1. Mit einem MBA macht man automatisch schneller Karriere

Wie immer kommt es auf den Einzelfall an. Ein gutes MBA-Studium vermittelt Managementkompetenz, und die ist in Kombination mit einem technischen oder naturwissenschaftlichen Studium sicher ein Plus. Ein MBA erweitert daher die Chancen. Das gilt vor allem für Vollzeitprogramme, die viele für einen Karrierewechsel nutzen. An der Cambridge Judge Business School wechselten zum Beispiel 82 Prozent der MBA-Absolventen entweder das Land, die Funktion oder die Branche. Mehr als die Hälfte entschied sich für eine andere Branche. Für eine Biologin und einen Sprachwissenschaftler, die gern ins Management möchten, ist der MBA daher sinnvoll.

International gilt der MBA längst als Eintrittskarte in das Management, deutsche Unternehmen tun sich häufig noch schwer, den Wert eines MBA-Abschlusses richtig einzuschätzen. Wer einen MBA hat, steigt aber nicht automatisch auf. Letztlich ist es wie beim Führerschein: Damit kann man nachweisen, dass man das Autofahren gelernt hat; das heißt aber noch lange nicht, dass man auch ein guter Fahrer ist.

2. Mit dem MBA verdient man viel mehr

Eine internationale Befragung von MBA-Interessenten zeigt, dass sie sich vom Studium einen wahren Geldsegen versprechen. Ihr durchschnittliches Gehalt vor dem MBA: rund 43.000 Euro. Danach erwarten sie: rund 127.000 Euro!

Die Deutschen sind kaum bescheidener, sie wollen von durchschnittlich 62.000 Euro auf 126.000 Euro steigern.

Wie realistisch sind diese Erwartungen? Auch hier kommt es auf den Einzelfall an. Wer von einer kleinen IT-Firma ins Investmentbanking wechselt, dürfte einen größeren Gehaltssprung machen als derjenige, der von einem Forschungsinstitut in eine Non-Profit-Organisation geht.

Generell sind große Gehaltssprünge nach dem MBA, wie sie vor allem in den USA üblich sind, in Deutschland selten. Mit Vorsicht zu betrachten ist das Ranking der Financial Times: Danach haben etwa Absolventen der Columbia Business School in New York ihr Gehalt um 166 Prozent gesteigert. An der Universität St. Gallen waren es nur rund 60 Prozent.

3. Das Studium ist sehr international

Studenten und Professoren aus allen Teilen der Welt, Studientrips nach China, Indien und Brasilien – ein gutes MBA-Studium vermittelt internationale und interkulturelle Erfahrungen en masse. Längst nicht alle Programme sind so international. Beispiel USA: Dort haben vielleicht 30 Prozent der Studenten einer MBA-Klasse keinen amerikanischen Pass, doch viele davon leben bereits seit einigen Jahren in den USA. Und im Unterricht geht es vor allem um Fallstudien aus amerikanischen Unternehmen.

Ähnliches gilt für Schulen in Frankreich oder Deutschland. Da werden dann nicht selten deutsche Teilnehmer von deutschen Professoren auf Englisch unterrichtet.

Wirklich international – keine Nationalität dominiert in der Klasse – sind nur ganz wenige Schulen, allen voran das IMD in Lausanne und das Insead in Paris, Singapur und Abu Dhabi.

Genau hinschauen sollte man auch bei den Studienreisen in andere Länder. Denn so mancher Trip gleicht eher einem Klassenausflug mit Sightseeing und ein paar Vorträgen. Besser ist es, wenn die Studenten zum Beispiel bereits vorher Projektaufgaben für einheimische Firmen bearbeiten müssen und ihre Lösungen dann mit Professoren und Managern am jeweiligen Ort diskutieren.