Microsoft : Steve gegen alle

Microsoft-Chef Steve Ballmer will es noch einmal wissen – mit Windows 8 holt er zum großen Schlag aus.
Microsoft-Chef Steve Ballmer bei der Vorstellung des Betriebssystems Windows 8 © Mario Tama/Getty Images

»Ich könnte nicht optimistischer sein« – mit diesen Worten beendete Steve Ballmer, der Vorstandschef von Microsoft, vor wenigen Tagen einen Brief an die Aktionäre. Damit schrieb Ballmer zugleich an sich selbst, denn er ist neben dem Unternehmensgründer Bill Gates einer der größten Anteilseigner des Softwarekonzerns.

Man darf gespannt sein, ob sich seine Vorfreude im Nachhinein als Zweckoptimismus oder als Weitsicht herausstellen wird. Für Ballmer und Microsoft hat am 26. Oktober eine neue Ära begonnen. An diesem Tag hat er einen lange vorbereiteten Schlag gegen die Widersacher Apple und Google ausgeführt, und der Konzern hat Windows8 veröffentlicht, die neue Variante seines populären Betriebssystems. Für Microsoft  stellt Windows 8 eine technische wie strategische Revolution dar. Denn Windows 8 lässt sich, anders als vorherige Versionen der Software, auch über berührungsempfindliche Bildschirme bedienen und wird gleichermaßen auf unterschiedlichen Geräten laufen – ob herkömmliche Computer oder Tablets.

Einen größeren Bruch mit der eigenen Vergangenheit hat es bei Microsoft lange nicht gegeben, und Ballmer dürfte kaum noch ähnlich ambitionierte Projekte durchziehen. An Windows8 dürfte sich entscheiden, ob der Manager eines Tages als Retter oder Totengräber von Microsoft in die Firmengeschichte eingeht.

Keine Frage: Ballmer hat den Konzern geprägt wie sonst nur Bill Gates. Schon seit 1980 arbeitet der Sohn eines Schweizer Einwanderers für die Firma, Anfang 2000 übernahm er den Vorstandsvorsitz. Fast 13 Jahre ist das nun her, Langzeitchef Ballmer ist damit ein Dinosaurier in einer Branche, in der manchmal schon ein paar Monate eine Ewigkeit sind. Als Ballmer bei Microsoft zum Chef wurde, war Google praktisch noch ein Start-up, Apple arbeitete sich mühsam aus einer bedrohlichen Krise heraus.

Die Zeiten haben sich bekanntlich geändert, und zwar dramatisch. Dass Microsoft den Kampf gegen Apple und Google schon verloren hätte, ist allerdings falsch. Der Blick auf die globalen Marktanteile der Betriebssysteme beweist: Windows treibt 92 Prozent aller herkömmlichen Computer an. Und selbst wenn man mobile Geräte wie Tablets und Smartphones in die Berechnung mit einbezieht, belegt Windows mit 84 Prozent immer noch den Spitzenplatz. Betriebssysteme von Apple kommen auf 12 Prozent, die Android-Software von Google auf zwei Prozent.

Das ist der Stand der Dinge – und er sieht gut aus für Microsoft. Aber wenn man der Börse glauben darf, wo bekanntlich Erwartungen an die Zukunft gehandelt werden, ändert sich das gerade. Das Problem für Microsoft ist nämlich, dass Apple und Google ausgerechnet dort erfolgreich sind, wo zurzeit das große Wachstum stattfindet: bei den mobilen Geräten. Vor allem die Entwicklung des Börsenkurses von Apple belegt, wie stark sich die Machtverhältnisse und Hoffnungswerte in der Branche seit Ballmers Amtsantritt verschoben haben. Im Zuge dessen sind auch die Hersteller klassischer Computer unter Druck geraten. Vor allem private Konsumenten kaufen lieber kleine und leichte Geräte, die sie ständig bei sich tragen können.

In den vergangenen Jahren hat keiner stärker von diesem Trend profitiert als Apple – wohl auch, weil das Unternehmen Geräte und Software aus einer Hand anbietet. Darin liegt ein weiterer Unterschied zu Microsoft, das bislang vor allem die Software zu den Geräten anderer Hersteller lieferte: zu Laptops von HP, Dell oder Acer, zu Mobiltelefonen von Nokia. Doch Ballmer weicht diese Arbeitsteilung auf. Schon kurz nach seinem Amtsantritt kam die Spielkonsole Xbox auf den Markt, die Microsoft erstmals in Eigenregie produzierte. Nun präsentiert der Konzernchef das im Haus fabrizierte Tablet Surface.

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Kommentare

31 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

sieht unschön aus

das ganze OS sieht (wie es bei windows tradition ist) einfach nicht "cool" aus. wann lassen die da mal richtige designer ran? so teuer können die doch nicht sein ... . apple machts richtig, android 4 gefällt mir auch und windows phone ist auch sehr chic. aber das was ich von w8 bisher gesehen habe sah hatte leider einen hauch von "billig" was die optik angeht.

Geschmackssache

[...]

Mir gefällt das ganz bisher sehr gut. Gerade die schlichte Metro Oberfläche gefällt mir gut. Und mir gefällt auch das App-Konzept. Minianwendungen, die auf das notwendigste reduziert sind. Warum nicht? Solange ich die wahl habe, ist doch alles ok. Auch die neuen Desktop-Fenster-Styles sind recht edel. Mir gefallen die schon sehr gut.

Und mit etwas Anpassung erkennt man auch die verschiedenen Kniffe, die dem Workflow sehr zuträglich sind. Das einzige was mich bisher stört ist ab und an ein fehlendes Fehlerfeedback. Z.B. hat die Nachrichtenapp nicht funktioniert. Weiss bis heute nicht woran es lag. Reinstallation hat dann geholfen. :)

Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/ls

Wozu solls hübsch ausehen ?

Ich blaub Windows hal schon lange erkannt das es eigentlich niemand sehen will. Man will siene anwendung sehe und das Betribssystem soll arbeten und einen Butten haben wo man die anwendung starten kann.

Auch wird es wohl wie immer nicht um den Style gehen, das ist Appels Fheler, sonder darum welche Software auf der Platform zu welchen Bedingungen läuft.

Hier hat Windows seine Stäre das es nun mal das System ist auf den alles läuft und für das nahezu alles umgesetzt und programiert wird. Die Konkurenten haben zwar immer versprochen interessante eigene Programme zu entwikeln, ahben es aber nie geschaft.

Die Nächsten grossen AAA-Spiele kommen für Windowns, die grossen Arbeitsprogramme sind da, und es gibt keum ein Programm was man nich auch als Windows Version bekommen kann.

WEnn sich das ändert dann hätte Micrsoft einen Grund sich über ihr aussehen gedanken zu machen und einen Konkurentskampf führen zu müssen.

So bekommen wir die alte Grafik nen bischen verändert, Funktionen die lange überfällig waren und auch per Pash nachgeliefert werden könnten. aber wir dürfen alle noch mal den neuen Vollpreis Zahlen. Oder und bei nächsten Computerkauf darauf freuen das neue Windows zu bekommen und wieder die neune einstellungen neu lernen zu dürfen.

Sotry aber von 3.11 auf 95 kommte ich verstehen von 95 auf Arbeitsfähig auch danach hätte mach auch immer wider hochpatschen können. Aber das Neuverkaufen bringt hat so viel Geld und so kommt nun immer wieder ein neues.

Quelle für die Marktanteile?

84% inklusive Tablets und anderer Mobilgeräte ist ja doch sehr viel. Forrester sieht Microsoft hier aktuell bei 30% (z.B. http://blogs.wsj.com/digi... , Sekundärquelle), allerdings beziehen sich die Zahlen auf die Verkäufe. Wobei die absolute Zahl verkaufter Mobilgeräte schon seit Jahren so dermaßen groß ist und Microsofts Anteil dort noch verschwindend gering, dass ich die Zahl selbst für die benutzten Geräte für sehr hoch gegriffen halte.

Bunt! Toll!

Gerade das Design von Windows 8 ist ja gerade das tolle. Die kräftigen Farben heben Stück wohltuend von der schon etwas langweilig (spießig) gewordenen Eleganz der Apple Produkte ab.
Auch übernimmt Win 8 nicht einfach das Desktop PC Design wie IOS und Android, sondern schafft mit Metro eine Sinnvolle Innovation für mobile Geräte. Hier kann man mit einem schnellen Blick alle wichtigen Informationen erhalten.

Mir hätte ein Desktop im (UI-Design formerly known as) Metro

besser gefallen.

Die Schizophrenie zweier Designansätze unter einem Oberdach Windows 8 ist der grösste Schwachpunkt und wirkt wie ein erzwungener Übergang. Diesen wird es auf absehbare Zeit aber nicht geben; zumindest die professionellen Anwender werden kaum auf ihre, in jahrzehntelanger Arbeit entwickelten, Softwarelösungen verzichten können.

Von Allem ein bischen aber nichts richtig.

Ein Betriebssystem für ALLE Geräte, Anwendungen und Eingabeformen... das kann in meinen Augen nicht gut gehen. Es kann nur eine Ansammlung von Kompromissen sein. Windows musste schon immer den Drahseilakt der Kompatibilität für verschiedenste Hardware gehen und nun erweitern sie diese Palette nochmal um Tablets und Telefone. Bin ich der Einzige den das beunruhigt?
Es ist hinlänglich bekannt, daß man mit einem Windowssystem nicht die flexibilität kauft, die Linuxanhänger so schätzen oder die Stabilität von der Applekunden schwärmen. Warum haut Microsoft also weiter in die bekannteste Schwachstelle ihres Betriebssystems anstatt zwei Systeme aufzulegen?

Noch hält das Unternehmen große Marktanteile, doch sollten die Pläne zu restriktiver Lizenzvergabe und einem unumgänglichen Windoesshop für sämtliche Anwendungen tatsächlich umgesetzt werden, sehe ich schon Große Softwarefirmen, allen vorran Spieleschmieden auf Linux wechseln und der Marktvorsprung wird rasant schmelzen.

Nein...

"Bin ich der Einzige den das beunruhigt?"

...allerdings beunruhigt es mich nicht sonderlich (ich habe keine MS-Aktien...).

Aber ich habe ebenfalls den Eindruck, dass sich MS mit seiner OS-Struktur zunehmend aus dem Markt der professionellen Anwender (alles von Büro aufwärts) verabschiedet. Zwar gibt es da keine tollen Zuwachsraten wie bei der hip-mobilen Laufkundschaft, aber MS hat dort eine "Zahl-Kuh", nach der sich alle anderen Firmen der Welt die Finger lecken würden.

Wenn sie diesen Bereich ohne Not mit einer "Klicki-Bunti-Welt" für coole Apps, aber immer weniger Kompatibilität (v.a. Anwender-technisch) für die dröge Standard-PC-Arbeit verprellen, dann sollte sich Balmer vielleicht nach einer anderen Alterssicherung als MS-Anteile umsehen...

Haben Sie

...mit dem neuen System schon gearbeitet? Meiner Meinung nach handelt es sich nicht um eine "Coole App-Oberfläche", sondern vornehmlich um eine sehr durchdachte Trennung alltäglicher Aufgaben von komplexeren Aufgaben. Nur zur Erinnerung, mit Win+D als Hotkey sind sie in der herkömmlichen Desktopoberfläche. Wenn Ihnen das Metrodesign nicht zusagt, können Sie es auch komplett abschalten. Allerdings ist es nicht nur - wie viele gern behaupten - eine Angleichung an Tablet-Systeme, sondern ein Schritt in Richtung komplett in sich vernetzter Informationssysteme. Datenschutzrechtliche Bedenken jetzt mal außen vor gelassen, ist Windows 8 meiner Meinung nach iOS (was ich nur von Freunden kenne) und vor allem Android (was ich auf mobilen Geräten nutze) dabei definitiv überlegen. Am Ende ist es allerings eine Geschmackssache. Meiner Meinung nach wirkt das Metrodesign eben gerade seriöser und "bürokratischer" als die Oberflächen von iOS und vor allem der Gummibären-Oberfläche von Android. Vom herkömmlichen klassischen Desktop-Only Betriebssystem kann man sich vermutlich aber schonmal vorsichtig verabschieden, sämtliche Hersteller werden in Zukunft Richtung Synthese Tablet/Smartphone/Desktop gehen.

So ein Unsinn

Wieso sollte sich Microsoft aus dem Professionellem Markt verabschieden? Kennen Sie den überhaupt, oder wie kommen Sie zu dieser These? Windows 8 hat viele nette Features, die gerade im professionellem Markt sehr gut ankommen. Ich finde z.B. die integrierte Dateiversionsverwaltung extrem praktisch. Auch finde ich den schnelleren Zugriff auf alle Elemente der Systemsteuerung genial.

Genau wie das neue Startmenu, sprich die Metrooberfläche. Ich finde es einfach absurd, dass dem alten Startmenu irgendjemand hinterherheult. Nichts als Gewohnheitstiere mit der geistigen Flexibilität eines Pflastersteins sind das in meinen Augen.

Denkt doch mal genauer drüber nach. Was musstet ihr vorher machen um ein Programm aus dem Startmenu zu öffnen? Start anklicken->Programme anklicken->Scrollen->Ordner anklicken->Programm starten. Nun klicke ich auf der "Start" bzw. Metro-Oberfläche auf das Programm und schon gehts los. Früher hat man all seine Applikationen auf dem Desktop abgelegt und das Startmenu nur noch benutzt, um die Systemsteuerung, Suche und vielleicht die Ausführen-Funktion zu öffnen(Wenn man nicht die Tastenkürzel kannte). Das Teil war nutzlos und ein gewaltiges Fehlkonzept. Heute klicke ich rechts auf Start und hab 90% der Systemsteuerung und aller wichtiger Funktionen als Menueintrag.

Da gefällt mir das neue Metro-Startmenu wesentlich besser. Und der große Rest, also abgesehen von Apps, einigen neuen Features und so weiter ist doch eh das bewährte Windows 7.