Stimmt's?Können Aufzüge abstürzen?

…fragt Johannes Meißner aus Berlin. von 

Seit es Aufzüge gibt, haben Menschen Angst vor einem Absturz der Kabine. Im Internet wird darüber diskutiert, ob man die Wucht des Aufpralls mildern kann, indem man kurz zuvor hochspringt (Antwort: Nein, das nützt nichts). Aber glücklicherweise wird das wohl nie jemand ausprobieren müssen.

Der Pionier der Aufzugsicherheit, der amerikanische Ingenieur Elisha Graves Otis, demonstrierte 1854 auf spektakuläre Weise die Wirksamkeit der von ihm erfundenen automatischen Aufzugsbremse: Er ließ sich auf einer Plattform in die Höhe ziehen, dann wurde das Tragseil gekappt – doch dank der Bremsbacken, die in die gezahnten Führungsschienen griffen, kam der Aufzug schon nach wenigen Zentimetern zum Stehen.

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Otis’ Erfindung ist auch heute noch das wichtigste der vielen Elemente, die einen Aufzug sichern. Sie funktioniert rein mechanisch, weder ein Stromausfall noch eine Störung der Elektronik können sie außer Gefecht setzen.

Serie: Stimmt's?
Stimmt's?

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Hinzu kommt, dass jeder Aufzug an mehreren Seilen hängt, von denen ein oder zwei reißen können, ohne dass er hinunterfällt. Außerdem registriert sehr früh schon die elektronische Steuerung, wenn die Geschwindigkeit einen gewissen Sollwert überschreitet, und leitet ein Bremsmanöver ein.

Selbst ein abstürzender Aufzug befände sich nicht im freien Fall – das Luftpolster, auf dem er schwebt, würde den Sturz gehörig abbremsen. Aber wie gesagt, dazu wird es nach menschlichem Ermessen nie kommen.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de. Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

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Leserkommentare
  1. Theoretsich sind ihre Ausführung völlig korrekt. In der Praxis bleibt jedoch eine Restrisiko. Das zeigte sich erst kürzlich in Bayern, in Bad Kötzting.
    http://www.mittelbayerisc...

    Eine Leserempfehlung
  2. http://www.stern.de/panor...

    Beim Lesen des Artikels fiel mir die überlieferte BILD-Schlagzeile vom 22.06.1974 ein:
    "Warum wir heute gewinnen werden".
    https://www.youtube.com/w...

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    • okmijn
    • 06. Oktober 2012 23:02 Uhr

    ist hier zweifelhaft. Es handelte sich eher um einen Förderkorb. Er besaß nämlich eben gerade nicht die Sicherheitstechnik, die zu den Charakteristika von Personenaufzügen gehören.

    • osawa
    • 06. Oktober 2012 10:10 Uhr

    "Selbst ein abstürzender Aufzug befände sich nicht im freien Fall – das Luftpolster, auf dem er schwebt, würde den Sturz gehörig abbremsen."

    Das mag bei Anlagen zutreffen, bei denen sich nur eine Aufzugkabine im Schacht befindet. Teilen sich zwei oder mehrere Aufzugskabinen einen Schacht, wie es bei größeren Gebäuden üblich ist, ist dieser Effekt vermutlich zu vernachlässigen.

  3. Ein Fahrstuhl im Wartungszustand, bei dem die "Fahrgäste" AUF der Kabine stehen und ein chinesischer Baustellenaufzug.

    Wirklich gute Gegenbeispiele ;-)

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    Können Fahrstühle abstürzen?

    Beantwortet wird die Frage mit einem strikten Nein. Nur gegen dieses absolute Ausschließen eines Absturzes richtet sich mein "Gegenbeispiel". Das ist ganz simple Logik.

  4. 5. Seile?

    Also unser Aufzug funktioniert hydraulisch, da sind keine Seile die reißen können. Wenn die Hydraulik ein Leck hat, fährt das Ding langsam (je nach Größe des Lecks) in den Keller runter.

    • Marobod
    • 06. Oktober 2012 13:16 Uhr

    sind aeußerst Aussagekraeftig XD

    Das einzige gegenargument welches auch greift, ist das mit dem luftpolster in großraumschaechten. Sonst hab ich keine Angst abzustuerzen wenn ich fahrstuhl fahre, da ist treppensteigen gefaehrlicher.

    Eine Leserempfehlung
  5. ... geschehen weit häufiger beim Absturz von überladenen Frachtaufzügen in oft nur 2- oder 3-stöckigen Lagerhallen. Da hilft nämlich kein Luftpolster.

  6. Können Fahrstühle abstürzen?

    Beantwortet wird die Frage mit einem strikten Nein. Nur gegen dieses absolute Ausschließen eines Absturzes richtet sich mein "Gegenbeispiel". Das ist ganz simple Logik.

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  • Schlagworte Bautechnik
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