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Auf der Parkbank am Elbufer von Peter Lohmeyer

Blick vom Altonaer Balkon auf den Containerhafen

Blick vom Altonaer Balkon auf den Containerhafen  |  © Stefan Volk für DIE ZEIT

Schon mal etwas vom Altonaer Balkon gehört? Der ist ungefähr da, wo die Palmaille in die Elbchaussee übergeht und die andere Straße zum Hafen runterläuft. Dort trifft man sich gern, ob Kind und Kegel, Hund und Hündin oder Liebespaar. Küsst euch mal! Da wird gegrillt, getrunken, getanzt und gekifft, wird gestritten, geweint, gelacht und geträumt. Wahrlich ein herrlicher Ort, ein Großstadtwohnzimmer mit unglaublich schönem Blick auf die Elbe und ihren Containerhafen.

Klar, dass der in jedem Reiseführer über Hamburg steht, klar, dass ich auch schon oft da war, sonst könnte ich nicht darüber erzählen.

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Aber, ganz ehrlich, mir wird das langsam zu viel. Ich bin 50, krieg graue Haare, die Kinder sind fast alle aus dem Haus, und ich brauche öfter meine Ruhe. So habe ich mir mein eigenes Wohnzimmer an der Elbe gesucht. Meinen eigenen Balkon, um genau zu sein.

Peter Lohmeyer
Peter Lohmeyer

Peter Lohmeyer, Schauspieler, (»Zugvögel... Einmal nach Inari«, »Das Wunder von Bern«) ist im Sauerland geboren und lebt in Hamburg.

Ich werde den Teufel tun und jetzt erzählen, wo genau der ist. Aber eins kann ich verraten, die Elbe hat eine gewisse Länge, und da geht diese berühmte Straße die Elbe entlang, wo schon einmal zwei Ameisen nach Australien reisen wollten und ihnen dann doch die Füße wehtaten. Also nicht, dass Sie jetzt denken, man solle in eine dieser Villen einbrechen, in denen man ja nicht wohnen möchte, weil zur Straßenseite der Lärm einfach unglaublich ist. (Tun mir echt leid, diese Millionäre.) Nein, so einen schicken Privatbalkon meine ich nicht. Mit Balkon meine ich ein kleines Reich in der Natur, zwischen Bäumen und einer Parkbank. Die wurde mal gespendet, von wem, weiß ich.


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Also meine Parkbank, die ist bei mir gleich um die Ecke, und auf der sitz ich und schau auf die vielen Schiffe, die vorbeifahren. Neulich war die Queen Mary da, und ich glaube auch die Queen Elizabeth.

Also, ich schaffe das nicht immer pünktlich zu den großen Kreuzfahrtschiffen, und eigentlich liebe ich die Containerschiffe auch viel mehr. Wenn ich will, erzählen sie eine Menge über ihre Heimat, vom Ankommen und Abschiednehmen, von Nachhausekommen, vom Wegfahren. Da lässt sich’s wirklich gut träumen. Also wenn sich nicht gerade wieder jemand neben mich setzt, obwohl in Hamburg ist es gar nicht schlimm, weil der Hamburger an sich, der hält sich ja ganz gern zurück und spricht einen nicht an. Ein bisschen distanziert, wie er halt so ist. Also, wenn es in Hamburg noch mehr Hamburger gäbe, hätte ich noch mehr Ruhe auf meiner Parkbank. Und wenn ich ganz abschalten will, stopf ich mir meine kleinen Kopfhörer in die Ohren. Aber dann muss ich aufpassen, dass mir mein Hund nicht abhaut. Der mag den Balkon nämlich auch. Und ich habe ja den Hamburger Hundeführerschein und muss den Köter nicht anleinen. Das Doofe ist nur, manchmal ist er einfach weg. Na ja, irgendwann kommt er schon wieder zurück.

City Guide Hamburg

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Wie klingt Hamburg?  Erkundungen in der Musikstadt

Peter Lohmeyer über den Altonaer Balkon

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Mode: Bent Angelo Jensen über den neuen Hamburger Stil

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Hoteltipps von unserem Hoteltester Tomas Niederberghaus

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Und eins verrate ich jetzt. Zu Hause habe ich auch einen Balkon. Auch ganz schön. Aber so entspannt kann ich dort gar nicht sitzen. Es läutet an der Tür, und ich soll für den Nachbarn ein Päckchen annehmen, oder über mir hört einer Techno, oder unter mir schreit ein Baby. Das ist alles okay. Nur, wenn ich die Möglichkeit habe, in zwei Minuten auf einer Bank zu sitzen, die Vögel und den Wind zu hören, die Sonne oder den Regen zu spüren und dabei aufs Wasser zu blicken, da ist doch klar, wofür ich mich entscheide.

Also wenn Sie sich das nächste Mal einer Parkbank an der Elbe nähern, und ich sollte da sitzen, dann, bitte, ganz entspannt, sprechen Sie mich nicht an, schauen Sie auf das, was sich bewegt, und genießen Sie Ihren Balkon.

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