Martenstein"Ein Aufreger-Ei ist besser als ein Konsens-Ei"

Harald Martenstein über Geschlechtertheorien.

Alle Kolumnen von Harald Martenstein aus dem ZEITmagazin zum Nachlesen

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Die Firma Ferrero macht Werbung für sogenannte Überraschungseier aus Schokolade, die speziell für Mädchen gemacht sind. Diese Eier sind schweinchenrosa verpackt. Die Werbung ist eine einzige Orgie in Rosa. Erwartungsgemäß gab es Proteste, weil mit der Farbe Rosa ja auf billigste Weise historisch überholte Geschlechterklischees bedient werden. Mädcheneier rosa, Bübcheneier hellblau – provozierender geht es kaum. Ich vermute stark, dass die Werbeagentur feministische Proteste einkalkuliert hat. Ein Aufreger-Ei, das politische Debatten in intellektuellen Milieus anstößt, ist aus kaufmännischer Sicht weit besser als ein Konsens-Ei, über das von CSU bis Linkspartei alle sich einig sind.

Eine Kulturwissenschaftlerin hat mir erklärt, dass noch im 19. Jahrhundert die Farbe Rosa für die Kleidung von Knaben verwendet wurde und die Farbe Blau für Mädchen. Das ist alles nur Kultur, sagte die Kulturwissenschaftlerin. Wenn sich die Gesellschaft morgen darüber kulturell verständigt, dass Grün die Mädchenfarbe ist und Gelb die Bübchenfarbe, und wenn sich alle daran halten, dann ziehen die Mädchen sich übermorgen lindgrüne Trachtenjanker an. Und überübermorgen gibt es dann Proteste dagegen. Proteste sind auch Kultur.

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Jeder, der mal Jungen und Mädchen hat aufwachsen sehen, weiß, dass sie irgendwann anfangen, sich auf extrem klischeehafte Weise wie Jungen und Mädchen aufzuführen. Als mein Sohn klein war, hat meine Oma ihm oft Puppen geschenkt. Er wollte aber mit Autos spielen. Ich glaube nicht an die Verschwörungstheorie. Die Verschwörungstheorie lautet, dass all diese Verhaltensweisen auf unbewusste Manipulation durch die Erwachsenen zurückzuführen sind. Mädchen und Jungen möchten einfach ihre Identität finden. Wenn man der Natur ihren Lauf lässt, kommen am Ende verschiedene Geschlechter heraus, die sich, trotz vieler Gemeinsamkeiten, in ein paar Punkten unterschiedlich verhalten.

Ich frage mich, was daran schlecht sein soll und wieso man es ändern will. Ein Einheitsgender, die Mauen oder die Fränner oder wie immer das dann heißt, so was wäre doch total langweilig. Frauen und Männer in klischeehaften Situationen – ich bin dafür. Bei den Schnecken gibt es das Gegenteil ja bereits, Schnecken haben alle ein Einheitsgeschlecht. Bis zu meinem letzten Atemzug werde ich dagegen kämpfen, dass die Schnecke in unserer Gesellschaft das neue Rollenmodell wird. Rumschleimen, Salat essen, überall zu spät kommen und ein einziges Geschlecht haben, ich toleriere das, ich kann damit umgehen, aber es soll bitte nicht Pflicht werden.

Ich möchte etwas Privates enthüllen. Meine Oma hat auch mir oft Puppen geschenkt. Ich weiß nicht, wieso. Sie war nicht auf dem Gender-Trip, sie hat nicht Judith Butler gelesen, sie war lediglich ein bisschen unkonventionell. Einen nicht unwesentlichen Teil meiner Kindheit habe ich folglich damit verbracht, Puppen an- und auszuziehen. Das hat Spaß gemacht, auch wenn ich dadurch falsche Vorstellungen von der weiblichen Anatomie bekommen habe. Puppen sind in dieser Hinsicht ein bisschen unrealistisch, was Jungen, die mit Puppen spielen, leider nicht immer gleich wissen. Und? Am Ende der Puppenspielerei bin ich vermutlich der gleiche Typ geworden, der ich sowieso bin, ein Typ, der es völlig egal findet, ob Mädchen rosa Eier essen oder giftgrüne Eier oder gar keine Eier, ein Typ, der nicht daran glaubt, dass man mithilfe von Erziehung Menschen in andere Menschen verwandeln kann, mehr noch, ein Typ, der genau dies gut findet.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leserkommentare
    • Kometa
    • 20.09.2012 um 10:24 Uhr

    "Firma Ferrero macht Werbung für sogenannte Überraschungseier" - und Meister Martenstein keine.
    Da können sich "Mauen oder die Fränner" - oder muss es heißen Fränner und Mauen? - ob ihrer eigenen Nichtexistenz totlachen, natürlich. (Sie können auch gar nicht lesen. Was schade ist.)

    • Kometa
    • 20.09.2012 um 10:27 Uhr
    2. Rosé?

    Pardon:
    So sieht das aus: Rosa- bis-Rose-Übersachungseier für Mädchen: grauslich:
    http://polpix.sueddeutsche.com/polopoly_fs/1.1446224.1345559626!/image/image.jpg_gen/derivatives/860x860/image.jpg

  1. Lieber Herr Martenstein, soviel Klugheit. Und dennoch soviel Angst, dass keine Wahrheit sei. Die zitierte Kulturwissenschaftlerin teilt ja nur mit, was mutige Menschen zu denken wagen. Und ist damit auf dem Stand des aktuellen wissenschaftlichen Diskurses, der das bislang plausibelste Modell darstellt, Genderkonstruktionen zu begreifen wie diees völlig arbiträre Farbzuweisung. Die Fränner-Mauen-Kategorieen des 20. Jahrhunderts helfen da nicht wirklich weiter.
    Es hat übrigens auch noch keiner das Gen identifiziert, das das Puppenspiel auslöst und die Natur in ihrem freien Lauf hat bislang auch keine Puppen auf Bäumen wachsen lassen.
    Daß Sie das trotzdem, extrem gegenklischeehaft übrigens, getan haben (mit Puppen spielen), ist wohl der Grund dafür, daß Sie ein so sympathisches, differenziertes Männer-Weichei geworden sind. Das ist ein Kompliment!

    2 Leserempfehlungen
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    Gendertherorie gilt als Pseudowissenschaft. Norwegen hat die Förderung mittlerweile komplett eingestellt.

    Ein Klischee, "über das von CSU bis Linkspartei alle sich einig sind": Der Mann geht zur Arbeit. Die Frau darf dann auch wählen, ob sie auch ein bisschen arbeiten gehen oder zuhause für die Küche sorgen will.
    .
    Ich bleibe zuhause, mache die Küche, und meine Spitzbübin geht arbeiten. Wenn ich mal nicht in Berlin bin, komme ich mir ungeheuer schwul damit vor, wie in Kästners Gedicht "Ragout fin de siècle": Hier sind die Frauen Männer - hier sind die Männer Frauen
    .
    Selbst Frauen, die in allen Männern vertrottelte, schwanzgesteuerte Zombies sehen, die man mal tüchtig zurechtbimsen müsse, damit sie wenigstens den Müll runterbringen, fühlen sich provoziert: "Nee, nich wirklich, oder? Was, Spitzbübin, und das machst du mit?"

    • th
    • 21.09.2012 um 18:28 Uhr

    "hjernevask" vom Norwegischen Fernsehen, z.B. hier:

    http://www.youtube.com/wa...
    und folgende

    Oder schauen Sie hier:
    http://en.wikipedia.org/w...

    Sie werden sich wundern.

    "Die zitierte Kulturwissenschaftlerin teilt ja nur mit, was mutige Menschen zu denken wagen. Und ist damit auf dem Stand des aktuellen wissenschaftlichen Diskurses, der das bislang plausibelste Modell darstellt, Genderkonstruktionen zu begreifen"

    Gendertherorie gilt als Pseudowissenschaft. Norwegen hat die Förderung mittlerweile komplett eingestellt.

    Ein Klischee, "über das von CSU bis Linkspartei alle sich einig sind": Der Mann geht zur Arbeit. Die Frau darf dann auch wählen, ob sie auch ein bisschen arbeiten gehen oder zuhause für die Küche sorgen will.
    .
    Ich bleibe zuhause, mache die Küche, und meine Spitzbübin geht arbeiten. Wenn ich mal nicht in Berlin bin, komme ich mir ungeheuer schwul damit vor, wie in Kästners Gedicht "Ragout fin de siècle": Hier sind die Frauen Männer - hier sind die Männer Frauen
    .
    Selbst Frauen, die in allen Männern vertrottelte, schwanzgesteuerte Zombies sehen, die man mal tüchtig zurechtbimsen müsse, damit sie wenigstens den Müll runterbringen, fühlen sich provoziert: "Nee, nich wirklich, oder? Was, Spitzbübin, und das machst du mit?"

    • th
    • 21.09.2012 um 18:28 Uhr

    "hjernevask" vom Norwegischen Fernsehen, z.B. hier:

    http://www.youtube.com/wa...
    und folgende

    Oder schauen Sie hier:
    http://en.wikipedia.org/w...

    Sie werden sich wundern.

    "Die zitierte Kulturwissenschaftlerin teilt ja nur mit, was mutige Menschen zu denken wagen. Und ist damit auf dem Stand des aktuellen wissenschaftlichen Diskurses, der das bislang plausibelste Modell darstellt, Genderkonstruktionen zu begreifen"

  2. Schlechte bis miserable PR-Arbeit der Ferrero Manschaft.
    Eier für Deutschland müssen in den Farben Schwarz-Rot-Gold
    ausgeliefert werden.
    Deutsche Eier für deutsche Menschen.
    Was denn sonst?
    Deutsche lieben keine Überraschungen und schon gar
    keine Eier der Überraschung.

    Eine Leserempfehlung
    • Meykos
    • 20.09.2012 um 19:14 Uhr

    "Ich frage mich, was daran schlecht sein soll und wieso man es ändern will. Ein Einheitsgender, die Mauen oder die Fränner oder wie immer das dann heißt, so was wäre doch total langweilig."

    Männer sind im Grunde wie Fauen - nur in einigen Bereichen wesentlich "erfolgreicher". ;-)

    Laut dieser Statistik zumindest:

    http://meykosoft.jimdo.co...

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    • Bommel
    • 21.09.2012 um 9:35 Uhr

    diese Statistik lässt nichts Gutes für die Männer erahnen:
    In die Aufsichtsräte kommen ja demnächst mehr Frauen, dann wird es noch mehr Männer in die Obdachlosigkeit treiben....;)

    • Bommel
    • 21.09.2012 um 9:35 Uhr

    diese Statistik lässt nichts Gutes für die Männer erahnen:
    In die Aufsichtsräte kommen ja demnächst mehr Frauen, dann wird es noch mehr Männer in die Obdachlosigkeit treiben....;)

    • Behh
    • 20.09.2012 um 20:13 Uhr

    Der norwegische Komiker Harald Eia hat vor zwei Jahren Gender-Theoretiker mit den Aussagen von Wissenschaftlern konfrontiert, dann umgekehrt, dann zurück zu den Genderern, und so weiter. Die TV-Sendung ist einfach im Netz zu finden. Die Wissenschaftler haben von ihren Studien berichtet, mit denen sie erforscht haben, welches geschlechtsspezifische Verhalten angeboren, welches erlernt ist. Sie haben vorsichtige und differenzierte - sprich: wissenschaftliche - Schlußfolgerungen gezogen. Die erstaunlich selbstbewußten Genderer ließen sich davon nicht beeindrucken und haben alles, was nicht mit ihrer Meinung übereinstimmte, als Vorurteil, überholt, falsch und böswillig weggewischt. Es war grausam. Wenn die Theorie nicht mit der Realität übereinstimmt, geht das nur in der Theorie schlecht für die Wirklichkeit aus. Es sein denn, jemand mit Macht hält schützend die Hand über die Theoretiker.

    Es war ein schwarzer Tag für das angeblich so aufgeklärte und moderne Norwegen. Wie kann es sein, daß heutzutage noch ein Hofnarr kommen muß, um darauf hinzuweisen, daß der Kaiser nackt ist - und seine Untertanen blind oder verblendet?

    Der Überraschungs-Eia hat drei Dinge auf einmal geschafft. Er hat das "Gender Equality Paradox" gelöst, in Norwegen mächtig viel Staub aufgewirbelt und die Luft gereinigt. Ferrero sollte ihm ein Sonderei widmen.

    6 Leserempfehlungen
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    Köstlich!

    Wann wohl DIE ZEIT über jene bahnbrechende Entwicklung in Norwegen berichten darf? Zumal doch Chefkonstruktörin Butler gerade das Goldene Adorno-Ei überreicht bekam.

    Köstlich!

    Wann wohl DIE ZEIT über jene bahnbrechende Entwicklung in Norwegen berichten darf? Zumal doch Chefkonstruktörin Butler gerade das Goldene Adorno-Ei überreicht bekam.

  3. "... dass die Schnecke in unserer Gesellschaft das neue Rollenmodell wird. Rumschleimen, Salat essen, überall zu spät kommen und ein einziges Geschlecht haben"

    Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen :-)

    4 Leserempfehlungen
  4. ...wenn das Mädchen bewusst darauf hin erzogen wird, dass es statt Matchbox spielen lieber Nadelarbeiten machen soll. Oder Puzzles. Oder was auch immer. Während draußen die Jungs Fußball spielen. In meiner Generation (und das ist noch nicht allzulange her) wurde von uns schon noch ein rollenspezifisches Verhalten verlangt. Ich bekam immer rosa angezogene Püppchen geschenkt, obwohl ich damit nie spielte, weil ich Spielzeugautos und draußen rumtoben immer interessanter fand. Interessierte nur keinen.

    Also ich bin keine aktive Feministin, aber dass Rollenbilder nicht auf die Manipulation der Erwachsenen zurückzuführen sind, ist ja nun wirklich ein Witz.

    Wenn man der Natur freien Lauf ließe: Jaja, dann würden sich wahrscheinlich die Kinder selbst aussuchen, was sie spielen wollen. Da greift auch mal ein Junge zur Puppe und ein Mädchen zum Auto. Es gibt außer blau und rosa noch so viele andere Farben. Da das Kind aber gemeinhin über keine Mittel verfügt und auch relativ selten selbstständig einkaufen geht, ist es abhängig von den Eltern und davon, was diese ihm anbieten.

    Also ist dies sehr wohl eine Manipulation und noch nicht mal eine unterbewusste. Bitte verbreiten sie nicht den Irrglauben, dass sei alles "der natürliche Lauf der Welt", nur weil sie den Gedanken hinter dem Feminismus nicht verstehen.

    3 Leserempfehlungen
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    Sie schreiben: "Ich bekam immer rosa angezogene Püppchen geschenkt, obwohl ich damit nie spielte, weil ich Spielzeugautos und draußen rumtoben immer interessanter fand."

    Die rosa Püppchen haben aber bei Ihnen doch gar nichts bewirkt, außser dem Ärger, das falsche Spielzeug geschenkt bekommen zu haben. Sie haben sich dadurch nicht beeinflussen lassen.

    Ich entstamme vermutlich ebenfalls Ihrer Generation und auch ich habe nie Gefallen an Nadelarbeiten gefunden. An Puppen allerdings schon. Aber auch an elektrischen Eisenbahnen. Zum Glück durfte ich beide Lieben ausleben.

    Kinder lassen sich nicht in eine bestimmte Geschlechterrolle hineinmanipulieren. Sie wissen sehr genau, was sie wollen. Und das ist bei vielen Mädchen eben das Spielen mit Puppen und bei vielen Jungs das Spielen mit Autos. Bei Vielen, wohlgemerkt, nie bei allen.

    Und das ist für sich genommen überhaupt nicht schlimm. Fragwürdig wird es dann,wenn die sogen. Mädchenspiele als minderwertig bewertet werden und das tun leider ausgerechnet die Genderisten.

    Und wie ist die Manipulation bei Ihnen ausgegangen? Entsprechen sie jetzt dem Klischee, das damals aus Ihnen gemacht werden sollte? Stricken sie vielleicht abends? Ich will nicht sagen, dass die Manipulierversuche nicht wahrscheinlich eher unangenehm waren, und ich bin auch strikt dagegen, dass Kinder in irgendeine Rolle gezwängt werden. Es ist wichtig, das Kind so zu sehen und zu nehmen, wie es ist. Aber die Eier manipulieren das Kind nicht, egal wie rosa oder blau sie sind, sondern wenn dann die Eltern, die das Kind drängen, dieses rosa Ei zu nehmen und nicht das andere. Und es ist immer noch etwas anderes, wenn ein Kind nicht Fußball spielen darf oder wozu es auch immer Lust hat, als wenn ihm einfach eine Puppe zum spielen angeboten wird und es sich aussuchen kann, was es damit macht. Solche Manipulation ist eine Frage der Einstellung von Erwachsenen gegenüber Kindern und eigentlich ganz unabhängig von der Genderfrage, man kann Kinder auch in ganz geschlechterunabhängige Rollen drängen, die sie nicht wollen.

    ...das eben genau diese Abneigung gegen Rosa Farbe und Mädchenspielzeug eine Folge dieser Manipulation ist? Es geht doch darum, neutral JEDES Spielzeug entweder gleich gut oder schlecht zu finden...Das darf niemals abhängig gemacht werden von Geschlechterfragen!!!
    Diese Manipulation ist so ausgegangen, dass ich heute (trotz Fähigkeit zur Distanz) mich heute erwische dabei, Spielzeug in Mädchen- ud Jungskram einzuteilen, was aber totaler Nonsens ist. Denn hier beißt sich wieder die Katze in den Schwanz! Wenn ich dann Kinder habe, kaufe ich dem Jungen ein bestimmtes Spielzeug nicht, weil ich es aufgrund meiner Sozialisation als Mädchenkram abgestempelt habe. Das ist das Problem!!! Glücklicherweise habe ich die Fähigkeit, jetzt als Erwachsene auf mein VErhalten korrigierend einzuwirken, dieses Glück hat aber nun mal nicht jeder. Deshalb sollte man eben aufhören damit.

    Sie schreiben: "Ich bekam immer rosa angezogene Püppchen geschenkt, obwohl ich damit nie spielte, weil ich Spielzeugautos und draußen rumtoben immer interessanter fand."

    Die rosa Püppchen haben aber bei Ihnen doch gar nichts bewirkt, außser dem Ärger, das falsche Spielzeug geschenkt bekommen zu haben. Sie haben sich dadurch nicht beeinflussen lassen.

    Ich entstamme vermutlich ebenfalls Ihrer Generation und auch ich habe nie Gefallen an Nadelarbeiten gefunden. An Puppen allerdings schon. Aber auch an elektrischen Eisenbahnen. Zum Glück durfte ich beide Lieben ausleben.

    Kinder lassen sich nicht in eine bestimmte Geschlechterrolle hineinmanipulieren. Sie wissen sehr genau, was sie wollen. Und das ist bei vielen Mädchen eben das Spielen mit Puppen und bei vielen Jungs das Spielen mit Autos. Bei Vielen, wohlgemerkt, nie bei allen.

    Und das ist für sich genommen überhaupt nicht schlimm. Fragwürdig wird es dann,wenn die sogen. Mädchenspiele als minderwertig bewertet werden und das tun leider ausgerechnet die Genderisten.

    Und wie ist die Manipulation bei Ihnen ausgegangen? Entsprechen sie jetzt dem Klischee, das damals aus Ihnen gemacht werden sollte? Stricken sie vielleicht abends? Ich will nicht sagen, dass die Manipulierversuche nicht wahrscheinlich eher unangenehm waren, und ich bin auch strikt dagegen, dass Kinder in irgendeine Rolle gezwängt werden. Es ist wichtig, das Kind so zu sehen und zu nehmen, wie es ist. Aber die Eier manipulieren das Kind nicht, egal wie rosa oder blau sie sind, sondern wenn dann die Eltern, die das Kind drängen, dieses rosa Ei zu nehmen und nicht das andere. Und es ist immer noch etwas anderes, wenn ein Kind nicht Fußball spielen darf oder wozu es auch immer Lust hat, als wenn ihm einfach eine Puppe zum spielen angeboten wird und es sich aussuchen kann, was es damit macht. Solche Manipulation ist eine Frage der Einstellung von Erwachsenen gegenüber Kindern und eigentlich ganz unabhängig von der Genderfrage, man kann Kinder auch in ganz geschlechterunabhängige Rollen drängen, die sie nicht wollen.

    ...das eben genau diese Abneigung gegen Rosa Farbe und Mädchenspielzeug eine Folge dieser Manipulation ist? Es geht doch darum, neutral JEDES Spielzeug entweder gleich gut oder schlecht zu finden...Das darf niemals abhängig gemacht werden von Geschlechterfragen!!!
    Diese Manipulation ist so ausgegangen, dass ich heute (trotz Fähigkeit zur Distanz) mich heute erwische dabei, Spielzeug in Mädchen- ud Jungskram einzuteilen, was aber totaler Nonsens ist. Denn hier beißt sich wieder die Katze in den Schwanz! Wenn ich dann Kinder habe, kaufe ich dem Jungen ein bestimmtes Spielzeug nicht, weil ich es aufgrund meiner Sozialisation als Mädchenkram abgestempelt habe. Das ist das Problem!!! Glücklicherweise habe ich die Fähigkeit, jetzt als Erwachsene auf mein VErhalten korrigierend einzuwirken, dieses Glück hat aber nun mal nicht jeder. Deshalb sollte man eben aufhören damit.

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