WochenmarktDas Laub fällt, der Kürbis kommt

von Elisabeth Raether

Die kulinarische Integration von Einwanderern funktioniert in Deutschland insofern sehr gut, als die Inder, Chinesen, Türken, Griechen wie echte Deutsche das Kochen verlernen, sobald sie unser Land betreten. Die chinesische Küche, eine der besten der Welt, ist in Deutschland durch Nudelbratstationen in Bahnhöfen repräsentiert. Die Türken vergessen ihre Sultane und servieren Pressfleisch im Brot. Die üble Qualität der Einwandererküche, in der nichts Ursprüngliches mehr zu schmecken ist, sagt wahrscheinlich einiges darüber aus, wie viel Kulturunterschiede ein Land bereit ist auszuhalten.

Die Inder kochen in ihren Restaurants hier ja nur Gerichte, die grundsätzlich braun-gelb-rotbraun sind, was sie sich in deutschen Kantinen abgeguckt haben. Aber über die indische Küche gibt es auch 800 Seiten umfassende Kochbücher. Indien von Pushpesh Pant erscheint jetzt im Edel Verlag auf Deutsch. Darin steht zum Beispiel, dass ein Kürbis gar nicht unbedingt zur Suppe gemacht werden muss. Man kann ihn, nach einem Einkauf beim Asiamarkt, auch gut in einem Fischcurry essen.

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Dafür werden zunächst Kurkuma und Limettensaft in einer Schüssel verrührt. Man reibt den Fisch damit ein und salzt ihn etwas. So zieht er 15 Minuten im Kühlschrank durch.

Für die Würzpaste werden alle Zutaten im Mixer fein püriert. Etwas salzen. Falls nötig, die Paste mit etwas Wasser verdünnen.

Alle Wochenmarkt-Rezepte

Alle Wochenmarkt-Rezepte  |  © Miguel Medina/AFP/Getty Images

Das Öl lässt man in einem tiefen Topf bei schwacher bis mittlerer Hitze heiß werden. Sanft und ohne zu bräunen, soll die Würzpaste darin unter Rühren anbraten. Jetzt kommen der in Würfel geschnittene Kürbis und das Gemüse hinzu sowie 250 ml Wasser. Aufkochen, die Hitze reduzieren und alles zugedeckt je nach Garzeit ungefähr 8 Minuten köcheln lassen. (Wer will, fügt auch vorgekochte Kichererbsen hinzu.) Tamarindenextrakt, Tomate und den Fisch dazugeben. Man gießt noch mal 250 ml Wasser nach und schmeckt mit Cayennepfeffer, Zucker und Salz ab. Zugedeckt in etwa 5 Minuten fertig garen. Mit Garam Masala bestreut servieren.

Fischcurry mit Kürbis (für 4 Personen)

1 TL gemahlene Kurkuma, 1 EL Limettensaft, Salz, 750 g festes Fischfilet (ohne Haut), 1 EL Pflanzenöl, 500 g Kürbis (z. B. Hokkaido ; evtl. Saisongemüse wie Mangold, Karotten usw.), 1 EL Tamarindenextrakt, 1 Tomate (gehäutet), ½ TL Cayennepfeffer, ½ TL Zucker, ¼ TL Garam Masala

Für die Würzpaste

1 großer Zweig Koriandergrün, 4 grüne Chilischoten (entkernt, gehackt), 2–3 cm großes Stück Ingwer (geschält, grob gehackt), 6 Knoblauchzehen (geschält)

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Leserkommentare
  1. empfohlende Kochbuch von Ottolenghi ein absoluter
    Hit war....vor drei Tagen eingetroffen...werde
    ich wohl noch einmal Ihrem Buchtip folgen :)))

    Klingt köstlich !

  2. Seit 45 Jahren in Australien kann ich nur das Gegenteil des Autors berichten. Wir haben einen Mini-Kosmos und da es keine australische Kueche gibt, haben Einwanderer nicht ihre Rezepte aendern muessen / verloren.
    My favourite ethnic eating place is a Korean one, full of Korean students - they must know! - paying AUD10 for our meal and AUD4 for a large glass of wine, shared with my wife.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • pekka
    • 23. September 2012 15:08 Uhr

    Und nicht an den Einwanderern, dass die Küche sich ändert, oder ändern muss, weil es sonst nicht gegessen wird?

    • pekka
    • 23. September 2012 15:08 Uhr

    Und nicht an den Einwanderern, dass die Küche sich ändert, oder ändern muss, weil es sonst nicht gegessen wird?

    Antwort auf "Seltsam!?"
  3. 4. [...]

    Bitte richten Sie Ihre Hinweise gerne an community@zeit.de. Darüber hinaus bitten wir darum, zum konkreten Artikelthema zu diskutieren. Danke, die Redaktion/kvk

    • eluutz
    • 24. September 2012 9:56 Uhr

    "Die kulinarische Integration von Einwanderern funktioniert in Deutschland insofern sehr gut, als die Inder, Chinesen, Türken, Griechen wie echte Deutsche das Kochen verlernen, sobald sie unser Land betreten."

    Ich mag diesen Satz. Aber er ist nicht wahr. Die Beschreibung trifft auf Fast-Food und unterklassige (nicht zwangsläufig auch unterpreisige) Restaurants zu.

    Ausserdem können echte Deutsche doch kochen - zumindest mit Hilfe von Maggie und dem Dr.O.

    @topic
    Mit Kürbis bin ich nie richtig warm geworden. Erziehungssache, meine Mutter mag ihn nicht. Gewöhnt habe ich mich an steirische Kürbissuppe. Mal schauen, was sich sonst so alles anstellen lässt (nehm ich mir jeden Herbst vor). Das Angebot an verschiedenen Kürbissorten ist hier recht hoch.

  4. Kürbis, Kastanien, Kohl und Pilze (ich bin Bayerin und schreibe mal Schwammerl) samt der Wildgerichte die uns jetzt wieder auf der Speisekarte erscheinen zeigt das der Herbst in seiner vollen Blüte steht und wir uns allmählich mit dem Thema "Advent" und co beschäftigen sollen......

    Aber freuen wir uns erst mal einen goldenen Oktober und raschelndes Laub in allen Erdfarben, Wald und Wild und Jagdsaison.... (mit Pferden ist das noch schöner!, ich reite seit 35 Jahren und weiss das aus Erfahrung auch wenn Jagd auf lebendes Wild bei uns per Pferd verboten ist seit Jahrhunderten).

    Danach kommt der November mit all seinen Facetten und dann "oh ist denn schon wieder Weihnachten".. (auch wenn das jetzt schon im Einzelhandel angekommen ist!).

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  • Serie Wochenmarkt
  • Schlagworte Bahnhof | Brot | Fisch | Integration | Wasser | Indien
  • Models present creations from the Felder & Felder Autumn/Winter 2013 collection during London Fashion Week, February 15, 2013. REUTERS/Olivia Harris (BRITAIN - Tags: FASHION)

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