Flughafen BERDer Neustart als Farce
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Ein neuer technischer Leiter als Wundermittel

Amann soll nun der Zaubermann sein, Horst Amann, er ist so etwas wie die letzte Hoffnung des Flughafens. Seine Berufung wurde als Befreiungsschlag verkauft. Seit dem 1. August ist er der neue technische Leiter des BER, ein rundlicher, kleiner Macher mit Schnauzbart, der zuletzt Chefplaner des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport war und von dem die Kunde geht, er sei nicht nur kompetent, sondern auch durchsetzungsstark. Einer von der Sorte, die auch beim Handwerkerbesäufnis mithalten können, wenn’s drauf ankommt. Der mal laut wird, wenn’s nottut.

Ein früherer Weggefährte sagt, Amann habe enormes Selbstbewusstsein und lasse sich von niemandem aufs Kreuz legen. Außerdem habe er eiserne Nerven. Letztere wird er in jedem Fall brauchen – im Umgang mit dem Aufsichtsrat und dem Flughafenchef Rainer Schwarz, den Insider als »reputationssüchtig« beschreiben.

Schwarz und Amann, das ist in jedem Fall ein interessantes Duett. Oder wird es am Ende ein Duell? Amann, der sich nicht zu schade ist, nachts in die Gummistiefel zu springen, und Rainer Schwarz, der öfters in feinstem Schuhwerk auf der Baustelle aufgetaucht sein soll: Kann das gut gehen? »Das passt nicht zusammen«, sagt einer, der beide kennt und der früher beim BER gearbeitet hat. Er hält Amann, auf dem derzeit so viele Hoffnungen ruhen, sogar für eine Fehlbesetzung. »Sie hätten sich besser jemanden geholt, der die Baustelle und die Leute kennt. Von denen machen jetzt erst mal viele dicht, weil sie Angst haben vor ihm.«

Amann war es wohl, der jetzt den Termin für den März 2013 gekippt hat. Jetzt ist von Oktober die Rede. »Ich hoffe, dass die Politik Horst Amann nicht zu einem neuen Termin gezwungen hat, der wieder mit großen Risiken behaftet ist«, sagt Florian Fischer, der ehemalige Chefplaner des Münchner Flughafens. Fischer ist ein Baustellenprofi, der in München das Terminal 2 planmäßig an den Start brachte. »Ich habe erhebliche Zweifel, ob in dieser kurzen Zeit, die Herrn Amann zugestanden wurde, alle Risiken, aber auch alle Chancen abgeschätzt werden konnten.«

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Ein Signal gegen den Flughafen-Filz hat Amann schon mal gesetzt: In der vergangenen Woche beendete er die Zusammenarbeit mit Hermann Weber, einem Technikkontrolleur beim Projektsteuerer WSP/CBP. Dort war Weber auch für den Bereich zuständig, in dem seine eigene Firma b.i.g. aktiv war, die wiederum ausgerechnet für die Planung von Kabeltrassen und Brandschutztechnik verantwortlich war. Im Grunde war das eine schallende Ohrfeige für die Flughafenchefs, denn ihnen hätte die merkwürdige Doppelrolle Webers seit Langem bekannt gewesen sein müssen – ein krasser Fall von Interessenkollision. Aber wer würde wagen zu behaupten, das müsse ein Einzelfall sein?

Horst Amann steht vor einer schweren Aufgabe. Räumt er wirklich auf, dann wird er für Flughafenchef und Aufsichtsrat gefährlich. Aber macht er das nicht, ist womöglich wieder kein Neustart möglich.

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Leserkommentare
  1. weil die Banker und Politiker immer alles richtig machen kann man ja nun über Architekten und Ingenieure herzihen.
    Dennoch stehen leeren Versprechen und Finanzblasen, selten reale Werte gegenüber, hier allerdings, egal was passiert kommt ein wunderbares Stück Infrastruktur und eine Pforte zur Welt für Berlin und Deutschland heraus - wenn es nach mir ginge gerne auch doppelt und dreifach so teuer.

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    gleich mit Klarnamen posten!

    Die hier angesammelte Inkompetenz sollte reichen, um ganze Kontinente ins Unglück zu stürzen. Sagenhaft, wieviel Geld dort verbrannt wird.

    Hoffentlich wird dieser Herr Amann dort zum Rundumschlag ansetzen, sonst fällt die Einweihung mit dem nächsten Millenium zusammen.

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mk

  2. bundesdeutschen Steuerzahler doch bestimmt gerne den Berlinern noch eine halbe Milliarde für ihr seelenloses Stadtschloss hinterher...

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    die diesen ganzen Mist zu verantworten haben, das sind gewissenlose, kriminelle und korrupte Politiker, die die Verantwortung tragen.

    Ich würde mir sehr wünschen, das nicht immer von "den Berlinern", also den Bürgern dieser Stadt, die Rede wäre.

    • edgar
    • 07. September 2012 9:17 Uhr
    12 Leserempfehlungen
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    passiert gar nichts, schon bei der Vergabe war die Staatsanwaltschaft tätig und die Firmen die da wiedermal involviert waren, haben ja schon ein Liste die kleinere Firmen ein Leben lang in D von öffentlichen Vergaben ausgeschlossen würden.

    Auch stellt sich die Frage welche Qualifikation Herr Schwarz und Herr Körtgen haben oder hatten um dort tätig zu werden.

    Der FLughafen zeigt eines der Hauptprobleme D in dieser Zeit auf, Korruption bzw. Nepotismus, Gender und Vitmain B als Hauptvoraussetzungen bei Stellenbesetzungen kann auf die Dauer nicht gut gehen.

    Kann man eigentlich eine Strafanzeige gegen die Verantwortlichen wegen Veruntreuung des Vermögens deutscher Steuerzahler stellen oder müsste nicht die Staatsanwaltschaft selbstständig aktiv werden bei einem Anfangsverdacht?

    • CM
    • 07. September 2012 9:20 Uhr

    An ehemaligen Militärstandorten in der Bundesrepublik werden seit Jahren mit Erfolg sogenannte Konversionsprojekte durchgeführt - Kasernen werden zu Appartments, Panzerhallen werden abgerissen und das Gelände begrünt.

    Dieses Beispiel sollte in Berlin Schule machen.

    Mein Vorschlag: Wiederaufforstung. Das kommt bedeutend billiger als den Wahnsinn mit noch mehr Steuern weiterzuführen.

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    Mitteln von Lnad & Bund werden u.a. den Liegenschaften benachbarte Grundstücke, welche zuvor praktisch wertlos waren, auf Kosten des Steuerzahler plötzlich extrem wertgesteigert!

    Und raten Sie mal wem solche Grundstücke i.d.R. gehören?
    Tapferen Parteisoldaten oder parteiverbundenen Stiftungen u.ä. Körperschaften....

    MfG KM

  3. gleich mit Klarnamen posten!

    Die hier angesammelte Inkompetenz sollte reichen, um ganze Kontinente ins Unglück zu stürzen. Sagenhaft, wieviel Geld dort verbrannt wird.

    Hoffentlich wird dieser Herr Amann dort zum Rundumschlag ansetzen, sonst fällt die Einweihung mit dem nächsten Millenium zusammen.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf ""teurer und teurer""
    • zartosh
    • 07. September 2012 9:31 Uhr

    Haben diese Generalplaner schon mal so ein Projekt erfolgreich abgewickelt ? Wer hat die Referenzen geprüft ?
    Im Normalfall sollte es so laufen, dass irgendein Architekt mit seinem mehr oder weniger kühnen Entwurf den Wettbewerb gewinnt, die Regierung/der Senat kaufen den Entwurf und setzten dann richtige Ingenieure an die Genehmigungs- und Ausführungsplanung und wenn die steht, wird gebaut. Da allerdings heute blauäugige Architekten und unwissende BWLer meinen in die Planung eingreifen zu können klappt nichts mehr, die Politik setzt dann Termine nach Haushalts- und Wahlkampflage, es wird gebaut bevor alles durchgeplant ist und das Chaos ist perfekt. Schönes Beispiel ist die Elbphilharmonie Hamburg.
    Wir bauen nicht mehr in der Steinzeit, heute sind bis zu 80% Technik und vielleicht 20% klassischer Rohbau, da braucht es viele viele gut ausgebildete und schon in der Planung vernetzte Fachingenieure und keine Gestaltungsarchitekten.

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    • Chali
    • 07. September 2012 9:32 Uhr

    für alles verantwortlich gemacht werden.

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    Nämlich die 68-er, die sind immer Schuld.

  4. Ob Stuttgart 21 das noch übertreffen kann?

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    Das wird exakt das gleiche finanzielle Massengrab wie BER - wenn auch aus anderen Gründen. Beim BER, der ja überirdisch liegt, sind es ja offensichtlich vor allem Planungs- und Ablauffehler der Politiker bzw. des Managements. In Stuttgart hingegen ist noch längst nicht klar, was bei Probebohrungen und dgl. zutage tritt, man weiß bis heute rein nichts, was einen da erwartet. Und da Sicherheit ja über alles geht, wird da vermutlich auch 110%ig gearbeitet, mit dem Effekt, daß die Summen, die heute zu diesem Projekt zur Debatte stehen, spätestens bei Baubeginn Makulatur sind. Wenn dabei - wie beim BER - unterm Strich etwa das Doppelte steht, ist man bei S21 vermutlich noch gut bedient.

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