Das Smart E-Bike © Hersteller

Mein Vater ist Zahnarzt von Beruf, das macht einige Dinge im Leben leichter und einige schwerer. In meiner Jugend war es sehr angenehm, dass ich so viele Süßigkeiten essen durfte, wie ich wollte. Während die Eltern anderer Kinder stets vor den Bösewichtern Karies und Baktus gewarnt wurden, war mein Vater reichlich unbesorgt um meine Zähne. All die Löcher in meinem Gebiss konnte er ja schnell wieder flicken, so wie andere Eltern vielleicht die Löcher in den Hosen ihrer Kinder flicken konnten. Ich trug bald allerlei Amalgamfüllungen in den Zähnen, einige davon habe ich heute noch.

Der Nachteil ist, dass man sich nur schwer daran gewöhnt, dass man irgendwann auch mal zu einem anderen Zahnarzt gehen muss als zum eigenen Vater. Den eigenen Erzeuger lässt man gerne in die Mundhöhle schauen und dort auch Reparaturen vollführen. Gewissermaßen ist das ja einfach eine Revision. Anderer Kinder Väter an meine Zähne zu lassen fällt mir hingegen sehr schwer. Aber mein Vater wohnt in Darmstadt , ich in Berlin , das ist einfach zu weit weg. Also ist der Weg zum Zahnarzt für mich kein einfacher. Ich zittere vor dem fremden Bohrer. Als ich mich aber auf das "smart electric bike" von Mercedes setze, um diesen Weg trotzdem auf mich zu nehmen, ist mein Vater plötzlich doch irgendwie da.

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Das Smart-Bike hat einen kräftigen Elektromotor. Und sobald ich an der Ampel in die Pedale trete, schiebt er mich regelrecht nach vorn. So viel Schwung habe ich, dass ich flugs über die Kreuzung drüber bin: 25 Stundenkilometer zu erreichen ist ein Leichtes. Dieses Gefühl hatte ich bislang nur einmal im Leben: Als mir mein Vater Fahrrad fahren beibrachte. Er rannte neben mir her, die Hand zwischen meinen Schulterblättern, und schob mich an. Dabei rief er: "Treten, du musst kräftig treten, du schaffst das schon!"

Es dauerte lange, bis ich verstand, dass Fahrrad fahren normalerweise nicht bedeutet, dass die ganze Zeit jemand nebenherläuft und schiebt. Das Smart-Bike versetzt mich wieder in diesen Zustand kindlicher Gelassenheit. Es ist, als ob mein Vater mir Mut gibt, als ob er neben mir "Du schaffst das!" brüllt. Voller Zuversicht sause ich zum Zahnarzt. Der wundert sich ein bisschen über die alten Amalgamfüllungen, meint aber, die seien noch top. Als ich wieder aus der Praxis trete, sehe ich, dass mir jemand die Luft aus dem Rad gelassen hat. Berlin eben. Man muss aufpassen, wo man einen Mercedes rumstehen lässt.

Technische Daten

Rahmen: Aluminium
Reifengröße: 26 Zoll
Gewicht: 26,1 Kilogramm
Motor: 250 Watt
Akku-Reichweite: 100 Kilometer
Schaltung: 3-Gang-Nabenschaltung
Kraftübertragung: Zahnriemen
Bremsen: hydraulisch
Basispreis: 2.849 Euro

Tillmann Prüfer ist Style Director des ZEITmagazins