Deutsche VergangenheitDer Wille zur Erinnerung

Die Mörder sind nicht mehr unter uns. Was bedeutet das – für die Erinnerung an die NS-Zeit, für die Identität der Bundesrepublik und für die deutsche Verantwortung gegenüber Israel? Drei renommierte Historiker beantworten unsere Fragen nach der Zukunft der Vergangenheit. von Aleida Assmann, Ian Kershaw und Hans Mommsen

1. Deutschland wird im Zuge der Euro-Krise wieder öfter mit der NS-Vergangenheit konfrontiert. Was bedeutet das?

Die NS-Vergangenheit hat sich in Deutschland als die Standardkulisse etabliert, vor der sich das Geschehen in der Gegenwart abspielt. Das bedeutet nicht unbedingt, dass wir uns historisch verorten oder moralisch auf Kurs halten. Meist geht es bei den Analogiebildungen zur NS-Vergangenheit nur um die Steigerung von Aufmerksamkeit, die Emotionalisierung von Kontroversen und den Erhitzungsgrad von Skandalen. Auch das Bedrohungsbewusstsein in Krisen kann man auf diese Weise beliebig steigern. So unfehlbar diese Diskurseffekte sind, so wenig lässt sich aus dieser Analogie lernen.

2. Die Generation der Täter stirbt allmählich aus. Müssen die Jungen noch immer Verantwortung für deren Taten übernehmen?

Die Vorstellung, dass sich die historische Last der Deutschen mit dem Generationswechsel biologisch erledigt, ist sehr naiv. Ein Blick auf die postkolonialen Staaten zeigt, dass heute nicht mehr das Vergessen der Täter, sondern die Anerkennung der Opfer und ihrer »historischen Wunden« das globale Bewusstsein bestimmt. Nicht die Jungen müssen die Verantwortung für die Täter übernehmen, sondern zunächst einmal der Staat, in dem sie leben. Was sie mit dieser Verantwortung anfangen, ist in der Demokratie jedem selbst überlassen.

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3. Die Erinnerung an die Vergangenheit, genauer: der Wille zur Erinnerung, bestimmte die deutsche Politik spätestens seit Ende der sechziger Jahre. Was bedeutet es, wenn das nachlässt? Was bestimmt dann die Identität der Deutschen in Europa, nun, da Europa in der Krise ist?

Europa befindet sich nicht nur in einer Finanzkrise, sondern auch in einer ideologischen Krise. Das Projekt Europa ist gegenwärtig durch eine fortschreitende Renationalisierung gefährdet. Wenn sich jeder wieder selbst der Nächste ist, nehmen ein gemeinsames Geschichtsbewusstsein und Verantwortungsgefühl rapide ab. Wir müssen hier zwischen der Finanzkrise und einer Wertkrise unterscheiden. Die Werte, auf die Europa gegründet ist, schließen die Menschenrechte, den Schutz von Minderheiten und nicht zuletzt die Abkehr von einem selbstherrlichen und aggressiven Typ des Nationalstaats ein. Wenn die sinkende wirtschaftliche Prosperität dazu führt, dass auch diese Werte über Bord geworfen werden, steuern wir auf die wirkliche Krise Europas zu.

4. Was bedeutet Verantwortung für Israel konkret?

Der Geschichtsverlauf nach 1945 hat zu der unfasslichen Ungerechtigkeit geführt, dass die Deutschen als Nachfahren der Täter des Holocaust im sicheren und politisch stabilen Umfeld Europas mit offenen Grenzen und engem wirtschaftlichem und kulturellem Austausch leben, während die Nachfahren der Opfer des europäischen Judenmords in einem ihnen fremden Umfeld leben, das durch politische Polarisierung, Terroranschläge und zunehmende Eskalation der Konflikte mit den palästinensischen und anderen islamischen Nachbarn geprägt ist. Die zur Staatsdoktrin erhobene Opferidentifikation, verbunden mit einer religiösen Politik der Landnahme, hat diesen ehemals laizistischen Staat auf einen bedrohlichen Konfrontationskurs mit seiner Umgebung geschickt.

Verantwortung für Israel bedeutet eine aus der Empathie erwachsene Sorge um den Fortbestand dieses Landes in seiner Umwelt und die Verhinderung eines »zweiten Holocaust«, was nicht durch weitere Eskalation, sondern nur durch eine kommunikative Politik der Deeskalation zu erreichen ist. Diese Politik der Deeskalation, die viele Kritiker im Lande längst betreiben, sollte von Deutschland unterstützt werden. Denn je besser sich Israel in seine Umwelt einfügt, desto sicherer ist seine Zukunft.

Aleida Assmann lehrt an der Uni Konstanz

Leserkommentare
  1. habe ich nicht, obwohl ich jeden Tag im Fernsehen mindestens auf einem Kanal daran erinnert werden soll.
    Außerdem: Welche Täter leben denn noch? Wird nach ihnen gefahndet? Oder meinen Sie mit Tätern den normalen Soldaten, der für sein Vaterland gekämpft hat? Denn dann sprechen Sie von meinem noch lebenden Opa, der aus stalingrad zurückkam als verbrecher und dagegen würde ich mich wehren. Und ja, Israel ist sehr friedliebend, vor allem in den besetzten und anektierten palästinensichen Gebieten.............
    Bitte einmal selbst die Wahrheit erkennen, bevor Sie anderen Völkern Moral beibringen möchten!

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    und im Falle Deutschlands ist es immer die der westlichen Siegermächte.

    Ich kann mich an eine der täglichen NS-Dokumentationen erinnern. Da meinte ein deutscher Historiker, dass Deutschland nach 1871 Elsaß-Lothringen nicht hätte "annektieren" dürfen, dann wäre der erste Weltkrieg nicht passiert. Man bedenke eine zumindest damals noch deutschsprachige Region, mit deutschen Städtenamen, deutscher Kultur, Küche, Familiennamen...in einem Augenblick der Schwäche vom zersplitterten Deutschland erobert.

    Niemals wäre derselbe deutsche Historiker auf die Idee gekommen mit eben jener Logik die Übernahme Westpreußens und Oberschlesiens durch Polen zu verurteilen und als Teilgrund für den zweiten Weltkrieg darzustellen.

    Das ist natürlich, etwas ganz anderes.

    Nur wenn der Deutsche in der Position des ewigen Schuldners ist, lassen sich EURO, Lissabon-Vertrag, ESM, EUSA ohne Volksabstimmung durchsetzen.

    Tut mir leid, das zu sagen, aber ihr Großvater hatte in Stalingrad nichts zu suchen. Das Vaterland wird eben nicht tief im ausländischen Gebiet verteidigt. Insofern ist es schon richtig, dass ihr Großvater ein Schuldiger ist, denn er hat an einem Angriffskrieg teilgenommen, dessen Ziel es war große Landstriche fremden Gebietes zu annektieren und einen Großteil der einheimischen Bevölkerung zu töten oder umzusiedeln. Das einzig Richtige was ihr Großvater hätte tun können um keine Schuld auf sich zu laden, wäre eine Desertation gewesen. Aber dann wäre er ja ein Verräter und Feigling gewesen, stimmts ?

    • Mojo86
    • 08. September 2012 17:45 Uhr

    @1.
    Also erstens ist es im Krieg genauso Mord einen Menschen zu töten wie im Frieden. Mir ist bewusst, dass sich die Menschen jener Zeit aus Zwang, Angst oder ob ihrer intensiven staatlich getragenen Sozialisation verhalten haben, sehr wohl glaube ich nicht an das Märchen, dass die Shoah nicht offensichtlich (wenn auch nicht in ihrem gesamten perversen ausmaßen)gewesen ist. Sicher kann kaum einer behaupten, er wäre damals in den Widerstand gegangen. Das erklärt jedoch nicht, dass Menschen, selbst jene der eigenen Familie an das Regime verraten wurden. Vielmehr handelte und handelt es sich um die Wirkung einer Ideologie, welche einfache, binär in gut und böse codierende Deutungsmuster für die Verschränkungen von Gesellschaft und Zeitgeschehen liefert. Kombieniert mit einerÜberspitzung des rationalen Anteils der Dialektik der Vernunft, welcher die Humanität zum Opfer fiel, wurden aus menschen Täter. Der Aspekt des Vorwurfs erscheint mir ddabei als gar nicht so wesentlich, weshalb Sie sich auch zurecht angegriffen fühlen. Wohl aber sollten wir uns derart bilden, dass jene menschenverachtenden Deutungsmuster für uns nicht mehr in frage kommen. Dafür ist nunmal die deutsche Vergangenheit ein geeignter und wichtiger Bildungsgegenstand. Allen Schlusstrichforderungen zum Tratz haoffe ich, dass dies auch so bleiben wird, auch wenn die curriculare Ausrichtung des politikunterrichtes mittlerweile in einigen Bundesländern den geschichtlichen apekt verbannt hat.

    Ihr Opa war Teil des Problems.
    Mein Opa war auch in Stalingrad, doch hat er nie geleugnet, dass es unrecht war in Russland einzumarschieren.
    Wenn es nicht einmal zu dieser einfachen Erkenntnis reicht, dann ist das schon mehr als traurig.

    Wenn ich mir Ihre alten Kommentare durchlese und das Gesamtbild beurteile, dann ist sowieso klar, welche Gesinnung Sie haben. (Ich habe das nur gemacht, weil Sie gleich auf Israel verwiesen haben.)

  2. In der Debatte um die Aktualität der Vergangenheit wird meiner Ansicht nach zuviel Fokus auf die begangenen Verbrechen gelegt. Der Weg, beginnend mit den Verhältnissen nach dem Ende des ersten Weltkrieges und in der Weimarer Republik bis hin zu den Wahlen 1933, wird in vielen Diskussionen um Verantwortung zu wenig beleuchtet oder ganz ausgeklammert. Die Verbrechen der NS-Diktatur fielen letztlich nicht von Himmel, sondern stehen am Ende einer Entwicklung, deren Wurzeln in der Unzufriedenheit eines Volkes durch Hunger und Inflation, politisches Versagen, Orientierungslosigkeit, Unzufriedenheit und innere Spaltung etc. zu suchen sind. Agitatoren auf allen Seiten machten sich diese Stimmung zu nutze. Um eine antisemitische Rede des Herren aus Braunau zu finden können sie viel weiter zurück gehen als bin ins Jahr 1933.

    Was ich damit sagen will ist folgendes: Es darf nicht nur darum gehen, an die Verbrechen dieser Zeit zu erinnern. Wir müssen uns die NS-Zeit auch vor dem Hintergrund ihres gesellschaftlichen Werdeganges betrachten. Wir dürfen die Stimmungen und Strömungen nicht vergessen, die diese Zeit eingeläutet haben. Es ist schwer vorstellbar, daß jeder Wähler der NSDAP 1930/1933 (immerhin erhielt diese Partei einmal die Mehrheit durch Wahlen) ein Antisemit oder Kriegstreiber war. Sprechen wir also von Verantwortung, dann sprechen wir auch(!) davon, diese Entwicklungen in einer Gesellschaft früh zu erkennen und zu diskutieren. Und zu lösen.

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    hat auch mehr den Charakter eines Pavlowschen Reflexes und scheint nach der Wirkung eher darauf abgestellt das geistige Abschalten der Adressaten zu bewirken!

    Denn die möglichst genaue Kenntnis, nicht nur ins Hirn gebrannter Schlagwörter, der historischen Entwicklung die zu dem bekannten Gang der Geschichte führte, wird weitgehend ausgeblendet!

    Ich wette, und das ist auch in den Kommentaren auf ZO nicht anders,ein Großteil der Deutschen kann die Kennzeichen eines Unrechtsstaates bis jetzt nicht benennen, geschweige denn erkennen.

    Verantwortung für vergangene Taten Dritter kann und soll natürlich niemand ex post übernehmen, der noch nicht mit dem selbstständigen Denken aufgehört hat.

    Nichtsdestotrotz ist erscheint es geboten sehr genau über die notwendige moralische Verantwortung nachzudenken, die dringend benötigt wird.
    Insbesondere in den Zeiten der "Alternativlosigkeit" politischer Entscheidungen, um das Entstehen von politischen Strukturen die einen Unrechtsstaat erneut begünstigen, präventiv zu unterbinden; egal wie wohlfeil der politische Geschwätz hausieren geht!

    MfG KM

    Ihr Beitrag ist sehr gut,denn es gibt auch Parallelen zur heutigen Zeit.Nur dass die Dinge moderner sind, auch was diesen Erfassungswahnsinn angeht, die Arbeitslosigkeit und alles was sie erwähnen.
    Man muss fragen: "Wer" waren denn die Nazis? In fast jeder Familie gab es sie. Ich habe viel recherchiert,weil meine Eltern nichts vom Krieg erzählen wollten.Zumindest meine Mutter nicht. Herauskam,dass mein Großvater Jude war,im 1.WK ist er für sein Land in den Krieg und kam in Murmansk in Gefangenschaft. Danach konvertierte er zum kath.Glauben aus Angst.Im 2.WK wurde er dann in ein Arbeitslager verbracht.
    Heute weiss ich, warum meine Mutter ein Leben lang Angst hatte vor unserem Staat und sie hat das auch durch viele Ereignisse auf uns Kinder übertragen. Was sie gesagt hat, werde ich hier nicht sagen, denn das ist nicht schmeichelhaft.Aber ihren Hass auf die Regierung kann ich verstehen und auch dass sie die Menschen, die so feige waren, verachtet hat.
    Auch mein 2.Großvater war im 2.Wk als Landser. Er wurde schnell gefangen und auf der Krim in Kriegsgefangenschaft verbracht. Er kam auch gebrochen zurück, war ein Leben lang depressiv.Seine Frau hat sich gegen die Nazis gestellt,das ist Stadtbekannt in meiner Heimat.Sie war eine mutige Frau und ich würde dasselbe tun.
    Die Frage lautet: Haben wir genug gelernt aus der Vergangenheit und weiter-lernt die Regierung noch, dass man seine Bürger nicht in Generalverdacht bringen darf und so behandeln, wie sie es tut.

  3. und im Falle Deutschlands ist es immer die der westlichen Siegermächte.

    Ich kann mich an eine der täglichen NS-Dokumentationen erinnern. Da meinte ein deutscher Historiker, dass Deutschland nach 1871 Elsaß-Lothringen nicht hätte "annektieren" dürfen, dann wäre der erste Weltkrieg nicht passiert. Man bedenke eine zumindest damals noch deutschsprachige Region, mit deutschen Städtenamen, deutscher Kultur, Küche, Familiennamen...in einem Augenblick der Schwäche vom zersplitterten Deutschland erobert.

    Niemals wäre derselbe deutsche Historiker auf die Idee gekommen mit eben jener Logik die Übernahme Westpreußens und Oberschlesiens durch Polen zu verurteilen und als Teilgrund für den zweiten Weltkrieg darzustellen.

    Das ist natürlich, etwas ganz anderes.

    Nur wenn der Deutsche in der Position des ewigen Schuldners ist, lassen sich EURO, Lissabon-Vertrag, ESM, EUSA ohne Volksabstimmung durchsetzen.

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    ...wurden Elsaß und Lothringen den Deutschen nach dem 30jährigen Kriege von französischen König geraubt. Dass die Deutschen nach dem 30jährigen Kriege unter regelmäßigen Überfällen und Plünderungen durch die Franzosen zu leiden hatten, die letztendlich in Napoleon gipfelten, wird in der Regel gänzlich ausgeblendet. Stattdessen beginnt die (francophile) Darstellung der Geschichte meist mit Bismarck als den vermeintlichen Unhold.

    und von ihm besetzten Gebieten begangen wurden, sind keine Propaganda, sondern Tatsachen.
    Mein andauerndes Entsetzen darüber, daß diese geschehen konnten, ausgeführt von der Generation meiner Großeltern und Urgroßeltern - also in nicht weit entfernter Vergangenheit - wird nicht gemildert durch fragwürdige oder zu verurteilende Annektionen, die andere Nationen begangen.
    Der Kulturbruch, der durch die Nazis und weite Teile der Bevölkerung erfolgte, ist nicht relativierbar.

    Schuld empfinde ich nicht, denn schuldig sind die Täter und nicht nachfolgende Generationen.

    Aber Verantwortung empfinde ich schon.
    Diese Verantwortung besteht zum Beispiel darin, daß Deutschland Flüchtlinge und Verfolgte ohne kleinliches Hickhack aufnehmen sollte. (Hätten andere Länder während der NS-Zeit nicht die von Nazis Verfolgten aufgenommen, wären noch mehr Menschen ermordet worden.)
    Oder darin, daß Deutschland nicht nur mit Verweis auf den wirtschaftlichen Nutzen besonders an der Einigung Europas gelegen sein sollte.
    Völkerverständigung und -freundschaft sollte oberste Maxime sein, wenn wir unseren europäischen Nachbarn begegnen.
    An der Stelle kann jeder Einzelne etwas tun.
    Wenn ich zum Beispiel vehement widerspreche, wenn Bekannte über angeblich "faule" GRs schimpfen, dann ist das eine Konsequenz aus der Lehre der NS-Zeit, daß deutsche Bürger sich nie wieder Verachtung für andere Völker einreden lassen dürfen.

    k.

  4. Tut mir leid, das zu sagen, aber ihr Großvater hatte in Stalingrad nichts zu suchen. Das Vaterland wird eben nicht tief im ausländischen Gebiet verteidigt. Insofern ist es schon richtig, dass ihr Großvater ein Schuldiger ist, denn er hat an einem Angriffskrieg teilgenommen, dessen Ziel es war große Landstriche fremden Gebietes zu annektieren und einen Großteil der einheimischen Bevölkerung zu töten oder umzusiedeln. Das einzig Richtige was ihr Großvater hätte tun können um keine Schuld auf sich zu laden, wäre eine Desertation gewesen. Aber dann wäre er ja ein Verräter und Feigling gewesen, stimmts ?

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    • malicia
    • 08. September 2012 18:04 Uhr

    ...er wäre tot gewesen.

    Deserteure wurden damals erschossen.

    er vermutlich auch in einem KZ gelandet.

    Was viele vergessen ist Die Wehrmacht war nur eine Armee wie die Bundeswehr Heute.

    Diese hatten Schlicht keine andere Wahl genauso wie in der Sovjetischen Armee den im Kriegsfall herrscht Kriegsrecht was bedeutet befehlsverweiterung wird mit dem Tot bestraft ohne Verhandlung.

    Viele vergleichen die Waffen SS mit der Wehrmacht und genau das ist der Fatale Irrtum.

    Ich will die Taten die auch die Wehrmacht geübt hat nicht verharmlosen oder die Schuld vermindern ich will eher darauf aufmerksam machen das die Taten der Waffen SS nicht verharmlost werden dürfen den das werden sie damit indem man die Wehrmacht mit der Waffen SS verwechselt.

    Lesen bildet.

    • Mojo86
    • 08. September 2012 17:45 Uhr

    @1.
    Also erstens ist es im Krieg genauso Mord einen Menschen zu töten wie im Frieden. Mir ist bewusst, dass sich die Menschen jener Zeit aus Zwang, Angst oder ob ihrer intensiven staatlich getragenen Sozialisation verhalten haben, sehr wohl glaube ich nicht an das Märchen, dass die Shoah nicht offensichtlich (wenn auch nicht in ihrem gesamten perversen ausmaßen)gewesen ist. Sicher kann kaum einer behaupten, er wäre damals in den Widerstand gegangen. Das erklärt jedoch nicht, dass Menschen, selbst jene der eigenen Familie an das Regime verraten wurden. Vielmehr handelte und handelt es sich um die Wirkung einer Ideologie, welche einfache, binär in gut und böse codierende Deutungsmuster für die Verschränkungen von Gesellschaft und Zeitgeschehen liefert. Kombieniert mit einerÜberspitzung des rationalen Anteils der Dialektik der Vernunft, welcher die Humanität zum Opfer fiel, wurden aus menschen Täter. Der Aspekt des Vorwurfs erscheint mir ddabei als gar nicht so wesentlich, weshalb Sie sich auch zurecht angegriffen fühlen. Wohl aber sollten wir uns derart bilden, dass jene menschenverachtenden Deutungsmuster für uns nicht mehr in frage kommen. Dafür ist nunmal die deutsche Vergangenheit ein geeignter und wichtiger Bildungsgegenstand. Allen Schlusstrichforderungen zum Tratz haoffe ich, dass dies auch so bleiben wird, auch wenn die curriculare Ausrichtung des politikunterrichtes mittlerweile in einigen Bundesländern den geschichtlichen apekt verbannt hat.

  5. hat auch mehr den Charakter eines Pavlowschen Reflexes und scheint nach der Wirkung eher darauf abgestellt das geistige Abschalten der Adressaten zu bewirken!

    Denn die möglichst genaue Kenntnis, nicht nur ins Hirn gebrannter Schlagwörter, der historischen Entwicklung die zu dem bekannten Gang der Geschichte führte, wird weitgehend ausgeblendet!

    Ich wette, und das ist auch in den Kommentaren auf ZO nicht anders,ein Großteil der Deutschen kann die Kennzeichen eines Unrechtsstaates bis jetzt nicht benennen, geschweige denn erkennen.

    Verantwortung für vergangene Taten Dritter kann und soll natürlich niemand ex post übernehmen, der noch nicht mit dem selbstständigen Denken aufgehört hat.

    Nichtsdestotrotz ist erscheint es geboten sehr genau über die notwendige moralische Verantwortung nachzudenken, die dringend benötigt wird.
    Insbesondere in den Zeiten der "Alternativlosigkeit" politischer Entscheidungen, um das Entstehen von politischen Strukturen die einen Unrechtsstaat erneut begünstigen, präventiv zu unterbinden; egal wie wohlfeil der politische Geschwätz hausieren geht!

    MfG KM

    • Anna L.
    • 08. September 2012 17:53 Uhr

    @ Jeanneret

    absolute Zustimmung zu ihren Worten!

    Die heutige Zeit mit all ihren Problemen und Widersprüchen ist ein super Nachhilfeunterricht in Geschichte. Manche Parallen fallen einem da ins Auge. Angefangen mit der Selbstentmachtung des Parlaments über die freiwillige schleichende Gleichschaltung der Medien bis hin zur Verunglimpfung sozialer Gruppen als Mittel zur Akzeptanzbeschaffung für die Politik.

    • DDave
    • 08. September 2012 17:54 Uhr

    wenn sie nur häufig genug wiederholt wird. Es gibt keine Finanzkrise, sondern eine Finanzierungskrise einzelner Staaten und diese Krise gibt es auch nur, weil diese Staaten meinten strauchelnde Banken zu retten, statt das der Markt sich selbst bereinigt.
    Aber die Krise vom Projekt EU ist dort und definitiv ist es zu begrüßen. Entweder wird dadurch das Projekt EU zum Wohle der Menschen(europäischen Völker) geformt oder das Projekt EU kann gerne scheitern. Dieses Scheitern kann in Nationalismus zurückführen, aber in Bezug auf den vielen Vorteilen vom Projekt EU, werden trotzdem die Staaten zusammenarbeiten, ohne eine nichtlegitimierte EU.
    Ein paar Jahre später können sich die Völker Europas dann zusammenschliessen und für einen gemeinsamen Staatenkonstrukt kämpfen, der dem WOhle der Menschen und der Wirtschaft dient.

    Ansonsten zur Verantwortung zur Israel: definitiv hat Deutschland das Leid von vielen Israelis zu verantworten. Dies sollte auch in der Politik als verlässlicher Bündnispartner gezeigt werden.
    Dies bedeutet aber nicht, dass De alles aus dem Palästinakonflikt kommentieren muss.
    Übrigens ist dieser Konflikt lächerlich in Anbetracht der Tatsache, dass sich in anderen Teilen der Erde die Menschen gegenseitig abmetzeln, bzw mit der Waffe Hunger spielen(z.B. Darfur, Somalia, Mexiko und die Drogenkriege).

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  • Schlagworte Nationalsozialismus | Holocaust | Israel
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