Seit es Aufzüge gibt, haben Menschen Angst vor einem Absturz der Kabine. Im Internet wird darüber diskutiert, ob man die Wucht des Aufpralls mildern kann, indem man kurz zuvor hochspringt (Antwort: Nein, das nützt nichts). Aber glücklicherweise wird das wohl nie jemand ausprobieren müssen.

Der Pionier der Aufzugsicherheit, der amerikanische Ingenieur Elisha Graves Otis, demonstrierte 1854 auf spektakuläre Weise die Wirksamkeit der von ihm erfundenen automatischen Aufzugsbremse: Er ließ sich auf einer Plattform in die Höhe ziehen, dann wurde das Tragseil gekappt – doch dank der Bremsbacken, die in die gezahnten Führungsschienen griffen, kam der Aufzug schon nach wenigen Zentimetern zum Stehen.

Otis’ Erfindung ist auch heute noch das wichtigste der vielen Elemente, die einen Aufzug sichern. Sie funktioniert rein mechanisch, weder ein Stromausfall noch eine Störung der Elektronik können sie außer Gefecht setzen.

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Hinzu kommt, dass jeder Aufzug an mehreren Seilen hängt, von denen ein oder zwei reißen können, ohne dass er hinunterfällt. Außerdem registriert sehr früh schon die elektronische Steuerung, wenn die Geschwindigkeit einen gewissen Sollwert überschreitet, und leitet ein Bremsmanöver ein.

Selbst ein abstürzender Aufzug befände sich nicht im freien Fall – das Luftpolster, auf dem er schwebt, würde den Sturz gehörig abbremsen. Aber wie gesagt, dazu wird es nach menschlichem Ermessen nie kommen.

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