Psychologie Töten ist menschlich

Wer mordet, ist nicht normal – glauben wir. Dabei liegt das Töten in unserer Natur. Wenn wir das akzeptieren, vermeiden wir Gewalt. Ein Essay

Down by the river I shot my baby. Dead, oh, shot her dead.

Neil Young

Jemanden getötet zu haben, kann in Verzweiflung stürzen, davon singt Neil Young. Jemandem unwiderruflich das Leben zu nehmen, davor muss auch dem Mörder schaudern. Auch für ihn führt kein Weg zurück. Youngs Lied gibt dem Täter eine Stimme und zeigt, dass er kein Herz aus Stein hat.

Können normale Menschen zum Mörder werden? Die meisten von uns sind zu derart extremen Zielsetzungen oder leidenschaftlichen Verwicklungen, in denen es um Liebe und Tod geht, nicht ohne Weiteres fähig. Werden wir sitzen gelassen, werden wir ohne Bedenken (wenn auch nicht ohne Klage) eben Singles oder Alleinerziehende. Selber zu töten interessiert uns nicht. Oder doch?

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Ich treffe – vorzugsweise am Rande von Strafprozessen, in denen es um Kapital- oder Sexualdelikte geht – nicht selten auf lebhafte Befürworter der Todesstrafe. Bisweilen frage ich nach, ob sie denn bereit wären, mit eigenen Händen das Todesurteil zu vollstrecken, das Beil zu nehmen und – zack! Ich dachte zuerst, eine solche Frage wirke abschreckend, aber nein! Manch ein Freund der Todesstrafe war gern dazu bereit. Das muss wohl heißen: Jemanden umzubringen wäre ihm eine Freude, er brauchte bloß einen guten Grund dafür, eine gesellschaftlich anerkannte Rechtfertigung. Er würde sich gern extra einen Hass aufbauen, den er bisher noch nicht hatte, um ihn sodann tödlich auszuleben.

Die Methode ist einfach: Man identifiziere sich mit einem persönlich unbekannten Opfer (bestenfalls einem Kind) oder dessen Hinterbliebenen und erteile sich die Lizenz zur Rache. So kommen mir diese Demonstranten vor, die vor den Wohnungen entlassener Straftäter herumstehen, um den Hals Plakate: »Keine Menschenrechte für Kinderschänder«. Sie sehnen sich nach einem Vorwand, um als Lynchmob tätig werden zu dürfen. In Emden haben wir kürzlich erlebt, was passiert, wenn man sie lässt. Dort schickten sie sich an, die Ermordung eines unschuldigen Verdächtigen ins Werk zu setzen. Oder die Neonazis, die auf ihren Autos »Todesstrafe für Kinderschänder« fordern: Sie möchten die Lieblingsbeschäftigung ihrer geistigen Vorfahren, das Töten, erst mal im kleinen Rahmen wieder etablieren – auch wenn das gewiss manchem Mitglied der eigenen Szene das Leben kosten würde.

Doch es sind nicht nur die Extremisten. Eine reizende alte Dame forderte im RBB-Kulturradio kürzlich am helllichten Tag in wohlgesetzten Worten die öffentliche Hinrichtung von Sexualstraftätern, der Moderator bedankte sich höflich für diese interessante Meinung.

Hirnforscher behaupten: Mörder sind anders als wir, man muss sie therapieren

Der amerikanische Sozialforscher David M. Buss hat herausgefunden, dass die Mehrheit der Erwachsenen rund um den Globus bereits ernsthafte Mordfantasien gegen eine andere Person hegte. Bei den Frauen richtete die Aggression sich vorrangig gegen eine Rivalin in Liebesdingen, bei den Männern häufiger gegen den beruflichen Konkurrenten. Die Mordlustigen hatten schon ernsthaft überlegt, wie so etwas zu bewerkstelligen sei, und es herzlich bedauert, als sie sich doch nicht trauten, die Tat durchzuführen. Nur sehr wenige tun es wirklich. Die Zahl der Tötungsdelikte ist in den vergangenen Jahren in Deutschland so niedrig wie nie zuvor. Der Abstand zwischen dem Todeswunsch und dem Töten ist – in einem geordneten Sozialwesen – zum Glück riesig. Man hätte – in unserem Land – einfach zu viel zu verlieren.

Hans-Ludwig Kröber
Hans-Ludwig Kröber

ist Mitherausgeber des Handbuchs der Forensischen Psychiatrie. Der 61-jährige Autor ist Chef des Instituts für Forensische Psychiatrie der Berliner Charité. Kröber trat als Sachverständiger in vielen Strafverfahren auf; so begutachtete er jene Mutter, die ihre siebenjährige Tochter Jessica in einem Hamburger Hochhaus verhungern ließ.

Aber nein, meinen manche Psychologen und Hirnforscher wie Robert James Blair oder Wolf Singer, der Grund ist ein anderer: Wir Normalbürger sind empathisch, Mörder sind empathielos. Unsere Spiegelneurone machen uns mitfühlend. Deren Spiegelneurone versagen. (Den Begriff »Spiegelneurone« müssen Sie nicht kennen. Sie können stattdessen auch »Gehirn« sagen oder »Nervenzellen«.) Kurz: Wir sind angeblich normal und die nicht. Mörder – das sind die ganz anderen. Und wenn man sie schon nicht mehr hinrichtet, muss man sie wenigstens in alle Ewigkeit therapieren. »Empathietraining« heißt das liebliche Wort. »Therapieunterbringung« ist das neueste Monstrum des Gefängniswesens.

Schauen wir uns doch einmal an, wie es sich mit den Mördern und deren Empathie verhält. Beginnen wir mit der Frage, was uns einfühlsame Empathen denn am Töten so interessiert, wo wir selbst zu töten doch gar nicht vorhaben. In unserer friedlichen Privatwelt kommt das Töten nicht vor. Aber daneben gibt es die andere Welt, in der geprügelt, geschossen und gemetzelt wird und in der Häuser in prächtigen Feuerstürmen zum Himmel fahren. Wir erfahren von dieser Welt aus dem Fernsehen und dem Internet, durch die Reportagen von der anderen Seite des Globus und aus der menschlichen Fiktion der Spielfilme. Über den fast schon gemütlichen privaten, zivilen Mord im Reihenhaus berichten die Vorabendmagazine Brisant und Explosiv. Und am Sonntagabend wird es für die ganze Familie kurzweilig beim Tatort. Die Flut von Krimiserien im Fernsehen zeugt davon, wie sehr das Töten uns in seinen Bann zieht.

Leser-Kommentare
  1. selten so einen unsinn gelesen ... und ich komme langsam ins grübeln, ob es sich lohn diese seite weiterhin zu besuchen.

    11 Leser-Empfehlungen
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    Das Potenzial zu Töten hat erstmal jeder Mensch.

    Ein wenig altbacken ist eher die Differenzierung der Jugendlichen nach Geschlecht, denn das Ausleben von entsprechenden Potenzialen ist eher eine "Haltungsfrage".

    MfG KM

    Der Herr ist Leiter des Instituts für Forensische Psychiatrie an der Charité - welche psychologische, neurowissenschaftliche oder psychatrische Qualifikation befähigt ausgerechnet Sie genau dazu seine Thesen als 'Unsinn' abzutun?

    Nun ich finde diesen Artikel überhaupt nicht als Unsinn an. Ich kann auch wie Herr Kröber nur auf die Publikationen von david Buss hinweisen, lese gerade höchst interessiert das Buch über dieses Thema "Der Mörder in uns. Warum wir zum Töten programmiert sind" und es ist ein hochinteressantes Buch und wie der Tenor dieses Artikels bereits sagt, es ist wichtiger es zu verstehen als einfach als "Unfug" abzutun und wegzuschauen... Erst Erkentniss wird uns ermöglichen adäquate Lösungen zu entwickeln

    muß nur die Nachrichten sehen. Bei innenpolitischen Themen kommen mir selbst Mordphantasien. :)

    Inhaltlich hätte es mir gefallen, wenn sich der Autor mehr in Bezug auf die Dauerbrenner-Frage, ob denn Mord und Totschlag als Kultur- oder Naturphänomene (sofern eine solche Unterscheidung Sinn macht) anzusehen seien, geäußert hätte. Vielleicht ein Thema für einen Folgeartikel?

    • KaHe
    • 23.10.2012 um 0:27 Uhr

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/ls

    Ich frage mich: welcher Profession gehören sie an:
    sind sie Psychologe, Soziologe, Antropologe, zur Not Biologe mit dem Fachgebiet "Formen menschlicher Gewalt"???
    Wie können sie sich anmaßen, die Gedanken eines Profis auf seinem Gebiet so abzukanzeln.

    Und wo schreibt der Autor von "gesunder Gewalt"? Was ich gelesen habe ist: Gewalt kommt vor (offensichtlich, dazu braucht es keinen Wissenschaftler, nur ein Blick auf die Überschriften in den Zeitungen) und liegt in unseren Genen und ist vor allem durch gesellschaftliche Konventionen geächtet (übrigens: auch unterschiedlich gewichtet - bei uns in D würde eine Frau wg. Ehebruchs eher selten gesteinigt...).
    Es kann und muss aber wohl zwischen "gesunden" Gewalttätern und "kranken" Gewalttätern unterschieden werden. Die "Gesunden" sind kein Problem für unsere Gesellschaft - die Kranken sehr wohl, weil kaum vorhersehbar, einschätzbar, behandelbar, abschreckbar.
    Wollen sie leugnen, dass es SOLCHE Menschen gibt?
    Dann sollten sie tatsächlich aufhören, hier mitzulesen.

    Das Potenzial zu Töten hat erstmal jeder Mensch.

    Ein wenig altbacken ist eher die Differenzierung der Jugendlichen nach Geschlecht, denn das Ausleben von entsprechenden Potenzialen ist eher eine "Haltungsfrage".

    MfG KM

    Der Herr ist Leiter des Instituts für Forensische Psychiatrie an der Charité - welche psychologische, neurowissenschaftliche oder psychatrische Qualifikation befähigt ausgerechnet Sie genau dazu seine Thesen als 'Unsinn' abzutun?

    Nun ich finde diesen Artikel überhaupt nicht als Unsinn an. Ich kann auch wie Herr Kröber nur auf die Publikationen von david Buss hinweisen, lese gerade höchst interessiert das Buch über dieses Thema "Der Mörder in uns. Warum wir zum Töten programmiert sind" und es ist ein hochinteressantes Buch und wie der Tenor dieses Artikels bereits sagt, es ist wichtiger es zu verstehen als einfach als "Unfug" abzutun und wegzuschauen... Erst Erkentniss wird uns ermöglichen adäquate Lösungen zu entwickeln

    muß nur die Nachrichten sehen. Bei innenpolitischen Themen kommen mir selbst Mordphantasien. :)

    Inhaltlich hätte es mir gefallen, wenn sich der Autor mehr in Bezug auf die Dauerbrenner-Frage, ob denn Mord und Totschlag als Kultur- oder Naturphänomene (sofern eine solche Unterscheidung Sinn macht) anzusehen seien, geäußert hätte. Vielleicht ein Thema für einen Folgeartikel?

    • KaHe
    • 23.10.2012 um 0:27 Uhr

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/ls

    Ich frage mich: welcher Profession gehören sie an:
    sind sie Psychologe, Soziologe, Antropologe, zur Not Biologe mit dem Fachgebiet "Formen menschlicher Gewalt"???
    Wie können sie sich anmaßen, die Gedanken eines Profis auf seinem Gebiet so abzukanzeln.

    Und wo schreibt der Autor von "gesunder Gewalt"? Was ich gelesen habe ist: Gewalt kommt vor (offensichtlich, dazu braucht es keinen Wissenschaftler, nur ein Blick auf die Überschriften in den Zeitungen) und liegt in unseren Genen und ist vor allem durch gesellschaftliche Konventionen geächtet (übrigens: auch unterschiedlich gewichtet - bei uns in D würde eine Frau wg. Ehebruchs eher selten gesteinigt...).
    Es kann und muss aber wohl zwischen "gesunden" Gewalttätern und "kranken" Gewalttätern unterschieden werden. Die "Gesunden" sind kein Problem für unsere Gesellschaft - die Kranken sehr wohl, weil kaum vorhersehbar, einschätzbar, behandelbar, abschreckbar.
    Wollen sie leugnen, dass es SOLCHE Menschen gibt?
    Dann sollten sie tatsächlich aufhören, hier mitzulesen.

  2. Der Mensch ist nunmal eine Bestie, das muss man eben akzeptieren!

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  3. Das Potenzial zu Töten hat erstmal jeder Mensch.

    Ein wenig altbacken ist eher die Differenzierung der Jugendlichen nach Geschlecht, denn das Ausleben von entsprechenden Potenzialen ist eher eine "Haltungsfrage".

    MfG KM

    18 Leser-Empfehlungen
  4. "Die Flut von Krimiserien im Fernsehen zeugt davon, wie sehr das Töten uns in seinen Bann zieht."

    Die wenigsten Krimizuschauer dürfte der *Akt des Tötens selbst* in seinen Bann ziehen, wohl eher die Auseinandersetzung mit dem ansonsten tabuisierten Thema "Tod", verpackt in (mehr oder weniger) kurzweilige Geschichten.

    5 Leser-Empfehlungen
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    möglicherweise kurz vor der cerebralen Apoptose steht?

    MfG KM

    Ich denke, der Autor würde Ihnen evtl. sogar beipflichten, aber man kann es ja nun mal nicht jedem Recht machen....
    Meiner Meinung handelt es sich bei dem, was Sie deuten am Auto eher um ein semantisches Problem.
    Aber der Erfolg der Krimi Serien spricht ja für sich. Was nun da jeden einzelnen bewegt, kann ich natürlich sagen, aber Bedeutung hat es sicher.

    möglicherweise kurz vor der cerebralen Apoptose steht?

    MfG KM

    Ich denke, der Autor würde Ihnen evtl. sogar beipflichten, aber man kann es ja nun mal nicht jedem Recht machen....
    Meiner Meinung handelt es sich bei dem, was Sie deuten am Auto eher um ein semantisches Problem.
    Aber der Erfolg der Krimi Serien spricht ja für sich. Was nun da jeden einzelnen bewegt, kann ich natürlich sagen, aber Bedeutung hat es sicher.

  5. möglicherweise kurz vor der cerebralen Apoptose steht?

    MfG KM

    2 Leser-Empfehlungen
  6. ..."Nicht die Seelenkur, sondern ein hohes Risiko der Bestrafung schreckt den gesunden Gewalttäter ab."

    Sollte man dann nicht Strafen empfindlich erhöhen?
    Warum "funktioniert" die Todesstrafe dann nicht?

    Mich würde die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns vom morden abhalten aber nicht das hohe Risiko der Bestrafung - wobei ich diese Theorie niemals testen möchte...

    3 Leser-Empfehlungen
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    • Acrux
    • 21.10.2012 um 20:06 Uhr

    Nicht das "Risiko einer hohen Strafe" schreckt ab, sondern das "hohe Risiko einer Strafe", d.h. eine hohe Aufklaerungs- und Verurteilungsquote, die Gewissheit ueberhaupt erwischt zu werden. Die Schwere der Strafe ist bereits ausreichend.

    • GDH
    • 22.10.2012 um 13:40 Uhr

    Kommentar Nr. 14 von Acrux stellt das Missverständnis hinsichtlich Höhe und Wahrscheinlichkeit einer Strafe schon richtig.

    Wichtig an der Aussage ist aber wohl auch, dass ein ganz wesentlicher Faktor für die Eingrenzung von Gewalt ist, dass sie sich nicht lohnen darf. Dass manchmal der Wunsch aufkommt, jemanden zu töten oder zu verletzen, lässt sich wohl eher nicht verhindern.

    Was mir auch wichtig erscheint (aber nicht im Artikel steht): Wenn ich fürchten muss, dass andere mit Gewalt durchkommen, motiviert mich das unter Umständen zu Präventivschlägen (und andere mögen präventiv mich ermorden, weil sie glauben, ich hätte große Angst vor ihnen und würde sie vielleicht vorsichtshalber im Schlaf überfallen...).

    Wenn eine Auseinandersetzen gewalttätig wird, bricht man sie ab und schaltet die zuständige Behörde ein. Dieser zivilisatorische Minimalkonsens der Gewaltlosigkeit erfordert, dass nicht als Verlierer dasteht, wer sich daran hält.

    Zu
    >>Warum "funktioniert" die Todesstrafe dann nicht?<<

    Vorschlag: Wer einen Mord "kalkuliert", für den ist der Fall, vor Gericht verurteilt zu werden, sowieso schon der "worst case" (die Schadenserwartung steht quasi "am Anschlag"). Die emotionalen Kosten von jahrzehntelanger Haft und Todesstrafe sind so unterschiedlich nicht. Wahrscheinlich nehmen sich viele Straftäter sowieso vor, sich umzubringen bevor sie jahrzehntelang eingesperrt verbringen...
    Was man (für rationale Täter) halt hochtreiben kann, ist das Risiko, erwischt zu werden.

    • Acrux
    • 21.10.2012 um 20:06 Uhr

    Nicht das "Risiko einer hohen Strafe" schreckt ab, sondern das "hohe Risiko einer Strafe", d.h. eine hohe Aufklaerungs- und Verurteilungsquote, die Gewissheit ueberhaupt erwischt zu werden. Die Schwere der Strafe ist bereits ausreichend.

    • GDH
    • 22.10.2012 um 13:40 Uhr

    Kommentar Nr. 14 von Acrux stellt das Missverständnis hinsichtlich Höhe und Wahrscheinlichkeit einer Strafe schon richtig.

    Wichtig an der Aussage ist aber wohl auch, dass ein ganz wesentlicher Faktor für die Eingrenzung von Gewalt ist, dass sie sich nicht lohnen darf. Dass manchmal der Wunsch aufkommt, jemanden zu töten oder zu verletzen, lässt sich wohl eher nicht verhindern.

    Was mir auch wichtig erscheint (aber nicht im Artikel steht): Wenn ich fürchten muss, dass andere mit Gewalt durchkommen, motiviert mich das unter Umständen zu Präventivschlägen (und andere mögen präventiv mich ermorden, weil sie glauben, ich hätte große Angst vor ihnen und würde sie vielleicht vorsichtshalber im Schlaf überfallen...).

    Wenn eine Auseinandersetzen gewalttätig wird, bricht man sie ab und schaltet die zuständige Behörde ein. Dieser zivilisatorische Minimalkonsens der Gewaltlosigkeit erfordert, dass nicht als Verlierer dasteht, wer sich daran hält.

    Zu
    >>Warum "funktioniert" die Todesstrafe dann nicht?<<

    Vorschlag: Wer einen Mord "kalkuliert", für den ist der Fall, vor Gericht verurteilt zu werden, sowieso schon der "worst case" (die Schadenserwartung steht quasi "am Anschlag"). Die emotionalen Kosten von jahrzehntelanger Haft und Todesstrafe sind so unterschiedlich nicht. Wahrscheinlich nehmen sich viele Straftäter sowieso vor, sich umzubringen bevor sie jahrzehntelang eingesperrt verbringen...
    Was man (für rationale Täter) halt hochtreiben kann, ist das Risiko, erwischt zu werden.

  7. "Von der Essayistin Hannah Arendt und dem Soziologen Harald Welzer (...)"

    Hannah Arendt war Philosophin, Herr Kröber.

    Soviel Allgemeinbildung sollte schon sein, wenn man sich selbst an allgemeinphilosophische Ausführungen zu einem großen Thema heranwagt.

    7 Leser-Empfehlungen
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    Also: Hannah Arendt war eine politische Theoretikerin und Publizistin. Soviel Allgemeinbildung oder Wille zum Besuch von Wikipedia sollte schon sein. Essayistin ist aber auch ok, genau wie Philosophin ... weil wer will da schon klare Grenzen ziehen.

    Klugscheißen nur, wenn man sich sicher ist ;-)

    hat sich selbst weder als Philosophin noch als Soziologin gesehen. Sie nannte ihr Arbeitsfeld: "politische Theorie".

    Siehe dazu "Zur Person" mit Günther Gauss, der sie als Philosophin bezeichnet. "Ich habe Philosophie studiert, was aber noch nicht heißt, dass ich dabei geblieben bin."

    Stammen wir nicht alle von Kain ab, sondern von seinem jüngeren Bruder, Set. Denn Set ist der Vorfahre von Noah. Kains Nachfahren wurden während der Sintflut getötet.

    Also: Hannah Arendt war eine politische Theoretikerin und Publizistin. Soviel Allgemeinbildung oder Wille zum Besuch von Wikipedia sollte schon sein. Essayistin ist aber auch ok, genau wie Philosophin ... weil wer will da schon klare Grenzen ziehen.

    Klugscheißen nur, wenn man sich sicher ist ;-)

    hat sich selbst weder als Philosophin noch als Soziologin gesehen. Sie nannte ihr Arbeitsfeld: "politische Theorie".

    Siehe dazu "Zur Person" mit Günther Gauss, der sie als Philosophin bezeichnet. "Ich habe Philosophie studiert, was aber noch nicht heißt, dass ich dabei geblieben bin."

    Stammen wir nicht alle von Kain ab, sondern von seinem jüngeren Bruder, Set. Denn Set ist der Vorfahre von Noah. Kains Nachfahren wurden während der Sintflut getötet.

  8. Der Mann ist Gutachter? Vor Gericht? Und schreibt so undifferenzierten..ähhh...Kram? Kann verschiedene Ebenen wie psychisch/sozial/kulturell nicht auseinderhalten (und deswegen auch keine Verbindungen dazwischen ziehen). Hat der einen akademischen Titel? Sollte mal überprüft werden.
    "Die Flut von Krimiserien im Fernsehen zeugt davon, wie sehr das Töten uns in seinen Bann zieht." Ich fasse es nicht. Mit dieser Logik wären alle Engländer Mörderinnen und Mörder, weil es soviele britische Krimiautoren gibt. Und da seit Jahrzehnten soviele Krimis gelesen werden.

    16 Leser-Empfehlungen
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    • GDH
    • 22.10.2012 um 13:58 Uhr

    Sie kritisieren
    >>"Die Flut von Krimiserien im Fernsehen zeugt davon, wie sehr das Töten uns in seinen Bann zieht." Ich fasse es nicht. Mit dieser Logik wären alle Engländer Mörderinnen und Mörder, weil es soviele britische Krimiautoren gibt.<<

    Das wird so wohl nicht gemeint sein: "in seinen Bann ziehen" heist ja nicht, dass Leute das ständig tun, sondern dass die Beschäftigung mit dem Thema gefühlsmäßig reizvoll ist.
    Das Töten eines Artgenossen und das Getötetwerden von einem solchen sind heute zwar selten, waren während der Entwicklungsgeschichte unserer Art aber gewiss wichtig genug, dass sich die Beschäftigung mit dem Thema ("was, wenn ich xy einfach heute Nacht erwürgen würde" oder "wäre es für Z nicht die einfachste, mich zu beseitigen" usw.) gelohnt haben dürfte.

    Was ist das für eine Argumentation am Schluss? Er schreibt doch nicht, dass viele Kriminalautoren innerhalb eines Volkes ein Indikator für ein gewaltätiges Volk sind!? Und der obere Absatz zeigt sehr gut wie Menschen reagieren, wenn sie eine Theorie von Anfang an ablehnen...

    • ST_T
    • 22.10.2012 um 21:28 Uhr

    Lieber Cardoso,
    Sie haben den Text wirklich nur oberflächlich gelesen und überhaupt nicht verstanden.
    Was Herr Kröber hier ausdrückt ist nicht mehr und nicht weniger, als dass das Töten fester Bestandteil des menschlichen Lebens ist.

    Dazu nennt er eben diese Beispiele um seine Thesen zu untermauern und Recht hat er damit auf jedem Fall.
    Ich betreibe auch Kampfsport und neige ohne diesen zu Aggressionen, das heißt aber noch lange nicht, dass ich somit zum Mörder werden würde.

    Nicht umsonst ist unsere Gesellschaft und die Kultur lediglich auf Sex, Gewalt sowie Tötung sehr fixiert oder eben auf der radikal gegenteiligen Form, nämlich der totalen Ablehnung derselben Dinge, etwa bei Religionsausübung. Aber selbst das ändert nichts daran das all das Bestandteile menschlichen Lebens sind.

    Die grundsätzliche Frage, die sich daraus nur ergibt ist, wie wir als Menschen mit diesen Bestandteilen in welcher Form verfahren.

    • GDH
    • 22.10.2012 um 13:58 Uhr

    Sie kritisieren
    >>"Die Flut von Krimiserien im Fernsehen zeugt davon, wie sehr das Töten uns in seinen Bann zieht." Ich fasse es nicht. Mit dieser Logik wären alle Engländer Mörderinnen und Mörder, weil es soviele britische Krimiautoren gibt.<<

    Das wird so wohl nicht gemeint sein: "in seinen Bann ziehen" heist ja nicht, dass Leute das ständig tun, sondern dass die Beschäftigung mit dem Thema gefühlsmäßig reizvoll ist.
    Das Töten eines Artgenossen und das Getötetwerden von einem solchen sind heute zwar selten, waren während der Entwicklungsgeschichte unserer Art aber gewiss wichtig genug, dass sich die Beschäftigung mit dem Thema ("was, wenn ich xy einfach heute Nacht erwürgen würde" oder "wäre es für Z nicht die einfachste, mich zu beseitigen" usw.) gelohnt haben dürfte.

    Was ist das für eine Argumentation am Schluss? Er schreibt doch nicht, dass viele Kriminalautoren innerhalb eines Volkes ein Indikator für ein gewaltätiges Volk sind!? Und der obere Absatz zeigt sehr gut wie Menschen reagieren, wenn sie eine Theorie von Anfang an ablehnen...

    • ST_T
    • 22.10.2012 um 21:28 Uhr

    Lieber Cardoso,
    Sie haben den Text wirklich nur oberflächlich gelesen und überhaupt nicht verstanden.
    Was Herr Kröber hier ausdrückt ist nicht mehr und nicht weniger, als dass das Töten fester Bestandteil des menschlichen Lebens ist.

    Dazu nennt er eben diese Beispiele um seine Thesen zu untermauern und Recht hat er damit auf jedem Fall.
    Ich betreibe auch Kampfsport und neige ohne diesen zu Aggressionen, das heißt aber noch lange nicht, dass ich somit zum Mörder werden würde.

    Nicht umsonst ist unsere Gesellschaft und die Kultur lediglich auf Sex, Gewalt sowie Tötung sehr fixiert oder eben auf der radikal gegenteiligen Form, nämlich der totalen Ablehnung derselben Dinge, etwa bei Religionsausübung. Aber selbst das ändert nichts daran das all das Bestandteile menschlichen Lebens sind.

    Die grundsätzliche Frage, die sich daraus nur ergibt ist, wie wir als Menschen mit diesen Bestandteilen in welcher Form verfahren.

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