Koreas Autobauer : Die haben verstanden
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"Sie haben verstanden, dass sie in Europa europäisch sein müssen"

»Palli, palli«, koreanisch für schnell, schnell, sei oft zu hören. Hyundai könne man in dieser Hinsicht mit anderen koreanischen Konzernen wie Samsung und LG vergleichen, die hätten den Markt für Flachbildfernseher oder Smartphones aufgemischt und etablierte Firmen wie Sony oder Nokia abgehängt.

Die jüngsten Verkaufserfolge bei Kia – und auch bei Hyundai, das mit einer 5-Jahres-Garantie nachzog – sprechen für die Strategie. Aber die Koreaner wollen weiter wachsen. »Noch sind unsere Produkte besser als das Image«, sagt Oeyen. Immerhin hat das Sponsoring bei der Fußball-WM die Markenbekanntschaft von Kia/Hyundai kräftig erhöht.

Natürlich sei die strenge Hierarchie in einem koreanischen Konzern für europäische Mitarbeiter nicht immer einfach, aber andererseits wisse man in Seoul, dass man aus Korea heraus nicht alles schaffe – »man kauft sich Talent ein, und man hört zu«, schildert Oeyen seine Erfahrungen.

»Die Koreaner treffen mit ihrem frischen Design den Zeitgeist«, stellt Roland-Berger-Berater Kalmbach fest, »die Produkte haben mit den alten Billigautos nichts mehr zu tun. Sie haben verstanden, dass sie in Europa europäisch sein müssen.« In dieser Hinsicht hätten sie Toyota und die anderen Japaner überrundet. Die langen Garantiefristen zeigten den Glauben an die eigene Qualität. Das wird von den Kunden wahrgenommen. Man liegt nicht mehr daneben, wenn man einen Koreaner fährt.

Know-how aus allen Regionen. Die Beispiele aus Frankfurt und Rüsselsheim zeigen das Prinzip der erfolgreichen Hyundai/Kia-Wachstumsstrategie: Man zapft in der jeweiligen Weltregion das vorhandene Know-how an, holt sich einheimische Talente, um die jeweiligen Platzhirsche mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Kleine, preiswerte Autos baut Hyundai in Indien, die Elektronikentwickler sitzen in Japan, große Fahrzeuge werden in Amerika entworfen, technische Neuerungen und Modelle speziell für Europa in Deutschland. In Korea wird alles perfektioniert.

»Die Kompetenzen sind schlüssig auf die Weltregionen aufgeteilt«, sagt Ingenieur Grimm, »wir müssen nicht immer die Trendsetter sein, konnten von Amerikanern den Managementansatz, von den Japanern das Qualitätsdenken und den Deutschen Gründlichkeit und Innovationskultur lernen.«

Trotz aller Internationalität herrsche, schon durch die Dominanz der Familie Chung, die Atmosphäre eines Familienunternehmens, erzählen die Europäer in koreanischen Diensten.

In diesem Jahr will Hyundai/Kia schon mehr als sieben Millionen Autos verkaufen. Volkswagen gilt als großes Vorbild, noch liegen die Korea-Marken imagemäßig zurück. »Wir haben mit dem neuen Golf den Abstand zu den Koreanern wieder vergrößert«, sagte VW-Chef Martin Winterkorn bei der Präsentation des Golf VII vor wenigen Tagen in Berlin.

Bislang war Hyundai in der Verfolgerposition, konnte sich vieles bei den Konkurrenten abschauen. Wenn sich die Marken aber weiter nach oben entwickeln wollen, müssten sich die Koreaner von der Rolle des bloßen Nachahmers emanzipieren, mit eigenen Neuerungen Zeichen setzen, sagt Branchenexperte Bratzel. »Das waren jetzt tolle fünf Jahre für Hyundai und Kia. In Zukunft wird es schwieriger.«

Kommentare

37 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Seit wann zahlen die Spanier/Polen/Slowaken unsere Rente?

Ok, ersetzen Sie "Golf" durch "Polo". Der kommt aus einem Werk in Spanien. Was sagen Sie dann?

Im Übrigen: Scirocco, Sharan und Eos werden in Portugal gebaut, der Caddy und der T5 in Polen. Der Touareg kommt bekanntlich aus Bratislava. Der up! übrigens auch. Und der Beetle, der Jetta und der Golf Kombi werden aus Mexiko importiert. Und sie alle gelten als Premium-superduper-deutsche Wertarbeit (mit entsprechendem Aufschlag zu den Koreaner, die übrigens in der Türkei fertigen (i20) oder in Tschechien (i30)).

aber es geht doch nicht um die Rente

es geht um den Wettbewerb und um ein gutes Auto in der Garage. Außerdem, wenn jeder so denkt wie sie wird Volkswagen irgendwann unaufholbar abgehängt, da es die Lektion des Marktes nicht lernen konnte die da heisst: bessere Autos bauen!

Sonst siehts in deutschlands Autowerken irgendwann so aus wie in Frankreich und Italien. Das hilft ihnen auch nicht bei der Suche nach ihrer Rente.

Nicht ganz korrekt

Das mit dem T5 stimmt nicht. Viele Modelle werden logischerweise in verschiedenen Werken gebaut, meist stark angepasst an die jeweiligen Märkte. VW hat sein europäisches Stammwerk für PKW immer noch in Wolfsburg und das für Nutzfahrzeuge in Hannover.

VW-Werke in BRD (ohne Audi, MAN etc.)
Wolfsburg: Golf, Golf Plus, Tiguan, Touran
Osnabrück: Golf Cabrio
Zwickau: Golf, Passat
Emden: Passat mit Variant, CC
Dresden: Phaeton
Hannover: T5, Amarok
Düsseldorf und Ludwigsfelde: LT (mit Mercedes)
diverse: Motoren, Komponenten

Werke anderswo in Europa:
u.a. Up, Polo, Eos, Scirocco, Caddy, Sharan, Touareg. Wobei Entwicklung/ Motoren/ Komponente etc. jeweils oft auch Deutsche Jobs sichert.

Also das sind trotz allem hunderttausende Arbeitsplätze in D und VW zahlt mW relativ gut. Zudem hängen an Industriearbeitsplätzen immer noch je 3,4 mehr Jobs dran.

Kapazitätsüberhang

Als in den USA der Automarkt einbrach (von 17 Millionen auf unter 11 Millionen!) reagierten die Hersteller mit Werksschließungen. Heute wird in den USA mit dem Bau von Autos wieder Geld verdient.

Als in Europa der Automarkt einbrach, reagierten die Regierungen mit subventionierten Kaufanreizen. Als die Subventionen ausliefen, sackten die Verkaufszahlen wieder ab. Anstatt die Kapazitätsüberhänge abzubauen, schleppten die Hersteller diese mit und schreiben heute tiefrote Zahlen.

Selbst wenn es Hyundai/Kia auf dem europäischen Markt nicht gäbe, würden Renault, Peugeot, Fiat, Ford und Opel auch nicht profitabel arbeiten. Und ob der Volkswagen-Konzern wirklich mit seinen europäischen Werken profitabel ist oder nur Gewinne die außerhalb Europas entstehen (China) intern geschickt verrechnet werden, weiß man nur bei VW selbst.

An Werksschließungen geht kein Weg vorbei. Doch der Politik werden noch viele Subventionen einfallen, das unvermeidliche hinauszuzögern.

@2...

Das ist das gleiche Prinzip wie bei den Banken, es wird nicht das Problem erledigt, sondern die Zeit für die Bekämpfung der Symptome erkauft und irgendwann bricht es ehe zusammen.
Alles eine Frage der Zeit.
Das versteht eigentlich jeder normaler Mensch, nur die Politiker nicht, sie lassen sich auch noch von diesen Leuten beraten, die ganz sicher !1! keine eigene Interessen verfolgen.

Garantie 7 Jahre = Vertrauen in sein Produkt

Ich bin ein Anhänger Deutscher Automobilbauer, jedoch muss ich feststellen, dass die Koreaner sehr schnell begriffen haben, das die früheren Tugenden der deutschen Autobauer ein sehr gutes Werbeargument ist.

Jedoch kann dieses nur auf dem Markt verkauft werden, wenn man selbst an die Qualität glaubt. Deshalb diese 7 Jährige Garantie.

Wenn man sich jedoch den Garantie-Eiertanz der deutschen Hersteller ansieht, begreift man sehr schnell, dass diese an Ihre Produkt-Qualitäten langfristig den Glauben verloren haben.

Ansonsten wäre die von Ihnen gepriesene "Deutsche-Qualität" mit einer 2 Jahres Garantie bzw. Gewährleistung nicht zu erklären.

Da Kia es verstanden hat deutsche Ing.Kunst für sich zu gewinnen, Fahrzeuge in der EU entwickeln und bauen zu lassen, ist eine gute und werbewirksame Entscheidung gewesen.

Somit ziehen die Argumente der Deutschen-Marken-Verkäufer nicht mehr, es würde sich nur um billige Autos aus Asien handeln.

Ausserdem muss man nicht ständig etwas neues erfinden was schon längst auf dem Markt vorhanden ist. Vielmehr sollte mann vorhandene Technik zuverlässiger machen, vorhandene Technik nutzen und besonnen weiterentwickeln.

Das besten Beispiel hierfür sind die Comand-Anlagen welche zu preisen verkauft werden, die jedem den Atem raubt, mit einer Technik die jedes moderne Phon bei weitem übertrifft.

Diese Jungs haben verstanden worauf es ankommt, eben ein grosses Familien-Unternehmen.

Wie früher in Old GERMANY.

Volle Zustimmung in diesem Punkt

"Ausserdem muss man nicht ständig etwas neues erfinden was schon längst auf dem Markt vorhanden ist. Vielmehr sollte mann vorhandene Technik zuverlässiger machen, vorhandene Technik nutzen und besonnen weiterentwickeln."

Ich sehe das aber bezogen auf das Gesamtpaket Auto, nicht nur auf teure Gimmicks. Oft sind die Autos technisch gerade erst ausgereift, wenn schon wieder der Nachfolger präsentiert wird. Ich würde prinzipiell daher eher ein junges Auslaufmodell einer guten Baureihe zwei, drei Jahre nach seiner Ablösung mit wenig km kaufen als einen Neuwagen - trotz fehlender Garantie. Denn so hat man das ausgereiftere Auto mit entsprechenden Modellpflegen und Nachbesserungen sowie einem zumeist völlig ausreichendem Innovationsstand zum viel besseren Preis. Ist aber alles Geschmacksache. Manche mögen halt immer das Neueste haben und stören sich dann auch nicht an den Kinderkrankheiten. Tatsächlich wird die Qualität ja insgesamt auch immer besser.

7 Jahre Garantie

Ich stimme Ihnen im vollen Umfang bei, die DeutschenAutomobilbauer sollten sich wirklich auf die Alten Werte besinnen.

Es wirklich verwunderlich, dass für eine Steinzeit Technologie "Commandsysteme" Unsummen bezahlt ohne eine wirklich Zeitgemäße Gegenleistung zu bekommen.

Das liegt sehr wohl daran, dass mann bei den Zusatzgeräten die Gewinne optimiert.

Es ist nicht anzunehmen, dass sich dieses ändert.

Ich habe mir am Wochenende die Zeit genommen und bei Französischen und Koreanischen Herstellern vorbei zu schauen und habe mir in aller Ruhe diese Modelle angeschaut, es wundert mich heute nicht mehr warum die Franzosen Probleme haben.

Bestes Beispiel, dass Autos zu Vernünftigen Preisen produziert werden sieht mann bei Skoda.

Ich sehe nicht ein Premium Modele deutscher Hersteller zu kaufen welche ausserhalb der EU billig produziert werden um diese hier zu Premium Preisen zu verkaufen.

Deshalb bleibe ich ausschließlich bei den Produkten welche unter Deutschen Autobauern in der EU produziert werden. Auch wenn diese Garantie nur 2 Jahre ist.

Ich bin jedoch überzeugt es werden sich in naher Zukunft die Garantiebedingungen ändern.