DIE ZEIT: Mit dem Wahlslogan »Heimatliebe statt Marokkaner-Diebe« im Innsbrucker Gemeinderatswahlkampf vor wenigen Monaten wurden Sie auf einen Schlag zum bekanntesten Politiker der Stadt, Medien aus aller Welt haben darüber berichtet, von Kanada bis Israel . Jetzt treten Sie aus der FPÖ aus. Warum?

August Penz: Man lernt eine Firma erst richtig kennen, wenn man dabei ist – das gilt auch für eine Partei. In der FPÖ sind viele Dinge passiert, vor und nach den Wahlen, die dazu geführt haben, dass ich mich dort nicht mehr zu Hause fühle. Den letzten Ausschlag gab, als mich vor wenigen Wochen ein Journalist anrief und fragte, was ich zur Anklage wegen Verhetzung sage. Ich wusste davon noch nichts. Die Partei aber offensichtlich schon. Ich wurde nicht informiert. Aber eine Presseaussendung haben sie ausgeschickt, in welcher der Staatsanwaltschaft Politjustiz unterstellt wurde. Da war für mich der Punkt erreicht, wo es vorbei war.

ZEIT: Hat Sie die Anklage überrascht?

Penz: Ja, schon. Heinz-Christian Strache hat mir noch vor den Wahlen SMS geschickt, in denen er meinte, es komme sicher zu keiner Anklage. Am 31. März hat er mir etwa geschrieben: (holt sein Handy heraus und liest vor) »Lass dich von den Ratten nicht irritieren«.

ZEIT: Sie besitzen zusammen mit Ihrem Bruder drei Hotels in Innsbruck . Wie kommt man als Tourismusunternehmer zur FPÖ?

Penz: Auch wenn Jörg Haider im Nachhinein viele enttäuscht hat, damals, in den neunziger Jahren, hat er mir imponiert. Es hat mir gefallen, wie er Strukturen aufgebrochen und gesagt hat, dass dieses Land doch nicht nur zwischen Rot und Schwarz aufgeteilt sein dürfe. Oder wie er sich vermeintlich ehrlich für die Fleißigen und Tüchtigen eingesetzt hat. So kam ich zur FPÖ. Das, was jetzt alles über ihn aufkommt, hätte ich mir nie vorstellen können. Heinz-Christian Strache lernte ich zuerst als Gast in meinem Hotel kennen. Von ihm bekam ich dann auch das Angebot, im Gemeinderatswahlkampf mitzumachen.