StilkolumneGeld stinkt nicht

Tillmann Prüfer über Markendüfte von 

"Rebel at Heart" und "Glam N Soul" von Thoams Sabo

"Rebel at Heart" und "Glam N Soul" von Thoams Sabo  |  © Peter Langer

Es ist ein bisschen in Mode gekommen, sich über den Duftterror aufzuregen. Schließlich muss man nur vor einem Duschgel-Regal im Supermarkt stehen, um dort einem ganzen Obstsalat von Aromen zu begegnen: Von Apfel-Passionsfrucht bis Cranberry-Zimt wird alles geboten. Hinzu kommen die vielen Duftanschläge, denen man ausgesetzt ist. Ob Kaufhäuser, Hotels oder Flugzeuge – immer mehr Unternehmen warten heute mit einem corporate scent auf. Man soll schon mit der Nase erkennen, wo man sich gerade befindet.

Gerüche sind nun mal sehr einprägsam. Sie graben sich tief ins Gedächtnis ein und verbinden sich auch nach Jahren noch mit positiven wie negativen Erinnerungen. Entsprechend ausgeprägt ist das Bedürfnis der verschiedensten Marken, ihren Namen mit einem Duft assoziiert zu wissen. Der Parfummarkt boomt sowieso: Mehr als 800 Düfte werden pro Jahr herausgebracht.

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Und zwar längst nicht mehr ausschließlich von Kosmetik- und Modemarken. Auch solche Hersteller, die mit Wohlgerüchen wenig zu tun haben, entwerfen heute immer öfter Düfte: Es gibt zum Beispiel nicht nur einen Ferrari-Duft, sondern neuerdings auch ein " Mercedes-Benz Perfume". Allerdings wird es immer schwieriger, sich auf dem unübersichtlichen Duftmarkt einen Platz zu erkämpfen. Deshalb werden erhebliche Summen in die Werbung gesteckt sowie auch in die beauftragten Parfumeure. Zum Beispiel hat der Silberschmuck-Hersteller Thomas Sabo für das Duft-Debüt seiner Marke gleich zwei Topleute beauftragt: Geza Schön entwickelte für Sabo "Glam ’n Soul" und Mark Buxton "Rebel at Heart".

Alle Kolumnen von Tillmann Prüfer im Überblick

Alle Kolumnen von Tillmann Prüfer im Überblick   |  © Peter Langer

Bei der ganzen Aufregung um neue Düfte sollte man sich bewusst machen, dass Parfums ursprünglich nicht erfunden wurden, um Menschen olfaktorisch zu pimpen, sondern allein um allzu verstörende Gerüche zu überdecken. Einer der ersten wohlparfümierten Herrscher, König Ludwig XIV. von Frankreich , soll sich in vier Jahren nur ein einziges Mal gewaschen haben. Und unter seinem Nachfolger, Ludwig XV., wurden nicht nur Kleidungsstücke, sondern auch Fächer und Möbelstücke mit Parfum besprüht. Die Beduftung von allem und jedem gab es also auch früher schon.

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Leserkommentare
  1. ....in der Werbung des aktuellen ZEIT Magazines:
    EKELHAFT, dieser "Duft" einer parfümierten
    Armani-Werbebeilage, welcher mich bei Lektüre
    des ZEIT Magazines belästigt,

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  • Schlagworte Geld | Mercedes-Benz | Duft | Flugzeug | Gedächtnis | Hotel
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