Kindererziehung: "Das ist nicht machbar" – "Doch!"
Eltern nörgeln. Lehrer nerven. Und jeder weiß besser, wie Schule funktionieren sollte. Ein Streitgespräch zwischen einer Mutter und einem Schulleiter.
DIE ZEIT: Frau Zacharias, Sie sind Mutter dreier Kinder, von denen zwei zur Schule gehen. Was fühlen Sie, wenn Sie eine Schule betreten?
Isabell Zacharias: Wenn ich mit Lehrern spreche, habe ich oft das Gefühl, ich werde nicht als Experte für die Erziehung meiner Kinder wahrgenommen, sondern nur als das Muttertier, das mit scharfen Zähnen sein Kind verteidigen möchte. Das ist eine Reduzierung, die mich ärgert.
ZEIT: Sie werden von oben herab behandelt?
Zacharias: Es fängt damit an, dass wir Eltern immer nur einbestellt werden – ich sage bewusst einbestellt –, wenn es etwas Schlechtes mitzuteilen gibt. Ich bin noch nie eingeladen worden, wenn meine Töchter etwas Wunderbares geleistet haben. Wir werden also einbestellt – und dann sitzt die Lehrerin auf dem einzigen Erwachsenenstuhl im Raum, und ich als Mutter kauere auf einem dieser Stühlchen vor ihr und weiß: Gleich kommt eine Tirade, was mein Kind wieder alles nicht gemacht hat. Das ist keine partnerschaftliche Gesprächskultur, das ist ein Ohnmachtsgefühl.
Josef Kraus: Das sind doch Klischees, die Sie da vom Stapel lassen. Natürlich sind nicht alle 800.000 Lehrer pädagogische Helden und Heilige, aber es gibt auch Elterngruppierungen, die uns die Arbeit verdammt schwer machen. Ich kenne keine Schule, die so aussieht, wie Sie das beschrieben haben, wo der Lehrer auf dem Sessel thront und die Mutter auf dem Büßerstuhl. Das mag vor 50 Jahren der Fall gewesen sein. Heute aber haben wir in den allermeisten Schulen und zwischen den allermeisten Lehrern und Eltern ein unverkrampftes Verhältnis. Es wird auch niemand »einbestellt«! Wir bitten Eltern zu Gesprächen, wenn es sinnvoll ist. Nur gibt es einige, die können Sie achtmal anrufen, die kommen nicht.
Josef Kraus, 63, Schulleiter und Präsident des Deutschen Lehrerverbandes.
Zacharias: Vielleicht liegt das daran, dass viele Schulen nur einmal im Halbjahr eine Elternsprechstunde anbieten, die in der Regel auch noch während des Arbeitstages von Müttern und Vätern stattfindet?
Kraus: Das stimmt nicht! Jeder Lehrer hat jede Woche eine Sprechstunde. Kann er nicht besucht werden, ist er telefonisch erreichbar. Darüber hinaus gibt es zweimal im Jahr Elternnachmittage, die erst um 16, 17 Uhr anfangen und sich oft genug bis 20, 21 Uhr hinziehen. Kein berufstätiger Vater, keine berufstätige Mutter wird daran gehindert, hinzugehen.
Zacharias: Und da soll man dann im Fünf-Minuten-Stakkato mit dem Lehrer den Bildungsprozess des eigenen Kindes durchhecheln. Es gibt Gymnasien, da müssen die Fachlehrer vor dem Gespräch noch schnell nachgucken: Wie heißt das Kind, dessen Mutter mir da gegenübersitzt?
Kraus: Die meisten Eltern sind damit zufrieden, dass sie die sieben, acht Lehrer, die ihr Kind hat, einfach mal abklappern können. Viele gehen nur rein, um sich sagen zu lassen, wie toll ihr Kind ist. Die müssten gar nicht kommen.
ZEIT: Die Eltern sind das Problem, Herr Kraus?
Kraus: Die maßgeblichen Prägungen finden zu Hause statt, von der Mediennutzung bis zur Freizeitgestaltung. 80 Prozent der Eltern wissen das und sagen: Die Schule wird es schon richtig machen. Und dann sind da die 20 Prozent Eltern, die uns 80 Prozent der Arbeit machen.
ZEIT: Weil sie kein Interesse an der Zukunft ihres Kindes haben?





ganz gleich ob sie aus Südeuropa, dem Ostblock oder Skandinavien kommen , sind über das deutsche Schulsystem empört; ein Kraftakt für Kinder, Eltern, Lehrer
einen prima Tipp!
HIER in die Schule zu gehen.
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Es gibt einfach zuwenig Lehrer die die Arbeit machen.
Die Eltern die ich kenne, teilen sich in zwei Gruppen:
Die Eltern die nichts tun und machen und die Eltern die überbesorgt sind und z.b auf Elternabenden nicht die Sache an sich im Kopf haben und effektiv abhandeln, sondern die sich in endlosen Diskussionen über genau Ihr Kind und dessen Probleme auslassen.
Ich kann dann Eltern verstehen die keine Lust auf Elternabende haben weil sie einfach keine Zeit und Lust auf endlose, sinnlose Diskussionen haben.
Und oft genug können Lehrer auch nicht helfen, wenn z.b Kinder unbedingt auf höhere Schulen müssen, obwohl sie dazu nicht geeignet sind, aber die Eltern einen gewissen Status aufrechterhalten wollen und einfach nur nerven.
Und die Lehrer kann ich auch verstehen: Sie sind überarbeitet und frustriert. Es gibt nicht genug Lehrer für die zu bewältigenden Aufgaben. Und der Staat hat ja kein Geld und, wie es scheint, auch nicht den Willen endlich ein vernünftiges für alle geltendes Schulsystem zu schaffen.
Der Staat muss ja Steuerhinterziehern helfen das Geld, was dringend für Bildung und Kultur benötigt wird, in die Schweiz und andere Steueroasen zu transferieren.
Da sagt Herr Kraus etwas, was ich schon seit Jahren sehe! Dieser Ganztags-Wahn, der auf zwei Säulen steht: Der wirtschaftlichen Notwendigkeit von zwei arbeitenden Elternteilen und die "lieber arbeiten als zuhause zu sein"-Ideologie. Ich finde es absolut schlimm, wenn Eltern aus finanziellen Gründen gezwungen sind, ihr Kind in irgendeine staatliche Institition stecken zu müssen. Aber, dass viele Eltern das auch noch gut finden, weil Karriere und Arbeit irgendwie mehr Glück bringen, als sich mit seinem Kind intensiv zu beschäftigen, das ist abnormal [...]
Und ich sage nicht, dass die Frau unbedingt zuhause bleiben soll, der Mann kann das genau so gut.
Für Punkt 1 sind Politik und Arbeitgeber verantwortlich: Man muss einer Familie auch etwas bieten können, wenn nur ein Elternteil arbeitet und Arbeitgeber müssen >flexibel< genug sein (immerhin wird das von jedem Arbeitnehmer verlangt), ihren Angestellten eine Auszeit zu geben.
Punkt 2 ist ein gesellschaftliches Problem. Der moralische Wert der Arbeit, dass man überhaupt arbeitet, wird sehr übersteigert in einer Kultur, wo Arbeitslosigkeit als Beleidigung und Stigma gilt.
Bitte bleiben Sie sachlich und verzichten Sie auf Provokationen. Danke, die Redaktion/fk.
Den Ganztagsschulwahn sehe ich woanders: Da wird das Kind in EINER Instituion verwurstet, die jetzt schon so zusammengespart ist, dass sie nur mit Mühe ihre eigentliche Aufgabe, den Unterricht, bewältigt.
Besser wäre es, Betreuungsangebote außerhalb der Schule aufzubauen, das entspricht den vielfältigen Lebenswelten viel eher. Und das kollidiert auch nicht mit gewachsenen Vereinsstrukturen und Betätigung in Hobbys.
Der Gesamtschulwahn ist die Reduktion aller Schüler auf den kleinsten gemeinsamen Nenner.
Es soll gefälligst keiner sich besser entwickeln können, das heisst heute Chancengleichheit.
Bis auf die Gleicheren, die gehen auf die Privatschulen.
Den Ganztagsschulwahn sehe ich woanders: Da wird das Kind in EINER Instituion verwurstet, die jetzt schon so zusammengespart ist, dass sie nur mit Mühe ihre eigentliche Aufgabe, den Unterricht, bewältigt.
Besser wäre es, Betreuungsangebote außerhalb der Schule aufzubauen, das entspricht den vielfältigen Lebenswelten viel eher. Und das kollidiert auch nicht mit gewachsenen Vereinsstrukturen und Betätigung in Hobbys.
Der Gesamtschulwahn ist die Reduktion aller Schüler auf den kleinsten gemeinsamen Nenner.
Es soll gefälligst keiner sich besser entwickeln können, das heisst heute Chancengleichheit.
Bis auf die Gleicheren, die gehen auf die Privatschulen.
...dass Herr Kraus im Grunde recht unmissverstaendlich fordert, dass Frauen zur nachschulischen Betreuung der Kinder gefaelligst zu Hause bleiben sollen. Als Schulleiter sollte er sich doch ueber mehr Ganztagsschulen und damit eine Aufwertung seines Berufsstand sowie den damit einhergehenden hoeheren Bedarf an Lehrkraeften freuen. Wenn dafuer nicht genuegend Geld zur Verfuegung gestellt wird, muss man die Eltern mit ins Boot holen und Protest gegen diese Unterversorgung organisieren - und nicht sich in eine Zeit zurueckwuenschen, in der Frauen keine Chance auf ein Leben jenseits des eigenen Haushalts hatten, sobald sie Muetter geworden sind.
Das tut er doch garnicht.
Herr Kraus prangert an, was ich auch auf unseren eigentlich sehr gut funktionierenden Schulen sehe: Eltern, die ihre Erziehungsaufgabe nicht annehmen und das Kind abstellen und erzogen wieder abholen wollen. Das sind nicht nur Doppelverdiener, da sind auch Hausfrauen dabei.
Dass Erziehung keine Rund-um die Uhr-Betreuung braucht, ist internationaler Standard, nur in Deutschland geistert immer mal wieder die Rabenmutter durchs politische Gewölk.
Wie oft werden Kinder gerade von den ach so sorgenden Müttern abgestellt? Unter anderem weil diese ob ihrer Frustration nicht mehr in der Lage sind zu erziehen?
Wir gehören zu den "pösen" Doppelverdienern, Erziehung haben wir aber immer als unsere ureigenste Aufgabe betrachtet und diese auch wahrgenommen. Und der Reaktion der Lehrer entnehme ich bisher, dass wir nicht zu den von Herrn Kraus angesprochenen 20% gehören, die 80% der Arbeit machen. Anscheinend haben wir unsere Aufgabe also gut erfüllt.
Sie schreiben, "Wenn dafuer nicht genuegend Geld zur Verfuegung gestellt wird, muss man die Eltern mit ins Boot holen und Protest gegen diese Unterversorgung organisieren" und wollen damit die Schule vor vollendete Tatsachen stellen. d.h. zuerst kriegen die Lehrer die erhöhte Aufgabenlast (nachholen der häuslichen Erziehung) und danach sollen sie schauen, wie sie diese bewältigen.
Sie werden sicher verstehen, dass die meisten Lehrer für dieses Vorgehen schwer zu begeistern sind. Erst, wenn die Ressourcen tatsächlich bereitgestellt werden (Stellen, Sozialarbeiter / Schulpädagogen etc.), kann man von der Schule ernsthaft verlangen, dass sie diese Aufgaben übernimmt.
Wo fordert er das denn? Meiner Meinung nach weist er darauf hin, dass Lehrer nicht die Erziehung der Kinder übernehmen sollen. Stattdessen plädiert er für mehr elterliche Bindung zum Kind, damit die Lehrerschaft ihrer Aufgabe nachgehen kann - Wissensvermittlung und Ausbildung.
Meine Eltern waren früher in der DDR auch beide berufstätig. Ich war vormittags in der Schule und Nachmittags im Hort. 17:00 Uhr kam dann Mutti und hat mich abgeholt. Da waren Hausaufgaben gemacht und der Mittagsschlaf auch. Und den Abend hatte die Familie volle Zeit für sich. Ohne Hausaufgabenstress, Sprachübungen, musikalische Zusatzbildung etc. pp. Aber in Zeiten von Humankapital, Leistungsbereitschaft und Konkurrenz (bereits in der Grundschule) steigt halt der Druck auf Lehrer und Eltern.
Herr Kraus hat das überhaupt nicht gefordert.
Frauen müssen sich diesen Schuh auch gar nicht erst anziehen. Wenn es darum geht, daß Eltern sich um ihre Kinder kümmern sollen ("Pflege und Erziehung"), brauchen sich Mütter doch überhaupt nicht exklusiv angesprochen zu fühlen.
Sie sprechen 1) sich damit die alleinige Familienkompetenz zu und 2) dem Vater seine Familienkompetenz ab.
Das ist in doppelter Hinsicht sexistisch.
k.
Das tut er doch garnicht.
Herr Kraus prangert an, was ich auch auf unseren eigentlich sehr gut funktionierenden Schulen sehe: Eltern, die ihre Erziehungsaufgabe nicht annehmen und das Kind abstellen und erzogen wieder abholen wollen. Das sind nicht nur Doppelverdiener, da sind auch Hausfrauen dabei.
Dass Erziehung keine Rund-um die Uhr-Betreuung braucht, ist internationaler Standard, nur in Deutschland geistert immer mal wieder die Rabenmutter durchs politische Gewölk.
Wie oft werden Kinder gerade von den ach so sorgenden Müttern abgestellt? Unter anderem weil diese ob ihrer Frustration nicht mehr in der Lage sind zu erziehen?
Wir gehören zu den "pösen" Doppelverdienern, Erziehung haben wir aber immer als unsere ureigenste Aufgabe betrachtet und diese auch wahrgenommen. Und der Reaktion der Lehrer entnehme ich bisher, dass wir nicht zu den von Herrn Kraus angesprochenen 20% gehören, die 80% der Arbeit machen. Anscheinend haben wir unsere Aufgabe also gut erfüllt.
Sie schreiben, "Wenn dafuer nicht genuegend Geld zur Verfuegung gestellt wird, muss man die Eltern mit ins Boot holen und Protest gegen diese Unterversorgung organisieren" und wollen damit die Schule vor vollendete Tatsachen stellen. d.h. zuerst kriegen die Lehrer die erhöhte Aufgabenlast (nachholen der häuslichen Erziehung) und danach sollen sie schauen, wie sie diese bewältigen.
Sie werden sicher verstehen, dass die meisten Lehrer für dieses Vorgehen schwer zu begeistern sind. Erst, wenn die Ressourcen tatsächlich bereitgestellt werden (Stellen, Sozialarbeiter / Schulpädagogen etc.), kann man von der Schule ernsthaft verlangen, dass sie diese Aufgaben übernimmt.
Wo fordert er das denn? Meiner Meinung nach weist er darauf hin, dass Lehrer nicht die Erziehung der Kinder übernehmen sollen. Stattdessen plädiert er für mehr elterliche Bindung zum Kind, damit die Lehrerschaft ihrer Aufgabe nachgehen kann - Wissensvermittlung und Ausbildung.
Meine Eltern waren früher in der DDR auch beide berufstätig. Ich war vormittags in der Schule und Nachmittags im Hort. 17:00 Uhr kam dann Mutti und hat mich abgeholt. Da waren Hausaufgaben gemacht und der Mittagsschlaf auch. Und den Abend hatte die Familie volle Zeit für sich. Ohne Hausaufgabenstress, Sprachübungen, musikalische Zusatzbildung etc. pp. Aber in Zeiten von Humankapital, Leistungsbereitschaft und Konkurrenz (bereits in der Grundschule) steigt halt der Druck auf Lehrer und Eltern.
Herr Kraus hat das überhaupt nicht gefordert.
Frauen müssen sich diesen Schuh auch gar nicht erst anziehen. Wenn es darum geht, daß Eltern sich um ihre Kinder kümmern sollen ("Pflege und Erziehung"), brauchen sich Mütter doch überhaupt nicht exklusiv angesprochen zu fühlen.
Sie sprechen 1) sich damit die alleinige Familienkompetenz zu und 2) dem Vater seine Familienkompetenz ab.
Das ist in doppelter Hinsicht sexistisch.
k.
'Meine Töchter hatten in der achten Klasse eine 36-Stunden-Woche.'
Mein Sohn geht auch in Bayern auf ein Gymnasium - G8 - kommt jetzt in die 9. Klasse, war also dementsprechend vor ein paar Wochen noch in der 8. Klasse.
Allerdings hatte er keine 36-Stunden-Woche - sondern 32 Stunde plus eine IFA-Stunde.
Das würde dann bedeuten, Frau Zacharias, dass Ihre Töchter entweder vier IFA-Stunden die Woche hatten, oder freiwillig noch Kurse dazu gemacht haben.
Das tut er doch garnicht.
Herr Kraus prangert an, was ich auch auf unseren eigentlich sehr gut funktionierenden Schulen sehe: Eltern, die ihre Erziehungsaufgabe nicht annehmen und das Kind abstellen und erzogen wieder abholen wollen. Das sind nicht nur Doppelverdiener, da sind auch Hausfrauen dabei.
Dass Erziehung keine Rund-um die Uhr-Betreuung braucht, ist internationaler Standard, nur in Deutschland geistert immer mal wieder die Rabenmutter durchs politische Gewölk.
Wie oft werden Kinder gerade von den ach so sorgenden Müttern abgestellt? Unter anderem weil diese ob ihrer Frustration nicht mehr in der Lage sind zu erziehen?
Wir gehören zu den "pösen" Doppelverdienern, Erziehung haben wir aber immer als unsere ureigenste Aufgabe betrachtet und diese auch wahrgenommen. Und der Reaktion der Lehrer entnehme ich bisher, dass wir nicht zu den von Herrn Kraus angesprochenen 20% gehören, die 80% der Arbeit machen. Anscheinend haben wir unsere Aufgabe also gut erfüllt.
...dass die Eltern erwarten, dass es bis 17 Uhr dann auch Zeit fuer Hausaufgabenbetreuung und stilles Lernen gegeben haben soll. Was ist denn die Alternative - sollen die Kinder etwa danach, vorm Schlafengehen nochmal eine 2-Stunden-Schicht absolvieren?
Ja, ich erwarte, dass ein Schultag, der bis 17 Uhr dauert, auch Sport, freies Lernen und Moeglichkeiten zur kreativen Entfaltung (Theater AG, Musik etc.)oder Umweltprojekte (Schulteich anlegen, Recycling-Projekt) enthaelt. Was denn sonst?
...dass die Eltern erwarten, dass es bis 17 Uhr dann auch Zeit fuer Hausaufgabenbetreuung und stilles Lernen gegeben haben soll. Was ist denn die Alternative - sollen die Kinder etwa danach, vorm Schlafengehen nochmal eine 2-Stunden-Schicht absolvieren?
Ja, ich erwarte, dass ein Schultag, der bis 17 Uhr dauert, auch Sport, freies Lernen und Moeglichkeiten zur kreativen Entfaltung (Theater AG, Musik etc.)oder Umweltprojekte (Schulteich anlegen, Recycling-Projekt) enthaelt. Was denn sonst?
Den Ganztagsschulwahn sehe ich woanders: Da wird das Kind in EINER Instituion verwurstet, die jetzt schon so zusammengespart ist, dass sie nur mit Mühe ihre eigentliche Aufgabe, den Unterricht, bewältigt.
Besser wäre es, Betreuungsangebote außerhalb der Schule aufzubauen, das entspricht den vielfältigen Lebenswelten viel eher. Und das kollidiert auch nicht mit gewachsenen Vereinsstrukturen und Betätigung in Hobbys.
Der Gesamtschulwahn ist die Reduktion aller Schüler auf den kleinsten gemeinsamen Nenner.
Es soll gefälligst keiner sich besser entwickeln können, das heisst heute Chancengleichheit.
Bis auf die Gleicheren, die gehen auf die Privatschulen.
Der wahrgewordene Albtraum dieser Tage. Als ich noch zur Schule ging, 70/80er Jahre, war ein Elternabend ein Abend, wo der Lehrer hat den Eltern erzählt, was so abging und am nächsten Morgen haben mich meine Eltern erst einmal eingenordet und danach lief es in der Schule zumindest eine Zeit lang wieder etwas besser. Der Unterricht verlief störungsfreier, die Hausaufgaben wurden gemacht, die Schulunterlagen waren vollzählig etc.. Bis dann nach und nach der Schlendrian wieder einkehrte.
Heute, selbst Elternteil, gleicht ein Elternabend einer Diskussionsrunde ohne Tee und Gebäck. Lehrer berichten fast schon entschuldigend, was so das letzte halber Jahr passierte, schnell intervenieren oberschlaue und übereifrige Eltern und es entwickelt sich schnell eine heftige Diskussion, was sich der Lehrer so einbildet und wie man es besser machen könnte und alles bleibt mehr oder weniger wie gehabt. Der Unterricht verläuft auch weiterhin nicht störungsfrei, die Hausaufgaben sind auch weiterhin unvollständig, die Schulunterlagen ebenfalls. So manches Elterneteil ist sogar der Meinung, eine andere Hausaufgabe als die vorgegebene ist doch besser als nichts und verdiene mindestens die halbe Punktzahl, aber doch kein Mangelhaft.
Zumindest in der Grundschule hatte meine Tochter Glück. Da wurden schnell die Fronten geklärt, dass es Aufgabe der Schule ist, den Schülern etwas beizubringen und die Eltern hätten sich weitgehend aus allem rauszuhalten. Das klappte zumindest da sehr gut.
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