Fahrzeuge mit Plug-in-Antrieb oder range extender sind aber in den Prognosen für den E-Auto-Absatz schon eingerechnet. Damit bleibt klar: Selbst wenn in ein paar Jahren zwischen fünf und zehn Prozent der Neuzulassungen auf E-Autos im weiteren Sinne entfallen und 2020 eine gute halbe Million der Stromer auf deutschen Straßen fahren sollten, stehen diesen immer noch 43 Millionen Pkw mit Verbrennungsmotoren gegenüber.

Wer es also ernst meint mit dem Klimaschutz, wer den Verbrauch fossiler Energieträger und den CO2-Ausstoß vermindern will, der muss bei diesen Fahrzeugen ansetzen. An verbalem Engagement in Sachen Klimaschutz und Ressourcenschonung lassen es die deutschen Autobauer nicht mangeln. Anders sieht es aus, wenn es um die Praxis geht. In diesen Tagen feilschen etwa die deutschen Hersteller mit der EU-Kommission in Brüssel um die CO2-Emissionsziele bis 2020.

Mit ihrer geballten Lobbymacht wehren sie sich gegen anspruchsvolle Grenzwerte für ihre meist größeren Fahrzeuge. Dabei ist die Technik, die Autoflotten insgesamt deutlich sparsamer zu machen, längst vorhanden. Als Komplettpaket angeboten wird sie allerdings nur für einzelne Fahrzeugvarianten. So steht, nur zum Beispiel, dem neuen Golf Blue Motion eine auf 230 PS erstarkte GTI-Version gegenüber. Auch andere deutsche Hersteller leisten sich solchen Unsinn.

Diese Exzesse relativieren alle Bekenntnisse zum Klimaschutz. Langfristig wird sich das Investment in E-Antriebe möglicherweise auszahlen – für die Unternehmen und das Klima. Kurzfristig aber hilft nur konsequenter Einsatz von Effizienztechnologie bei konventionellen Antrieben. Das ist die Lehre aus dem Schneckentempo bei der E-Mobilität.

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