Popsängerin Lykke Li"Wir krochen durch Erdtunnel, kletterten über Felsen und wollten einen Berg besteigen"

Die Sängerin Lykke Li hat psychedelische Träume, die ihre Musik beeinflussen. Ein Alptraum ist ihr das Älterwerden, ihr Kindheitstraum war eine Karriere als Schauspielerin.

Bevor ich schlafen gehe, überlege ich mir immer, wovon ich träumen möchte. Alle meine Träume sind sehr intensiv, psychedelisch. Oft beginnen sie gruselig. Neulich irrte ich mit einem merkwürdigen, mir unbekannten Mann durch einen finsteren Wald. Wir krochen durch Erdtunnel, kletterten über Felsen und wollten einen Berg besteigen. Bei solchen Träumen stehe ich manchmal neben mir und freue mich darüber, was ich da gerade wieder Aufregendes träume. Ich merke also, dass ich träume, was die psychedelische Wirkung noch erhöht. Manchmal werde ich dann allerdings auch traurig, weil ich weiß, dass der Traum leider bald zu Ende sein wird, spätestens, wenn wir die Bergspitze erreichen. Wenn ich aus einem wilden Traum erwache, bin ich immer traurig. Oft notiere ich mir dann, was passiert ist. Alle Songs, die ich schreibe, sind von meinen Träumen beeinflusst.

Musiker zu sein ist dagegen kein Traum, sondern nüchterne Realität. Das ist meine Arbeit, mit der ich meinen Lebensunterhalt finanziere. Wären meine Kindheitsträume wahr geworden, wäre ich nämlich ein Filmstar geworden. So wie Gena Rowlands. Als Kind bin ich oft mit unserem Schultheater aufgetreten. Aber zu einer Weltkarriere hat es dann doch nicht gereicht. Trotzdem habe ich die Hoffnung bis heute nicht aufgegeben. Ich bin ja noch jung, da kann noch viel passieren. Andererseits habe ich Angst davor, alt zu werden. Das scheint mir ein Albtraum zu sein. Ein kurzes, schnelles, aufregendes Leben würde ich einem öden und langen vorziehen.

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Lykke Li

26, heißt mit bürgerlichem Namen Li Lykke Timotej Svensson Zachrisson und ist eine schwedische Musikerin. In Deutschland wurde sie in den vergangenen Monaten durch den Hit »I Follow Rivers« bekannt, der im Juli Platz 1 der Single-Charts erreichte

Bevor ich Musikerin wurde, habe ich ein halbes Jahr in einem Altersheim gearbeitet. Ich habe dort vollgepinkelte Windeln gewechselt, schmutzige Bettlaken ausgetauscht und gewaschen, alte Menschen geduscht und für sie gekocht. Ich habe also alles gemacht, was so anfiel. Am Abend war ich dann immer völlig zerstört. Es war harte Arbeit, aber ich brauchte das Geld. Noch anstrengender als die Arbeit war es, so viele einsame Menschen zu sehen, die niemanden mehr hatten. Ich betreute zehn von ihnen. Glücklich waren nur die Leute, die Alzheimer hatten und nicht mehr viel merkten. Da war eine alte Frau, mit der ich mich etwas angefreundet hatte. Eine ehemalige Friseurin. Die sagte immer: Kindchen, du musst hier weg, du solltest Filmstar werden. Nachdem ich einen sterbenden alten Mann in seinem Blut liegend gefunden hatte, wollte ich nicht mehr weitermachen. Aber man lernt bei so einer Arbeit, dass die Menschen sich gegenseitig helfen müssen. Ein großes Problem in unserer Kultur ist ja, das wir unsere Alten allein lassen. In einem Altersheim lernt man vor allem, dass das Leben sehr kurz ist. Und dass es daher wichtig ist, sich rechtzeitig um die Verwirklichung der eigenen Träume zu kümmern.

Ich habe einen Traum
Alle bisherigen Träume zum Nachlesen

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Ehrlich gesagt, fühle ich mich jetzt schon manchmal sehr alt, weil ich so viel Schlaf brauche wie ein Rentner und immer nur ins Bett will. Manchmal wünsche ich mir, total dumm zu sein, um mir nicht mehr so oft den Kopf zu zerbrechen über Gott und Welt. Aber dann hätte ich vielleicht auch nur noch langweilige Träume.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leserkommentare
  1. http://de.wikipedia.org/w...

    Zählt zu den faszinierendsten Erlebnissen, die das Gehirn zu bieten hat.

  2. hilft nur eines: Früh sterben.

    Im Ernst: Muss man so einen banalen Text drucken?

  3. Mein Alptraum ist nicht das Älterwerden, sondern alt zu werden und dabei so dumm und lebensunerfahren zu bleiben wie die Künstlerin, die im obigen Beitrag ihre unbedarften Gedanken nach außen kehrt. Im übrigen stimmt es auch gar nicht, dass Senioren überdurchschnittlich viel Schlaf benötigen, es verhält sich eher umgekehrt.

  4. halten sie nicht ganz die geschwindigkeit

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