Globalisierung: "Die Chinesen lernen schnell"
Welches Wirtschaftssystem wird das 21. Jahrhundert beherrschen? Der Chinese Daokui "David" Li und der Brite Niall Ferguson streiten sich darüber.
© Reuters

Ein chinesischer Schüler ist an seinem Schreibtische eingeschlafen
DIE ZEIT: Fangen wir das Gespräch doch gleich mit der schwierigsten Frage an: Wird das 21. Jahrhundert einen Showdown zwischen dem marktliberalen US-Kapitalismus, dem staatsgelenkten chinesischen Kapitalismus und dem gemischten Modell à la Deutschland erleben? Und wer gewinnt?
Niall Ferguson: Ich muss leider sagen, dass ich solche »Modelle« oder »Variationen des Kapitalismus« für Wahnvorstellungen zweitrangiger Akademiker halte.
ZEIT: Sie meinen, die Wirtschaftsordnung sei überall gleich?
Ferguson: Nein, aber diese Art der Unterscheidung ist naiv. Es ist schon mal falsch, die chinesische Wirtschaft als »staatsgelenkt« zu bezeichnen. Teile davon sind es, die Staatsunternehmen nämlich, aber andere Teile sind es nicht, fahren Sie mal nach Wenzhou...
ZEIT: Ein wild kapitalistisches Zentrum der chinesischen Konsumgüterproduktion.
lehrt Geschichte an der Harvard University. Der gebürtige Brite ist Spezialist für Finanz- und Wirtschaftsgeschichte.
Ferguson: Umgekehrt hat es auch in englischsprachigen Ländern immer wieder Staatsintervention gegeben. Und innerhalb Kontinentaleuropas sind die Unterschiede ja erst recht gewaltig, so ist die Euro-Krise überhaupt erst entstanden. Die Vorstellung von drei unterschiedlichen Modellen ist eine Karikatur, und zwischen Karikaturen kann es keinen Showdown geben.
ZEIT: Herr Li, glauben Sie auch, dass China kein eigenständiges Wirtschaftsmodell hat?
Daokui David Li: Nein, da hat Niall schon recht, China ist vieldimensional. Allerdings läuft bei uns im Augenblick eine große Debatte darüber, welche Reformen wir angehen wollen und welche Form unsere Marktwirtschaft am Ende bekommen soll. Die meisten Intellektuellen und Politiker sind mit der gegenwärtigen Situation unzufrieden.
ZEIT: Was wäre Ihr bevorzugtes Modell?
ist der Direktor des Center for China in the World Economy (CCWE) an der Tsinghua University School of Economics and Management
Li: Mein Vorschlag ist, dass man sich in China die deutschen Institutionen gründlich anschauen sollte – den Arbeitsmarkt, die Bildung, den Immobilienmarkt und die öffentlichen Finanzen.
ZEIT: Die Chinesen sollen dem deutschen Modell folgen? Das können Sie kaum ernst meinen.
Li: Doch, ich bin ein großer Fan des sogenannten deutschen Modells der Marktwirtschaft. Mir erscheint es ganz klar, dass die Welt dem deutschen Ansatz nicht genug Anerkennung zollt. Aber das deutsche Modell, auch wenn das Niall jetzt nicht gefallen mag, wird weltweit einflussreicher werden. Schauen Sie sich doch die Fakten an! Deutschland hat eine rekordniedrige Arbeitslosigkeit mitten in einer der schlimmsten wirtschaftlichen Krisen in Europa seit Jahrzehnten. Deutschland hatte nie eine Immobilienblase.
ZEIT: Deutschland ist auch deshalb gut dran, weil die Chinesen zuletzt so viel bei uns gekauft haben.
Li: Genau, Deutschland genießt einen Handelsüberschuss – und zwar gegenüber der angeblich führenden Exportmaschine der Welt, China. Dieser Handelsüberschuss könnte sogar noch größer sein, wenn chinesische Autokäufer nicht wie im Augenblick sechs Monate auf ihren BMW 116i oder X6 warten müssten...
ZEIT: Herr Ferguson, Sie sind nicht als ein großer Fan des deutschen Modells bekannt.
Ferguson: Ich bin auch kein so großer Kritiker, wie David es vermutet. Man muss es den Deutschen schon lassen: Gerhard Schröder hat umfangreiche strukturelle Reformen angepackt, besonders am Arbeitsmarkt. Aber was sind die Nachteile Ihres heutigen Modells? Erstens war die deutsche Industrie der Profiteur einer Politik der schwachen Währung, genannt Euro. Deutschland bekam den italienischen Wechselkurs, und die Italiener bekamen den deutschen Zinssatz.




Natürlich haben die beiden recht, wenn sie sagen, daß Chinas Kapitalismus nicht wirklich staatsgelenkt ist und der amerikanische nicht wirklich frei.
Aber weder das eine noch das andere Modell wird das Jahr 2025 überleben, da wette ich jederzeit was anderes drauf als einen wertlosen Geldschein, eine ordentliche Schale Reis oder sowas.
Unsere wirtschaftstheoretischen Träumer in aller Herren Länder gehen von Voraussetzungen aus, die nicht existieren, nie existiert haben oder eben bald nicht mehr existieren werden. Zum Beispiel einem permanent weiter steigenden Nettoenergieüberschuß pro Kopf, was ja nun unmittelbar mit dem verknüpft ist, was wir 'Wohlstand' nennen.
Die Realität wird uns sehr bald in den Allerwertesten beißen, schätze ich. Die 'Wirtschaftsexperten' hoffentlich allen voran.
wurde schon oft herbeigeredet (oder vielleicht herbeigesehnt?) und fand doch nie statt. Es ging immer weiter, weiter und weiter, da der Mensch sich bisher aus allen Krisen befreien und neu erfinden konnte. So wird es auch diesmal geschehen, allen Schwarzsehern und Bedenkenträgern zum Trotz.
wie in der Finanzkrise erstmal abtauchen oder haben sie irgendeinen WiWi in den ersten beiden Jahren gehört, selbst der Kinnbart hat sich nicht blicken oder hören lassen.
Die werden nach einiger Zeit wieder kommen und sagen unsere Modelle funktionieren doch, nur die Realität hält sich nicht dran.
Sehe es jedoch wie sie, die Systemfrage wird sich schneller und brachialer stellen als sich viele vorstellen wollen.
Und China wird mMn eine Bruchlandung erleben, gegen die der lange Marsch und seine Aftermath Kinderkam sein werden..
Ferguson disqualiziert sich jedoch massivst hinsichtlicht Ds und seinem Lob Schröders, dessen Agenda 2010 den Dt. und ihren Politikern gerade um die Ohren fliegt.
wurde schon oft herbeigeredet (oder vielleicht herbeigesehnt?) und fand doch nie statt. Es ging immer weiter, weiter und weiter, da der Mensch sich bisher aus allen Krisen befreien und neu erfinden konnte. So wird es auch diesmal geschehen, allen Schwarzsehern und Bedenkenträgern zum Trotz.
wie in der Finanzkrise erstmal abtauchen oder haben sie irgendeinen WiWi in den ersten beiden Jahren gehört, selbst der Kinnbart hat sich nicht blicken oder hören lassen.
Die werden nach einiger Zeit wieder kommen und sagen unsere Modelle funktionieren doch, nur die Realität hält sich nicht dran.
Sehe es jedoch wie sie, die Systemfrage wird sich schneller und brachialer stellen als sich viele vorstellen wollen.
Und China wird mMn eine Bruchlandung erleben, gegen die der lange Marsch und seine Aftermath Kinderkam sein werden..
Ferguson disqualiziert sich jedoch massivst hinsichtlicht Ds und seinem Lob Schröders, dessen Agenda 2010 den Dt. und ihren Politikern gerade um die Ohren fliegt.
wurde schon oft herbeigeredet (oder vielleicht herbeigesehnt?) und fand doch nie statt. Es ging immer weiter, weiter und weiter, da der Mensch sich bisher aus allen Krisen befreien und neu erfinden konnte. So wird es auch diesmal geschehen, allen Schwarzsehern und Bedenkenträgern zum Trotz.
Naja, gut dass wir trotz Weltkriege und Holocaust das Abendland hochhalten.
Kein zu hohen Preis für unsere Ignoranz.
Alles funktioniert wunderbar! Alles Wichtige hat überlebt!
sobald die erste wichtige Ressource ernsthaft knapp wird.
Naja, gut dass wir trotz Weltkriege und Holocaust das Abendland hochhalten.
Kein zu hohen Preis für unsere Ignoranz.
Alles funktioniert wunderbar! Alles Wichtige hat überlebt!
sobald die erste wichtige Ressource ernsthaft knapp wird.
wenn Ingenieure und Wissenschaftler automatisch einen Bonus als Staatenlenker bekommen (ich bin selber einer). Warum genau?
ist den Staatenlenker, den Muslimbruder Mursi mal aussen vor?
Ingenieure sind, doch der Albtraum eines jeden Staates und seines Apperates. Da sie alles rational angehen, Lösungs- und Umsetzungsorientiert arbeiten, Sicherheiten einbauen und meist kompromisslos (black/white) Denken. Alles Eigenschaften die sie als Politiker disqualifizieren.
Eventuell vertrauen sie darauf, dass wenn die Realität offensichtlich nicht mit Theorien übereinstimmt, Wissenschaftler das eher als ernstes Problem erkennen.
Natürlich sind aber auch Wissenschaftler zumal Wirtschaftswissenschaftler alles andere als immun gegenüber Ideologien. Die meisten Profs unserer Institute würden sich lieber die rechte Hand abhacken lassen, als ihr Basis-Modell des Homo oeconomicus aufzugeben.
Die ganzen darauf aufbauenden Formeln wären hinfällig. Die Lehre wäre zurückgeworfen auf Empirie! Auf einer Stufe mit Bio- und Soziologen statt neben den regel- und formelbasierten Astrologen! Das nicht!
ist den Staatenlenker, den Muslimbruder Mursi mal aussen vor?
Ingenieure sind, doch der Albtraum eines jeden Staates und seines Apperates. Da sie alles rational angehen, Lösungs- und Umsetzungsorientiert arbeiten, Sicherheiten einbauen und meist kompromisslos (black/white) Denken. Alles Eigenschaften die sie als Politiker disqualifizieren.
Eventuell vertrauen sie darauf, dass wenn die Realität offensichtlich nicht mit Theorien übereinstimmt, Wissenschaftler das eher als ernstes Problem erkennen.
Natürlich sind aber auch Wissenschaftler zumal Wirtschaftswissenschaftler alles andere als immun gegenüber Ideologien. Die meisten Profs unserer Institute würden sich lieber die rechte Hand abhacken lassen, als ihr Basis-Modell des Homo oeconomicus aufzugeben.
Die ganzen darauf aufbauenden Formeln wären hinfällig. Die Lehre wäre zurückgeworfen auf Empirie! Auf einer Stufe mit Bio- und Soziologen statt neben den regel- und formelbasierten Astrologen! Das nicht!
ist den Staatenlenker, den Muslimbruder Mursi mal aussen vor?
Ingenieure sind, doch der Albtraum eines jeden Staates und seines Apperates. Da sie alles rational angehen, Lösungs- und Umsetzungsorientiert arbeiten, Sicherheiten einbauen und meist kompromisslos (black/white) Denken. Alles Eigenschaften die sie als Politiker disqualifizieren.
" Es schadet auch nicht, dass die höheren chinesischen Führer vorwiegend Ingenieure und Wissenschaftler sind."
" Es schadet auch nicht, dass die höheren chinesischen Führer vorwiegend Ingenieure und Wissenschaftler sind."
Naja, gut dass wir trotz Weltkriege und Holocaust das Abendland hochhalten.
Kein zu hohen Preis für unsere Ignoranz.
Alles funktioniert wunderbar! Alles Wichtige hat überlebt!
wie in der Finanzkrise erstmal abtauchen oder haben sie irgendeinen WiWi in den ersten beiden Jahren gehört, selbst der Kinnbart hat sich nicht blicken oder hören lassen.
Die werden nach einiger Zeit wieder kommen und sagen unsere Modelle funktionieren doch, nur die Realität hält sich nicht dran.
Sehe es jedoch wie sie, die Systemfrage wird sich schneller und brachialer stellen als sich viele vorstellen wollen.
Und China wird mMn eine Bruchlandung erleben, gegen die der lange Marsch und seine Aftermath Kinderkam sein werden..
Ferguson disqualiziert sich jedoch massivst hinsichtlicht Ds und seinem Lob Schröders, dessen Agenda 2010 den Dt. und ihren Politikern gerade um die Ohren fliegt.
" Es schadet auch nicht, dass die höheren chinesischen Führer vorwiegend Ingenieure und Wissenschaftler sind."
dass die Ansichten von Ferguson teilweise recht bizarr sind und er Europa gegenüber irgendwie negativ eingestellt sein muss. Das scheint mir bei Li anders zu sein. Seine Ansichten kann ich irgendwie besser nachvollziehen, obwohl ich es natürlich schade finden würde, wenn man Funktionäre in China vorher bei uns ausgebildet hätte.
Zumindest verstehen würde ich das nicht, wenn es immer heißt wie rational und renditeorientiert hier angeblich investiert wird - auch bei der Bildung und dann schafft man es nichtmal das Potenziel z.B. bei Frauen ordentlich zu nutzen und rennt lieber ins Ausland nach Fernost und züchtet sich dort erstmal Konkurrenten heran. Naja nichts neues im Westen in diesem Punkt.
Ich muss wirklich mal ins Ausland fahren, wenn ich nicht ständig Angst haben müsste mein Geld für wichtigeres zu brauchen. Von dort muss Deutschland aussehen wie das Paradies im Gegensatz dazu, wenn man hier leben muss - sehr eigenartig. Ansonsten kann ich zu globalen Zusammenhängen nur empfehlen sich mal mit Klaus Zapf, dem Gründer von 'Zapf Umzüge' zu unterhalten. Der legt zu dem was man hier zu lesen bekommt allemal noch ne Schippe drauf.
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