürbar in den USA. Herr Ryan, und das kommt im Artikel zum Ausdruck, scheint ein Mann zu sein, der recht gute Beziehungen zur Finanzbranche hat, sonst hätte er nicht die Privatisierung von Medicare vorgeschlagen.
    Nach vier Jahren Romney und Ryan wird das Land schlimmer darstehen als davor. Dann lieber vier jahre Obama.

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    • joG
    • 16. August 2012 10:01 Uhr

    .... Herr Ryan will das Defizit senken, indem an Sozialleistungen gekürzt wird, gleichzeitig möchte er aber die Reichen weiter entlasten. Er sollte sich im Klaren darüber sein, dass seine Konzepte nicht zu einer Genesung der US-Wirtschaft führen, sondern eine Rezession begünstigen."

    Wieso soll das "zutiefst widersprüchlich" sein? Wahr ist natürlich, dass viele Maßnahmen, die die USA werden ergreifen müssen, die Wirtschaftsaktivität bremsen dürften. Das ist aber halt so, wenn man deleveraged. Und das werden die Amis wohl tun müssen.

    Die Reduzierung der Steuern auf ärmere Schichten würden selbstverständlich den Konsum rasch heben. Aber eine Reduzierung der Steuern auf die Teile der Bevölkerung deren Geld eher investiert wird, stärkt das Fundament.

    Auch darf es niemanden überraschen, dass eine Reduzierung der Sozialkosten eher rezessiv wirken dürfte. Aber mit diesen Programmen sind die Industrienationen bei Weitem über das Ziel hinausgeschossen und sie sind aus historischen Gründen äußerst schlecht konstruiert. In der heutigen Form nehmen sie weit mehr Produktivkraft als man sich leisten kann (in dem Sinne, dass es selbst den Empfängern der Leistungen nicht besser geht als es bei reduzierten Programmen würde, aber allen Anderen schlechter). Das Problem am Travers wird sein, dass in dieser Periode es vielen schlechter gehen wird, wenn man keine Brücken für sie baut.

  5. "Mit anderen Worten: Es ist das Gegenteil der Vision von Präsident Obama. In dessen Amerika ist der Staat die Kraft, die den freien Markt zügelt und ergänzt. Der Staat soll fördernd, helfend und ausgleichend eingreifen."

    Frau Buchter,Obama ein Regulierer ? Sind Sie sich sicher ? Wollen Sie uns Obama nun als Sozialisten verkaufen wie die Tea Party es tut ?

    "Obama’s New Chief of Staff Hails From Wall Street,Jack Lew, was also the chief operating officer of a Citigroup unit and doesn’t fault deregulation for the shoddy economy.Shahien Nasiripour of The Huffington Post reported in 2010 that Lew testified to the Senate that he did not believe deregulation caused the financial meltdown."

    http://www.truthdig.com/eartotheground/item/obamas_new_chief_of_staff_ha...

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    Lt. Wikipedia:

    "Heute ist die Demokratische Partei im Vergleich zur Republikanischen Partei eher links eingestellt. ..."

    "...nichtmarxistischen Version der Sozialdemokratie gilt..."

    Ja.

  6. Prinzipiell keine schlechte Idee, privaten Initiativen bei der Neugestaltung des defizitaeren Gesundheitssektors eine Chance zu geben.

    Man stelle sich einmal vor, Unternehmen wie Microsoft, Google, Yahoo oder Apple waeren Staatskonzerne. Moeglicherweise waeren wir heute nicht weit ueber den C-64 hinausgekommen.

    Im Uebrigen setzen sogar kommunistische Staaten wie Rotchina verstaerkt auf private Unternehmen. Mit welchem Erfolg, das kann jeder selbst sehen.

    Auch wenn das Team Romney/Ryan realistischerweise keinerlei Chancen hat, die Praesidentschaftswahlen zu gewinnen: Immerhin bringen sie ein paar gute Ideen mit, von denen sich Praesident Obama nach gewonnener Wahle ein paar Scheiben abschneiden koennte.

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    "Man stelle sich einmal vor, Unternehmen wie Microsoft, Google, Yahoo oder Apple waeren Staatskonzerne. Moeglicherweise waeren wir heute nicht weit ueber den C-64 hinausgekommen."

    Aber dafür würde der Staats-PC noch immer einen staatlich garantierten Preis von 5000 Euro haben und bei Google würden wir unsere Anfragen erst einmal auf Antrag genehmigen lassen müssen. Die Arbeitsplätze in den Unternehmen jedoch wären sicher wie in der DDR, die Löhne auch, besonders in der Höhe.
    Die von der Regierung beschlossene Entwicklung einen Volkshandys hätte im Ergebnis ein 15-Kilo-Gerät hervorgebracht, das elegant auf dem Rücken getragen werden kann. Preis: Nur 3999 Euro, die Werktätigen würden natürlich einen sozialverträglichen staatlich gestützten Sonderkredit bekommen.
    Dem Generaldirektor von VEB Äpfel, Steve Jobs, wäre der Bau eines Smartphones verboten worden: Unsere Werktätigen brauchen solche Spielereien nicht!

    Das Pendant zum C-64 war in der DDR der KC 85. Leider waren unsere Menschen ideologisch noch nicht so weit, die wollten tatsächlich viel mehr der Dinger kaufen, als unsere fleißigen Werktätigen herstellen konnten, trotz des sehr hohen Preises. Also wurden sie nur noch an Betriebe verkauft, wegen der sozialen Gerechtigkeit.

    "Das Romney/Ryan Ideal ist also, dass bloß noch ein Nachtwächterstaat übrig bleibt, der seine paar Staatsdiener karg besoldet."

    Verdammt, jetzt werden mir die Beiden auch noch sympathisch, ich schäme mich natürlich politisch korrekt.

    • zacc
    • 16. August 2012 9:15 Uhr

    "Man stelle sich einmal vor, Unternehmen wie Microsoft, Google, Yahoo oder Apple waeren Staatskonzerne. Moeglicherweise waeren wir heute nicht weit ueber den C-64 hinausgekommen."

    Wer sagt denn dass große Wirtschaftsunternehmen verstaatlicht werden sollen ? Dass dort die Konkurrenz für Innovationen vorteilhaft ist, bestreitet ja niemand.
    Was im Artikel aber steht, ist dass es um die Sozialversicherungen geht, welche hier nun privatisiert werden sollen. Und das sind eben Bereiche auf die die Masse angewiesen ist. Hat man keine soziale Rücklage, geht es einem schlecht, was sich, wenn es die große Masse betrifft, auch negativ auf die Konjunktur auswirkt.

    Deswegen sind eine stark staatlich gestützte Kranken- und Rentenversicherung eben von Vorteil, wenn sie bessere Garantien für ihre Kunden geben und kein Geld als Profit abgezweigt werden muss.

    Im Bereich der herstellenden Industrie z.B. ist der private Betrieb dagegen völlig in Ordnung. Die Leute sind auf diese Produkte nicht angewiesen, was auch zu besseren Konditionen für sie führt. Und, wie Sie bereits sagten, verstärkt es Innovation und Fortschritt.
    Nur wohin eine mangelnde soziale Absicherung führt, sieht man ja zur Zeit ganz gut.

    • em-y
    • 16. August 2012 17:41 Uhr

    Sie sind schlecht, weil sie völlig schwachsinnig sind.

    • Narses
    • 16. August 2012 7:35 Uhr
    8. [...]

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mk

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    ... denn die Struktur von Staaten und Völker wird immer differenzierter und dann kommt noch die Geschichte hinzu.

    Alternativen?

    Deutschland? Nazi-Vergangenheit usw.
    Schweiz? Steuerschlupfloch
    England? Viel Regen
    usw.

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