Hochschulvergleiche Schotten dicht
Die Uni Hamburg will sich nicht mehr an Umfragen und Rankings beteiligen. Ein Eingeständnis der Schwäche.
© UHH/Dichant

Campus der Universität Hamburg
Wenn ein Schiff die Schotten dicht macht, dann fürchtet es unterzugehen. In der Hafenstadt Hamburg hat das Präsidium der Universität beschlossen, sich grundsätzlich nicht mehr an Umfragen zu beteiligen, »die geeignet sind, deutsche und internationale Universitäten gegeneinander auszuspielen«. Über Ausnahmen entscheide der Präsident.
Der Beschluss erinnert sprachlich auf den ersten Blick an »Hausordnungen«, die zur Erheiterung des Arbeitsalltags in manchem Büro hängen:
1. Der Chef hat immer recht.
2. Sollte der Chef einmal nicht recht haben, tritt automatisch Paragraf 1 in Kraft.
Aber das sind Stilfragen. Ist inhaltlich nicht etwas dran an dieser Verweigerung? Hat die Uni nicht recht, wenn sie als Begründung anführt, sie werde inzwischen mit derart vielen Anfragen überflutet, dass sie zu ihren Kernaufgaben kaum noch komme? Gibt es in der deutschen Hochschullandschaft womöglich eine klammheimliche Freude über diesen Vorstoß? Nach dem Motto: Endlich traut sich mal einer, dieser Beforschungs-Evaluierungs-Ranking-Flut ein Ende zu setzen.
Eine öffentlich finanzierte Institution will sich der Forschung entziehen
Hoffentlich nicht. Denn legal mag der Beschluss sein, aber legitim sicher nicht. Die Kernaufgaben einer Universität sind Lehre und Forschung. In den Sozialwissenschaften und anderen empirisch arbeitenden Disziplinen sind Umfragen und Datenerhebungen eine unverzichtbare Methode, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen. Was würde der Präsident der Uni Hamburg, Dieter Lenzen, ein renommierter Bildungsforscher, dazu sagen, wenn Schulen sich seinem Forschungsinteresse in gleicher Weise entzögen? Und vor allem: Wo kämen Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen hin, wenn sich der Rest der Welt so verhielte? Was für ein befremdliches Selbstverständnis ist es, wenn Einrichtungen, die der Forschung verpflichtet sind, sich einer Erforschung ihrer selbst nicht stellen?
Der Autor ist stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft. Der Verband ist für Umfragen und Untersuchungen auf Daten und Informationen der Unis angewiesen.
Gewiss: Viele Studien haben methodische Mängel. Aber diese muss man im wissenschaftlichen Diskurs erörtern. Gerade Wissenschaftler sind dazu in der Lage und werden dafür öffentlich alimentiert. Das Argument, Hochschuluntersuchungen seien methodisch mangelhaft, hat ein Geschmäckle, wenn es von den Untersuchten selbst vorgebracht wird. Man wird den Eindruck nicht los, dass die Universität sich schützen will gemäß dem Prinzip: Angriff ist die beste Verteidigung.
Über den Sinn und Unsinn von Rankings kann man natürlich mit Fug und Recht streiten. Schon das allererste Spiegel- Ranking über die Qualität von Hochschulen 1990 erregte die Gemüter. Aber statt sich selbstkritisch mit den Ergebnissen auseinanderzusetzen und sich der Frage zu stellen, warum Studierende mit ihrer Hochschule zufrieden sind oder auch nicht, gab es vor allem Kritik an der Methode. Trotzdem haben sich Rankings durchgesetzt, und viele Hochschulvertreter geben, wenn auch hinter vorgehaltener Hand, zu, wie wichtig solche Rankings für die eigene strategische Ausrichtung und das Qualitätsmanagement sind.
- Datum 06.10.2012 - 11:01 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 27.9.2012 Nr. 40
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Die meisten der Umfragen sind ein totaler Witz und die Methodik eine Anleitung zum Betrügen.
Da werden wir Studenten gefragt, ob unsere Uni gut ist.
Wenn wir Sie gut finden, bekommt unsere Uni ein gutes Ranking.
Mit einem guten Ranking bekommen wir natürlich leichter einen Job.
Wir bewerten unseren eigenen Abschluss!
Wer hier die Problematik nicht versteht, der war wohl noch nie an einer Universität.
angesichts des schlechten Argumentationsstils dieses Artikels. Im Endeffekt kann man das runterbrechen auf die schamlose Unterstellung, wer sinnfreie Rankings nicht beliefern will, weil er besseres zu tun hat (Forschen, Lehren), sei grundsaetzlich schlecht, und die Empoerung, dass die eigene Datenerhebung sich verschwert hat. Such is life, Versuche sind keine Wunschkonzerte.
Fakt ist, dass Universitaeten mit weitestgehend sinnfreien und aussagelosen Rankings (die meisten Angaben sind nun fuer jemanden, der studieren will, wirklich nicht relevant. Viel wichtiger sind nicht per Fragebogen klaerbare Fragen wie Inhalt und Konzeption der Lehrveranstaltungen/des Lehrveranstaltungskatalogs sowie Ausstattung und Umfang der Bibliotheken, den quantitativ zu erfassen deutlich mehr Arbeit erfordern wuerde als die meisten Studien wohl investieren) wertvolle Zeit von hochbezahlten und ausgelasteten Fachkraeften verschwenden, deren Zeit mit der Vorbereitung der naechsten Vorlesung oder dem Gespraech mit einem Doktoranden besser aufgehoben waeren. Die Urheber dieser Studien haben sich in ihrem Evaluationswahn die notwendige Abwehrreaktion aufgrund schamloser Zeitverschwendung eh selbst zuzuschreiben.
Find nur ich es problematisch, dass eine Zeitschrift, die selbst in den Rankingbetrieb involviert ist und mit dem CHE/Bertelsmann kooperiert, solche Artikel loslässt? Der Hinweis am Ende des Artikels ist ja o.k., aber ein Geschmäckle bleibt...
Ich kann nur hoffen, dass der Uni Hamburg noch viele weitere deutsche Unis folgen. Vielleicht wird dann klar, dass eine Evaluation per Jahr (z.B. durch die Kultusministerien?) wesentlich effektiver sind als der jetzige Papierwahnsinn. Dass dies Arbeitsplaetze von u.a. dem Verfasser dieses Artikels kosten koennte, duerfte der einzige Grund fuer all die Aufregung sein ...
Diese Hochschulrankings sind eine Katastrophe!
1. Oft Vermischung von Forschung und Lehre: Für den normalen Studenten völlig irrelevant, wann wird er schon mit der aktuellen Forschung seiner Universität in Berührung kommen?
2. Ranking von Forschung im Allgemeinen: Es wird bei fast allen nach dem Publish or Perish Prinzip der Maßstab Publikationen pro Lehrstuhl oder Lehrenden angelegt. Was ist das für ein Richtwert für Forschungen? Es kommt doch darauf an, dass die Forschung qualitativ gute Ergebnisse bringt und nicht dass einer ein schwaches Paper nach dem anderen raushaut! Wie sagte man früher noch: Gut Ding hat Weile.
3. Die Rankings sind, neben den Drittmitteln, Studiengebühren (in dieser Form) und Schließungen von "unproduktiven" Lehrstühlen ein weiteres Mittel zur neoliberalen Durchökonomisierung der Universitäten. Was ist mit der Freiheit der Lehre? Die Universitäten laufen Gefahr nach den Schulen und den Medien ein weiteres Opfer des zunehmend unmenschlicheren kapitalistischen Systems zu werden. Ökonomischer Pragmatismus ist auch eine Ideologie! Wenn freies Denken nicht einmal mehr in Universitäten möglich ist, was bedeutet das für unsere Demokratie? Waren die Universitäten vor den Rankings etwa völlig marode?
Dieser Trend ist wahrhaftig furchteinflößend. Ich bin etwas beruhigt, dass es wenigstens noch ein paar vernünftige Leute in unserer Elite zu geben scheint. Sollen die Amis und Asiaten ruhig ihr Ding machen, ich möchte nicht mit ihnen tauschen!
Die Hochschulen, die einen Ausstieg aus den sogenannten Rankings erwägen, wollen sich nicht isolieren, sondern plädieren für eine methodisch saubere Lösung, Vergleichbarkeit herzustellen. Sicher, ein Pluspunkt bspw. des CHE-Rankings ist es, Rangfolgen nicht absolut, sondern hinsichtlich individualisierbarer Parameter zu erstellen. Alternativen dazu bilden sogenannte Ratings.
Ein Beispiel für solche Institute, die nicht etwaige Schwächen mit dem Austritt verdecken wollen, ist das Institut für Soziologie in Jena, welches in der Spitzengruppe gerankt den Austritt erwogen hat. Wen es interessiert: über deren Internetseite (soziologie.uni-jena.de) gelangt man zur Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS), in denen die methodischen Schwächen des CHE inhaltlich diskutiert und alternativen aufgezeigt werden.
By the Way: Welcher Student sollte schon daran interessiert sein, die Reputation seines eigenen Institutes und damit seines eigenen Abschlusses zu schwächen? Um seinen Frust abzulassen oder Verbesserungen herbeizuführen gibt es innerhalb der Universität geeignetere Wege.
Der Ausstieg der Universitäten zeigt nur, daß modern gedachte und gelebte Hochschulausbildung in Deutschland immer noch nicht möglich ist. Das Unwesen Humboldts treibt immer noch sein Unwesen und behindert die Entwicklung einer freiheitlichen Hochschullandschaft, wie wir sie in den USA und in Großbritannien haben.
Die Hochschulrankings stellen Universitäten und Lehrstühle in einen Wettbewerbskontext. Dieser Wettbewerbskontext ist jedoch zwingend notwendig, da in Deutschland der Bildungsmarkt immer noch sehr durch sozialistische Organisationsformen und durch das mit Ausnahme Bayerns und Niedersachsens kostenlose Studium sehr stark eingeschränkt ist. Private Hochschulunternehmen haben praktisch keinerlei Chance, auf dem deutschen Bildungsmarkt Geld zu verdienen. Die einzige Möglichkeit bietet hier das Hochschulranking, in dem sie ihre Klasse zeigen können.
Aus meiner Sicht, aber auch aus Sicht vieler Unternehmen haben die Universitäten mit dem Ausstieg aus dem CHE ihr wahres Gesicht gezeigt. Sie sind zumindest in Teilen immer noch rote Kaderschmieden.
Überall in der Welt wird ein sehnsüchtiger Ruf aus Deutschland gehört - der sehnsüchtige Ruf nach Freiheit.
Wenn ich soetwas lese, dann geht mir das M... in der Tasche auf. Was Sie als sozialistisches Erbe herabwürdigen ist eine der wichtigsten Eckpfeiler einer demokratischen Gesellschaft. Bildung muss für ALLE erreichbar und finanzierbar sein und das ist mit Studiengebühren nicht möglich. Sie würden eine 2Klassengesellschaft schaffen in der unter anderem die Zahl der Studierenden sinken, vor allem aber von der sozialen Herkunft abhängen würde. Es gibt eine ganze Reihe von Studien, die sich mit dem Thema beschäftigen. Es ist eine ganz einfache logische Kette. Wer reich ist, kann sich Bildung leisten. Wer sich Bildung leisten kann, wird gute Berufschancen haben und ergo selbstständig reich. Somit ist die Basis geschaffen, den Kindern erneut eine höhere Bildung zu finanzieren und wenn Sie das wirklich erstrebenswert finden, dann spreche ich Ihnen das Verständnis des Begriffs Bildung ab.
Für ihre abenteuerliche Weltsicht haben Sie sicherlich auch oder?
"...behindert die Entwicklung einer freiheitlichen Hochschullandschaft, wie wir sie in den USA und in Großbritannien haben."
1.) Die Hochschullandschaft ist alles andere als freiheitlich, sie richtet sich nach dem Geldgeber und somit ist eine objektive Forschung nicht gewährleistet.
2.) Zwischen den Hochschulen bestehen derartig große Differenzen, dass ein Abschluss von Uni A vielleicht den Rang eines erweiterten Abiturs hat während Abschluss B einen Einstieg in die Chefetage gewährleistet.
"Private Hochschulunternehmen haben praktisch keinerlei Chance, auf dem deutschen Bildungsmarkt Geld zu verdienen."
Das stimmt, aber:
Die Qualität der sogenannten privaten Institute in Deutschland ist oftmals mangelhaft, und ebenso sind die Abschlüsse nichts wert.
http://www.manager-magazi...
Das grundsätzliche Problem aber besteht darin, dass eine private Hochschule keinen qualitativ hohen Unterschied zu einer öffentlichen Hochschule hier in Deutschland besitzt.
Dementsprechend ist der einzige Ausweg: Mehr Qualität, wie das in den angelsächsischen Ländern durchaus der Fall sein kann. Aber solange eine solche Politik der privaten Hochschulen herrscht von "wenig Leistung für viel Geld", solange wird es nie eine ernsthafte Konkurrenz geben.
Mir kam meine Zeit an der Uni nicht als ein Aufenthalt in einer roten Kaderschmiede vor. Denn dort wurden viele verschiedene politische Standpunkte vertreten und diskutiert. Wem das zu anstrengend ist - wer möchte schon mit dem unverständigen Pöbel diskutieren- der trachtet vielleicht wie Sie danach, den Zugang zu universitärer Bildung durch ein Eintrittsgeld zu beschränken. Jaja die Reservate, in den sich ein Reicher noch frei fühlen kann sind wahrlich am schrumpfen, da muss man doch entgegensteuern!
Die Freiheit von der Sie reden, ist die, nicht nur selbst auf der Sonnenseite zu stehen, sondern auch möglichst viele andere davon auszuschließen. Ich weiß nicht, welche Werte Sie außer ihres Aktiendepots vertreten aber Ihre Ausführungen sollten Sie nicht mit hehren Begriffen wie Freiheit schmücken, das ist lächerlich.
Auf ein verzerrtes Ranking folgt allerding auch eine Wettbewerbsverzerrung, wenn das Ranking als Grundlage für die Finanzierung/Entscheidung für eine Uni dient.
Das soetwas schlecht ist, hat nichts mit Sozialismus zu tun, sondern wird auch vom neoliberalsten Wirtschaftsboss so gesehen.
Und die Rankings, die gerne die Forschungsstärke anhand der Veröffentlichungen messen sind verzerrt. Denn es ist in der deutschen Hochschullandschaft üblich, dass Forschung nicht immer direkt in den Unis geschieht, sondern an Instituten, die mal mehr, mal weniger unabhängig sind. (Max-Planck-Institute, Fraunhofer-, diverse Wirtschaftsinstitute...)
Das war einer der witzigsten Kommentare, die ich vermutlich je bei einer Onlinezeitung gelesen habe. Meilen besser, als die Titanic!
"Der Ausstieg der Universitäten zeigt nur, daß modern gedachte und gelebte Hochschulausbildung in Deutschland immer noch nicht möglich ist."
Die sogenannte moderne Hochschulausbildung hat auch ihre Schwächen.
Zum Einen gibt es eine Zerfledderung der einzlnen Studiengänge in haufenweise kleine Fächer, die den grossen Zusammenhang nicht mehr vermitteln. Unter Bildung verstehe ich das Verinnerlichen von Grundlagen in Zusammenhängen, was viel besser in grossen umfassenden Fächern möglich ist.
Anstatt Bildung zu vermitteln, wird nur noch auswendig gelernt. Jetzt weiss der Student alles, kann es aber nicht wirklich anwenden.
Zum Anderen entstehen an den Universitäten immer mehr sogenannte Offices (Für Diversity, Chancengleichheit, ...), die die neuen offenen Stellen besetzen und die Lehrstühle mehr in ihrer Arbeit behindern als ihnen zu helfen.
Ich habe Respekt vor den Unis, die sich diesem "modernen" Leistungs- und Korrektheitswahn entziehen und zu ihren alten humboldtschen Werten zurückkehren. Das verstehe ich unter liberal im positiven Sinne. Und das ist für mich deutlich weiter vom Sozialismus entfernt als die Unis, die sich aus Ranking-Gründen immer mehr der Uniformität hingeben.
Wenn ich soetwas lese, dann geht mir das M... in der Tasche auf. Was Sie als sozialistisches Erbe herabwürdigen ist eine der wichtigsten Eckpfeiler einer demokratischen Gesellschaft. Bildung muss für ALLE erreichbar und finanzierbar sein und das ist mit Studiengebühren nicht möglich. Sie würden eine 2Klassengesellschaft schaffen in der unter anderem die Zahl der Studierenden sinken, vor allem aber von der sozialen Herkunft abhängen würde. Es gibt eine ganze Reihe von Studien, die sich mit dem Thema beschäftigen. Es ist eine ganz einfache logische Kette. Wer reich ist, kann sich Bildung leisten. Wer sich Bildung leisten kann, wird gute Berufschancen haben und ergo selbstständig reich. Somit ist die Basis geschaffen, den Kindern erneut eine höhere Bildung zu finanzieren und wenn Sie das wirklich erstrebenswert finden, dann spreche ich Ihnen das Verständnis des Begriffs Bildung ab.
Für ihre abenteuerliche Weltsicht haben Sie sicherlich auch oder?
"...behindert die Entwicklung einer freiheitlichen Hochschullandschaft, wie wir sie in den USA und in Großbritannien haben."
1.) Die Hochschullandschaft ist alles andere als freiheitlich, sie richtet sich nach dem Geldgeber und somit ist eine objektive Forschung nicht gewährleistet.
2.) Zwischen den Hochschulen bestehen derartig große Differenzen, dass ein Abschluss von Uni A vielleicht den Rang eines erweiterten Abiturs hat während Abschluss B einen Einstieg in die Chefetage gewährleistet.
"Private Hochschulunternehmen haben praktisch keinerlei Chance, auf dem deutschen Bildungsmarkt Geld zu verdienen."
Das stimmt, aber:
Die Qualität der sogenannten privaten Institute in Deutschland ist oftmals mangelhaft, und ebenso sind die Abschlüsse nichts wert.
http://www.manager-magazi...
Das grundsätzliche Problem aber besteht darin, dass eine private Hochschule keinen qualitativ hohen Unterschied zu einer öffentlichen Hochschule hier in Deutschland besitzt.
Dementsprechend ist der einzige Ausweg: Mehr Qualität, wie das in den angelsächsischen Ländern durchaus der Fall sein kann. Aber solange eine solche Politik der privaten Hochschulen herrscht von "wenig Leistung für viel Geld", solange wird es nie eine ernsthafte Konkurrenz geben.
Mir kam meine Zeit an der Uni nicht als ein Aufenthalt in einer roten Kaderschmiede vor. Denn dort wurden viele verschiedene politische Standpunkte vertreten und diskutiert. Wem das zu anstrengend ist - wer möchte schon mit dem unverständigen Pöbel diskutieren- der trachtet vielleicht wie Sie danach, den Zugang zu universitärer Bildung durch ein Eintrittsgeld zu beschränken. Jaja die Reservate, in den sich ein Reicher noch frei fühlen kann sind wahrlich am schrumpfen, da muss man doch entgegensteuern!
Die Freiheit von der Sie reden, ist die, nicht nur selbst auf der Sonnenseite zu stehen, sondern auch möglichst viele andere davon auszuschließen. Ich weiß nicht, welche Werte Sie außer ihres Aktiendepots vertreten aber Ihre Ausführungen sollten Sie nicht mit hehren Begriffen wie Freiheit schmücken, das ist lächerlich.
Auf ein verzerrtes Ranking folgt allerding auch eine Wettbewerbsverzerrung, wenn das Ranking als Grundlage für die Finanzierung/Entscheidung für eine Uni dient.
Das soetwas schlecht ist, hat nichts mit Sozialismus zu tun, sondern wird auch vom neoliberalsten Wirtschaftsboss so gesehen.
Und die Rankings, die gerne die Forschungsstärke anhand der Veröffentlichungen messen sind verzerrt. Denn es ist in der deutschen Hochschullandschaft üblich, dass Forschung nicht immer direkt in den Unis geschieht, sondern an Instituten, die mal mehr, mal weniger unabhängig sind. (Max-Planck-Institute, Fraunhofer-, diverse Wirtschaftsinstitute...)
Das war einer der witzigsten Kommentare, die ich vermutlich je bei einer Onlinezeitung gelesen habe. Meilen besser, als die Titanic!
"Der Ausstieg der Universitäten zeigt nur, daß modern gedachte und gelebte Hochschulausbildung in Deutschland immer noch nicht möglich ist."
Die sogenannte moderne Hochschulausbildung hat auch ihre Schwächen.
Zum Einen gibt es eine Zerfledderung der einzlnen Studiengänge in haufenweise kleine Fächer, die den grossen Zusammenhang nicht mehr vermitteln. Unter Bildung verstehe ich das Verinnerlichen von Grundlagen in Zusammenhängen, was viel besser in grossen umfassenden Fächern möglich ist.
Anstatt Bildung zu vermitteln, wird nur noch auswendig gelernt. Jetzt weiss der Student alles, kann es aber nicht wirklich anwenden.
Zum Anderen entstehen an den Universitäten immer mehr sogenannte Offices (Für Diversity, Chancengleichheit, ...), die die neuen offenen Stellen besetzen und die Lehrstühle mehr in ihrer Arbeit behindern als ihnen zu helfen.
Ich habe Respekt vor den Unis, die sich diesem "modernen" Leistungs- und Korrektheitswahn entziehen und zu ihren alten humboldtschen Werten zurückkehren. Das verstehe ich unter liberal im positiven Sinne. Und das ist für mich deutlich weiter vom Sozialismus entfernt als die Unis, die sich aus Ranking-Gründen immer mehr der Uniformität hingeben.
Rankings sind nur ein Anhaltspunkt, allerdings gibt es nur wenige andere.
Wenn man sich eine Universität auswählt, hat man diverse Kriterien zu Verfügung, von denen man sich relativ effizient Informationen finden kann (Entfernung zu den Eltern, Größe der Universität, Lebenshaltungskosten vor Ort etc.).
Schwerer wird es, wenn man feststellen will, wo es gute Lehre gibt. Man kann sich mal in eine Universität umschauen, aber vom Alter des Gebäudes kann man keine Aussagen treffen. Man kann sich mal in eine Vorlesung reinsetzen, aber jeder weiß, dass es bessere und schlechtere gibt, sodass es schwierig ist, daraus einen Gesamteindruck zu gewinnen. Man kann Studenten fragen, aber kaum einer hat wirklich ein breiten Überblick. Was dem einen gefällt oder stört, muss für andere nicht gelten. Aus den im Internet vorhandenen Plänen lässt sich auch schwer als "Neuling" etwas rauslesen, weil man selbst zu wenig weiß, um beurteilen zu können, ob es einem gefällt oder nicht (Unter der Bedingung, dass man sich für das Fach prinzipiell interessiert).
Weiß man schon zum Studiumanfang, dass man ein Doktor machen will, gilt ähnliches. Zu Anfang hat man eben wenig Ahnung und kann selbst nicht beurteilen, wie gut der Forschungsstandort ist.
Rankings sind da zumindest ein (schlechtes) Hilfsmittel. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass man sich wirklich für sich selbst die beste Uni auswählt (man wird es nie feststellen). Zumindest bekommt man aber den Überblick, welche Uni ein größeres Renommee hat.
Eben, es gibt nur wenige Kriterien. Und nur wenige davon sind wirklich relevant. Wenn ich an einer deutschen Universität meinen Bc oder Ma mache, dann liegt das Niveau meiner Ausbildung in erster Linie daran, wie ich mich mit der Materie auseinandersetze. Denn die fachliche Qualifikation haben alle Professoren. Ich finde es da persönlich wesentlich wichtiger, wie das nichtuniversitäre Umfeld dort ist.
Interessanter wird es da schon, wenn man selbst forschen will. Aber wer das will und nicht einmal weiß, welche Hochschulen (wobei da das Wort Arbeitsgruppen passender wäre) für ihn relevant sind, der sollte sich vielleicht etwas anderes überlegen. Ein Ranking ist also nicht nötig. Sie schrieben: "Weiß man schon zum Studiumanfang, dass man ein Doktor machen will, gilt ähnliches." Das ist Unsinn. Wenn man es wirklich weiß, dann nur, weil man sich bereits mit Forschung beschäftigt hat. Dann weiß man aber auch welche Arbeitsgruppen für einen relevant sind und an welcher Uni die sind. Wenn man allerdings zu Beginn des Studium denkt, ach, ein Dr. wäre ja ganz nett, dann gebe ich Ihnen Recht. Aber das ist eine Meinung, die sich auch während des Studiums ganz schnell ändern kann und die Relevanz eines Rankings erschließt sich mir immer noch nicht. Insbesondere weil das spätere Interesse ja möglicherweise garnicht ein Themengebiet betrifft, das an der gewählten Uni stark ist.
Was bleibt ist ein Kriterium, das Forschung bewerten will, ohne sich wirklich mit Forschung zu befassen.
Eben, es gibt nur wenige Kriterien. Und nur wenige davon sind wirklich relevant. Wenn ich an einer deutschen Universität meinen Bc oder Ma mache, dann liegt das Niveau meiner Ausbildung in erster Linie daran, wie ich mich mit der Materie auseinandersetze. Denn die fachliche Qualifikation haben alle Professoren. Ich finde es da persönlich wesentlich wichtiger, wie das nichtuniversitäre Umfeld dort ist.
Interessanter wird es da schon, wenn man selbst forschen will. Aber wer das will und nicht einmal weiß, welche Hochschulen (wobei da das Wort Arbeitsgruppen passender wäre) für ihn relevant sind, der sollte sich vielleicht etwas anderes überlegen. Ein Ranking ist also nicht nötig. Sie schrieben: "Weiß man schon zum Studiumanfang, dass man ein Doktor machen will, gilt ähnliches." Das ist Unsinn. Wenn man es wirklich weiß, dann nur, weil man sich bereits mit Forschung beschäftigt hat. Dann weiß man aber auch welche Arbeitsgruppen für einen relevant sind und an welcher Uni die sind. Wenn man allerdings zu Beginn des Studium denkt, ach, ein Dr. wäre ja ganz nett, dann gebe ich Ihnen Recht. Aber das ist eine Meinung, die sich auch während des Studiums ganz schnell ändern kann und die Relevanz eines Rankings erschließt sich mir immer noch nicht. Insbesondere weil das spätere Interesse ja möglicherweise garnicht ein Themengebiet betrifft, das an der gewählten Uni stark ist.
Was bleibt ist ein Kriterium, das Forschung bewerten will, ohne sich wirklich mit Forschung zu befassen.
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