Euro-Krise Spanien, oh jé!
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Alle schimpfen auf Deutschland

Eine Reise durch Spanien gerät in diesen Wochen zu einer Reise durch ein Land der Schuldzuweisungen. Die Zentralregierung klagt über die Verschwendungssucht der Regionen, die Regionen geben den Vorwurf an Madrid zurück. Die Bevölkerung meutert über die Sparmaßnahmen. In der vergangenen Woche mündeten Proteste in Gewalt.

Und alle schimpfen auf Deutschland. Auf dem Weg nach Süden macht eine Talkrunde im Autoradio Stimmung gegen die »Spar-Kanzlerin« Angela Merkel. Es gehe bei den Rettungsmilliarden gar nicht um die Rettung Spaniens, heißt es da. Es gehe um die Interessen deutscher Finanzinstitute. Die hätten spanischen Geldhäusern Milliarden geliehen, die diese während des Immobilienbooms wiederum als Darlehen an Spanier weitergaben. Und nun wollten die deutschen Banken nicht warten, bis sich Spanien erholt habe, sondern forderten ihr Geld sofort zurück. »Die Deutschen« profitierten derweil auf Kosten der Krisenländer, weil sie Staatsanleihen zu Niedrigstzinsen verhökern könnten.

Spanien kämpft mit steigender Verschuldung

Auch für manchen Experten ist es schwer, zu erklären, warum Spanien mit einer Verschuldung von derzeit 75,9 Prozent des BIP an den Finanzmärkten sehr viel mehr Zinsen für Staatsanleihen bezahlen muss als Deutschland, das mit mehr als 80 Prozent verschuldet ist. Bei einer Auktion am Dienstag wurden in Madrid weniger Anleihen mit einer Laufzeit von drei bis sechs Monaten nachgefragt als erwartet, und Spanien musste auch höhere Zinsen anbieten als zuletzt im August.

Allerdings ist Spaniens Schuldenlast in den vergangenen Monaten sprunghaft gestiegen. Ende 2011 betrug sie 68 Prozent des BIP. Der Zusammenbruch des Immobilienmarktes, die Pleite zahlreicher Unternehmen und inzwischen 5,7 Millionen Arbeitslose fordern ihren Tribut.

Die Regierung will sich dennoch nicht drängen lassen, ein Rettungspaket von EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) zu beantragen. Vor zwei Tagen erst dementierte sie entsprechende Gerüchte. Man werde "alles Nötige tun, aber nichts überstürzen", betonte gerade der Wirtschaftsminister Luis de Guindos.

Was er für nötig hält, machte der Minister am vergangenen Donnerstag deutlich, als er den Haushalt für 2013 vorstellte. Rund 40 Milliarden Euro will die spanische Regierung im kommenden Jahr einsparen – nach fast 30 Milliarden in diesem Jahr. Seit Freitag ist auch offiziell, viel Geld Spaniens Banken tatsächlich benötigen. Es sind 60 Milliarden Euro. Fest steht, dass inzwischen beinahe jeder zehnte Kredit in Spanien überfällig ist – in der Summe sind das 169,3 Milliarden Euro. Statistisch betrachtet fanden im ersten Halbjahr täglich 517 Zwangsräumungen von Immobilien statt, deren Bewohner die Kredite nicht mehr bedienen konnten.

Leser-Kommentare
  1. Eine Senkung der Abgaben könnte die Lösung sein!

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    • ribera
    • 05.10.2012 um 16:31 Uhr

    Beispielsweise, dass Katlonien zwar die höchste Summe im Finanzausgleich gezahlt hat.
    Aber heruntergebrochen auf den einzelnen Bürger, haben andere Autonomias mehr Geld abgeführt.

    • ribera
    • 05.10.2012 um 16:31 Uhr

    Beispielsweise, dass Katlonien zwar die höchste Summe im Finanzausgleich gezahlt hat.
    Aber heruntergebrochen auf den einzelnen Bürger, haben andere Autonomias mehr Geld abgeführt.

  2. Gerade die Krise von 2008 und danach zeigt, dass fehlende Transparenz ganz wesentlich ursächlich war.Also: viva Katalonien

    3 Leser-Empfehlungen
  3. ist der Schlüssel für den weiteren zu erreichenden Efolg des spanischen Staates.

    Doch wenn die Bevölkerung dann die Touristen us Europa und Deutschland vergrault geht das Land mehr als unter.

    Das sollte die Regierung der spanischen Bevölkerung auch einmal sagen bevor die Reisekonzerne ihre Ziele in andere Länder vermarkten.

    Und die Abspaltung einer Region ist mehr als lächerlich von der Forderung her und hat sich in der Praxis in den letzten fünfzig Jahren nicht erwiesen, siehe Neuaufteilung z.B. Jugoslawiens und die heftigen Sicherheitsprobleme in den Kleinstaaten ganz abgesehen von deren neuen Armut.

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    "Und die Abspaltung einer Region ist mehr als lächerlich von der Forderung her und hat sich in der Praxis in den letzten fünfzig Jahren nicht erwiesen"

    Ich finde "lächerlich" ist eine sehr harte und abwertende Formulierung. Das ist schade. Dieser Sachverhalt der Forderung nach Unabhängigkeit Kataloniens ist sehr komplex und geprägt von negativen Erlebnissen und einer tragischen Historie:
    Die Sprache wurde verboten, Menschen verschleppt, ermordert, gefoltert, Familien auseinander gerissen, es wurde versucht die "katalanische Rasse" mit der "spanischen Rasse" zu mischen und so "auszurotten" - Und Sie fassen es hier mit "lächerlich" zusammen.

    Ich würde mir von Ihnen in diesem Fall mehr Respekt gegenüber dieser Situationen und dem Sachverhalt wünschen.

    gestrigen erinnern uns auch an die Schlacht im Teuteburger Wald.
    Strich drunter und nach vorne schauen ist eine gute und sinnvolle Aktion.
    Vergangenheitsvorfwürfe bin ich satt!

    "Und die Abspaltung einer Region ist mehr als lächerlich von der Forderung her und hat sich in der Praxis in den letzten fünfzig Jahren nicht erwiesen"

    Ich finde "lächerlich" ist eine sehr harte und abwertende Formulierung. Das ist schade. Dieser Sachverhalt der Forderung nach Unabhängigkeit Kataloniens ist sehr komplex und geprägt von negativen Erlebnissen und einer tragischen Historie:
    Die Sprache wurde verboten, Menschen verschleppt, ermordert, gefoltert, Familien auseinander gerissen, es wurde versucht die "katalanische Rasse" mit der "spanischen Rasse" zu mischen und so "auszurotten" - Und Sie fassen es hier mit "lächerlich" zusammen.

    Ich würde mir von Ihnen in diesem Fall mehr Respekt gegenüber dieser Situationen und dem Sachverhalt wünschen.

    gestrigen erinnern uns auch an die Schlacht im Teuteburger Wald.
    Strich drunter und nach vorne schauen ist eine gute und sinnvolle Aktion.
    Vergangenheitsvorfwürfe bin ich satt!

    • RPT
    • 05.10.2012 um 16:03 Uhr

    1) Es wird die dynamischte Wachstumsregion der Welt geschaffen und 2) die Völker Europas werden zusammengebracht.

    Ich bin angesichts des Resultats nach 10 Jahren wirklich sehr beeindruckt.

    9 Leser-Empfehlungen
  4. Spanien hat bestimmt erhebliche Probleme. Sicher jedoch nicht die weltweit hoechste Erwerbslosen Rate. Da gibt es andere Kandidaten, in Mazedonien, in Kenya etc.
    Zum Thema europ. Union und Ueberwindung der Nationalstaaten: Die tatsaechlichen Bestrebungen in Spanien, Schottland, Belgien, Daenemark etc. sprechen den polt. Sonntagsreden - insbesondere im Zusammenhang mit der unsaeglichen "Eurorettung" Hohn.

    3 Leser-Empfehlungen
    • ribera
    • 05.10.2012 um 16:31 Uhr

    Beispielsweise, dass Katlonien zwar die höchste Summe im Finanzausgleich gezahlt hat.
    Aber heruntergebrochen auf den einzelnen Bürger, haben andere Autonomias mehr Geld abgeführt.

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    Das ist das erste mal, dass ich so etwas höre.

    Haben Sie vielleicht eine Quelle? Wäre interessant mehr hierzu zu lesen! Danke im Voraus!

    Das ist das erste mal, dass ich so etwas höre.

    Haben Sie vielleicht eine Quelle? Wäre interessant mehr hierzu zu lesen! Danke im Voraus!

  5. "Und die Abspaltung einer Region ist mehr als lächerlich von der Forderung her und hat sich in der Praxis in den letzten fünfzig Jahren nicht erwiesen"

    Ich finde "lächerlich" ist eine sehr harte und abwertende Formulierung. Das ist schade. Dieser Sachverhalt der Forderung nach Unabhängigkeit Kataloniens ist sehr komplex und geprägt von negativen Erlebnissen und einer tragischen Historie:
    Die Sprache wurde verboten, Menschen verschleppt, ermordert, gefoltert, Familien auseinander gerissen, es wurde versucht die "katalanische Rasse" mit der "spanischen Rasse" zu mischen und so "auszurotten" - Und Sie fassen es hier mit "lächerlich" zusammen.

    Ich würde mir von Ihnen in diesem Fall mehr Respekt gegenüber dieser Situationen und dem Sachverhalt wünschen.

    3 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "der Fremdenverkehr"
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    • pakZ
    • 05.10.2012 um 17:39 Uhr

    Sollte es nicht darum gehen, die Geschichte zu überwinden?
    Natürlich sind in Spanien Greueltaten verübt worden, wie in jedem anderen Land Europas auch.
    Zu irgendeinem Zeitpunkt der Geschichte war jede Bevölkerungsgruppe sicherlich diesen Verbrechen ausgeliefert. Mal waren es Katalonen, anfangs waren es Araber, andernorts Juden, woanders sind es Protestanten gewesen.
    Heißt das auch, daß Sie sich gegen eine Aussöhnung aussprechen? Darf man Vergangenes nicht hinter sich lassen, sondern muß bis in alle Ewigkeit in regionalen Dimensionen denken? Nichts für ungut, aber das halte ich in unserer (technologisch) globalisierten Welt für unglaublich archaisch.

    Was wir unseren Kindern immer wieder beibringen ist doch aus der Vergangenheit zu lernen.
    Der Kerngedanke Europas ist ein friedliches Miteinander aller Völker, unabhängig welchem Nationalstaat sie entstammen.

    Eine Aufspaltung bestehender Staaten kann dieser Idee nur den Todesstoß versetzen. Können Sie sich vorstellen, was es wirtschaftlich und politisch für Auswirkungen hätte, wenn es keine Europa mehr gäbe, sondern statt dessen einen Flickenteppich europäischer Klein- und Kleinststaaten wie im Mittelalter?

    Daß das derzeitige Monstrum EU zur Lösung vorerst beseitigt und von Grund auf demokratisch neu aufgebaut werden muß, ist (hoffentlich) klar.
    Dies kann, IMO, aber nur aus dem laufenden Prozeß heraus geschehen. Zerbricht Spanien erstmal in seine Bestandteile wird der Rest schnell nachfolgen (Belgien, Italien, etc.pp.)

    • pakZ
    • 05.10.2012 um 17:39 Uhr

    Sollte es nicht darum gehen, die Geschichte zu überwinden?
    Natürlich sind in Spanien Greueltaten verübt worden, wie in jedem anderen Land Europas auch.
    Zu irgendeinem Zeitpunkt der Geschichte war jede Bevölkerungsgruppe sicherlich diesen Verbrechen ausgeliefert. Mal waren es Katalonen, anfangs waren es Araber, andernorts Juden, woanders sind es Protestanten gewesen.
    Heißt das auch, daß Sie sich gegen eine Aussöhnung aussprechen? Darf man Vergangenes nicht hinter sich lassen, sondern muß bis in alle Ewigkeit in regionalen Dimensionen denken? Nichts für ungut, aber das halte ich in unserer (technologisch) globalisierten Welt für unglaublich archaisch.

    Was wir unseren Kindern immer wieder beibringen ist doch aus der Vergangenheit zu lernen.
    Der Kerngedanke Europas ist ein friedliches Miteinander aller Völker, unabhängig welchem Nationalstaat sie entstammen.

    Eine Aufspaltung bestehender Staaten kann dieser Idee nur den Todesstoß versetzen. Können Sie sich vorstellen, was es wirtschaftlich und politisch für Auswirkungen hätte, wenn es keine Europa mehr gäbe, sondern statt dessen einen Flickenteppich europäischer Klein- und Kleinststaaten wie im Mittelalter?

    Daß das derzeitige Monstrum EU zur Lösung vorerst beseitigt und von Grund auf demokratisch neu aufgebaut werden muß, ist (hoffentlich) klar.
    Dies kann, IMO, aber nur aus dem laufenden Prozeß heraus geschehen. Zerbricht Spanien erstmal in seine Bestandteile wird der Rest schnell nachfolgen (Belgien, Italien, etc.pp.)

  6. 8. Beleg?

    Das ist das erste mal, dass ich so etwas höre.

    Haben Sie vielleicht eine Quelle? Wäre interessant mehr hierzu zu lesen! Danke im Voraus!

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