Agrarkraftstoffe Die Hungertreiber

Ist Biosprit aus essbaren Pflanzen das ökologische Patentrezept? Die Lobby behauptet es – um sich Milliardensubventionen zu sichern.

Ethanol ist eine klare Flüssigkeit, die seit Urzeiten Verwirrung stiftet. Der Stoff mit der Formel C₂H₅OH verdankt seine berauschende Wirkung dem Bestandteil OH, der Alkoholgruppe. Hauptproblem ist seine Dosierung. Schon wenige Promille vernebeln das Gehirn.

Gegenwärtig sorgt Ethanol für globale Verwirrung. Seit einigen Jahren gelangt der Alkohol in historisch nie gesehenen Mengen auf den Markt – als Biosprit, wörtlich: Lebensgeist. Mal höher, mal niedriger dosiert, wird er weltweit an Tankstellen verkauft, unter Kürzeln wie »E5«, »E10«, »E85«, je nachdem, ob der Sprit 5, 10 oder 85 Prozent Ethanol enthält. Neben dem Alkohol beflügelt auch pflanzliches Öl die neue, angeblich nachhaltige Mobilität. Biodiesel aus Raps, Soja oder Palmfrüchten soll die Ökobilanzen verbessern.

Befürworter preisen den Biotreibstoff als ökologisches Wunder: Er sichere Bauern verlässliche Einkommen, beseitige Überschussproduktionen, mache unabhängiger vom teuren Erdöl und schütze obendrein das Klima. Seine Kritiker bezweifeln all das und monieren, die Biospritproduktion zerstöre die Artenvielfalt und die sozialen Strukturen. Vor allem treibe sie die Nahrungsmittelpreise in die Höhe und raube so Millionen armen Menschen das Essen.

Angesichts der aktuellen Ernteausfälle wegen Dürren in den USA und Russland spitzt sich die Debatte zu. »Weg mit dem Biosprit«, »Vermaisung der Landschaft«, »Tank gegen Teller«, so lauten derzeit die Parolen. In dem wachsenden Kritikerchor bilden sich ungewöhnliche Allianzen: FDP-Politiker wie Generalsekretär Patrick Döring und Entwicklungsminister Dirk Niebel kämpfen zusammen mit BUND, Brot für die Welt und Greenpeace gegen die Bioenergielobby. Die wiederum findet Unterstützung bei Bundesumweltminister Peter Altmaier. Wer hat in diesem verwirrenden Spritdisput recht, wer zieht die Strippen?

Schon das Stichwort Hunger provoziert widersprüchliche Aussagen. »Biokraftstoffe führen entgegen vielfach geäußerter Annahmen nicht zu vermehrtem Hunger in Entwicklungsländern«, behauptet der Bundesverband Bioenergie. »Die Ursachen für Mangelernährung sind vielmehr Armut, schlechte Regierungsführung, Korruption, Bürgerkriege und Wetterextreme.« Auch der Biogasrat verdeutlicht: »Weder die Lebensmittelpreise noch der Hunger in manchen Ländern haben irgendetwas mit Bioenergien zu tun.«

Es ist zwar richtig, dass Hunger viele politische und soziale Ursachen hat, aber der umfassende Freispruch, den sich die Bioenergielobby erteilt, geht an der Realität vorbei. Sachkundige argumentieren deshalb differenzierter (siehe auch das Interview nächste Seite).

Aus leidiger Erfahrung warnt die Welternährungsorganisation FAO vor einer neuen Nahrungsmittelkrise. Ihr Chef José Graziano da Silva hat die US-Regierung aufgefordert, angesichts der Dürre im Mittleren Westen und der Rekordpreise für Mais die Ethanolproduktion für Biosprit auszusetzen. Bisher werden vierzig Prozent der US-Maisernte zu Treibstoff vergoren, sie fehlen als Nahrungsmittel und Tierfutter. Bereits 2007/2008 war es in Mexiko (Tortilla-Krise), Afrika und Asien zu Hungerrevolten gekommen, weil Millionen armer Menschen die Rekordpreise für Mais und Getreide nicht zahlen konnten und darben mussten. Nun droht, nach einem weiteren Konflikt 2011, bereits eine dritte Krise, vor der auch das World Food Programme der Vereinten Nationen warnt: »Hohe Nahrungsmittelpreise hindern nicht nur Arme daran, ausreichend Nahrung zu kaufen, sondern erschweren ebenfalls die Ernährungshilfe.«

Auf billigere Nahrungsmittel ausweichen können die Armen kaum noch. Die Börsenkurse für wichtige Nahrungs- und Futtermittel wie Weizen, Soja, Mais und neuerdings auch Reis ziehen bereits an. Zunehmend sind die Preise der Nahrungsmittel aneinander gekoppelt – wird das eine knapp, wird auch das andere teuer. Und die Konkurrenz um die begrenzten Landflächen bindet die Nahrungsmittel- zudem noch an die Energiepreise.

Denn auf vielen Wegen drängt Biosprit als Konkurrent ins Spiel. Ethanol wird bisher hauptsächlich aus Mais, Weizen und Zuckerrohr oder Zuckerrüben hergestellt, vorzugsweise aus dem regional jeweils billigsten Rohstoff. Aber auch aus Maniok lässt sich Ethanol gewinnen. Sogar Reis kommt künftig in die Tanks, drei große Reisschnapsanlagen sind in Brasilien bereits geplant.

Die Brasilianer führen vor, wohin die Biospritreise geht – in eine immer direktere Verbindung und Konkurrenz zwischen Energie- und Nahrungsmittelmarkt. In Rio oder São Paulo fahren Flex-Fuel-Autos, die zwischen reinem Benzin und reinem Schnaps hin- und herschalten können, je nachdem, welcher Treibstoff gerade der billigste ist. Etwa 27 Milliarden Liter Ethanol produziert das Land jährlich, sein Biosprit ist bei den gegenwärtigen Erdölpreisen um 100 Dollar pro Barrel (159 Liter) rentabel.

So folgen quasi automatisch Agrarpreise den steigenden Erdölpreisen. »Bushel-Barrel-Korrelation« heißt das in der Fachsprache, Fass koppelt an Scheffel (bushel). Die Getreide-Ölpreis-Kopplung beruht auf einem einfachen Prinzip: Steigen die Spritpreise, wird mehr Ackerfläche für die Ethanolproduktion genutzt. Diese Fläche fehlt für die Erzeugung von Nahrungs- und Futtermitteln, die sich infolge der Flächenkonkurrenz ihrerseits verteuern. Denn Farmer produzieren bevorzugt das, was ihnen pro Hektar den größten Gewinn verheißt.

Die Bushel-Barrel-Korrelation trifft die Armen doppelt: Steigt der Ölpreis, müssen sie gleich für zwei Grundbedürfnisse, Nahrung und Energie, tiefer in die Tasche greifen. Und diese Kopplung wird sich verstärken. Denn nicht nur die Deutschen, auch die EU und die USA wollen ihre Biospritanteile in Zukunft drastisch erhöhen. Spätestens dann sind Hungerrevolten programmiert.

Aber ist die Tankfüllung vom Acker dann wenigstens aus ökologischer Sicht sinnvoll? Auch hier mehren sich die kritischen Stimmen – mit guten Argumenten. Denn die Expansion wird riesige Flächen beanspruchen. Für Deutschland ist das Projekt besonders heikel: Es müsste seinen Zusatzbedarf weitgehend über Importe abdecken.

Weil Biosprit oft keine positive Treibhausbilanz aufweisen kann und zudem die Umwelt schädigt, urteilte kürzlich die Nationale Akademie der Wissenschaften (Leopoldina) nach einer gründlichen Analyse, Bioenergie könne für Deutschland keinen nachhaltigen Beitrag zur Energiewende leisten. Daher sei kein weiterer Ausbau anzustreben. Die EU solle ihren Plan überdenken, bis 2020 zehn Prozent aller Treibstoffe auf Biomasse umzustellen. Konkret heißt es in der Studie zu den neuen Kraftstoffen: »Die Produktion von Bioethanol aus Zuckern und Stärke sowie von Biodiesel aus Pflanzenölen konkurriert lokal und global mit der Produktion von Nahrungsmitteln.« Deshalb seien »diese Verfahren in dicht besiedelten Gegenden wie Mitteleuropa oder China ethisch schwer zu rechtfertigen«. Darum habe China die Ethanolproduktion aus essbaren Pflanzen bereits verboten.

Man sollte meinen, dass das Urteil der ranghöchsten deutschen Wissenschaftsinstitution auch die Energiestrategen in Brüssel zum Nachdenken bringt. Eine Anfrage an den zuständigen Energiekommissar Günther Oettinger, was er zur Kritik der Leopoldina sage, beantwortete seine Presseabteilung so: »Verschiedene Studien kommen zu verschiedenen Ergebnissen, abhängig von den Annahmen.« Immerhin arbeite die EU-Kommission »derzeit an einer Folgenabschätzung zum Thema Biokraftstoffe unter Einbeziehung der indirekten Landnutzungsänderung«. Die federführenden Kommissare Oettinger und Hedegaard würden »baldmöglichst ihre Vorschläge vorlegen«.

Das Versprechen, »baldmöglichst« Vorschläge zu liefern, ist viele Monate alt. Dahinter steckt ein ungelöster Streit, wie die Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen generell zu beurteilen sei.

Energiepflanzen für Teller, Trog und Tank

Soja ist die weltweit bedeutendste Ölsaat. Zwei Prozent der Ernte dienen menschlicher Ernährung.

Raps ist unser wichtigster Biodiesel-Lieferant. Die heimische Anbaufläche hat sich in 30 Jahren fast verhundertfacht.

Palmöl kommt meist aus Asien, dient großteils der Ernährung. Als Biodiesel ist es stark umstritten.

Mais nährt Menschen und Tiere. Das Süßgras dient zunehmend auch als Quelle für Ethanol und Biogas.

Zuckerrübe wird als Industriezucker oft vergoren zu Ethanol. Liefert Viehfutter und zunehmend Biogas.

Weizen ist wichtig als Brotgetreide und für die Tiermast. Wird auch zu Ethanol vergoren.

Zuckerrohr liefert Haushaltszucker und zunehmend Ethanol; hat hierbei die beste Klimabilanz

Die Biokraftstofflobby beruft sich auf Nachhaltigkeitszertifikate. Doch die Scheine sind wenig wert. Sie berücksichtigen nicht, dass die Produktion von Biomasse zu indirekten Landnutzungsänderungen (ILUC, Indirect Land Use Change) führen kann. Mag der Acker in Brasilien oder Indonesien, auf dem nun Soja, Mais oder Ölpalmen für den Spritdurst deutscher Autos wachsen, auch schon vorher existiert haben. An anderer Stelle wurden Regenwälder gerodet, Sümpfe trockengelegt, wurde Grasland umbrochen, um Ersatz für die Ackerfläche zu schaffen, die nun der Energieproduktion dient.

Solche indirekten Änderungen sind notorisch schwierig einzuschätzen, weil eine Produktionsumstellung in Brasilien oder Indonesien auch dazu führen kann, dass nun im fernen Afrika verstärkt Land unter den Pflug kommt, um den Nahrungsmittelbedarf von Südamerikanern oder Ostasiaten zu stillen. In Afrika haben seit dem Jahr 2000 mehr als 130 Millionen Hektar Land den Besitzer gewechselt – das entspricht gut dreieinhalb mal der Fläche Deutschlands. Riesengebiete wurden von Investoren aufgekauft oder für Jahrzehnte gepachtet, ohne dass wichtige Rahmenbedingungen wie Umweltauflagen (falls vorhanden) oder Konzepte der Wassernutzung offengelegt wurden.

Mehrere Studien, von der EU in Auftrag gegeben, warnen davor, dass ILUC-Effekte massiv sein können. So könnte Europas expansive Biospritnutzung bis 2020 weltweit Flächen zerstören, deren Größe die von halb Belgien übertrifft. Vor allem für Biodiesel aus Palmöl, Soja und Raps würden die Treibhausgasbilanzen nicht mehr den Anforderungen entsprechen, der Effekt läge nahe bei null oder würde gar negativ.

Zieht man in Betracht, dass eine Ökobilanz nicht nur den Klimaschutz, sondern auch den Arten-, Boden- und Gewässerschutz sowie den Wasserverbrauch in ariden Ländern berücksichtigen müsste, wird klar: Eine seriöse Zertifizierung ist eine mission impossible. Deshalb sollte die EU ihre bioenergetischen Expansionspläne an den Nagel hängen und im Zweifel der Nahrungsproduktion den Vortritt lassen, nach dem Vorbild chinesischer Ethik.

Doch was ökologisch naheliegt, ist politisch nicht durchsetzbar. Eine von ihren eigenen Subventionen gefesselte Politik ist zum vorweisbaren Erfolg verurteilt und hält dabei krampfhaft an überholten Konzepten fest.

Ausgerechnet die Klimaschutzschwächen des Biospritkonzepts erzürnen schon jetzt die Autolobby. Sie hatte darauf gesetzt, dass ihre verbrauchsintensiven Produkte mit einem Sprit gefüttert werden, der weniger CO₂ ausstößt. Auch dank dieser indirekten Klimahilfe konnten die Autohersteller aushandeln, dass ihre Fahrzeuge bis 2015 im Durchschnitt 130 Gramm CO₂ pro Kilometer ausstoßen dürfen – ursprünglich waren strengere 120 Gramm pro Kilometer gefordert. Wer gegen diese Auflagen verstößt, muss hohe Strafen bezahlen. Erweist sich nun der Biosprit als Klimaflop, müsste neu gerechnet werden.

Ohnehin muss eine unrühmliche Geschichte neu aufgerollt werden. Als die EU im April 2009 ihre Richtlinie für erneuerbare Energien und damit die expansive Biospritpolitik verabschiedete, hatte die erste große Hungerrevolte bereits stattgefunden. Es hatte viele Diskussionen gegeben, wie das Problem der wachsenden Konkurrenz zwischen Tank und Teller zu umgehen sei. Als Lösung des Dilemmas galten neben strengen Vorschriften zur Nachhaltigkeit der Produktion Biotreibstoffe der zweiten Generation. Diese sollten nicht aus essbaren Feldfrüchten, sondern aus Abfallstoffen wie Stroh oder Holzresten entstehen.

Ein Vorzeigeprojekt der Biomasseverflüssigung war die Anlage der Firma Choren im sächsischen Freiberg, an der VW, Daimler und Shell beteiligt waren. Das Projekt wurde 2008 mit hoch dotierten Umweltpreisen ausgezeichnet, verschlang viele Fördermillionen – und ging 2011 pleite.

Zertifizierung umstritten, technische Lösungen in weiter Ferne – wie konnte es überhaupt zu jenem politischen Boom der Biotreibstoffe kommen? Der angeblich umweltfreundliche Biosprit war die Basis einer Vision, die bereits 1998 entstand. Ihr Ziel lautete, ähnlich wie mit dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz im Strombereich, auch den Mobilitätssektor ökologisch zu modernisieren.

Dass das prinzipiell möglich ist, schien zunächst vor allem der Biodiesel zu zeigen: Dank hoher Steuerprivilegien hatte sich ein mittelständisch geprägter Markt für den regional angebauten und verarbeiteten Ökotreibstoff gebildet. Weil davon an den wenigen Tankstellen mit reinem Biodiesel hauptsächlich Fuhrunternehmen profitierten, entstand Reformbedarf, auch aus Steuergründen. Ein Ziel war, möglichst alle an den Segnungen der Ökotreibstoffe teilhaben zu lassen und diese flächendeckend dem Benzin und Diesel beizumischen – ganz im Sinn der Mineralöl- und Autoindustrie. Der Stoff wird zwar dezentral verteilt, die Macht darüber aber zentralisiert und globalisiert. Das hat Folgen.

Zunehmend fluten Argentinien und Indonesien mit günstigem Biodiesel den Markt und verhageln damit den verbliebenen 22 heimischen Produktionsstätten das Geschäft. Die Argentinier haben mit staatlicher Unterstützung riesige Weideflächen umgepflügt und bauen Soja an. Statt die Bohnen zu exportieren, gewinnen sie daraus Diesel, das erhöht die Wertschöpfung im Land.

Der europäischen Mineralölindustrie ist die Herkunft des Treibstoffs eher gleichgültig, sie kauft billigen Importsprit, egal, ob aus Argentinien oder Indonesien. Für sie spielt es keine Rolle, ob der Kraftstoff aus Soja- oder Palmöl, aus Raps, Weizen, Mais, Zuckerrohr oder -rüben stammt.

Schon ist ein Biodieselkrieg entbrannt. Spanien hat ein Importverbot für argentinischen Biodiesel verhängt. Auch die Deutschen drohen die Konkurrenz unter Verweis auf die zweifelhafte Nachhaltigkeit und die staatlichen Subventionen juristisch auszuhebeln. Die Südamerikaner klagen bereits vor der Welthandelsorganisation WTO.

Wie auch immer das interkontinentale Gerangel ausgeht, die miserable Ökobilanz ihres Produkts und ihr Ruf als Hungertreiber könnte für die ganze Branche den Genickbruch bedeuten. Dann müsste die Autoindustrie die Ökologie in ihre Fahrzeuge einbauen, statt sie vermeintlich in den Tank zu füllen. Dirk Niebel hat offenbar begriffen, warum die Chinesen Biosprit verboten haben. Er fordert, »ethisch zu entscheiden, was wichtiger ist: die Ernährung der Weltbevölkerung oder das schnelle Autofahren in Deutschland«.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
  1. Denn letzlich spielt das jährliche Bevölkerungswachstum von ca.70 Mio, vor allem in den Entwicklungsländern, auch eine Rolle bei der Nahrungsverknappung. Die meisten Autofahrer haben auch mehr Sorge um die E10-Verträglichkeit Ihres Pkw als um die Nahrungsmittelreserven, wenn Sie kein E10 tanken.

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    • DDave
    • 31.08.2012 um 22:12 Uhr

    Dann bin ich wohl die Ausnahme der meisten Autofahrer.
    Mich tangiert es peripher, ob mein Fahrzeug E10 verträgt oder nicht. Ich werde es nicht tanken und wenn der Benzinpreis bei 2€ nachher liegt(, dann werde ich in den Sommermonaten komplett aufs Fahrrad umsteigen, und für weite Strecken Mitfahrgelegenheit).

    Zum Thema: Die ganze Sache müsste doch lösbar sein, in dem Deutschland den Import von E10 verbietet und ein eigenes Zertifikat herausgibt, wonach nur Ethanol aus ökologischem Anbau(Sprich: deutschem/europäischem REAKTIVIERTEM Ackerboden) dem Benzin beigemischt werden darf....

    Ansonsten sollte dann die EU noch die C02-Werte auf ca 100g/km absenken und die deutschen Autobauer auf unsere Ingenieurskunst vertrauen...

    • DDave
    • 31.08.2012 um 22:12 Uhr

    Dann bin ich wohl die Ausnahme der meisten Autofahrer.
    Mich tangiert es peripher, ob mein Fahrzeug E10 verträgt oder nicht. Ich werde es nicht tanken und wenn der Benzinpreis bei 2€ nachher liegt(, dann werde ich in den Sommermonaten komplett aufs Fahrrad umsteigen, und für weite Strecken Mitfahrgelegenheit).

    Zum Thema: Die ganze Sache müsste doch lösbar sein, in dem Deutschland den Import von E10 verbietet und ein eigenes Zertifikat herausgibt, wonach nur Ethanol aus ökologischem Anbau(Sprich: deutschem/europäischem REAKTIVIERTEM Ackerboden) dem Benzin beigemischt werden darf....

    Ansonsten sollte dann die EU noch die C02-Werte auf ca 100g/km absenken und die deutschen Autobauer auf unsere Ingenieurskunst vertrauen...

  2. Steigen die Welthandelspreise für wichtige Nahrungsmittel, dann wird auch in einem Entwicklungsland mit ausreichender Nahrungsmittelproduktion, die Nahrung teurer. Wenn die Armen ihr Einkommen nicht Steigern können, und die teureren Nahrungsmittel nicht mehr Bezahlen können, müssen Sie Hungern!

    Dann werden die Nahrungsmittel des Entwicklungslandes am Weltmarkt verkauft. Oder dieser Staat muss seine Lebensmittel Subventionieren. Das geht nicht ohne höhere Verschuldung!Oder kennt Jemand ein Entwicklungsland, welches nicht Verschuldet ist?

    Das könnte ganz anders Ablaufen, wenn die Staaten die Geldschöpfung wieder in eigene Hände nehmen.

    Der Staat stellt diese Vollgeld allen Bürgern zur Verfügung (Nach klaren Spielregeln), die Menschen haben mehr echte Kaufkraft, die Reichen im Land sammeln das Geld ein, und der Staat nimmt es den Reichen wieder über Steuern (Erbschaftsteuer) ab. Zusätzlich sinkt der Zwang, Kredite (besonders für Staaten) aufnehmen zu müssen! Der Zinsanteil nur für die Existenz von Geld sinkt.

    Internationale Handelsungleichgewichte Ausgleichen - Steuerparadiese schließen - dann kann fast jedes Land seine eigenen Probleme Lösen.

    Wir brauchen keinen Vagabundierenden Kapitalismus, der nur die Staaten gegeneinander Ausspielt, zum Nachteil aller Menschen!

    Dann wird Handel untereinander, nur auf das Lebensnotwendige (Energie - Rohstoffe) eines Staates beschränkt. Dann kann sich die Weltgemeinschaft sogar erlauben, einen Inselstaat auf Dauer, zu Alimentieren.

    Eine Leser-Empfehlung
  3. oder warum schreibt man auf einmal ganz anders, so viel kritischer über Biotreibstoffe?
    Hätte man auch früher machen können und nicht erst, wenn es schon mainstream ist.

    7 Leser-Empfehlungen
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    • otto_B
    • 01.09.2012 um 10:07 Uhr

    Winddrehung warte ich noch. Das gegenwärtige Geschimpfe bezieht sich ausschließlich auf die für Autos bestimmte Energie vom Acker.
    Wie ist es aber mit der Schiene, die von den Maisfeldern über die Gärtanks in den Markt für Ökostrom geht?

    Gelten die vorgebrachten Argumente da nicht?

    Über dem "greenwashing" der Autohersteller senkt sich der Daumen,
    aber Kratzer am Image des "Öko"-Stroms vom Maisfeld sind bisher nur wenige wahrzunehmen.

    Sicher, der Silomais für den Gärtank ist kein Welthandelsprodukt wie Ethanol und Pflanzenöle.

    Aber wenn die Bioenergiebranche sich mit ihrem geringen Flächenanteil in Deutschland rechtfertigt -
    und dann die hohen Importraten ans Tageslicht kommen,
    da frag ich mich, ob die argumentative Trennung des "Öko"-Stroms vom "Öko"-Sprit gerechtfertigt ist.
    Allein über den Faktor der Flächennutzungs-Nachfrage.

    Sogar Feuerholz wird aus dem tropischen Afrika importiert (Vattenfall, Berlin-Lichtenberg).
    Und der urbanen grün-alternativ gesinnten Kundschaft für Strom und Fernwärme wird das blaue vom Himmel runter erzählt.
    Jedenfalls sofern das Projekt noch leben sollte.

    • otto_B
    • 01.09.2012 um 10:07 Uhr

    Winddrehung warte ich noch. Das gegenwärtige Geschimpfe bezieht sich ausschließlich auf die für Autos bestimmte Energie vom Acker.
    Wie ist es aber mit der Schiene, die von den Maisfeldern über die Gärtanks in den Markt für Ökostrom geht?

    Gelten die vorgebrachten Argumente da nicht?

    Über dem "greenwashing" der Autohersteller senkt sich der Daumen,
    aber Kratzer am Image des "Öko"-Stroms vom Maisfeld sind bisher nur wenige wahrzunehmen.

    Sicher, der Silomais für den Gärtank ist kein Welthandelsprodukt wie Ethanol und Pflanzenöle.

    Aber wenn die Bioenergiebranche sich mit ihrem geringen Flächenanteil in Deutschland rechtfertigt -
    und dann die hohen Importraten ans Tageslicht kommen,
    da frag ich mich, ob die argumentative Trennung des "Öko"-Stroms vom "Öko"-Sprit gerechtfertigt ist.
    Allein über den Faktor der Flächennutzungs-Nachfrage.

    Sogar Feuerholz wird aus dem tropischen Afrika importiert (Vattenfall, Berlin-Lichtenberg).
    Und der urbanen grün-alternativ gesinnten Kundschaft für Strom und Fernwärme wird das blaue vom Himmel runter erzählt.
    Jedenfalls sofern das Projekt noch leben sollte.

  4. das Risiko des Hungerns einzugehen. Geht ja schließlich um den Umweltschutz. Die Armen wären sowieso irgendwann gestorben.
    Außerdem waren es mit Sicherheit wieder die anderen. Eine bezeichnende Kolumne für Charakterlosigkeit gibt es hier.
    http://www.spiegel.de/pol...

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  5. Ethanol, zum Beispiel, kann man aus allem herstellen, das Zucker enthält uns für Hefe nicht hemmend oder giftig ist. Also, und das ist das Entscheidende, auch aus Pflanzen, die für Menschen ungenießbar oder giftig sind. Auch Abfälle lassen sich vergären, und Biogas lässt sich im Sinne des Wortes aus jedem Mist machen. Der Mangel an Phantasie, der in dieser Hinsicht gerade vorherrscht, spricht dafür, dass es in der Tat einmal wieder nur um schnelles Geld geht.

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  6. Das dachte ich schon beim Lesen der Printausgabe.

    In Südafrika gibt es ein Start-Up, welches in Zusammenarbeit mit der Stellenbosch University einen ganz anderen und phantasievollen Ansatz verfolgt:

    Gülle wird an Fliegen verfüttert, auf das diese in Mist ihren Nachwuchs beten und nach ca. 60 Tagen hat sich das Viehzeuchs dann schön satt gefressen. Die Gülle ist weg, der Mist ist zu wertvollem Dünger und die Maden werden zu Proteinmehl gemahlen (ich glaube gesehen zu haben, daß ZO dazu sogar eine Meldung hatte). Am Ende stehen Tierfutter und Energie - und ein Gülle-Problem weniger.

    Natürlich können wir die Flächenkonkurrenz auf vielen Wegen umgehen - wenn wir wollen.

    Genauso interessant ist aber in diesem Zusammenhang auch noch etwas anderes:

    Ja, es sind Millionen Hektar verkauft worden. Dies ist an sich noch nicht einmal ein Problem im südlichen Afrika. Die sozialen Implikationen sind es sehr wohl, wie Hans Schuh richtig anmerkt. Nur es hat auch eine signifikante Ausweitung der landwirtschaftlich genutzten Flächen gegeben. Die ist zwar kleiner als die verkaufte Fläche, aber sie nicht unerheblich.

    Aber was nicht stattfindet ist eine Produktivitätserhöhung der Landwirtschaft im südlichen Afrika in den letzten 10 Jahren. Und darin sehe ich durchaus auch einen kreativen Ausweg aus der Flächenkonkurrenz.

    Und gerade in Afrika gibt es dazu gute Initiativen: http://www.terrafrica.org/

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    • DDave
    • 31.08.2012 um 22:12 Uhr

    Dann bin ich wohl die Ausnahme der meisten Autofahrer.
    Mich tangiert es peripher, ob mein Fahrzeug E10 verträgt oder nicht. Ich werde es nicht tanken und wenn der Benzinpreis bei 2€ nachher liegt(, dann werde ich in den Sommermonaten komplett aufs Fahrrad umsteigen, und für weite Strecken Mitfahrgelegenheit).

    Zum Thema: Die ganze Sache müsste doch lösbar sein, in dem Deutschland den Import von E10 verbietet und ein eigenes Zertifikat herausgibt, wonach nur Ethanol aus ökologischem Anbau(Sprich: deutschem/europäischem REAKTIVIERTEM Ackerboden) dem Benzin beigemischt werden darf....

    Ansonsten sollte dann die EU noch die C02-Werte auf ca 100g/km absenken und die deutschen Autobauer auf unsere Ingenieurskunst vertrauen...

    Antwort auf "Realistisch bleiben"
    • Mithra
    • 01.09.2012 um 0:06 Uhr

    Wie jeder weiß (nach vielen Studien der unabhängigen Wisschenschaftsorganisation Foodwatch), sind an steigenden Lebensmittelpreisen primär die Spekulanten schuld.
    Warum wird diese wichtige Information in dem Artikel unterschlagen?
    Ich wittere Zensur!

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    sind an steigenden Lebensmittelpreisen Spekulanten nicht primär schuld.
    http://www.zeit.de/2012/3...
    Egal was Sie wittern.

    Gerade, wenn man das moralische Anliegen ernst nimmt, die globale Lebensmittelversorgung zu verbessern, sollte man sich von populistischen Stereotypen befreien. Die Spekulation hilft eher den Bauern, sich gegen Preisrisiken abzusichern: http://www.faz.net/aktuel...

    sind an steigenden Lebensmittelpreisen Spekulanten nicht primär schuld.
    http://www.zeit.de/2012/3...
    Egal was Sie wittern.

    Gerade, wenn man das moralische Anliegen ernst nimmt, die globale Lebensmittelversorgung zu verbessern, sollte man sich von populistischen Stereotypen befreien. Die Spekulation hilft eher den Bauern, sich gegen Preisrisiken abzusichern: http://www.faz.net/aktuel...

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