Dabei zählt das Château des Tertres zu den Neulingen unter den Schlössern. Erst um 1900 wurde es von einem Offizier als Sommerresidenz erbaut und erlebte manchen Besitzerwechsel, bis es in die Hände der deutschen Besatzer fiel. 1951 schließlich kaufte die pensionierte Lehrerin Marie Donnadieu das verfallene Anwesen, nach ihrer Rückkehr aus Indochina. »Sie zog [...] in ein unechtes Louis-XIV-Schloss, wo sie auch starb [...] in ihrem geräumigen Zimmer im ersten Stock, wo sie die Schafe schlafen ließ, vier bis sechs Schafe, rund um ihr Bett, wenn draußen Frost war.« Das schrieb Marguerite Duras, die berühmte Tochter der Marie Donnadieu, in ihrem Roman Der Liebhaber. Im Erdgeschoss, wo heute das Ehepaar Valois seine Gäste empfängt, versuchte sich die Mutter der Duras mit der Aufzucht von Hühnern, installierte elektrische Brutapparate und sah 600 Küken schlüpfen, die bald jämmerlich zugrunde gingen.

Was aber blieb, ist das Schloss. Einer, der vielleicht ein Königskind ist, hat es über die Jahre gerettet. Das Château des Tertres erlebt gerade eine wunderbare Blütezeit.