KultursubventionenDrei Opern wanken am Rhein

Aber am Geld allein liegt es nicht. Was ist mit den Musikbühnen in Köln, Düsseldorf und Duisburg los? von Wolfram Goertz

Auf Schildern warnt die Kölner Oper neuerdings vor Rutschgefahr, vor allem bei Regen. Die Stahltreppe zum Foyer sieht gräulich, windschief und provisorisch aus, roter Teppich ist anders. Doch besteigen wir keineswegs das Haupthaus (das derzeit renoviert wird), sondern eine Dependance: die Oper am Dom, ein blaues Zelt hinter dem Kölner Hauptbahnhof. Hier gelangte jetzt Verdis Macht des Schicksals zur Premiere, unter beinahe gespenstischen atmosphärischen Bedingungen – und dass es so weit kommen konnte mit dem äußeren und inneren Zustand der Kölner Oper, das ist eine lange Geschichte.

In Duisburg waren sie schon sehr weit gekommen. Jedermann kennt die Deutsche Oper am Rhein als traditionsreiche, über 40 Jahre lang unauffällig geführte Ehe zweier Städte, die ein Schrägstrich nicht amourös, aber partnerschaftlich verbindet: Düsseldorf/Duisburg. Das Modell der Zweckgemeinschaft eines größeren (Düsseldorf) und eines kleineren Hauses (Duisburg) schien unantastbar; der Spareffekt, der nie aufs Kunstniveau durchschlug, war beträchtlich. Nun aber machte ein Wort die Runde, das man bislang nicht kannte: »Haushaltssicherungsplan«. Die Duisburger Lage ist so dramatisch, dass die Stadtverwaltung alle Möglichkeiten ausloten musste. Und irgendwann begannen sie, das Ende der Rheinoper ins Visier zu nehmen. Dank später Einsicht konnte das noch einmal abgewendet werden, wenn auch unter Schmerzen und Opfern – und dass es so weit kommen konnte, das ist eine weitere lange Geschichte.

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In Köln muss jetzt Birgit Meyer, die bisherige Vize-Intendantin, die Geschicke lenken, nachdem in den vergangenen Monaten ihr Chef Uwe Eric Laufenberg und der Kölner Kulturdezernent Georg Quander in einer drastischen Parabel über zermürbenden Umgang miteinander die Unterfinanzierung der Kölner Oper entweder beklagt oder dementiert hatten. Das ging so weit, dass Laufenberg für die Spielzeit 2012/13 gar keinen neuen Spielplan mehr vorstellen mochte, weil wegen der Sparauflagen kein Vertrag mehr rechtsgültig hätte unterzeichnet werden können. Laufenbergs Abgang glich schließlich einer jener heiter-absurden Passagen über die Unmöglichkeit, eine hilflose Lage zu verändern, wie wir sie aus Franz Kafkas Verwandlung kennen. Ich will hier raus, schrie Laufenberg fortwährend, dabei wollte er doch eigentlich drinbleiben. Das Problem stellte sich ihm ebenfalls in Form des verheerenden Kölner Haushaltes, doch auch in Gestalt des Dezernenten Quander.

Quander hat selbst große Häuser geführt (Staatsoper Berlin) oder zu führen beabsichtigt (Staatsoper Stuttgart). Man sagt, dass er sich selbst für den besten Kölner Opernintendanten halte, wovon Birgit Meyer, die kluge, sehr dezente neue Chefin, schon bei der ersten Pressekonferenz einen informativen Eindruck bekommt. Da fragt ein Journalist, ob sie in die Suche nach einem Nachfolger für den 2014 scheidenden Generalmusikdirektor Markus Stenz involviert sei. Kaum hat sie ihr Mikrofon ergriffen, schneidet ihr Quander das Wort ab: »Das ist einzig Sache der Stadt Köln.« Quander redet die neue Intendantin stets mit »Frau Doktor Meyer« an – Meyer ist promovierte Ärztin, hat aber auch Theaterwissenschaft studiert, machte Karriere als Dramaturgin und erarbeitete sich Führungskompetenzen. So hat sie die Kölner Uraufführung von Karlheinz Stockhausens Sonntag aus Licht in einem planerischen Staatsakt beinahe allein auf den Weg gebracht. Aber wie sie da auf dem Podium sitzt und ihren Sitznachbarn stets mit »Herr Professor Quander« anredet, wirkt sie wie eine vorsichtige leitende Angestellte, die kein weiteres Porzellan zerschlagen möchte. Sie lächelt, nickt und denkt sich ihr Teil.

Ihr Namensvetter Christoph Meyer wiederum ist ungefährdet als Generalintendant der Rheinoper, er führt das Haus leise, aber beharrlich, ist ein freundlicher Raucher, den man vor Premieren gern mit einer Fluppe vor dem Haus antrifft. Wenn er die Indisponiertheit eines Sängers ansagen muss, fühlt er sich unwohl. Die Bühne mag er nicht. Er sorgt sich lieber hinter den Kulissen um sein Personal und um die Kunst. Das hat ihm eine großartige vergangene Saison beschert, mit eindrucksvollen Inszenierungen wie Karoline Grubers somnambuler Version des Don Giovanni oder einer geradezu gespenstersonatenhaften Lösung von Benjamin Brittens The Turn of the Screw. Sein Ballettchef Martin Schläpfer bietet derweil ingeniöses Tanztheater, das auch in den überregionalen Feuilletons unverhohlen als das »Ballettwunder vom Rhein« gefeiert und längst aus größeren Städten wie Berlin umworben wird; Klaus Wowereit hat bereits früh die lockende Hand nach Schläpfer ausgestreckt.

Das Ballett könnte Duisburgs Stolz sein und soll doch vor allem sparen

Jetzt aber befindet sich Meyer in der Bredouille. Die Stadt Duisburg will weiter in der Ehe bleiben, zwingt ihn aber dazu, für die kommenden Spielzeiten in Duisburg jeweils eine Million Euro einzusparen – am besten beim Ballett. Dass diese Forderung nicht ganz abwegig ist, zeigt ein Blick in die Besucherzahlen. Tatsächlich liegt die Ballett-Auslastung in Duisburg bei deutlich unter 60 Prozent, was zweierlei bedeuten kann: Entweder man spielt dort zu viel Schläpfer, oder er kommt nicht so gut an wie in Düsseldorf. Das wiederum hat mit klimatisch-intellektuellen Befindlichkeiten zu tun: Während das Düsseldorfer Publikum – anders als die Legende von den Pelztieren auf der Königsallee es behauptet – sehr offen und empathisch auf Neues reagiert, auch auf Schläpfers zum Teil hyperartifizielle Tanzsprache, herrscht in Duisburg ein deutlich defensiveres Publikum. Es ist nicht dümmer, definiert sich aber eher über das Gediegene als über das Spektakuläre. Die Strukturkrise schlägt auf die Präferenzen des Publikums durch – und auf dessen Zusammensetzung. In Duisburg ist es deutlich älter als in Düsseldorf und nicht so liquide.

Leserkommentare
  1. Es gibt keinen Grund, warum Unterhaltungseinrichtungen wie Theater und Opern überhaupt subventioniert werden sollten. Wer sich gern in einer Oper oder einem Theater bespaßen lassen will, kann das gern tun, aber bitte auf eigene Kosten! Es gibt keinen Grund, warum die Allgemeinheit ausgerechnet die Hobbys selbsternannter und üblicherweise ganz gut verdienender "Bildungsbürger" subventionieren sollte.

    Anders als von den Kulturlobbyisten behauptet, wird das Abendland nicht untergehen, wenn Frau Oberstudienrat und Herr Chefarzt in Zukunft entweder kostendeckende Tickets kaufen oder sich Aufzeichnungen von Vorführungen auf DVD ansehen müssen, statt sich mehrheitlich auf Steuerzahlerkosten bei Kanapé und Champus in der Oper live bespaßen zu lassen.

    Kultur gedeiht auch jenseits der selbsternannten "Hochkultur" bei Lesungen, Poetry Slams und Konzerten ganz ohne Subventionen.

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    Als sogenannte Kulturschaffende in einem städtischen Theater sehen Sie mich erstaunt.
    Wer glaubt, dass im Theater nur pelzbehangene Omas sitzen, täuscht sich gewaltig.
    Unser Haus hat ein relativ großes Stammpublikum an Studenten - die sich die Tickets ohne Subventionierung übrigens kaum leisten könnten.
    Bloß weil man selber kein Interesse am Kulturbetrieb hat, darf man anderen Menschen diesen nicht vorenthalten.
    Und wer sich einmal etwas intensiver mit den Etats der Kommunen auseinandersetzt wird merken, dass Einsparungen im Kulturhaushalt eher selten im Bildungsbereich landen.
    Aber natürlich ist es momentan chic, Kultur gegen Bildung aufzurechnen....
    Und was aus denjenigen wird, die auf Grund von finanziellen Kürzungen in Theater und Oper entlassen werden - und das sind eher selten die Intendanten ! - darüber verlieren Leute wie Sie ebenfalls kein Wort.

    Sollten Sie einmal in die Verlegenheit kommen, die Kölner Oper zu besuchen...oder auch die Oper in Bonn oder Duisburg...
    Das ist nicht Salzburg, und auch nicht Bayreuth - da treffen Sie ein sehr bodenständiges Publikum an, das mit Schampus und Kanapé nur sehr wenig am Hut hat.
    Aber natürlich ist es einfacher, großflächig zu pauschalisieren.

    ... in dem Moment, in dem ich das Wort "Oper" in der Überschrift las, dass sich hier das übliche "Chefarzt-Champagner-Pelz-Elite"-Sozialneid-Klischee-Geschwätz anlagern würde. Dass das alles in einem einzigen Post geschieht, ist allerdings schon erstaunlich. Meinen Sie das Ernst, was Sie da schreiben? Poetry Slams statt Oper? Oder wollen Sie nur ein bisschen trollen?
    Falls noch ein Funken Hoffnung bei Ihnen besteht: Kaufen Sie sich mal eine Karte für die Oper, gibt es so ab 15 Euro. Da sieht man nicht so gut wie der Herr Chefarzt in den ersten sechs Reihen, aber das Hörerlebnis ist das gleiche. Und wenn Sie danach immernoch zum Poetry Slam wollen (warum muss man das eigentlich gegeneinander ausspielen?), können Sie das ja tun. Aber vielleicht hat sich in Ihrem Bewusstsein etwas verändert.

  2. Als sogenannte Kulturschaffende in einem städtischen Theater sehen Sie mich erstaunt.
    Wer glaubt, dass im Theater nur pelzbehangene Omas sitzen, täuscht sich gewaltig.
    Unser Haus hat ein relativ großes Stammpublikum an Studenten - die sich die Tickets ohne Subventionierung übrigens kaum leisten könnten.
    Bloß weil man selber kein Interesse am Kulturbetrieb hat, darf man anderen Menschen diesen nicht vorenthalten.
    Und wer sich einmal etwas intensiver mit den Etats der Kommunen auseinandersetzt wird merken, dass Einsparungen im Kulturhaushalt eher selten im Bildungsbereich landen.
    Aber natürlich ist es momentan chic, Kultur gegen Bildung aufzurechnen....
    Und was aus denjenigen wird, die auf Grund von finanziellen Kürzungen in Theater und Oper entlassen werden - und das sind eher selten die Intendanten ! - darüber verlieren Leute wie Sie ebenfalls kein Wort.

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    [Bloß weil man selber kein Interesse am Kulturbetrieb hat, darf man anderen Menschen diesen nicht vorenthalten.]

    Viele Menschen haben Interesse am Kulturbetrieb aber nicht an Theatern und Opern. Die möchten mit dem Teil ihres Geld, der für Theater und Opern ausgegeben wird, vielleicht lieber andere Kulturformen unterstützen. Bloß weil Sie kein Interesse an diesen Kulturformen haben, dürfen Sie anderen Menschen dies nicht vorenthalten!

    [... Einsparungen im Kulturhaushalt eher selten im Bildungsbereich landen.]

    Das macht nichts. Die Subventionen für Theater und Opern sind so oder so ungerechtfertigt. Es gibt keinen Grund, bestimmte Unterhaltungsformen zu subventionieren.

    [Aber natürlich ist es momentan chic, Kultur gegen Bildung aufzurechnen....]

    Das Geld, was für die Bespaßung von Theater- und Opernfreunden ausgegeben wird, fehlt logischerweise an anderer Stelle. s ist daher richtig, zuschauen, wo das Geld vielleicht besser angelegt wäre. Ich weiß, Sie möchten den Gedanken nicht zulassen. Aber Sie nehmen anderen Leuten ihr Geld weg, die damit lieber andere Sachen bezahlen würden. Ich finde das verwerflich!

    [Und was aus denjenigen wird, die auf Grund von finanziellen Kürzungen in Theater und Oper entlassen werden]

    Wenn das Geld an anderer Stelle ausgegeben wird, entstehen dort neue Arbeitsplätze. Dort finden dann (andere) Menschen Arbeit. Darüber verlieren Leute wie Sie kein Wort!

  3. Sollten Sie einmal in die Verlegenheit kommen, die Kölner Oper zu besuchen...oder auch die Oper in Bonn oder Duisburg...
    Das ist nicht Salzburg, und auch nicht Bayreuth - da treffen Sie ein sehr bodenständiges Publikum an, das mit Schampus und Kanapé nur sehr wenig am Hut hat.
    Aber natürlich ist es einfacher, großflächig zu pauschalisieren.

    • sch89
    • 22. Oktober 2012 20:40 Uhr

    Lieber Herr Balker,

    haben Sie noch mehr Klischees auf Lager? Was Sie hier so von sich geben ist schlichtweg falsch. Sie sollten ihr Bild vom Opernpublikum dringend einmal auffrischen! Vielleicht mit einer subventionierten Karte für eine der Rhein-Opern? Übrigens wird Champagner und dergleichen nicht mitsubventioniert, sondern lediglich die Tickets, sodass tausende von Arbeitsplätzen gesichert sind. Informieren Sie sich also besser, bevor Sie urteilen oder gehen Sie selbst in die Oper, damit sich das Publikum wandelt.

    Viele Grüße

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    [Meinen Sie das Ernst, was Sie da schreiben? Poetry Slams statt Oper? Oder wollen Sie nur ein bisschen trollen?]

    Warum nicht Poetry Slam statt Oper? Unterschiedliche Menschen mögen unterschiedliche Kulturformate. Das selbsternannte Bildungbürgertum erhebt seine eigenen Hobbys zwar gern zur "Hochkultur", aber diese Arroganz ist unbegründet. Ich muss sie enttäuschen. Sie sind kein besserer Mensch und haben auch kein "höheres Bewusstsein", nur weil Sie in die Oper gehen.

    [Und wenn Sie danach immernoch zum Poetry Slam wollen (warum muss man das eigentlich gegeneinander ausspielen?), können Sie das ja tun. Aber vielleicht hat sich in Ihrem Bewusstsein etwas verändert.]

    Die einzigen, die Poetry Slam und Oper gegeneinander ausspielen, sind die Subventionsbefürworter. Denn Sie beanspruchen ganz selbstverständlich Subventionen für IHRE Kulturvorlieben, die andere Kulturformen nicht bekommen können. Und jeder Subventionseuro, der der Allgemeinheit weggenommen wird, fehlt dort, wo Menschen ihr Geld lieber für andere Kulturformen oder sogar ganz andere Dinge ausgegeben hätten als Theater und Opern.

    [Lieber Herr Balker,

    haben Sie noch mehr Klischees auf Lager?]

    Jede Menge. Möchten Sie noch ein paar lesen? ;)

    [Was Sie hier so von sich geben ist schlichtweg falsch. Sie sollten ihr Bild vom Opernpublikum dringend einmal auffrischen!]

    Mir ist das Publikum ehrlich gesagt egal. Ich mag es nur zuzuspitzen. Es ist völlig irrelevant, wer dort sitzt. Es gibt keinen Grund, warum die Allgemeinheit ein ausgesprochen teures Hobby einer Gruppe von Menschen subventionieren sollte. Es braucht nicht jedes Städtchen sein eigenes Theater. Man kann sich auch Aufnahmen auf DVD ansehen. Der "Kulturgehalt" wird dadurch ja nicht geringer. Ja, ich weiß, es ist witziger, die Aufführung live zu sehen. Aber ich sehe nicht, warum diese Art der Unterhaltung eine Aufgabe des Staates ist.

    [Übrigens wird Champagner und dergleichen nicht mitsubventioniert, sondern lediglich die Tickets, sodass tausende von Arbeitsplätzen gesichert sind.]

    Überall wo Geld ausgegeben wird, entstehen Arbeitsplätze. Das ist echt die albernste Begründung für diese Subventionen, die ich je gehört habe. Wenn man das Geld an anderer Stelle ausgibt, entstehen eben dort Arbeitsplätze. Daran ändert sich nicht unbedingt was.

  4. ... in dem Moment, in dem ich das Wort "Oper" in der Überschrift las, dass sich hier das übliche "Chefarzt-Champagner-Pelz-Elite"-Sozialneid-Klischee-Geschwätz anlagern würde. Dass das alles in einem einzigen Post geschieht, ist allerdings schon erstaunlich. Meinen Sie das Ernst, was Sie da schreiben? Poetry Slams statt Oper? Oder wollen Sie nur ein bisschen trollen?
    Falls noch ein Funken Hoffnung bei Ihnen besteht: Kaufen Sie sich mal eine Karte für die Oper, gibt es so ab 15 Euro. Da sieht man nicht so gut wie der Herr Chefarzt in den ersten sechs Reihen, aber das Hörerlebnis ist das gleiche. Und wenn Sie danach immernoch zum Poetry Slam wollen (warum muss man das eigentlich gegeneinander ausspielen?), können Sie das ja tun. Aber vielleicht hat sich in Ihrem Bewusstsein etwas verändert.

  5. ... mal weg von den Bildschirmen und Lautsprechern / Ohrhörern zu kommen, über die mittlerweile nicht nur er- und gelebt wird, sondern die auch die tägliche Perspektive für Millionen in Beruf und sonstwo sind.

    Es muss eine Bühne geben, auf der man tatsächlich Leute sehen und erleben kann. Dass es tatsächliche 3-D-Ereignisse in vivo gibt, kommt bewusstseinsmässig allmählich abhanden.

  6. [Bloß weil man selber kein Interesse am Kulturbetrieb hat, darf man anderen Menschen diesen nicht vorenthalten.]

    Viele Menschen haben Interesse am Kulturbetrieb aber nicht an Theatern und Opern. Die möchten mit dem Teil ihres Geld, der für Theater und Opern ausgegeben wird, vielleicht lieber andere Kulturformen unterstützen. Bloß weil Sie kein Interesse an diesen Kulturformen haben, dürfen Sie anderen Menschen dies nicht vorenthalten!

    [... Einsparungen im Kulturhaushalt eher selten im Bildungsbereich landen.]

    Das macht nichts. Die Subventionen für Theater und Opern sind so oder so ungerechtfertigt. Es gibt keinen Grund, bestimmte Unterhaltungsformen zu subventionieren.

    [Aber natürlich ist es momentan chic, Kultur gegen Bildung aufzurechnen....]

    Das Geld, was für die Bespaßung von Theater- und Opernfreunden ausgegeben wird, fehlt logischerweise an anderer Stelle. s ist daher richtig, zuschauen, wo das Geld vielleicht besser angelegt wäre. Ich weiß, Sie möchten den Gedanken nicht zulassen. Aber Sie nehmen anderen Leuten ihr Geld weg, die damit lieber andere Sachen bezahlen würden. Ich finde das verwerflich!

    [Und was aus denjenigen wird, die auf Grund von finanziellen Kürzungen in Theater und Oper entlassen werden]

    Wenn das Geld an anderer Stelle ausgegeben wird, entstehen dort neue Arbeitsplätze. Dort finden dann (andere) Menschen Arbeit. Darüber verlieren Leute wie Sie kein Wort!

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    ...wenn so ein Tellerrand unüberschaubar ist.
    Und man daran auch nichts ändern möchte.

    Und was die von Ihnen erwähnten Poetry Slams angeht (von mir schon vor mehreren Jahren im Bonner Bla gesehen und geschätzt - es gibt nämlich nicht immer nur ein "entweder - oder").....die gibt es inzwischen auch sehr erfolgreich in Theatern (mal ein Blick auf die Homepage des Schauspiel Bonns geworfen ?).
    Sie sollten wirklich mal von Ihren Klischées Abstand nehmen, und ein Theater/eine Oper von innen besuchen.

    Aber was schreibe ich....das wollen sie ja nicht, das könnte ja Ihre Eingenommenheit diesen Einrichtungen gegenüber beeinflussen.

    • Puka
    • 22. Oktober 2012 22:40 Uhr

    Gibt es irgend eine Kulturform, die in Deutschland nicht subventioniert wird? Im Gegemteil sind doch gerade die Theater garanten dafür, dass sich das Kulturangebot verbreitert, und ein Raum geschaffen wird, sowohl für Kunstinteressierte als auch für Künstler. Das ist gar nicht so selbstverständlich, wie sie das womöglich glauben mögen, und letztlich profitieren wir alle davon, denn irgend eine Form von Kultur werden wir auf jedenfall empfangen.
    Aber selbst wenn nicht alle gleichermaßen profitieren: So funktioniert Staat nicht. Der Nichtschwimmer darf sich auch nicht darüber beschweren, dass es Schwimmbäder gibt, wie sich der Autolose über die andauernde Sanierung der Autobahnen nicht beklagen sollte.
    Staatliche Ausgaben werden nie allen Menschen gleichermaßen zugute kommen. Das macht natürlich nicht die Infragestellung dieser oder jener Ausgabe obsolet, und Kulturinvestitionen scheinen auf dem ersten Blick vielleicht nicht für jeden sinnvoll. Ich möchte dem Widersprechen, nicht nur mit dem Argument der Schaffung eines Kulturraums auch außerhalb der großen Ballungszentren, sondern auch mit der Erfüllung eines Bildungsstandards und der produktiven Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur und deren Weiterentwicklung. Die Sprachräume die Theater heute bieten, tragen nicht unwesentlich zur Konstruktion unserer Kultur, unser Sprach- und Zeichencodes bei. Mag sein, dass das eine Kultur von oben ist, damit ist sie aber auch eine Kultur der Bildung.

  7. [Meinen Sie das Ernst, was Sie da schreiben? Poetry Slams statt Oper? Oder wollen Sie nur ein bisschen trollen?]

    Warum nicht Poetry Slam statt Oper? Unterschiedliche Menschen mögen unterschiedliche Kulturformate. Das selbsternannte Bildungbürgertum erhebt seine eigenen Hobbys zwar gern zur "Hochkultur", aber diese Arroganz ist unbegründet. Ich muss sie enttäuschen. Sie sind kein besserer Mensch und haben auch kein "höheres Bewusstsein", nur weil Sie in die Oper gehen.

    [Und wenn Sie danach immernoch zum Poetry Slam wollen (warum muss man das eigentlich gegeneinander ausspielen?), können Sie das ja tun. Aber vielleicht hat sich in Ihrem Bewusstsein etwas verändert.]

    Die einzigen, die Poetry Slam und Oper gegeneinander ausspielen, sind die Subventionsbefürworter. Denn Sie beanspruchen ganz selbstverständlich Subventionen für IHRE Kulturvorlieben, die andere Kulturformen nicht bekommen können. Und jeder Subventionseuro, der der Allgemeinheit weggenommen wird, fehlt dort, wo Menschen ihr Geld lieber für andere Kulturformen oder sogar ganz andere Dinge ausgegeben hätten als Theater und Opern.

    Antwort auf "Noch mehr Klischees?"

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