Peer Steinbrück auf der Frankfurter Buchmesse © Johannes Eisele/AFP/Getty Images

DIE ZEIT: Wie wählen Sie den Redner für eine bestimmte Veranstaltung aus?

Siegfried Haider: Da spielen vier Kriterien eine Rolle. Drei inhaltliche, ein finanzielles. Erstens: Kompetenz auf einem Sachgebiet. Zweitens muss der Redner das Publikum motivieren und mitreißen können. Drittens muss er ein komplexes Thema so vereinfachen können, dass auch Nichtexperten es nachvollziehen können. Steinbrück ist nach allen drei Kriterien als Redner spitze. Viertens geht es ums Geld. Lässt das Budget des Veranstalters zu, dass wir einen wie Steinbrück anfragen, oder müssen wir uns unter den nicht ganz so prominenten Rednern umschauen?

ZEIT: Wonach richtet sich der Preis für einen Redner?

Haider: Ganz wichtig ist die Erfahrung, die jemand mitbringt. Ich kann niemanden vermitteln, der sich etwas nur angelesen hat. Medienpräsenz ist für das Honorar auch sehr entscheidend. Wenn einer kaum das Haus verlassen kann, ohne dass sich Kameras auf ihn richten, dann lässt das natürlich die Honorare nach oben schnellen.

ZEIT: Wie viel kostet eine Steinbrück-Rede?

Haider: Ich kann aus Gründen der Vertraulichkeit keine konkreten Honorare nennen. Aber Politiker dieser und höherer Kategorien kosten zwischen 7000 Euro und 50.000 Euro je Vortrag.

ZEIT: Gehören dazu auch Expolitiker wie Gerhard Schröder oder Joschka Fischer?

Haider: Ja. Auf dem amerikanischen Markt werden für Topredner wie etwa Bill Clinton oder Tony Blair sechsstellige Beträge gezahlt. Da ist unser deutscher Markt noch fast bescheiden zu nennen.

ZEIT: Was hat der Kunde davon, dass ein Politiker wie Steinbrück bei ihm auftritt?