Stimmt's?: Gibt es Tiere mit Jungfernhäutchen?
…fragt Renate Rango d’Aragona aus Bonn.
Nicht nur der Vorhaut von Jungen und Männern wird in manchen Gegenden der Welt besondere Bedeutung beigemessen (siehe die Beschneidungsdiskussion), sondern auch einem unscheinbaren Hautring in der Vagina von Mädchen und Frauen.
Ohne intaktes Jungfernhäutchen oder Hymen kann eine junge Frau in vielen Kulturen praktisch nicht verheiratet werden, und das blutige Laken nach der Hochzeitsnacht ist der Beweis für die verlorene Unschuld. Da kann man noch so oft darauf hinweisen, dass erstens nur bei etwa der Hälfte der Frauen das Jungfernhäutchen tatsächlich beim ersten Geschlechtsverkehr reißt und dass es zweitens auch auf anderem Wege kaputtgehen kann.
Hat es irgendeinen biologischen Sinn, dass dieses Häutchen bis nach der Geschlechtsreife erhalten bleibt?

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Meist männliche Wissenschaftler haben darüber spekuliert, zum Beispiel der Biologe Desmond Morris. Der schrieb in seinem Bestseller Der nackte Affe, dieser Erhalt des Hymens sei eine menschliche Spezialität. »Indem es den ersten Kopulationsversuch schwierig und sogar schmerzhaft macht, stellt es sicher, dass man sich nicht leichtfertig darauf einlässt.« So vermeide es die Natur, dass junge Mädchen schwanger würden, bevor sie eine dauerhafte Partnerschaft eingingen.
Aber so speziell menschlich, wie Morris meint, ist dieses biologische Merkmal nicht. Biologen kennen nämlich sehr wohl Säugetierarten, bei denen auch die geschlechtsreifen Weibchen ein Hymen besitzen. Genannt werden Pferde, Schimpansen, Elefanten und Wale. Zumindest bei Letzteren hat das Häutchen eine ganz praktische Funktion – es verhindert, dass Wasser eintritt.
Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de. Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts
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Ach und deflorierte Wale laufen dann voll Wasser oder was?
Köstlich - der Lacher des Abends.
DANKE!
... auch mein erster Gedanke! :-)
Ich habe Tränen in den Augen vor Lachen.
@Kommentar 1
Danke!!! Selten so laut gelacht wie bei diesem Kommentar.
Aber mal zum Thema: Angst vor Schmerz macht eigentlich nur Sinn wenn ich es (1) schon einmal selbst erlebt habe (eher unwahrscheinlich in diesem Fall), (2) es bei anderen beobachtet habe (auch eher unwahrscheinlich) oder (3) es mir andere erzählen (keine Ahnung wie wahrscheinlich das ist - in heutiger Zeit wahrscheinlich sehr, s. Internet u.a. .... aber in der Frühzeit???)
Köstlich - der Lacher des Abends.
DANKE!
... auch mein erster Gedanke! :-)
Ich habe Tränen in den Augen vor Lachen.
@Kommentar 1
Danke!!! Selten so laut gelacht wie bei diesem Kommentar.
Aber mal zum Thema: Angst vor Schmerz macht eigentlich nur Sinn wenn ich es (1) schon einmal selbst erlebt habe (eher unwahrscheinlich in diesem Fall), (2) es bei anderen beobachtet habe (auch eher unwahrscheinlich) oder (3) es mir andere erzählen (keine Ahnung wie wahrscheinlich das ist - in heutiger Zeit wahrscheinlich sehr, s. Internet u.a. .... aber in der Frühzeit???)
Damit man nicht vollläuft O.o
Vlt finden sich ja bessere Theorien
Komischer Text.
Die Hypothese von Desmond Morris klingt plausibel, ist aber eben nur eine Hypothese. Eine Erhärtung dafür gäbe es, wenn man feststellte, dass weltweit alle Mädchen ein Hymen haben, und es nicht in bestimmten Regionen der Welt einfach fehlt. Das wäre immerhin ein Hinweis darauf, dass das Hymen wirklich wichtig ist.
.
Ich könnte mir noch eine Alternative vorstellen: Das Hymen wird zum Test auf Jungfräulichkeit genutzt; vielleicht hat das eine Bedeutung für das Überleben. Bei intaktem Hymen kann der potenzielle Partner davon ausgehen, dass sich das Mädchen nirgends mit einer sexuell übertragbaren Krankheit infiziert hat.
Und wie schützt sich ein Mädchen vor Krankheiten???
Da wäre Schutz viel wichtiger (biologisch) weil Krankheiten u.U. auf ein Kind übertragen werden.
...und welche Garantie hat dann das Mädchen ?
sind vor allem seit es Zivilisationen oder zumindest Städte/Dörfer, d.h. viele Menschen, die auf engem Raum zusammenleben und in deren Bevölkerung es durch Handel etc. laufenden Wechsel gibt ein Thema.
Ob sich das Jungfernhäutchen erst dann gebildet und als evolutionär erfolgreich erwiesen hat?
In steinzeitlichen Menschengruppen, die in weit verstreuten Familiengruppen lebten, dürfte es kaum einen derartigen Infektionsdruck gegeben haben.
Ein Jungfernhäutchen in der Nase, dass das anniesen anderer verhindert, wäre vielleicht zweckmäßiger gewesen ;)
Oder anders gesagt: da man nicht unbedingt auf vaginalen Wege Verkehr haben muss, ist ein intaktes Jungfernhäutchen kein 100%iger Garant dafür, keine sexuell übertragbare Krankheit mitzubringen. ;-)
Und wie schützt sich ein Mädchen vor Krankheiten???
Da wäre Schutz viel wichtiger (biologisch) weil Krankheiten u.U. auf ein Kind übertragen werden.
...und welche Garantie hat dann das Mädchen ?
sind vor allem seit es Zivilisationen oder zumindest Städte/Dörfer, d.h. viele Menschen, die auf engem Raum zusammenleben und in deren Bevölkerung es durch Handel etc. laufenden Wechsel gibt ein Thema.
Ob sich das Jungfernhäutchen erst dann gebildet und als evolutionär erfolgreich erwiesen hat?
In steinzeitlichen Menschengruppen, die in weit verstreuten Familiengruppen lebten, dürfte es kaum einen derartigen Infektionsdruck gegeben haben.
Ein Jungfernhäutchen in der Nase, dass das anniesen anderer verhindert, wäre vielleicht zweckmäßiger gewesen ;)
Oder anders gesagt: da man nicht unbedingt auf vaginalen Wege Verkehr haben muss, ist ein intaktes Jungfernhäutchen kein 100%iger Garant dafür, keine sexuell übertragbare Krankheit mitzubringen. ;-)
Und wie schützt sich ein Mädchen vor Krankheiten???
Da wäre Schutz viel wichtiger (biologisch) weil Krankheiten u.U. auf ein Kind übertragen werden.
...und welche Garantie hat dann das Mädchen ?
Hallo sauce, Zora01 und six degrees of separation,
.
Ihre Einwände sind, aus humanistischer Sicht, verständlich, allerdings sehe ich nicht, wieso sich die Evolution um Humanität scheren sollte. Und dass die Steinzeitmenschen nie dem Infektionsdruck ausgesetzt waren, kann ich mir nicht vorstellen. Auch sie hatten das Problem, Inzucht zu vermeiden. Da scheint es mir plausibel, dass sie die Unversehrtheit des Jungfernhäutchens überprüften, um wenigstens eine von mehreren möglichen Infektionsquellen auszuschließen. Mädchen, die den Test nicht bestanden, wurden als Partnerinnen abgelehnt.
.
Die heutige Praxis in Kulturen, die Wert auf Jungfräulichkeit legen, sieht anders aus: Mädchen mit verletztem Hymen müssen sich vielerorts als Sexarbeiterinnen durchschlagen und bilden erst recht ein Infektionsrisiko.
.
Ich würde aber daraus nicht schließen, dass sich die Steinzeitmenschen ebenso unverantwortlich verhalten haben.
Hallo sauce, Zora01 und six degrees of separation,
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Ihre Einwände sind, aus humanistischer Sicht, verständlich, allerdings sehe ich nicht, wieso sich die Evolution um Humanität scheren sollte. Und dass die Steinzeitmenschen nie dem Infektionsdruck ausgesetzt waren, kann ich mir nicht vorstellen. Auch sie hatten das Problem, Inzucht zu vermeiden. Da scheint es mir plausibel, dass sie die Unversehrtheit des Jungfernhäutchens überprüften, um wenigstens eine von mehreren möglichen Infektionsquellen auszuschließen. Mädchen, die den Test nicht bestanden, wurden als Partnerinnen abgelehnt.
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Die heutige Praxis in Kulturen, die Wert auf Jungfräulichkeit legen, sieht anders aus: Mädchen mit verletztem Hymen müssen sich vielerorts als Sexarbeiterinnen durchschlagen und bilden erst recht ein Infektionsrisiko.
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Ich würde aber daraus nicht schließen, dass sich die Steinzeitmenschen ebenso unverantwortlich verhalten haben.
Dass der --eventuell-- auftretende kurze Schmerz beim Verletzen des Jungfernhäutchen eine so große Hemmschwelle hervorrufen soll, dass Mädchen lieber auf "den richtigen" warten, ist durch die Realität widerlegt. Hat D.Morris sich überhaupt nicht gefragt, ob seine Vermutung überhaupt zutreffen kann?
Und was ist mit den Pferden, Elefanten, Walen und Schimpansen? Keines dieser Tiere lebt monogam und müsste eine langfristige Partnerschaft eingehen, bevor Nachwuchs gezeugt wird.
sind vor allem seit es Zivilisationen oder zumindest Städte/Dörfer, d.h. viele Menschen, die auf engem Raum zusammenleben und in deren Bevölkerung es durch Handel etc. laufenden Wechsel gibt ein Thema.
Ob sich das Jungfernhäutchen erst dann gebildet und als evolutionär erfolgreich erwiesen hat?
In steinzeitlichen Menschengruppen, die in weit verstreuten Familiengruppen lebten, dürfte es kaum einen derartigen Infektionsdruck gegeben haben.
Ein Jungfernhäutchen in der Nase, dass das anniesen anderer verhindert, wäre vielleicht zweckmäßiger gewesen ;)
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