GewaltStrafsache Polizei

Immer wieder werden Menschen Opfer von gewaltsamen Übergriffen der Polizei. Die Justiz verfolgt diese Fälle nur nachlässig. Manchmal landen sogar die Geschädigten selbst auf der Anklagebank. von 

Bis heute ist nicht geklärt, was am Vormittag des 30. April 2009 in der Schwandorfer Straße 11 in Regensburg geschah. Fest steht allerdings, dass der 24-jährige Musikstudent Tennessee Eisenberg diesen Tag nicht überlebt hat. Zwölf Schüsse aus Polizeiwaffen trafen ihn in Knie, Arme, Rumpf. Und ins Herz. Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat das Ermittlungsverfahren gegen die Schützen eingestellt. Das Oberlandesgericht Nürnberg, vor dem Eisenbergs Eltern durchsetzen wollten, dass die beiden Beamten angeklagt werden, hat den Antrag als unbegründet verworfen. Jetzt haben sich die Eltern an das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gewandt.

Könnte es sein, dass es an jenem Tag im Treppenhaus vor Eisenbergs Wohnung zu einem polizeilichen Gewaltexzess kam ? Die – vom guten Glauben an die Obrigkeit durchdrungene – bayerische Justiz hat wichtige Fragen offengelassen.

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Die Katastrophe beginnt damit, dass auf einen Notruf hin acht Beamte in der Schwandorfer Straße anrücken. Eisenberg soll seinen Mitbewohner mit einem Messer bedroht und Suizid angekündigt haben. Schon seit Wochen befindet er sich in einer Sinnkrise, er hat sein Studium hingeworfen und sich, ohne zu essen, im Bett verkrochen. Am Morgen geht er ohne Grund auf den Mitbewohner los. Der entkommt unverletzt und wählt den Notruf. Obwohl die Polizei weiß, dass es sich um den Einsatz gegen einen außer sich geratenen Selbstmordgefährdeten handelt, ist kein Psychologe, kein Pfarrer dabei. Unkoordiniert dringt ein Trupp in die Wohnung im ersten Obergeschoss vor: Da steht Eisenberg, der – laut den Aussagen der Beamten – einen "geistig wirren Eindruck" macht und ein Küchenmesser mit einer 18 Zentimeter langen Klinge in der Hand hält. Er greift niemanden an, doch auf die Aufforderung "Messer weg!" reagiert er nicht, sondern geht langsam mit hängenden Armen auf die Beamten zu. Während sie ihn mit Reizgas besprühen, bewegen sie sich rückwärts auf der engen Treppe wieder nach unten. Auf ihre Warnung, sie würden schießen, sagt Eisenberg bloß: "Dann schießt’s halt." Als er am Fuße der Treppe ankommt, sind einige der Polizisten schon wieder nach draußen in den Hof entwichen.

Jetzt fallen drei Schüsse. Ein Projektil geht in die Wand, ein zweites zertrümmert Eisenbergs Kniegelenk, ein drittes seinen linken Oberarm. Auffällig ist, dass beide Kugeln von hinten in Eisenbergs Körper eindringen. Warum? Wollte der junge Mann umkehren und in seine Wohnung zurück? Wie es zu den Schüssen kam, ist nicht geklärt. Zwei Polizisten haben gefeuert. Sie geben später an, ein dritter Kollege, der sich in dem – mit Gerümpel zugestellten – Eingangsflur von den anderen getrennt hatte, sei vom langsam sich nähernden Musikstudenten bedroht worden. Sie hätten rasche Nothilfe leisten müssen, verteidigen sie sich.

Nach den Schüssen fliehen alle Beamten aus dem Haus – bis auf einen der beiden Schützen, der mit dem Rücken zum Hauseingang steht. Er feuert jetzt mehrmals auf Eisenberg und tötet ihn. Angeblich fühlte der Polizist sich von dem Musiker an die Wand gedrängt: Der junge Mann sei – das Messer in der herabhängenden Rechten – unverwandt auf ihn zugekommen. Agierte der Schwerverwundete wirklich so bedrohlich? Ein rechtsmedizinisches Gutachten beschreibt Tennessee Eisenberg als eine sich zu diesem Zeitpunkt "langsam und humpelnd fortbewegende Person, welche aus mehreren Schussverletzungen an Arm und Bein blutete". Die Blutungen und das Bewegungsmuster wurden durch die Kleidung von Eisenberg, kurzärmliges T-Shirt und Boxershorts, nicht verdeckt. Für die Hinterbliebenen des Toten ist es deshalb unerklärlich, warum der Beamte nicht, wie seine Kollegen, einfach das Haus verlassen hat. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, der Beamte habe einen "Widerstand" im Rücken verspürt. Die Haustür sei möglicherweise halb oder ganz zugefallen gewesen. (Die Behörde beruft sich dabei auf die schriftliche Stellungnahme des Schützen nach Akteneinsicht durch dessen Anwalt.) Dem steht die Aussage eines weiteren Beamten entgegen, der unmittelbar nach dem Vorfall aussagte, er habe den tödlich ins Herz getroffenen Eisenberg vom Hof aus durch die offene Haustür zusammenbrechen sehen.

Sieht so "Gefahrenabwehr" aus? Polizeibeamte sind verpflichtet, Gewalt gegen Bürger auf das erforderliche Minimum zu beschränken. Sollten bewaffnete – und wie die beiden Schützen für solche Situationen auch noch besonders ausgebildete – Polizeibeamte nicht in der Lage sein, einen abgehungerten, offenbar psychisch angeschlagenen Studenten zu entwaffnen, ohne ihn dabei umzubringen? Das fragt sich auch Tennessees Vater, neben dessen Bett sich bis heute die Akten stapeln, gefüllt mit Protokollen, Beschlüssen, Verfügungen und Gutachten. "Tennessee war sensibel und sanft", sagt er traurig, "er rauchte nicht, trank nicht und nahm keine Drogen." Was also ist geschehen? Handelten die Beamten wirklich in Notwehr, wie die Staatsanwaltschaft Regensburg behauptet? Oder töteten sie Tennessee fahrlässig, infolge einer unprofessionellen Überreaktion?

366 tatverdächtige Polizisten – und nicht eine einzige Anklage

Die Eltern stimmt misstrauisch, dass die polizeilichen Ermittlungen nur oberflächlich durchgeführt wurden. So wurden dem Schusswaffensachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamts entscheidende Tatsachen wie die Lage der durch die tödlichen Treffer hervorgerufenen Blutspritzer in der Nähe der Haustür im Gutachtenauftrag gar nicht mitgeteilt. Erst durch die Arbeit eines weiteren – diesmal von den Eltern beauftragten – Spurengutachters aus Nordrhein-Westfalen kam überhaupt heraus, dass Eisenberg in zwei Phasen angegriffen und nicht am Fuße der Treppe, sondern vor der (offenen?) Haustür erschossen worden war.

Die Öffentlichkeit wird die ganze Wahrheit wohl nie erfahren und der Fall wie andere ähnlich gelagerte Fälle unaufgeklärt bleiben. Vermutlich auch, weil sich Behörden scheuen, sich die Rolle der Polizei genauer anzusehen.

Die Wahrscheinlichkeit, mithilfe des Bundesverfassungsgerichts eine Anklage durchzusetzen, ist für Nebenkläger generell verschwindend gering. Sie haben es bei den Karlsruher Richtern noch schwerer als Verurteilte, die sich ungerecht behandelt fühlen.

Bürger, die gegen Polizeibeamte vorgehen, haben in Deutschland immer schlechte Karten. Polizisten, die im Dienst gewalttätig geworden sind und Menschen verletzt oder getötet haben, müssen statistisch gesehen nicht ernsthaft vor einer Strafverfolgung Angst haben. Wird überhaupt ein Ermittlungsverfahren gegen sie eingeleitet, so wird es meistens mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt. Auch bei schweren Verfehlungen kommt es also nicht einmal zu einer Hauptverhandlung – geschweige denn zu einer Verurteilung.

Leserkommentare
    • rabin
    • 04. Oktober 2012 18:15 Uhr

    Anmesty international gibt regelmässig Berichte über die unrechtmässigen Handlungen von Polizeibeamten heraus. Diese werden in der Regel ignoriert.

    Vielmehr gibt es eine grosse Koalition von Wegguckern. Politik und Justiz wagen sich nicht dran, weil sie essentiell auf das Mitwirken des Polizeiapparats angewiesen sind. Wie schwer man sich tut, den Beamten irgendwelche Identifikationen zu verordnen, es müssten nicht einmal Namensschilder sein. Dabei ist doch offensichtlich, dass Anoynmität anomisches Verhalten fördert.

    Der Apparat ist zur Selbstreinigung auch wenig in der Lage.Nach wie vor wird als Kameradenschwein derjenige bezeichnet, der anzeigt,nicht derjenige, der durch sein Verhalten andere mit hineinzieht.

    Die Mauer des Schweigens wird immer wieder beschworen. Trotz so vieler Vorfälle bleibt sie erhalten. Die im Artikel angesprochene Sanktionsarmut fördert mangelnde Selbstkontrolle.

    Immer wieder sind Beamte durch den Dienst überfordert und reagieren dann auch so. Dadurch, dass jeder Kollege anzeigepflichtig ist, erhöht sich der innere Druck, dass nichts herauskommen darf.

    Ob allerdings der Ruf der deutschen Polizei besonderns schlecht ist,muss klar bezweifelt werden.In aller Welt gibt es diese Übergriffe,häufig in grösserer Zahl und grösserer Intensität. Das steht die deutsche Polizei weder an der Spitze noch ist sie in der Spitzengruppe.

    Eine Leserempfehlung
  1. Ein schlechter, ein tendenziöser Artikel! Es wird offensichtlich, dass die Verfasserin sich nicht die Mühe gemacht hat, auch die andere Seite zu betrachten. Beispiele gefällig aus dem Abschlußbericht der Staatsanwaltschaft? Freilich war der Mitbewohner des T.E. "unverletzt entkommen" - aber nur, weil er dessen Angriff mit einem Hocker abgewehrt hatte!
    "8 Beamte" (das klingt schon martialischer als "6 Beamte und 2 Beamtinnen) waren "angerückt", und zwar "unkoordiniert" und "ohne Psychologen oder Pfarrer". Wie groß wäre das Wehklagen über die (feigen!) Beamten gewesen, wenn er nach dem Notruf einen der anderen Hausbewohner angegriffen hätte, während die Cops auf den Pfarrer warten!? Nun ein Schnäppchen: Die Beamten "dringen in die Wohnung vor": Fakt ist, dass derlei Bedrohungslagen inzwischen derart häufig sind, dass nur deshalb 8 Beamte am Einsatzort waren, weil die zuständige Streife gerade die Kollegen im Treppenhaus ablösen wollten, als der T.E. AUS der Wohnung kam und alle die enge Treppe hinuntertrieb. Es waren ganz normale Schutzpolizisten! Keine SEK-Beamten! Diese Leute haben pro Jahr die Waffe für max. 2 Stunde in der Hand. Wegen der Enge konnte nur jeweils ein Beamter an den T.E. "heran". Sie haben alles versucht, nicht schießen zu müssen. Sie ließen ihn sogar viel zu nah an sich ran! Weil er so jämmerlich aussah! Dennoch war sein Messer eine tödliche Waffe - auch in der Hand eines Verletzten. Frau Rückert: Dieser Fall IST geklärt! Schauen Sie weiter Krimis!!

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    • Macbird
    • 08. Oktober 2012 18:18 Uhr

    Und wenn ich als Rettungssanitäter und Medizinstudent nur zweimal im Jahr an bei einer Wiederbelebung beteiligt bin ist es okay wenn ich das versaue und ein Mensch stirbt?

    Auch 'normale' Polizisten entscheiden sich, wie z.B. Krankenpfleger für eine Tätigkeit in dem Ausnahme- und Krisensituationen zum Berufsbild gehören und ich mich jeden Tag darauf vorbereiten muss. Es sind Berufe mit erhöhtem Risiko und einer erhöhten Veranwortung. Diese Verantwortung gilt auch gegenüber bewaffneten Straftätern und ist mit dem Eigenschutz abzuwägen. Dafür werden die Beamten ausgebildet (oder sollten es).

    In einer derart riskanten Situation zerbröseln kluge Theorien natürlich schnell und ich werde nicht den Stab über den beteiligten Beamten brechen. Wenn aber 8 ausgebildete Polizisten nicht in der Lage sind eine einzelne, mit einem Messer bewaffnete Person zu entwaffen oder zu isolieren dann sind kritische Nachfragen nicht nur erlaubt sondern nötig. Diese Nachfragen die u.a. durch die Gutachter aufgeworfen wurden hat die Staatsanwaltschaft eben nicht hinreichend beantwortet.

    Ihre tendenziöse, einseitige und unkritische Verteidigung der beteiligten Beamten ist nicht hilfreich.
    Wie sie selber schreiben : "Auch Polizisten bestehen aus Fleisch und Blut". Und machen deshalb Fehler. Diese Fehler müssen aufgearbeitet werden und das geschiet in Deutschland nur unzureichend.

    • mussec
    • 08. Oktober 2012 18:29 Uhr

    Der Mensch besteht grundsätzlich aus Fleisch und Blut.

    Das sagt über seine Fehler nichts aus.

    Im Artikel sind recherchierte Handlungen geschildert worden. Was daran stört sie? In dem Artikel ist klar worum es geht.
    Klar gibt es auch Gewalt gegenüber Polizisten. Aber das legitimiert ihre Fehler nicht.

    Übrigens, will ich den jämmerlich aussehenden Menschen sehen, der es mit Kugeln im Knie schafft von mehreren Beamten in Uniform einen zu verletzen. Wohlgemerkt mit einem Küchenmesser und keiner Armbrust.

    Zitat:
    "8 Beamte,klingt martialischer als 6 Beamte und 2 Beamtinnen"

    Was soll das denn, sind weibliche PVB nur halbe PVB für sie.

    Wohl noch von der Alten Garde ?

    Der Unterschied zwischen mir und meinen Kommentatoren ist wohl der, dass ich das staatsanwaltschaftliche Ermittlungsergebnis zum Fall T.E. las, die Örtlichkeit selbst in Augenschein nahm und auch sämtliche beteiligten Beamte persönlich kenne.

    @Macbird: Unbestritten! Jedoch bin ich davon überzeugt, dass speziell dieser Einsatz (T.E.) in völlig ausreichendem Maße hinterfragt wurde. Auch bei den Gutachtern blieben keine maßgeblichen Fragen offen. Mit dieser Art von Einsatz wäre unter Umständen ein SEK zurechtgekommen. Um bei ihrem Bild zu bleiben: Keiner wird ernsthaft von einem Rettungssanitäter verlangen können, dass er z.B. eine Geburt mit Steißlage bereinigt. Sollte man diesen Sanitäter vor Gericht stellen, wenn das Kind bei dieser Risikogeburt stirbt? Oder genügt es nicht, wenn eine Reihe von Staatsanwälten und Gutachtern den Vorfall prüft??

    @mussec: Lesen Sie z. B. "Mörder aus dem Nichts" in dieser Zeitung oder "Das Leben eines Menschen auf des Messers Schneide" von R. Willfurth MZ.

    @Fidelio: Das ist nicht der Fall! Ich spiele nur darauf an, dass eine Durchschnittskollegin wohl etwas weniger "martialisch" wirkt, als ein Durchschnittskollege.

    FAZIT: Ich kenne keine Kollegen, die auf normale Ansprache unfreundlich reagieren. Ich kenne jedoch Kollegen, die auf patzige Ansprache gleich auch ausgesprochen patzig antworten. Der Ton macht die Musik! Apropos: Wer mag Rap?
    Mit "Auch nur ein Mensch" von Gecko ist fast alles gesagt; gefördert von einer Polizeigewerkschaft.

  2. ...dass ich mich von der Polizei nur deswegen nicht bedroht fühle, weil ich herumrenne und wie die Unschuld persönlich aussehe.

    Aber es ist schon des Öfteren vorgekommen, dass Freunden oder z.B. meinem Partner (der zugegebenermaßen nicht gerade wie ein Schrebergartenbesitzer ausschaut) in meiner Anwesenheit gedroht wurde. Durchaus auch sehr deutlich a'la "Meinen Schlagstock würde ich ihnen im Detail zeigen!" - eben auch auf die Bitte hin, dass der Beamte sich doch bitte einmal kurz ausweisen solle.
    Ich habe in dem Ton meines Partners keine Bedrohung für den Polizisten und auch keinen Widerstand feststellen können.

    Es kommt erstaunlich häufig vor, sobald ich mit pakistanischen Freunden, unkonventionell aussehenden Personen oder Nachts unterwegs bin.

    Ich habe unbegründete, aggressive verbale Ausbrüche primär dann erlebt, wenn die Kooperation an eine Sinnvolle Bedingung (Ausweisung des Beamten) geknüpft wurde bzw. auf dem Recht des Bürgers bestanden worden ist.

    Ich hingegen habe mit Polizisten niemals Probleme gehabt. Im Gegenteil. Man ist mir gegenüber höflich, freundlich und zuvorkommend gewesen. Ich wurde sogar einmal nach Hause gefahren, als ich mich in einer neuen Stadt verlaufen hatte und einen vorbeifahrenden Wagen nach einer Taxinummer gefragt habe.

    Ich glaube, dass es eben sehr auf die Subjektive Bedrohungslage des Beamten ankommt. Das kann ich nachvollziehen. Macht das Verhalten aber nicht besser, denn die wahrgenommene Bedrohung steigt so auf beiden Seiten.

    2 Leserempfehlungen
  3. An dieser Stelle kann man den Bürgern nur dringend empfehlen, Polizisten nicht in die eigene Wohnung zu lassen. Stehen Polizeibeamte vor ihrer Tür und läuten, verhalten sie sich am besten ruhig und tun so, als seien sie nicht da, denn wenn sie die Tür erst geöffnet haben, wird man auch schnell zur Seite gedrängt. Wenn die Polizei etwas vom Bürger will, sollen sie eine Vorladung schicken. Da steht dann auch die Rechtsgrundlage drin und sie können mit einem Zeugen auf der Polizeiwache erscheinen, besser ist's.
    Ich persönlich wechsele schon lange die Straßenseite, wenn mir Polizisten begegnen.
    Scheint ja zu helfen, bislang bin ich vollkommen gewaltfrei durch mein Leben gegangen.

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    • Infamia
    • 08. Oktober 2012 19:27 Uhr

    Oha, wo leben Sie? Nicht in Deutschland, oder? Ich weiß ja nicht, wie es anderen geht, aber ich habe keine Angst vor der Polizei. Wenn mir ein Polizist entgegen kommt, grüße ich freundlich und werde freundlich zurück gegrüßt. Wenn Polizisten vor meiner Wohnung stünden, würde ich höflich fragen, was sie von mir wollen und dann situativ entscheiden, was zu tun ist. Würde man mich eines Mordes verdächtigen, wäre es sinnvoll, einen Anwalt hinzuzuziehen. Und zwar unabhängig davon, dass ich keinen Mord begangen habe. Denn irren ist menschlich und ein falsches Wort kann in der Tat sehr brenzlig werden. Aber nicht, weil die Polizei es drauf anlegt, sondern weil sie einfach nur ihren Job tut und ich, außer vom Tatort schauen, keine Ahnung habe, wie man ein Verhör so führt, dass einem anschließend nichts zur Last gelegt wird.

    Ich würde Ihnen raten, die Polizei als Ihren Freund und Helfer zu betrachten. Alles andere ist Paranoia und entbehrt i.d.R. jeglicher Grundlage. Ausnahmen mögen auch hier die Regel bestätigen.

    • chino1
    • 08. Oktober 2012 17:46 Uhr
    5. Dessau

    In Dessau ist sogar von "schwarzer Magie" die Rede.
    Dort soll sich ein Asylbewerber der an einer Liege fixiert war, sich selbst angezündet haben. Die Magie ging soweit, dass sich auch die Feuer-Alarme selbst quittierten.

    Zu diesen ganzen Zufällen, reihte sich auch noch ein richterlicher Freispruch.

    3 Leserempfehlungen
    • Juge
    • 08. Oktober 2012 17:54 Uhr

    DIe ewigen Diskussionen sind eine Schande. Die Polizei in Deutschland ist absolut verbildlich und meistens sehr zurückhaltend. Was ich alleine an Beleidigungen gegenüber Polizisten an einem kiez-Wochenende erlebt habe, sprengt jeden Rahmen. Die Polizisten haben sich davon nie beeindrucken lassen.

    Wenn aber Kriminelle und Straftäter unsanft gepackt werden, wie kürzlich der Messermann in Berlin, dann ist dies korrekt und notwendig. Die Polizei genießt meine Solidarität.

    Ein normaler Mensch wird in Deutschland niemals in einen negativen Kontakt mit der Polizei kommen und damit sind wir an der Weltspitze was Polizeifreundlichkeit betrifft.

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    • Ich135
    • 08. Oktober 2012 18:02 Uhr

    Fragen Sie mal auf irgendeiner Demonstration nach dem Dienstausweis, Sie werden ihr blaues Wunder erleben..

    • Juge
    • 08. Oktober 2012 18:08 Uhr

    Warum sollte ich auf einer Demo einen Beamten nach seinen Ausweis fragen?

    • Ich135
    • 08. Oktober 2012 18:43 Uhr

    ihr Polizeibild gehörig verändern wird. Selbst hier wo ich wohne (Rheinland Pfalz), was nicht wirklich für gewaltätige, in dem Fall, Gegenkundgebungen bekannt ist, werden Sie alles außer den zusehen bekommen, obwohl es deren PFLICHT ist sich auszuweisen. Dazu kommen dann so Späße wie angemeldete Kundgebungsorte die einfach von der Polizei blockiert oder Demonstrationsrouten die dicht gemacht werden. Dafür gibt es keine rechtliche Grundlage, aber versuchen kann man es mal, eine halbe Stunde dauert es ja so oder so bis da dann über Anwälte mal alles geregelt ist. Es kann nicht sein, dass man in Deutschland sein Recht auf Demonstrationsfreiheit erst einmal einklagen muss, weil es dem zuständigen Einsatzleiter gerade nicht in de Kram passt. Zu Ihrem Glück scheinen Sie noch nie mit der Polizei zu tun gehabt haben, sonst hätte sich das Bild vom Freund und Helfer lange geändert. An der Stelle sei diese Seite noch empfohlen: http://www.kritische-poli...

    • wawerka
    • 08. Oktober 2012 19:21 Uhr

    "normaler Mensch", der lt. Ihrer Aussage niemals negativen Kontakt mit der Polizei haben wird?

    geht es in diesem Artikel aber gar nicht.

    Ausnahmsweise geht es hier mal um die Straftäter auf der anderen Seite.

    Auch wenn selten, aber sie sind existent, erfahren nicht die eigentliche Bestrafung und das verschlechtert das Ansehen der gesamten Polizei in Teilen der Bevölkerung.

    Kennen sie doch, ein fauler Apfel und der Korb.

    "Ein normaler Mensch wird in Deutschland niemals in einen negativen Kontakt mit der Polizei kommen und damit sind wir an der Weltspitze was Polizeifreundlichkeit betrifft."

    Ich finde diesen Kommentar herrlich naiv.
    Vor 1 Jahr hätte ich das auch noch so unterschrieben, aber mittlerweile bin auch ich geheilt...

    "Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht!"
    Rosa Luxemburg

    • Amparos
    • 08. Oktober 2012 17:58 Uhr

    Auch ich kann nur dazu raten sich nicht mit der Polizei abzugeben. Es sind ja mittlerweile keine Einzelfälle mehr, die gerade in Bayern auftreten.

    Die Polizei ist nicht der Freund und Helfer der Bürger sie ist der Erfüllungsgehilfe der Legislative und Judikative. Selbst wenn klar ist, dass etwas ungesetzlich ist wird dies ignoriert und weitergemacht. Siehe Durchsuchungen bei den Linken, Filmaufnahmen von Demos, Schutz des rechten Mobs, Rechten, Handyüberwachungen in Dresden, usw.

    Die Polizei stellt einen Staat im Staat dar, den niemand mehr kontrolliert.

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    • M16
    • 08. Oktober 2012 18:44 Uhr

    Ich stimme völlig mit Ihnen überein. Eine Schande ist das was sich vom Steuerzahler sehr gut bezahlte (es gibt ja nur noch gehobenen Dienst, ja - auch für den Beamten der den Verkehr regelt !)Beamte erdreisten dürfen.

    • TDU
    • 08. Oktober 2012 18:02 Uhr

    Das Verhalten der Polizei hat sich geändert. Die sind zwar super korrekt aber hören nicht zu, sind humorlos, und man hat das Gefühl, man könne jederzeit eine rein kriegen. Und diese Erklärungen von der Stange, über das was man eh weiss, nerven manchmal.

    Und keinesfalls hat man das Gefühl, Abiturienten (müssen die nicht Abitur haben heute?) vor sich zu haben. Dabei habe ich immer Respekt vor denen, weil die Guten für die schlechten nichts können. "Die Bullen" lehne ich ab.

    Aber dieser Bericht erschreckt, und man fragt sich, was passiert, wenn die Zeiten schlechter werden. Und von Zuständen wie in USA, wo ja auch noch jeder ganz legal eine Waffe dabeihaben könnte, ist man doch weit entfernt.

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    • DDave
    • 08. Oktober 2012 18:30 Uhr

    Nein Polizisten brauchen kein Abitur. Aber mit einem Abitur steigt man direkt einige Gehaltsstufen weiter höher ein.

    @Juge: Auf einer Demo, wenn es "rund" geht definitiv nicht, aber es gibt einen Fall, wo jemand eine Demo gehend verlassen hat, an der Polizei vorbei und diese ihm nach ca 50m nachgestellt hat und seinen Ausweis und das volle Programm wollte.
    Auf die Aufforderung vom Demostranten sich zu identifizieren und die Rückgabe seines Persos wurde nur gelacht. Dies wurde von mehreren anderen Personen gemerkt und nachdem sich eine Gruppte gebildet hat, hat der herbeigerufene Vorgesetzte ihm seinen Perso zurückgegeben und die Kennung vom Polizisten. Keine Ahnung, was passiert wäre, wenn es nicht auf Video festgehalten worden wäre und sich auch keine Gruppe gebildet hätte...

    Im Endeffekt Polizisten meiden, meiden und meiden.
    Haustüre ohne Durchsuchungsbefehl und anwesendem Richter nicht öffnen.
    So, wie es eine Mauer bei der Staatsgewalt gibt, so sollte der Bürger auch anfangen zu mauern!

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