Leipzig Sie sind so frei

Bis zum Morgengrauen feiern Rob, Martha und Sebastian im Niemandsland am Rande Leipzigs – und das auch noch gänzlich illegal. Der Stadt kann wenig Besseres passieren.

Der Zugang zu den Festen ist exklusiv. Das Foto zeigt eine Party in einem Club.

Der Zugang zu den Festen ist exklusiv. Das Foto zeigt eine Party in einem Club.

Dieser Club hat keinen Namen. Wer ihn finden will, braucht Zahlen: 51.283375, 12.343678. Robert*, den alle nur Rob nennen, hat diese Zahlen bei Google Maps eingegeben. Nun steht er spät am Abend auf einer Waldlichtung, Sterne funkeln. Rob hat uns hierher geführt.

Eine gefühlte Ewigkeit ist er mit ein paar Freunden dem Lauf eines Baches gefolgt; erst auf dem Rad, dann zu Fuß. Er hat Schafe meckern gehört, ist in den Wald abgebogen, hat nur seinem Atem und dem Knistern der Schritte gelauscht. Irgendwann hat sich der Wald vor ihm geöffnet. Die ganze Landschaft: ein Scherenschnitt.

Anzeige

Ein roter Lampion schwebt über der Wiese, in einem Festzelt bewegen sich Menschen wie hinter einer Schattenwand. Bäume tragen bunte Lichter, Fahrräder stapeln sich drunter. Rob hat sein Rad dazugelegt. Dann tanzt er, ein großer Junge mit Wuschelkopf und Dreitagebart, er tanzt zu den Klängen dumpfer Bässe. Sie tönen bis zum Waldrand. Für eine Feier ist es dennoch ungewöhnlich leise. Denn diese hier ist illegal: Die Gäste begehen gemeinschaftlich einen Landfriedensbruch.

In Berlin gab es solche Partys früher an jedem Wochenende. Doch die Hauptstadt ist zum Magneten geworden. Wo einst wild getanzt wurde, wird längst luxuriös gewohnt. Die Szene wandert weiter. Inzwischen ist es Leipzig, ist es diese Stadt der verlassenen Fabrikhallen und entvölkerten Viertel, die den Charme eines vergangenen Berlins verströmt. Eines Berlins, wie es auf Gäste in den neunziger Jahren noch wirkte. Das schrieb sogar die New York Times: Das ist die neue Leipziger Freiheit, eine Freiheit, wie es sie nur im Osten geben kann.

Etwa eine Handvoll Leipziger Freundeskreise organisieren die illegalen Nächte. Sie wollen schöne Plätze entdecken, außergewöhnliche Musik auflegen, und einige von ihnen wollen auch eine politische Botschaft vermitteln. Sie verstehen ihre Partys als Ausdruck der ungezügelten Freiheit – und damit als Gesellschaftskritik. So zumindest sieht das Martha, eine der Organisatorinnen, die wie alle anderen Menschen in dieser Geschichte ihren wahren Namen nicht nennen will. »Ganz Deutschland ist vermessen«, sagt sie. Auf einem Stück Land lägen Schichten von Besitzverhältnissen: Es gehöre dem einen, werde vom Zweiten gepachtet und von einem Dritten bewirtschaftet.

Deswegen nahm Martha sich in und um Leipzig einfach den Platz, den sie wollte. Auf den Landkarten im Internet suchte sie nach einem Stück Grün, am Waldrand sollte es liegen – weit genug von Häusern entfernt, aber trotzdem noch gut zu erreichen. Ebenjenen Platz, auf dem nun unsere Party stattfindet.

Martha weiß nicht, wem die Wiese gehört – deshalb hat sie auch niemanden um Erlaubnis gebeten. Natürlich könnte sie für Feiern im Freien auch einfach Grundstücke mieten. Aber dann, sagt Martha, wäre sie ja sofort mittendrin in der Tretmühle. Einer, der sie doch eigentlich entkommen wollte: aus Geld, Verträgen, Auflagen.

Und weil sie sich all das spart, zahlt bei dieser Feier niemand Eintritt. Allerdings müssen die Gäste Mühe investieren, um die Koordinaten zu erhalten. Denn die stehen an keinem Uni-Aushang. Rob hat sie in den Untiefen des Internets gefunden – auf einer Seite, die nur für wenige Tage existiert und nirgendwo verlinkt ist. Die Adresse dafür erfährt man in geschlossenen Foren, in die man eingeladen werden muss. Oder man bekommt sie von Freunden von Freunden von Freunden. Es ist wie in einem kleinen Dorf: Kennen und gekannt werden hilft, wer fremd ist, fällt schnell auf. Das gibt Sicherheit. Auch die Sicherheit, beim nächsten Mal wieder dabei sein zu dürfen. Gleich wird Martha hinter das DJ-Pult treten, um aufzulegen. Geld bekommt sie dafür nicht, wie alle DJs hier. Kurz vor Sonnenaufgang sind 200 Menschen da. Sie tanzen oder sitzen in einem Zelt, in dem leise Musik läuft.

An der Bar steht Sebastian. Er ist groß – wenn es einen Türrahmen gäbe, müsste er den Kopf einziehen. Sebastian trägt Kappe und Kapuzenpulli. Wie viele hier ist er älter als 30 Jahre und hat das Studium lange schon hinter sich. Er ist ein Organisator an diesem Abend. 

Leser-Kommentare
  1. jetzt kommt das große ABER:
    Als eigener Partyveranstalter/Promoter/DJ in Leipzig hat man im Sommer immer die Befürchtung dass diese illegalen Parties (die ich auch selbst gerne besuche sofern cooles Lineup und nicht zu weit draussen) einem das Publikum abgraben und somit die ganze Werbung, Organisation und Energie schlicht und ergreifend für die Katz war wenn am gleichen Abend eine bekannte Partycrew eine Open Air Feier macht.
    Die Überlegung ist natürlich klar "Hm, zahl ich jetzt 5/8€ Eintritt oder geh ich für umme weg?"
    Das schadet auf lange Sicht dem Veranstaltungsstandort und der heimischen Clubkultur, da sich nach mehreren schlecht besuchten Veranstaltungen die Booker zwei mal überlegen werden kostspieligere/extravagante Acts zu buchen (wenn eh keiner bereit ist den Preis zu zahlen). Und die Agenturen der Künstler werden auch abwägen ob sie ihre Zugpferde nach Leipzig losschicken um vor 20 zahlenden Gästen zu spielen, aber der Großteil der techno-affinen (aber nicht gerade reichen) Leute gerade unter einer A38 Brücke ravet.

    Manche Clubs (wie z.b. die Distillery) haben daraus schon ihre Lehre gezogen und kurz vor der Sommersaison nur noch einen der beiden Floors geöffnet auf dem auch nicht mehr die namhaftesten Acts spielen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    tau mal ein bisschen auf.

    Für jemanden der sich als DJ/Veranstalter von elektr. Parties bezeichnet, sind deine "close minded" Ansichten ziemlich erstaunlich. Oké, ich seh schon, bei Sätzen wie "Du liebst diese Musik wirklich? Dann freu dich doch, dass es so viele Leute gibt, die ohne jegliches kommerzielles Interesse ihre Zeit opfern und Mühe&Liebe darauf verwenden, dass diese Musik auch GELEBT wird", da bleibst du kühl, kein Gefühl.

    Du verdienst also dein Brot durch Parties mit eher undergroundigem Sound (denn nur der läuft ja bei den illegalen Parties), rufst aber danach, diesem Sound seinen Nährboden zu entziehen. Hm. Um in deiner Diktion zu bleiben: GENAU DAS "schadet auf lange Sicht dem "Veranstaltungsstandort und der heimischen Clubkultur" (gruselige FDP-Rethorik).

    Aber worum geht es denn? Du scheinst vor lautem Orga-Übereifer die Gründe deines Tuns aus den Augen verloren zu haben bzw. Ursache und Wirkung zu verwechseln: Es ist doch toll, dass es so viele Technoliebhaber gibt, die gerne bereit sind an einem Wochenende im Club viel Geld zu lassen, um hochklassige DJs bei tollem Sound zu hören - und dir dadurch ermöglichen, dein Fansein zum Beruf zu machen u professionelle Parties zu veranstalten. Aber doch bitte nicht umgekehrt: Hey Leute, seid euch eurer Konsumentenpflichten bewusst, auch wenn ihr eure Leidenschaft lieber an einem unkommerziellen Ort ausleben wollt. Und Punks sollen ihre Accessoirs nicht mehr selbst zusammenflicken, sondern bitte bei H&M kaufen, wa.

    Dann eben so: Stell dir vor, SOMMER, hunderte hormonüberflutete junge, nicht unbedingt technoaffine Menschen, frisch mit Abi oder Drogen in der Tasche wissen nicht wohin mit ihrer Energie. Die Clubwelt ist für sie noch ein teures Buch mit vielen Siegeln und Codes, wo man vor lauter Angst sich uncool zu benehmen sich am Ende überhaupt nicht benimmt. Doch dann weht sie der Sommer von einer illegalen open air Party zur Nächsten. Und irgendwann macht es klick und sie haben das Unerklärbare an dieser Musik verstanden. Und plötzlich kommt der Herbst. Und? Na also.

    Zum Schluss die rethorische Fragerunde:
    1. Könnte es sein, dass viele Menschen eine laue Sommernacht einfach lieber unter freiem Himmel, als in einem saunaesken Club verbringen?
    2. Buchst Du für deinen 8€-Club nen jungen DJ von dem Du weisst, dass er/sie außer zu Hause bisher höchstens mal bei ner kleinen WG-Party aufgelegt hat?
    Ein Mix auf Soundcloud ist zwar schonmal nicht schlecht, aber mit ner Clubsituation hat das oft wenig zu tun. Diese Sommer Open-Airs sind eine großartige Möglichkeit für junge/neue Djs mal vor (größerem) Publikum aufzulegen und Erfahrungen zu sammlen - und wenn klein-x dann von nem coolen Typen endlich mal für nen richtigen Club gebucht wird (weil der coole Typ klein-x auf nem illegalen Rave gehört hat und begeistert war), dann sind doch alle zufrieden.
    Yeah.

    Immerhin in einem Punkt stehe ich voll auf deiner Seite:
    ich bin selbst Veranstalter von legalen (jaja in meiner Jugend auch illegalen) Parties in Berlin, muss davon leben. Allerdings freue ich mich über jede illegale Party. Aber nur, wenn sie auch ihren Müll wegräumen, höhö.

    tau mal ein bisschen auf.

    Für jemanden der sich als DJ/Veranstalter von elektr. Parties bezeichnet, sind deine "close minded" Ansichten ziemlich erstaunlich. Oké, ich seh schon, bei Sätzen wie "Du liebst diese Musik wirklich? Dann freu dich doch, dass es so viele Leute gibt, die ohne jegliches kommerzielles Interesse ihre Zeit opfern und Mühe&Liebe darauf verwenden, dass diese Musik auch GELEBT wird", da bleibst du kühl, kein Gefühl.

    Du verdienst also dein Brot durch Parties mit eher undergroundigem Sound (denn nur der läuft ja bei den illegalen Parties), rufst aber danach, diesem Sound seinen Nährboden zu entziehen. Hm. Um in deiner Diktion zu bleiben: GENAU DAS "schadet auf lange Sicht dem "Veranstaltungsstandort und der heimischen Clubkultur" (gruselige FDP-Rethorik).

    Aber worum geht es denn? Du scheinst vor lautem Orga-Übereifer die Gründe deines Tuns aus den Augen verloren zu haben bzw. Ursache und Wirkung zu verwechseln: Es ist doch toll, dass es so viele Technoliebhaber gibt, die gerne bereit sind an einem Wochenende im Club viel Geld zu lassen, um hochklassige DJs bei tollem Sound zu hören - und dir dadurch ermöglichen, dein Fansein zum Beruf zu machen u professionelle Parties zu veranstalten. Aber doch bitte nicht umgekehrt: Hey Leute, seid euch eurer Konsumentenpflichten bewusst, auch wenn ihr eure Leidenschaft lieber an einem unkommerziellen Ort ausleben wollt. Und Punks sollen ihre Accessoirs nicht mehr selbst zusammenflicken, sondern bitte bei H&M kaufen, wa.

    Dann eben so: Stell dir vor, SOMMER, hunderte hormonüberflutete junge, nicht unbedingt technoaffine Menschen, frisch mit Abi oder Drogen in der Tasche wissen nicht wohin mit ihrer Energie. Die Clubwelt ist für sie noch ein teures Buch mit vielen Siegeln und Codes, wo man vor lauter Angst sich uncool zu benehmen sich am Ende überhaupt nicht benimmt. Doch dann weht sie der Sommer von einer illegalen open air Party zur Nächsten. Und irgendwann macht es klick und sie haben das Unerklärbare an dieser Musik verstanden. Und plötzlich kommt der Herbst. Und? Na also.

    Zum Schluss die rethorische Fragerunde:
    1. Könnte es sein, dass viele Menschen eine laue Sommernacht einfach lieber unter freiem Himmel, als in einem saunaesken Club verbringen?
    2. Buchst Du für deinen 8€-Club nen jungen DJ von dem Du weisst, dass er/sie außer zu Hause bisher höchstens mal bei ner kleinen WG-Party aufgelegt hat?
    Ein Mix auf Soundcloud ist zwar schonmal nicht schlecht, aber mit ner Clubsituation hat das oft wenig zu tun. Diese Sommer Open-Airs sind eine großartige Möglichkeit für junge/neue Djs mal vor (größerem) Publikum aufzulegen und Erfahrungen zu sammlen - und wenn klein-x dann von nem coolen Typen endlich mal für nen richtigen Club gebucht wird (weil der coole Typ klein-x auf nem illegalen Rave gehört hat und begeistert war), dann sind doch alle zufrieden.
    Yeah.

    Immerhin in einem Punkt stehe ich voll auf deiner Seite:
    ich bin selbst Veranstalter von legalen (jaja in meiner Jugend auch illegalen) Parties in Berlin, muss davon leben. Allerdings freue ich mich über jede illegale Party. Aber nur, wenn sie auch ihren Müll wegräumen, höhö.

  2. ....dann muss man sich nicht wundern, so dabei aus halb garem Halbwissen nicht mal ein Szene Viertel wird.
    Difficile est saturam non scribere!
    Der obenstehenden Artikel belegt das auf ein Neues, wo er darüber hinaus nichts Neues ist, weshalb, werte Leipziger Schattenweld, es nun nichts bringt sich auf den einschlägigen Social Media Pages das vom Doppelwochenende noch schlecht öffnen zu lassende Maul drüber zu zerreißen.
    Steht man der Autorin zu, dass sie sich aufgrund ihrer werten Leserschaft in überregionalen und Altersgrenzen überschreitenden Referenzsystemen bewegen muss, wären ihr so manche Patzer noch zu entschuldigen und so kommt natürlich auch der Berlin Vergleich sehr gelegen. Da hat man zumindest schon mal was von gehört oder ist selbst schonmal wo nicht reingekommen. Vielleicht war ja die werte Autorin auf einer der Parties im Besten Club der Welt in der Nähe des Ostbahnhofes und hat dort viele Freunde dort gemacht in einer wahnsinnigen Nacht. Obwohl mit Rock über der Jeans an den hart böse zutätowierten Türstehern vorbei zukommen.....oh, verzeihen sie, werte Autorin, ich wollte Ihnen nicht den Stoff für einen weiteren, spannenden Report aus dem Mikrokosmos der Ravegesellschaft vorwegnehmen. Thema: Diskriminierung an den Einlässen Deutscher Discotheken und der Vergleich mit meinem Jahr in Peru…

    Eine Leser-Empfehlung
  3. 3. ......

    Auch wollen wir die zum tausendsten Mal gezogenen Referenz auf den im Rest der Welt wohl nie wirklich zur Kenntnis genommenen Artikel der NYT über Leipzig ausblenden und es der Presselandschaft, somit auch der guten Autorin zugestehen, dies sei wohl nötig.
    Sinnlos hingegen der Vergleich des zugebauten und satuierten Leipzig mit dem Berlin der Fabrikhallen und der leeren…..häh, nee, andersherum….oder!? Aber die Südvorstadt ist doch auch teurer und in Wilmersdorf gibst auch noch…..oh….
    Man verzeihe mir diesen kleinen Chiasmus und sieht als eingeweihter die Parties in beiden Städten weiter in die banlieus oder vorstädtischen Forste, Wiesen und Heiden wandeln.
    Nur weil wenige je über die Ringbahn in Berlin spuckten oder schon vor Jahren auf Parties in der Nähe von Schkeuditz an der Elster waren, und ich mir auch sicher bin mich nun zu wiederholen: es ist nichts Neues!
    Sich bei der ganzen Angelegenheit ein E für ein A oder mittlerweile 8 Euro verkaufen zu lassen und es wie Martha, Rob und Chrystel aus dem Erzgebirge noch schaffen der weltoffenen und weitgereisten Reporterin Drogenkonsum („27h soll die Party gehen.“) als politischen Protest („Sie wollen […] eine politische Botschaft vermitteln. Sie verstehen ihre Partys als Ausdruck der ungezügelten Freiheit – und damit als Gesellschaftskritik“) zu verkaufen: großes Kino!

    2 Leser-Empfehlungen
  4. 4. .....

    Eins sei allerdings klargestellt, teuerste Schreiberin! Die zum Glück wieder passiver gewordenen Aktivitäten der Leipziger Polizei in nur irgend einer Form negativ darzustellen („Man habe anderes zu tun, als Partymachern hinterherzuspionieren. Gezielte Suchen im Internet finden offensichtlich nicht statt. Das klingt, als sei man gar nicht allzu böse über solch eine Form des Vergnügens.“) geht nicht klar und gerade du müsstest nach einer Studienzeit in Heidelberg wissen, wie anstrengend eine repressive Polizeistrategie für Menschen unter 30 Jahren und ihren wie auch immer gearteten Freizeitaktivitäten sein kann.
    Aberratio ictus, Teuerste und somit bitte ich dies beim kommenden Artikel, wahrscheinlich dann über die Kommerzialisierung des Westpakets oder der Abfallpolitik des Leipziger Zoo´s, zu beachten!

    Es grüßt wie immer freundlichst und hochachtungsvoll,

    euer Lysander

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Fackel
    • 11.10.2012 um 10:07 Uhr

    @lysander: Was ist dein Problem? Sauer, dass du die 90ziger in Berlin nicht mitgemacht hast? Denn wenn, würdest du die positive Wirkung der "illegalen" auf die "organisierten" Events kennen. Also entspann Dich.

    • Fackel
    • 11.10.2012 um 10:07 Uhr

    @lysander: Was ist dein Problem? Sauer, dass du die 90ziger in Berlin nicht mitgemacht hast? Denn wenn, würdest du die positive Wirkung der "illegalen" auf die "organisierten" Events kennen. Also entspann Dich.

  5. ....als erstes danke ich dir, dass ich mit einem alten spartanischen Kriegsherren als Namensgeber für meinen Nicknamen (ja, es ist tatsächlich eingedeutscht worden, werte Leser!) doch noch ziemlich gut dastehe, besieht man sich dein Pseudonym.
    Des Weiteren stimme ich mit dir in weiten Teilen überein, aber das Leben ist nun mal auch kein Ponyhof, du warst selbst bestimmt schon auf vielen schönen OA´s und rumheulen ist so ziemlich das uncoolste für nen Veranstaltertypen überhaupt.
    Deine Benennung der Distillery, welche sich über die vergangenen drei Jahre aus eher anderen, Drei-Buchstaben-Kennzeichensgründen zum Emeritus der Leipziger Electro Szene mauserte und die Anführung der Sommerpause, üblich seit ewigen Jahren in den meisten Clubs der Stadt Leipzig, zeigen , dass deine Kopfprozessoren wohl auch beim Verfassen der obigen Zeilen ein wenig zu kühl geblieben sind. Ob zweiterer Punkt vielleicht auch etwas mit den Semesterferien der zehntausenden von Studenten zu tun haben könnte, welche einen sehr großen Teil der Kaufkraft im Gastronomie- und Eventbereich Leipzigs ausmachen? Man weiß es nicht!

    Eine Leser-Empfehlung
  6. tau mal ein bisschen auf.

    Für jemanden der sich als DJ/Veranstalter von elektr. Parties bezeichnet, sind deine "close minded" Ansichten ziemlich erstaunlich. Oké, ich seh schon, bei Sätzen wie "Du liebst diese Musik wirklich? Dann freu dich doch, dass es so viele Leute gibt, die ohne jegliches kommerzielles Interesse ihre Zeit opfern und Mühe&Liebe darauf verwenden, dass diese Musik auch GELEBT wird", da bleibst du kühl, kein Gefühl.

    Du verdienst also dein Brot durch Parties mit eher undergroundigem Sound (denn nur der läuft ja bei den illegalen Parties), rufst aber danach, diesem Sound seinen Nährboden zu entziehen. Hm. Um in deiner Diktion zu bleiben: GENAU DAS "schadet auf lange Sicht dem "Veranstaltungsstandort und der heimischen Clubkultur" (gruselige FDP-Rethorik).

    Aber worum geht es denn? Du scheinst vor lautem Orga-Übereifer die Gründe deines Tuns aus den Augen verloren zu haben bzw. Ursache und Wirkung zu verwechseln: Es ist doch toll, dass es so viele Technoliebhaber gibt, die gerne bereit sind an einem Wochenende im Club viel Geld zu lassen, um hochklassige DJs bei tollem Sound zu hören - und dir dadurch ermöglichen, dein Fansein zum Beruf zu machen u professionelle Parties zu veranstalten. Aber doch bitte nicht umgekehrt: Hey Leute, seid euch eurer Konsumentenpflichten bewusst, auch wenn ihr eure Leidenschaft lieber an einem unkommerziellen Ort ausleben wollt. Und Punks sollen ihre Accessoirs nicht mehr selbst zusammenflicken, sondern bitte bei H&M kaufen, wa.

    6 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Alles schön und gut"
  7. Dann eben so: Stell dir vor, SOMMER, hunderte hormonüberflutete junge, nicht unbedingt technoaffine Menschen, frisch mit Abi oder Drogen in der Tasche wissen nicht wohin mit ihrer Energie. Die Clubwelt ist für sie noch ein teures Buch mit vielen Siegeln und Codes, wo man vor lauter Angst sich uncool zu benehmen sich am Ende überhaupt nicht benimmt. Doch dann weht sie der Sommer von einer illegalen open air Party zur Nächsten. Und irgendwann macht es klick und sie haben das Unerklärbare an dieser Musik verstanden. Und plötzlich kommt der Herbst. Und? Na also.

    Zum Schluss die rethorische Fragerunde:
    1. Könnte es sein, dass viele Menschen eine laue Sommernacht einfach lieber unter freiem Himmel, als in einem saunaesken Club verbringen?
    2. Buchst Du für deinen 8€-Club nen jungen DJ von dem Du weisst, dass er/sie außer zu Hause bisher höchstens mal bei ner kleinen WG-Party aufgelegt hat?
    Ein Mix auf Soundcloud ist zwar schonmal nicht schlecht, aber mit ner Clubsituation hat das oft wenig zu tun. Diese Sommer Open-Airs sind eine großartige Möglichkeit für junge/neue Djs mal vor (größerem) Publikum aufzulegen und Erfahrungen zu sammlen - und wenn klein-x dann von nem coolen Typen endlich mal für nen richtigen Club gebucht wird (weil der coole Typ klein-x auf nem illegalen Rave gehört hat und begeistert war), dann sind doch alle zufrieden.
    Yeah.

    3 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Alles schön und gut"
  8. 8. P.S..:

    Immerhin in einem Punkt stehe ich voll auf deiner Seite:
    ich bin selbst Veranstalter von legalen (jaja in meiner Jugend auch illegalen) Parties in Berlin, muss davon leben. Allerdings freue ich mich über jede illegale Party. Aber nur, wenn sie auch ihren Müll wegräumen, höhö.

    2 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Alles schön und gut"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service