Ein Bäumchen und ein Schmetterling
SMS an Niko, 22. März: paris. ausgerechnet jetzt. wenn du nur hier wärst.
SMS Niko: ich bin auch so bei dir, deiner familie und elisa – in gedanken. alles liebe, n.
Ich hätte Nikos Arm gebrauchen können an dem Tag, als unsere Mutter dann doch in diesem kalten Erdloch auf dem Friedhof verschwand. Zum Glück hat nicht ein Pfarrer, sondern der Katechet die Trauerfeier ausgerichtet. Zum Glück war nicht von Gott die Rede, sondern von Verwandlung und Weiterleben. Genau wie in der Isabel-Geschichte. Zum Glück hatten wir die Asche geteilt und mussten nur einen Teil von ihr dort zurücklassen.
An Niko, 15. April: wir setzen jetzt das bäumchen.
Die Erdlöcher sind inzwischen zugeschüttet, das im Garten und das auf dem Friedhof. Aber das Loch im Herzen klafft und schmerzt. Die Bilder, die der Katechet bemüht hat, sie sind schön. Aber sie helfen mir nicht. Ich will meine Mutter wiederhaben! Ihre Stimme, ihren Geruch, ihre warmen Hände! Und plötzlich weiß ich, was ich tun muss.
SMS an Florian, 13. Juni: heute war ich im tattoo-studio.
Florian: holy shit! was hast du dir stechen lassen?
Ich: es ist ein schmetterling. für mama. hätte nicht gedacht, dass mir das je passiert.
Angeblich hat Moses mal gesagt: »Und einen Einschnitt wegen eines Toten sollt ihr an eurem Fleisch nicht machen.« Zum Glück muss ich das nicht glauben und kann mich ruhigen Gewissens den Händen und Werkzeugen des Tätowierers anvertrauen. Es tut weh. Aber es ist ein guter Schmerz, der zum Glück noch ein paar Tage anhält. Es hat also doch etwas auf sich mit dem Klischee, man lasse sich tätowieren, um seelischen in körperlichen Schmerz zu verwandeln. »Hast du das gesehen, Mama? Für dich.« Sie bleibt stumm. Natürlich. Aber das macht mir jetzt nichts mehr aus. Ich hab sie wieder bei mir. Irgendwie.
SMS Florian: geh um 9 ins xenix. kommst du auch?
Ich: klar. in was für einen film auch immer. sag es mir nicht.
Wir sitzen vor der schwarzen Leinwand. Ja, die Leere. Das Loch im Herzen. Es ist nicht kleiner geworden. Aber es schmerzt nicht mehr so. Ich habe sie wieder bei mir. Irgendwie. Und ich habe meine Erinnerungskiste. Den Baum im Garten. Meine Familie. Meine Freunde. Ich brauche keinen Gott. Ich lege meine Hand auf die Hüfte, den Daumen auf dem kleinen Schmetterling. Der Film beginnt.
- Datum 30.08.2012 - 18:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 23.8.2012 Nr. 35
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Habe auch vor einem Jahr meine Mutter verloren. Vieles kann ich nachfühlen. Und nein, ein Gott ist tatsächlich nicht vonnöte, um zu trauern. Wer allerdings Trost dabei findet soll glauben.
Wäre ich vorher gläubig gewesen, hätte man diesen Glauben mit drei nutzlosen Whipple-Operationen an meiner krebserkrankten Mutter in deren sechs vollkommen würdefreien Monaten an Schläuchen verlogen und vorteilsnehmend rücksichtslos vollkommen zerschnitten.
Noch immer sehe ich deutlich ihren Blick hinauswandern zum Fenster über die Baumkronen - in eine Freiheit, die sie nie mehr erleben durfte ...
Wäre ich vorher gläubig gewesen, hätte man diesen Glauben mit drei nutzlosen Whipple-Operationen an meiner krebserkrankten Mutter in deren sechs vollkommen würdefreien Monaten an Schläuchen verlogen und vorteilsnehmend rücksichtslos vollkommen zerschnitten.
Noch immer sehe ich deutlich ihren Blick hinauswandern zum Fenster über die Baumkronen - in eine Freiheit, die sie nie mehr erleben durfte ...
...soviele Wege des Trauerns gibt es. Dafür ist keine Religion nötig. Manchmal ist es für strenggläubige auch sehr schwer, denn kein Mensch, egal wie sehr er sich bemüht, kann all die Vorschriften und Gebote der jeweiligen Religionen vollständig erfüllen. Das kann auch Angst machen...
Ich persönlich sehe die objektive Sinnlosigkeit des Lebens als etwas unheimlich Wunderbares an, heißt es doch, ich kann meinen Sinn nicht nur selber suchen, nein, ich kann ihn definieren!
Genauso hat mein Tod dann auch meinen persönlichen Sinn. Das half mir ungemein bei Todesfällen in der Familie, denn bei den Leuten wusste ich, dass es insofern "in Ordnung" war weil sie ihrem Leben ihren eigenen Sinn gegeben haben.
Auch ein Atheist lebt insofern weiter, als das niemals etwas vollständig verschwindet. Jeder Mensch hinterlässt seine Spuren, sei es durch Nachkommen, durch Menschen, die er beeinflusst hat, durch Dinge die er gesagt oder getan hat. Durch Apfelbäume, die er gepflanzt hat.
Letzlich gewinnt zwar immer die Entropie, aber und das ist Fakt, hat aber schon mystischen Charakter, aus allem was stirbt, wird irgendwann wieder irgendeine Form von Leben.
Das haben Sie schön formuliert.
Wunderbarer Artikel, wunderbarer Kommentar.
Sie scheiben, die Entropie gewinnt immer.
Wenn das so wäre, wäre diese Erde schon lange ein riesiger Schutthaufen.
Schauen Sie sich um. All die wunderbaren Dinge, die Sie sehen, alles durch puren Zufall entstanden? Um das als Realität anzuerkennen, braucht es meiner Meinung nach einen riesigen Glauben, viel größer als für jede Religion.
Ich habe keinen Namen dafür, aber ich bin sicher, dass hinter dieser Welt eine unbegreifliche, sinngebende Intelligenz steht.
Das haben Sie schön formuliert.
Wunderbarer Artikel, wunderbarer Kommentar.
Sie scheiben, die Entropie gewinnt immer.
Wenn das so wäre, wäre diese Erde schon lange ein riesiger Schutthaufen.
Schauen Sie sich um. All die wunderbaren Dinge, die Sie sehen, alles durch puren Zufall entstanden? Um das als Realität anzuerkennen, braucht es meiner Meinung nach einen riesigen Glauben, viel größer als für jede Religion.
Ich habe keinen Namen dafür, aber ich bin sicher, dass hinter dieser Welt eine unbegreifliche, sinngebende Intelligenz steht.
der eine braucht Gott der andere nicht. Und auch für diejenigen die Gott brauchen ist es richtig. Ein jeder bewältigt Trauer anders und auch das ist gut so.
Meine Eltern starben im gleichen Jahr - 8 Monate auseinander und ich brauchte keinen Gott, denn der konnte mich nicht trösten und meine Hand halten, das konnte nur meine Familie und ich konnte meine Eltern loslassen. Das hätte ich mit Gott wohl nicht geschafft, aber mit meiner Famile.
Das Loch im Herzen wird eines tages kleiner, man sollte nur nicht selber dafür Sorgen, dass das Loch nicht kleiner werden darf.
Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Liebe.
P.
diesen Riß im Gewohnten, der alles über den Haufen wirft. Den benützen manche. Man kann sagen, um durch diesen Riß hindurch zu gehen und zu versuchen das Wesen und das Sein der Dinge jenseits des Gewohnten für sich sprechen zu lassen. Um zu versuchen herauszufinden, wie die Dinge zusammenhängen. Es tröstet, weil klar wird, dass es ohne Tod kein Leben gibt und es zeigt, dass nichts verloren ist. Das eine geht im anderen auf. ... aber das ist ja beschrieben von der Autorin. Wer will, der kann dieses Tun Gott nennen. Nichts anderes steht letztlich in den heiligen Büchern der Menschen dieser Erde. Was gewiss nicht bedeuten kann, dass autoritäre Vorbeter notwendig wären.
"Ja, die Leere. Das Loch im Herzen."
.
Die Kirche hat im Laufe der Jahrtausende Rituale entwickelt, die den Schmerz lindern helfen. Man weiß als Kirchenmensch dann auch genau, wie man sich in solchen Situationen richtig und würdevoll verhält. Aber wer im Alltag mit Kirche nichts am Hut hatte, dem hilft das nicht.
.
Ich meine, dass ich mich in der Bibel ziemlich gut auskenne, jedenfalls besser als die meisten Pfarrer. Aber ich muss passen, wenn jemand mich fragt, wohin wir nach dem Tod gehen. Das erfahren wir auch aus der Bibel nur ganz vage. Wenn einer ein erfülltes Leben hatte, dann alt wird und stirbt und nie mehr aufwacht - Was soll daran so schlimm sein?
.
Was ich mehr zu sagen hätte, das habe ich den Anderen zu sagen, den Siechen, den lebenslänglich Inhaftierten, denen mit einem verpfuschten Leben.
.
Hier ist mehr über mich:
http://community.zeit.de/...
"Ja, die Leere. Das Loch im Herzen."
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Die Kirche hat im Laufe der Jahrtausende Rituale entwickelt, die den Schmerz lindern helfen. Man weiß als Kirchenmensch dann auch genau, wie man sich in solchen Situationen richtig und würdevoll verhält. Aber wer im Alltag mit Kirche nichts am Hut hatte, dem hilft das nicht.
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Ich meine, dass ich mich in der Bibel ziemlich gut auskenne, jedenfalls besser als die meisten Pfarrer. Aber ich muss passen, wenn jemand mich fragt, wohin wir nach dem Tod gehen. Das erfahren wir auch aus der Bibel nur ganz vage. Wenn einer ein erfülltes Leben hatte, dann alt wird und stirbt und nie mehr aufwacht - Was soll daran so schlimm sein?
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Was ich mehr zu sagen hätte, das habe ich den Anderen zu sagen, den Siechen, den lebenslänglich Inhaftierten, denen mit einem verpfuschten Leben.
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Hier ist mehr über mich:
http://community.zeit.de/...
Wenn die Mutter doch noch in einer anderen Dimension weiterlebt und im Geiste mit der Tochter reden könnte bis der Verlust nicht mehr so sehr schmerzt?
Wenn die Atheisten nach dem Tode den allgütigen Gott erleben und daran denken, wie sie in ihrem Leben doch hätten Trost und Zuwendung erfahren könnem?
Mir gibt der Glaube (nicht die Lehren der Kirche) viel Halt und Kraft zur Bewältigung des Lebens. Aber man muß schon ein wenig Zeit und Interesse aufbringen. Die spätantiken Mysterien sagen mir auch nichts.
Wenn ich dann sterbe und sollte mich geirrt haben, dann erfahre ich nichts mehr davon. Meine Kinder aber können hoffen, daß ich nun in der Welt bin, nach der ich mich gesehnt habe.
Ich kann nur raten, sich mit Religion zu befassen. Das ist nicht einfach, denn die Kirchen sind keine Hilfe. Nach meiner Erfahrung wird das Leben dadurch jedoch schöner, leichter und reicher.
"Ich kann nur raten, sich mit Religion zu befassen. Das ist nicht einfach, denn die Kirchen sind keine Hilfe. Nach meiner Erfahrung wird das Leben dadurch jedoch schöner, leichter und reicher."Ja, ja, und NEIN. Es wird nicht leichter oder schöner.
Die Auseinandersetzung mit dem Tod passiert in den Lebenden, in deren Geist und Lebenswelt.
Und jeder ist allein damit, egal wieviele ihm helfen.
Und so hat eben jeder seinen Weg.
Der kann schön sein, auch und gerade ohne Gott.
"Ich kann nur raten, sich mit Religion zu befassen. Das ist nicht einfach, denn die Kirchen sind keine Hilfe. Nach meiner Erfahrung wird das Leben dadurch jedoch schöner, leichter und reicher."(Beate Scharf)
Ich kann Ihnen demgegeüber nur raten, sich mal mit Psychologie und Abwehrmechanismen zu beschäftigen.
Das Gehirn des Menschen muß als Preis für seine denkerischen Fähigkeiten das Bewußtsein von ständigen existentiellen Bedrohungen und von der Endlichkeit seiner Existenz ertragen. Um die damit verbundenen Ängste abzuwehren, sucht das Gehirn nach Hilfestellung im Leben und nach einem Schlupfloch in ein Leben nach dem Tode.
Gewöhnlich nennt man die Produkte dieser Suche Religion; in der Psychologie nennt man sie Abwehrmechanismen mit unteroptimalen Lösungsversuchen, weil sie mit ihren regressiven Tendenzen und mit ihren Realitätsverlusten eine Reduzierung der Ich-Stärke mit gleichzeitigem Selbstbetrug bewirken.
zurechtschnitzen. Und natürlich darf jeder von "anderen Dimension" fabulieren, für die es keinerlei belastbare Hinweise gibt. Überhaupt kann jeder mit seiner Sinnfrage umgehen, wie ihm beliebt. Kleine Kinder tun das ja auch, wenn sie von unerklärlichen Urängsten gepackt werden und fühlen sich dann besser.
Ich habe mich lange mit meinem Glauben und vor allem dem meiner sehr religiösen Eltern beschäftigt und muss sagen, Glaube verbreitet Angst und Ungewissheit. Die Einsicht der eigenen Endlichkeit und der objektiven Sinnlosigkeit des Lebens an sich, die jeden zwingen muss, seinem eigenen Leben einen Sinn zu geben, wenn es am Ende nicht sinnlos gewesen sein soll, ist sehr viel fordernder aber auch sehr viel befriedigender als es ein Glaube an unsichtbare, unbeweisbare Götter je sein könnte.
Ich muss sagen, ich komme nicht umher, ihren Kommentar (zumindest den letzten Absatz) als leicht pietätlos zu empfinden.
Die eigene Meinung zu äußern ist absolut in Ordnung, aber jemandem nahezulegen, sich mit Religion zu befassen, da sie ja so viel bereichender sei (was ich , und das ist meine !!MEINUNG!!, nicht bestätigen kann); entschuldigung, aber ich finde das in einer solchen Situation unangebracht.
Wie viele hier schon vor mir Kommentiert haben: Ein Jeder hat seine eigenen Mittel und Wege, mit einem Trauerfall umzugehen, und keiner ist schlechter oder besser als der andere. Es ist jedem selbst zu überlassen, wie er mit der Trauer umgeht (solange er den sich selbst und den Menschen in seiner Umgebung nicht schadet).
Die einen finden Trost und Hilfe in der Religion, die anderen in der Familie, ihren Kindern oder sogar mithilfe von Haustieren (mir persönlich haben mein Vater und meine beiden Hunde und Papageien mehr geholfen, als es irgendein Gott es jemals hatte können), andere vllt. auch im Beruf.
Ob das gesund oder ungesund, richtig oder falsch ist, kann niemand beanspruchen beantworten zu können, den es ist jedem selbst zu überlassen, wie er trauert.
Trauer ist etwas höchst persönliches und intimes, und als solches hat sich nichts und niemand ungefragt (ausser im weiter oben genannten Sonderfall) darin einzumischen. Alles was man machen kann und darf als Aussenstehender, ist höflichst Fragen, ob und wie man helfen kann/darf.
"Ich kann nur raten, sich mit Religion zu befassen. Das ist nicht einfach, denn die Kirchen sind keine Hilfe. Nach meiner Erfahrung wird das Leben dadurch jedoch schöner, leichter und reicher."Ja, ja, und NEIN. Es wird nicht leichter oder schöner.
Die Auseinandersetzung mit dem Tod passiert in den Lebenden, in deren Geist und Lebenswelt.
Und jeder ist allein damit, egal wieviele ihm helfen.
Und so hat eben jeder seinen Weg.
Der kann schön sein, auch und gerade ohne Gott.
"Ich kann nur raten, sich mit Religion zu befassen. Das ist nicht einfach, denn die Kirchen sind keine Hilfe. Nach meiner Erfahrung wird das Leben dadurch jedoch schöner, leichter und reicher."(Beate Scharf)
Ich kann Ihnen demgegeüber nur raten, sich mal mit Psychologie und Abwehrmechanismen zu beschäftigen.
Das Gehirn des Menschen muß als Preis für seine denkerischen Fähigkeiten das Bewußtsein von ständigen existentiellen Bedrohungen und von der Endlichkeit seiner Existenz ertragen. Um die damit verbundenen Ängste abzuwehren, sucht das Gehirn nach Hilfestellung im Leben und nach einem Schlupfloch in ein Leben nach dem Tode.
Gewöhnlich nennt man die Produkte dieser Suche Religion; in der Psychologie nennt man sie Abwehrmechanismen mit unteroptimalen Lösungsversuchen, weil sie mit ihren regressiven Tendenzen und mit ihren Realitätsverlusten eine Reduzierung der Ich-Stärke mit gleichzeitigem Selbstbetrug bewirken.
zurechtschnitzen. Und natürlich darf jeder von "anderen Dimension" fabulieren, für die es keinerlei belastbare Hinweise gibt. Überhaupt kann jeder mit seiner Sinnfrage umgehen, wie ihm beliebt. Kleine Kinder tun das ja auch, wenn sie von unerklärlichen Urängsten gepackt werden und fühlen sich dann besser.
Ich habe mich lange mit meinem Glauben und vor allem dem meiner sehr religiösen Eltern beschäftigt und muss sagen, Glaube verbreitet Angst und Ungewissheit. Die Einsicht der eigenen Endlichkeit und der objektiven Sinnlosigkeit des Lebens an sich, die jeden zwingen muss, seinem eigenen Leben einen Sinn zu geben, wenn es am Ende nicht sinnlos gewesen sein soll, ist sehr viel fordernder aber auch sehr viel befriedigender als es ein Glaube an unsichtbare, unbeweisbare Götter je sein könnte.
Ich muss sagen, ich komme nicht umher, ihren Kommentar (zumindest den letzten Absatz) als leicht pietätlos zu empfinden.
Die eigene Meinung zu äußern ist absolut in Ordnung, aber jemandem nahezulegen, sich mit Religion zu befassen, da sie ja so viel bereichender sei (was ich , und das ist meine !!MEINUNG!!, nicht bestätigen kann); entschuldigung, aber ich finde das in einer solchen Situation unangebracht.
Wie viele hier schon vor mir Kommentiert haben: Ein Jeder hat seine eigenen Mittel und Wege, mit einem Trauerfall umzugehen, und keiner ist schlechter oder besser als der andere. Es ist jedem selbst zu überlassen, wie er mit der Trauer umgeht (solange er den sich selbst und den Menschen in seiner Umgebung nicht schadet).
Die einen finden Trost und Hilfe in der Religion, die anderen in der Familie, ihren Kindern oder sogar mithilfe von Haustieren (mir persönlich haben mein Vater und meine beiden Hunde und Papageien mehr geholfen, als es irgendein Gott es jemals hatte können), andere vllt. auch im Beruf.
Ob das gesund oder ungesund, richtig oder falsch ist, kann niemand beanspruchen beantworten zu können, den es ist jedem selbst zu überlassen, wie er trauert.
Trauer ist etwas höchst persönliches und intimes, und als solches hat sich nichts und niemand ungefragt (ausser im weiter oben genannten Sonderfall) darin einzumischen. Alles was man machen kann und darf als Aussenstehender, ist höflichst Fragen, ob und wie man helfen kann/darf.
Ein möglicher positiver Aspekt des Glaubens (einer der wenigen) ist, dass man, wenn man den glaubt, Trost finden kann in dem Gedanken, dass der oder die Verstorbene jetzt an einem besseren Ort ist. Mir persönlich ist zwar nicht ganz klar, wie man mit all den Widersprüchen und Ungereimtheiten klar kommen kann, aber bitte, jedem das seine.
Als Atheist, der nicht an ein Leben nach dem Tod oder ein Paradies oder gar Himmel und Hölle glaubt (der genauer gesagt an gar nichts glaubt), wird man allerdings durch die Sterblichkeit förmlich dazu gezwungen, zu leben, und das eine Leben, das man hat, voll auszukosten. Ebenso kann ich, wenn jemand stirbt, das Leben des Verstorbenen ehren und würdigen, in dem Wissen, dass es einzigartig war, etwas wahrhaft Besonderes.
Oder überspitzt formuliert: Wenn die Religionen ein Kult des Todes sind, wie ein bekannter Autor es einmal ausdrückte, mit all ihren Geschichten und Legenden über Himmel und Hölle, das Jüngste Gericht und die Apokalypse, dann ist der Atheismus ein "Kult" des Lebens.
Oder überspitzt formuliert: Wenn die Religionen ein Kult des Todes sind, wie ein bekannter Autor es einmal ausdrückte, mit all ihren Geschichten und Legenden über Himmel und Hölle, das Jüngste Gericht und die Apokalypse, dann ist der Atheismus ein "Kult" des Lebens.
Interessante Aussage, einerseits behaupten Sie an gar nichts zu glauben, andererseits erklären sie Atheismus zum "Kult". Da verwundert es nicht, wenn man Ihnen Beliebigkeit vorwirft.
Das Buch des Bruders des zitierten zu lesen dürfte auch nicht schaden, dann wird die Sichtweise auf Religionen und Christentum vielleicht etwas weniger einseitig.
Oder überspitzt formuliert: Wenn die Religionen ein Kult des Todes sind, wie ein bekannter Autor es einmal ausdrückte, mit all ihren Geschichten und Legenden über Himmel und Hölle, das Jüngste Gericht und die Apokalypse, dann ist der Atheismus ein "Kult" des Lebens.
Interessante Aussage, einerseits behaupten Sie an gar nichts zu glauben, andererseits erklären sie Atheismus zum "Kult". Da verwundert es nicht, wenn man Ihnen Beliebigkeit vorwirft.
Das Buch des Bruders des zitierten zu lesen dürfte auch nicht schaden, dann wird die Sichtweise auf Religionen und Christentum vielleicht etwas weniger einseitig.
Das haben Sie schön formuliert.
der Beliebigkeit ist (wie ich es einmal sage), dann sind Religionen ein Kult der Nicht-Beliebigkeit.
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