WochenmarktZum Nachtisch Aprikosentörtchen

Die umbrische Köchin Maria Luisa Scolastra macht in der Tradition des "Slow Food" die langsamsten Aprikosentörtchen Italiens – aber auch die leckersten.

Aprikosen

Aprikosen

In Italien gibt es weniger Drei-Sterne-Restaurants als in Deutschland. Dafür wurde dort das Slow Food erfunden, eine ursprüngliche Küche, die allerdings in der Zubereitung fast so aufwendig ist wie die Sterneküche, was man an diesem Rezept für Aprikosentörtchen erkennen kann. Es stammt von einer umbrischen Köchin namens Maria Luisa Scolastra. Ursprünglich war es doppelt so lang. (Ihr Kochbuch ist im Becker Joest Volk Verlag erschienen.)

Aprikosen werden gehäutet und in Stücke geschnitten. Die Amaretti zerbröckelt man. Beides wird mit Konfitüre und Likör vermengt. Butter und Zucker schlägt man cremig, der Mischung fügt man Eigelbe, Ei, Vanillezucker, gesiebtes Mehl sowie Stärke, Backpulver und geriebene Zitronenschale hinzu. Mit der Butter-Zucker-Mischung zu einem Rührteig verarbeiten. Es sollten sich keine Klümpchen bilden. Schließlich werden die Aprikosenstücke hinzugefügt.

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Den Teig gibt man in 6 Förmchen, in die man zuvor eine dünne Schicht Mehl gestreut hat (sie haben einen Durchmesser von ungefähr 8 cm und sind 2 cm hoch). Die Törtchen werden bei 160 Grad 30 Minuten lang gebacken.

Jetzt bereitet man die Karamell-Aprikosen zu. Dafür wäscht man die Früchte und schneidet sie in Spalten. In einer Pfanne werden Zucker, Mineralwasser, Stärke und Butter aufgekocht. Sobald der Zucker sich verfärbt, nimmt man die Pfanne vom Herd und gießt Zitronensaft und Zitronenlikör hinein. Zurück auf dem Herd, gibt man die Aprikosenspalten dazu und lässt sie 2 bis 3 Minuten karamellisieren.

Zum Anrichten auf das Törtchen geben und mit Puderzucker bestäuben.

Alle Wochenmarkt-Rezepte

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Wer jetzt noch die Kraft hat, macht eine Sauce aus weißer Schokolade dazu. Dafür wird das Mark einer Vanilleschote mit 200 ml Milch und 100 ml Sahne aufgekocht. 5 Minuten köcheln lassen. 50 g Zucker verrührt man mit 5 Eigelben in einer Schüssel, bricht 100 g weiße Schokolade in Stücke und fügt sie hinzu. Das Ganze wird über dem Wasserbad aufgeschlagen, bis die Schokolade schmilzt. Die heiße Milch gießt man langsam hinzu, alles wird 10 Minuten lang über dem Wasserbad gerührt. Nicht kochen! Die Schüssel in Eiswasser stellen, wo die Sauce kalt gerührt wird, bis man sie durch ein Sieb streicht.

Aprikosentörtchen (für 6 Portionen)

3 Aprikosen, 80 g Amaretti, 1 EL Aprikosenkonfitüre, 1 EL Amaretto, 120 g Butter, 120 g Zucker, 4 Eigelbe, 1 Ei,
5 g Vanillezucker, 200 g Mehl (Typ 00), 50 g Speisestärke, 20 g Backpulver, Schale von 1 Biozitrone, Puderzucker

Für die Karamell-Aprikosen:

6 Aprikosen, 200 g Zucker,
400 ml Mineralwasser (mit Kohlensäure),
20 g Speisestärke, 50 g Butter, Saft von 1 Zitrone, 2 EL Zitronenlikör

 
Leserkommentare
  1. DANKE für das sicherlich sehr gut schmeckende Rezept, werde ich gleich mal ausprobieren!

  2. Ganz sicher gerade nicht um:"Slow Food .., eine ursprüngliche Küche, die allerdings in der Zubereitung fast so aufwendig ist wie die Sterneküche,"

    Eine Leserempfehlung
  3. "Slow Food" ist nicht eine "ursprüngliche Küche" sondern eine dubiose Organisation. Gut kochen kann man zum Glück auch ohne diese Organisation, und gute Marillendesserts, zu denen das dargestellte sicher auch gehört, gibt es wie Sand am Meer.

  4. sei eine dubiose Organisation mit Tatsachen belegen. Natürlich ist "slow food" eine Organisation. Bisher war mir nichts bekannt womit sie den Zusatz "dubios" verdienen würde.

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    Das "dubios" bezieht sich darauf, dass diese Organisation nach völlig undurchsichtigen Kriterien gewisse Produkte "adelt", die Produktionszone nach eigenem Gutdünken abgrenzt und die Produzenten auswählt, die angeblich als einzige dieses elitäre Produkt herstellen können. Ich jedenfalls lasse mich durch diese selbst ernannten Wächter des guten Essens nicht bevormunden und suche mir selbst aus, was gut ist. Aus den gleichen Gründen halte ich übrigens auch nichts von den meisten Restaurant- und Weinführern.

    Das "dubios" bezieht sich darauf, dass diese Organisation nach völlig undurchsichtigen Kriterien gewisse Produkte "adelt", die Produktionszone nach eigenem Gutdünken abgrenzt und die Produzenten auswählt, die angeblich als einzige dieses elitäre Produkt herstellen können. Ich jedenfalls lasse mich durch diese selbst ernannten Wächter des guten Essens nicht bevormunden und suche mir selbst aus, was gut ist. Aus den gleichen Gründen halte ich übrigens auch nichts von den meisten Restaurant- und Weinführern.

  5. ... aber seit wir im Juni auf dem Wochenmarkt von Buis-les-Barronies in der Drôme Aprikosen quasi direkt vom Baum gekauft haben, ist die Supermarktware in DE irgendwie zum No-Go geworden ...

    Eine Leserempfehlung
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    aber reisen Sie bitte nicht weiter, Sie Ärmster haben sonst irgendwie so viele no-gos nach Ihrer Rückkehr nach Deutschland.

    ... sondern auch ein Engseher, wie?

    aber reisen Sie bitte nicht weiter, Sie Ärmster haben sonst irgendwie so viele no-gos nach Ihrer Rückkehr nach Deutschland.

    ... sondern auch ein Engseher, wie?

  6. Das "dubios" bezieht sich darauf, dass diese Organisation nach völlig undurchsichtigen Kriterien gewisse Produkte "adelt", die Produktionszone nach eigenem Gutdünken abgrenzt und die Produzenten auswählt, die angeblich als einzige dieses elitäre Produkt herstellen können. Ich jedenfalls lasse mich durch diese selbst ernannten Wächter des guten Essens nicht bevormunden und suche mir selbst aus, was gut ist. Aus den gleichen Gründen halte ich übrigens auch nichts von den meisten Restaurant- und Weinführern.

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    slow food sehe ich eher als Orientierungshilfe für eine bestimmte Art von Gastronomie. Gerade bei Restaurants im Ausland ist es nicht so einfach vorher mal vorbei zu fahren um sich das anzuschauen. Bisher kam ich noch nicht auf die Idee dies als Bevormundung anzuschauen denn es zwingt mich ja niemand.

    Wieso denken viele immer nur an den Genuss? Es geht auch darum die Leute dahingehen anzuregen mehr über den eigenen Essenskonsum nachzudenken und nicht einfach alles in sich reinzufuttern. Wenigsten eine Organisation, die sich damit beschäftigt.

    slow food sehe ich eher als Orientierungshilfe für eine bestimmte Art von Gastronomie. Gerade bei Restaurants im Ausland ist es nicht so einfach vorher mal vorbei zu fahren um sich das anzuschauen. Bisher kam ich noch nicht auf die Idee dies als Bevormundung anzuschauen denn es zwingt mich ja niemand.

    Wieso denken viele immer nur an den Genuss? Es geht auch darum die Leute dahingehen anzuregen mehr über den eigenen Essenskonsum nachzudenken und nicht einfach alles in sich reinzufuttern. Wenigsten eine Organisation, die sich damit beschäftigt.

  7. Ich dachte "slow food" steht unter anderem für die Benutzung von regionalen Lebensmitteln? Da gehört dieses Rezept in Deutschland ja wohl nicht zu slow food.

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    mag einen Exoten Status haben, gehört aber trotzdem zu Deutschland und ist Anbaugebiet für Aprikosen. Im deutschsprachigen Raum gibt es ausserdem Anbaugebiete in Österreich, Südtirol und der Schweiz. Möglicherweise gibt es auch ZEIT Leser aus diesen Regionen.

    mag einen Exoten Status haben, gehört aber trotzdem zu Deutschland und ist Anbaugebiet für Aprikosen. Im deutschsprachigen Raum gibt es ausserdem Anbaugebiete in Österreich, Südtirol und der Schweiz. Möglicherweise gibt es auch ZEIT Leser aus diesen Regionen.

  8. slow food sehe ich eher als Orientierungshilfe für eine bestimmte Art von Gastronomie. Gerade bei Restaurants im Ausland ist es nicht so einfach vorher mal vorbei zu fahren um sich das anzuschauen. Bisher kam ich noch nicht auf die Idee dies als Bevormundung anzuschauen denn es zwingt mich ja niemand.

    3 Leserempfehlungen

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  • Serie Wochenmarkt
  • Quelle ZEITmagazin, 16.8.2012 Nr. 34
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