NS-ZeitWer sind wir, heute?

Deutsche werden wieder öfter als Nazis beschimpft. Zugleich sollen sie Europa führen. Und die jüngere Generation will sich nicht mehr schuldig fühlen. Eine Reise in die Zukunft unserer Vergangenheit. von 

Schülergruppe in Auschwitz-Birkenau

Schülergruppe in Auschwitz-Birkenau   |  © Janek Skarzynski/AFP/Getty Images

Ich bin noch in Hörweite des Holocaust geboren, 1960 war das. Wir Schüler der Sechziger und Siebziger kennen den Nazi-Sound nicht nur aus dem Fernsehen, sondern auch von alten Männern vorn am Pult. Zudem fiel es mir leicht, Zugang zum Schweren zu finden, weil die Propagandabücher des Großvaters im Regal standen, auch Mein Kampf. Ich habe Aschenbecher mit Hakenkreuzen in Familienschränken gefunden und Orden, die nicht ehren. Die spätere Politisierung vertiefte den Vergangenheitsbezug. Über den Holocaust nachzudenken, sich in die Kollektivverantwortung zu stellen, das galt immer als Mindestvoraussetzung, um in Deutschland Politik machen oder darüber schreiben zu können. Und ich übernahm historische Verantwortung, selbst wenn das schon wieder eine von diesen offiziös klingenden Formulierungen ist, die ich selbst nicht mehr hören mag.

Offen gestanden, hatte ich in den letzten Jahren weniger darüber nachgedacht, schließlich ist der Holocaust kein Gottesdienst, wo man jede Woche liturgische Worte murmelt. Zudem hatte ich das Gefühl, dass Deutschland es ganz gut macht mit Erinnerung und Verantwortung, die Revisionisten sind geschlagen, die Leugner sowieso.

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1. Soso, das vierte Reich

Doch neuerdings kommt Bewegung in die Sache, ungute Bewegung: Brachial kritisiert Günter Grass in einem Gedicht Israel und tut dabei so, als verletze er mutig ein Tabu. Perfide.

Eine junge Frau, die bei den Olympischen Spielen rudert, hat einen Neonazi-Freund; als das herauskommt, wird sie zur Abreise gedrängt, aus Sorge um das deutsche Ansehen im Ausland. Feige.

In Bayreuth darf ein Russe nicht den Fliegenden Holländer singen, weil er auf seiner Brust ein Tattoo aus seiner Jugend trägt, das nach einem Hakenkreuz aussah. Absurd.

Und das sind nur die Kleinigkeiten. Es passieren noch mehr Dinge, größere. Seit 1945 galt das außenpolitische Paradigma, niemals wieder allein zu stehen. Striktes Sonderwegsverbot. Das durchbrach spektakulär Gerhard Schröder, als er den USA 2003 nicht in den Irak folgen wollte. Das Verbot wurde weiter aufgeweicht, als sich Angela Merkel in der Libyenfrage gegen alle drei alten Alliierten stellte. Sonderwege, so war zu spüren, bleiben unbestraft. Mehr noch: Die Euro-Krise zeigte, dass Deutschland nicht nur seinen eigenen Weg geht, sondern dass es das erfolgreichste Land Europas geworden ist. Vom Sonderweg zum Sondermodell. Und auf einmal wollen die anderen deutsche Führung. Sagen sie.

In scheinbarem Widerspruch dazu nehmen die Nazi-Vergleiche wieder zu, europäische Zeitungen bilden Merkel in SS-Uniform ab, sprechen vom »vierten Reich«. Auch in der Politik wird so geredet. Etwa wenn der spanische Europaminister die deutsche Regierung in die Euro-Pflicht nehmen will: »Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland in einer weit schwierigeren Situation auch sehr geholfen, viele Länder haben auf Geld zugunsten von Deutschland verzichtet.« Reparationsforderungen, wann immer, wie hoch auch immer und wem immer es beliebt, sie zu erheben? 

Man kriegt Kopfschmerzen von alldem, würde gern den nazivergleichenden Griechen und Spaniern einen Finger ihrer Wahl zeigen, der Ruderin einen Arm um die Schulter legen und sich dabei von dem Sänger etwas vorsingen lassen.

Vielleicht sind all diese Irritationen aber auch nur die logische Folge einer tieferen Vergänglichkeit der Vergangenheit. Zum einen ist da der zeitliche Abstand, erstmals wächst eine Generation heran, die keinen Opa mehr hat, der dabei war. Zum Zweiten leben hierzulande immer mehr Migranten, die sich nicht automatisch mit dem Holocaust identifizieren. Man muss tatsächlich fürchten, dass da etwas verblasst. Kehren die absichtsvollen Relativierungen, wie sie im Historikerstreit der Achtziger von rechten Professoren um Ernst Nolte unternommen und dann von der Öffentlichkeit erfolgreich zurückgewiesen wurden, nun wieder als Relativierungen durch schieren Zeitablauf?

2. Ein Trainingslager ist kein Lager

Man könnte sich wünschen, dass es bei alldem bloß um Politik geht, um Macht, Geld und dergleichen. Nur, so ist es nicht: Am 20. Juni gab Joachim Löw eine Pressekonferenz im Danziger Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft, da meldet sich ein holländischer Journalist und fragt den Bundestrainer auf Englisch, ob er nicht fürchte, dass die Polen es als Provokation empfinden könnten, wenn die deutsche Nationalmannschaft ausgerechnet da ihr Trainingslager aufschlägt, wo der Zweite Weltkrieg begonnen hat. So weit kam der Kollege mit seiner Frage, da schnitt ihm Löw das Wort ab und sagte: »No. Not a minute!« Das wirkte rau, andererseits: Was geht bloß im Kopf eines Holländers um die 40 vor, dass er den 52-jährigen deutschen Trainer 73 Jahre nach Kriegsbeginn fragt, ob es provozierend sein könnte, wenn deutschtürkische, deutschpolnische und deutschtunesische junge Männer in Danzig Fußball spielen?

Leserkommentare
  1. 15 in die zwölfte Klasse, wurde also mit 3 Jahren eingeschult oder übersprang 3 Klassen? Alle Achtung. Aber das nur als Anmerkung an die Redaktion (ein Druckfehler?).

    Ansonsten ein zum Teil sehr guter Artikel über den ich noch etwas nachdenken werde.

    3 Leserempfehlungen
    • Quadrat
    • 10. September 2012 14:43 Uhr

    jemand geschlagen oder getötet hat und nun der Urenkel sie angklagt und vor Gericht bringt, was denken Sie wird der Richter sagen? Die "Deutschen" können und dürfen sich für die Vergangenheit nicht schuldig fühlen. Jeder der sowas behauptet lebt an der Realität vorbei. Solche Schuldzuweisungen sind für die Entwicklung eines Menschen kontraproduktiv und helfen anderen Menschen an Macht zu kommen, die sie nicht rechtfertigen müssen, da sie "Opfer" sind [...]. Sobald eine (gerechtfertigte) Kritik an die Regierung adressiert wird, wird mit der Nazikeule um sich geschlagen. Auch ist Israels Schutz nicht die Pflicht der deutschen Regierung, weil die damals vor 60 Jahren soviel böses getan haben.
    Wir sind frei und tragen keine Schuld mit uns

    Gekürzt. Bitte bemühen Sie sich um eine differenziertere Darstellung Ihrer Sichtweise. Die Redaktion/mak

    20 Leserempfehlungen
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    Mir scheint, Sie rennen hier offene Türen ein. Niemand beschuldigt Sie oder Ihre Freunde, Nazi zu sein.(Und wenn es jemand doch tut, sollte er nicht ganz ernst genommen werden.)

    Aber da ist noch mehr. Vielleicht hilft ein Vergleich...

    Angenommen, Sie leben in einem Mehrfamilienhaus, in dem vor 50 Jahren die eine Hälfte der Hausbewohner die andere Hälfte plötzlich bestialisch ermordet hat. Vielleicht waren alle Mörder zufällig psychisch gestört (was aber eher unwahrscheinlich ist). Oder ein böser Geist hatte von ihnen Besitz ergriffen.

    Es hätte ja auch ein anderes Haus sein können, aber zufällig war es Ihres. Und was in diesem Haus passiert ist, übersteigt jede Vorstellungskraft. Natürlich tragen Sie keine Schuld, Sie haben ja niemanden umgebracht. Und Sie müssen auch nicht an böse Geister glauben - wir sind ja alle sehr fortschrittlich, heutzutage. Aber wäre Ihnen nicht trotzdem etwas mulmig zumute?

    • Herr-M
    • 10. September 2012 18:19 Uhr

    Es ist nur so, dass bisher kein Urenkel den anderen vor Gericht gebracht hat, weil dessen Urgroßvater den Urgroßvater des ersten geschlagen oder getötet hat, wie Sie sich ausdrücken.
    Deutschland (und die frühere BRD) ist allerdings Rechtsnachfolger (etwas untechnisch ausgedrückt)des "Dritten Reichs". Daraus leitete die BRD ihren Alleinvertretungsanspruch für ganz Deutschland ab (so g. Hallstein-Doktrin).
    Also Sie und die anderen ähnlich Denkenden müssen das nicht so persönlich nehmen, zumal niemand sagt, dass Sie persönlich für Auschwitz verantwortlich sind.

    • Leland
    • 12. September 2012 14:05 Uhr

    2," Auch ist Israels Schutz nicht die Pflicht der deutschen Regierung, weil die damals vor 60 Jahren soviel böses getan haben."

    nein,nicht weil es die Nazi-Vergangenheit gab,sondern ganz einfach weil es eine Demokratie ist umgeben von Antidemokratien und man sich in Demokratien gegenseitig unterstützen sollte.

  2. "Es gibt einen Ort, wo man ohne die deutschen Sprachkonventionen über den Holocaust auskommt, wo man auch nicht mit politischen Absichten vom vierten Reich fabuliert. Dieser Ort heißt Israel."

    Wohl kaum:

    "'The new Hitler speaks Persian'
    Knesset Speaker to world parliament leaders: Ahmadinejad could bring about a second Holocaust."

    http://www.haaretz.com/ne...

    "Nobody Like Ahmadinejad Since Hitler, Says Peres"

    http://www.israelnational...

    Was anderes als politische Absichten stecken hinter den 'der neue Hitler', 'der nächste Holocaust'-Äusserungen?

    Der "Ort" von dem der Autor spricht, ist offensichtlich eine Projektion.

    11 Leserempfehlungen
    • ngw16
    • 10. September 2012 14:54 Uhr

    Nimmt man die heute gültigen Grenzwerte für Schuldfähigkeit an(14 Jahre), so ist schon jeder, der 1945 erst diese 14 Jahre alt wurde außen vor.

    1933 durften nur Personen ab 21 Jahren wählen.
    Danach gab es keine freien Wahlen mehr.
    Also reduziert sich die politische Verantwortung auf Personen, die vor 1922 geboren wurden.

    Somit reden wir über Personen, die heute mindestens 81-90 Jahre alt sind.
    Keinem jüngeren Menschen kann persönlich etwas vorgeworfen werden.

    35 Leserempfehlungen
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    tut das denn jemand?? richtig: nein!

    genau diese zwanghaften zurückweisungen von inexistenten schuldvorwürfen sind es, die einen tiefsitzenden kollektiven schuldkomplex der deutschen indizieren.

    Und selbst unter den über 81-Jährigen ist ja wohl kaum jeder mitschuldig, aber darüber wollte ich eigentlich nicht schreiben.

    Wichtig ist vor allem die Aussage des einen Gesprächspartners Ravid, man sollte eigentlich die Diskriminierung an sich schon in ihren Anfängen bekämpfen. Und ob wir da trotz unserer ständigen Schuldjammerei wirklich so erfolgreich sind wage ich mal zu bezweifeln.

    Letztlich ist Bildung wahrscheinlich der wichtigste Weg gegen Intolleranz und Diskriminierung, aber mal ehrlich, stehen wir da mit den Auswüchsen an vor allem den Hauptschulen wirklich so gut da? Ich wage das mal zu bezweifeln, nein, wir alle wissen es eigentlich, dass es da ganz besch... aussieht!
    Und hier macht es auch nicht die Masse. Es bringt nichts, dem Gymnasiasten noch zum 100. mal die Schuld einzureden, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen noch die 1000.-ste Dokumentation über Hitler zu bringen, wenn in den Unterschichtenschulen schon beim kleinsten Aufkommen von Intolleranz aus lauter Angst vor dem Konflikt und mit Hilfe der Kuscheljustiz sofort alle Prinzipien über Bord geworfen werden!

    "Nimmt man die heute gültigen Grenzwerte für Schuldfähigkeit an(14 Jahre), so ist schon jeder, der 1945 erst diese 14 Jahre alt wurde außen vor."
    ###
    Sie verwechseln Schuldfähigkeit und Strafmündigkeit.
    Absonsten gebe ich Ihnen recht.

    Dieser wie auch eine menge anderer kommentare zu diesem artikel zeigen doch nur das die meisten deutschen nichts gelernt haben, wenn man davon ausgehen darf das die bis dato 17 empfehlungen fuer diesen kommentar hochgerechnet auf die bevoelkerung eine art hochrechung darstellen kann, es ist traurig das es immer noch menschen in dem land gibt die so denken. Ich bin froh das ich unter diesen menschen nicht mehr leben muss und auch keine nationalitaet teilen muss.

    Es werden immer neue geboren. Drei Beispiele für Millionen: Möllemann (geb. 1945), Oettinger (1953) und Kühnen (1955). War wohl nichts mit der Gnade der späten Geburt.

    Kleiner Rechenfehler: 1933 minus 21 Jahre ist 1912, d.h. jemand er 1933 die NSdAP gewählt hat, muss heute 100 oder älter sein.

    Ihr Kommentar belegt auf so deutliche Weise, wie das Gehirn auf einfach auf Durchzug oder auch Rechtfertigung schaltet, wenn es um den Streit um „Schuld“ geht.
    Sie machen einfach eine Rechnung daraus. Die Basis dieser Rechnung sieht so aus: das einzige Verbrechen, das sich das deutsche Volk möglicherweise hat zu Schulden kommen lassen, besteht darin, die Nationalsozialisten gewählt zu haben. Danach verstreicht jegliche Verantwortung, als habe es keinen Holocaust, keinen Zweiten Weltkrieg, keine Kriegsverbrechen etc. gegeben.

    Unabhängig, wie man nun zur Frage nach der Schuld steht: dieses zwanghafte Zurückweise von Schuld ist unausstehlich.

    • Sirisee
    • 10. September 2012 14:56 Uhr

    ... sehr guter Bericht, der die verschiedenen Schichten der "Vergangenheitsbewältigung" anzeigt und auch ihre Überdrehungen nicht ausspart.

    Die wären uns wohl auch nicht erspart geblieben, wenn man früher genauer hingeschaut hätte und zwischen dem Nazi-Opa mit "Mein Kampf" im Bücherregel und andern unterschieden hätte. Das wollte man nicht. Wahrscheinlich zur inneren Befriedung, freilich mit dem paradoxen Ergebnis, dass der Nazi-Opa keineswegs bestraft wurde (weil er sich ja nicht abhob) und die anderen seine Schuld übernehmen durften. Das zweite, was uns immer wieder einholt, ist die fast quasi-religöse Reduzierung der deutschen Geschichte auf 12 Jahre Drittes Reich; mit ihren konstruierten und kulturvergessenen negativen Teleologien.

    Es ist nur positiv, dass diese wirren Konstruktionen von der Jugend immer weniger akzeptiert werden. Die sind halt selbständiger und trauen sich ein eigenes Urteil zu. Ausschwitz und Isreal-Gedenkstätten Tourismus halte ich persönlich für nicht erforderlich - wichtiger wäre die Pflege eigener Geschichtsorte, davon gibt es viele, viel zu wenige für andere Aspekte (z. B. Real existierender Sz., 30jähriger Krieg, Befreiungskriege, 1. WK) und reale Hilfe für Israel.

    Dass man diese Dinge auch nur ansatzweise instrumentalisiert, um Subventionen in anderen Bereichen (spricht Hilfen für andere EU-Staaten) zu begründen, ist dagegen nur verwerflich.

    9 Leserempfehlungen
  3. 6. .....

    Das hat Deutschland die Aufarbeitung gebracht, Schuldkomplex und Fingerzeigen....

    Es wird Zeit das die Deutschen das endlich abschütteln, die NS-Zeit dorthin verweisen wo sie hingehört nämlich ins Geschichtsbuch und sich endlich der Zukunft zu wenden anstatt der ewigen Aufarbeitung.

    18 Leserempfehlungen
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    • Azenion
    • 10. September 2012 17:38 Uhr

    Wenn das Aufarbeiten der Schuld unserer Vorfahren dazu geführt hat, daß Deutschland dem Rechtsextremismus und der Ausgrenzung von Minderheiten aller Art abhold geworden ist, dann hat es sich doch bereits gelohnt.

    Man möge doch nicht glauben, daß die spanischen oder italienischen Wirrköpfe, die Deutschland jetzt mit Nazissymbolen zu beleidigen hoffen, dies nicht täten, wenn das Nachkriegsdeutschland die Nazizeit ignoriert oder relativiert hätte.
    Glauben Sie mir: Die deutsche Schuld wäre auch ohne deutsches Eingeständnis unvergessen geblieben.

    • Gerry10
    • 10. September 2012 15:01 Uhr

    ...es hat ihn halt noch niemand eingeholt oder übertroffen.
    Ich wünsch mir auch das das so bleibt, aber schuldig oder in die Plicht genommen fühle ich mich deswegen nicht mehr und nicht weniger als jeder andere Mensch auf der Welt sollte.

    3 Leserempfehlungen
  4. tut das denn jemand?? richtig: nein!

    genau diese zwanghaften zurückweisungen von inexistenten schuldvorwürfen sind es, die einen tiefsitzenden kollektiven schuldkomplex der deutschen indizieren.

    14 Leserempfehlungen
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    • ST_T
    • 10. September 2012 16:28 Uhr

    Entfernt. Verzichten Sie auf polemische und unterstellende Äußerungen. Die Redaktion/mak

    Na sicher doch, woher käme sonst "besondere Verantwortung".
    Wenn da nichts wäre, genügte doch die normale Verantwortung des Menschen, da müsste man nichts besonderes bemühen.
    Mir jedenfalls genügt es völlig, der normalen menschlichen Verantwortung im Leben, gegen wen auch immer, gerecht zu werden, sobald jemand glaubt von mir wegen irgendwas aus den Zeiten meines Vaters und Großvaters mehr verlangen darf, dann werde ich sehr vorsichtig (vorsichtig gesagt).

    • alex099
    • 10. September 2012 18:05 Uhr

    Unter Anspielung auf die dt. Geschichte fordert z.B. der spanische Europaminister noch mehr Hilfszahlungen für sein Land.

    Hier wird zwar kein direkter Schuldvorwurf offen ausgesprochen, doch unter Zuhilfenahme der Vergangenheit wird mehr Geld gefordert. Vor der dt. Botschaft in Madrid hatten sich zu Merkels Besuch einige Demonstranten mit Hakenkreuz Plakaten eingefunden....

    Wenn man geschichtlich argumentieren will, sollte man differenzieren: Griechenland hatten wirklich unter einer dt. Besatzung, Ausplünderung und Unterdrückung zu leiden. Und das Land hat der BRD wirklich einen Teil der Reparationsforderungen erlassen.

    Doch ich denke Spanien sollte sich nicht unbedingt dazu aufschwingen "die" Deutschen über ihre geschichtliche Verantwortung zu belehren: Spanien war nie von Deutschland besetzt und die faschistische Franco Diktatur hatte sogar nach 1945 Kriegsverbrecher aufgenommen.

    Die eigene Vergangenheit der conquista und des Kolonialismus wird gerne glorifiziert trotz der Opfer der Sklaverei und Ausbeutung in Südamerika. Der Umgang mit Zuwanderern aus Lateinamerika ist trotz der blutigen Geschichte im heutigen Spanien meiner persönlichen Einschätzung nach, nicht immer der beste.

    Anstelle von Belehrungen würde ich mir von spanischen Politikern etwas Selbstkritik wünschen, da die Hilfsmilliarden der EU Steuerzahler zu oft für nutzlose Prachtbauten verschwendet worden sind.

    • xpeten
    • 11. September 2012 17:30 Uhr

    und in jeden Artikel über die Kriegsverbrechen der Nazi-Diktatur ud über deren Aufarbeitung durch die nachfolgenden Generationen einfügen,

    man kann es den Freunden von Aufrechnung, Schlussstrich und Schwamm drüber nicht oft genug dagegenhalten.

    • Effbeh
    • 12. September 2012 0:03 Uhr

    Schlussfolgerung?
    Erstens stimmt ihre Aussage eben nicht, siehe Artikel. Zweitens, selbst wenn sie stimmen würde, wie umgehen mit dem Komplex?

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  • Schlagworte Nationalsozialismus | Holocaust | Vergangenheitsbewältigung
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