Aufklärungseifer an Unis : Bloß nicht genau hinschauen

Aus den Plagiatsskandalen haben die Universitäten offenbar wenig gelernt. Ihr Aufklärungseifer ist rasch erlahmt.

Debora Weber-Wulff hat ihre Stimme verloren. Während die Republik über den Fall Schavan diskutiert, ist Deutschlands bekannteste Plagiatsexpertin von einer fiesen Erkältung heimgesucht. »Aber tippen geht immer!«, mailt sie aus Berlin. Und ihr Furor ist ungebrochen. Fragt man sie, ob die Universitäten aus dem Fall Guttenberg etwas gelernt hätten, ob etwa Doktorarbeiten heute gründlicher als früher kontrolliert würden, bricht es geradezu aus ihr heraus: »Es wird viel zu wenig getan in Deutschland! Und wenn, dann sind es eher symbolische Handlungen, wie der Erwerb und Einsatz von Software, die nichts taugt.«

Nein, Weber-Wulff ist nicht zufrieden mit dem Lernprozess der deutschen Wissenschaft. Auch mit Annette Schavan hat die Medieninformatikerin diesbezügliche Erfahrungen gemacht. Als sie vor einigen Jahren die Bildungsministerin auf einen großen Plagiatsfall aufmerksam machte, der nicht geahndet worden war, ließ Schavans Büro lapidar mitteilen, man vertraue auf die Selbstreinigungskräfte der Wissenschaft. Das ärgert Weber-Wulff noch heute. »Nichts ist passiert! Und der Mensch schreibt weiter ab.«

Deshalb ist Weber-Wulff selbst aktiv geworden. Sie bietet an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin den Kurs » Fremde Federn Finden« zum Aufspüren von Plagiaten an und beteiligt sich an VroniPlag Wiki, jener Internetplattform, die vor knapp einem Jahr die ersten Verdachtsfälle in Schavans Arbeit diskutierte. Weber-Wulff hielt diese damals übrigens nicht für aussagekräftig genug und sprach sich dagegen aus, sie zu veröffentlichen. Der Plagiatssucherin geht es nicht um die Ministerin. Ihr geht es ums Grundsätzliche.

Forderung nach einer Bundesstelle für Plagiate

Denn noch immer fehle es in Deutschland an Aufklärung, Kontrolle und Transparenz. »Der Bund sagt, das sei Ländersache, die Länder sagen, es sei Sache der Universitäten, und die Universitäten fragen: Wieso, das betrifft uns alle.« Deshalb fordert Weber-Wulff seit Jahren eine Bundesstelle, die sich mit Plagiaten beschäftigt. Diese solle beraten, was ein Plagiat ist, wie man es vermeidet und wie man es erkennt. »Sie soll Stichproben von Arbeiten kontrollieren, damit im Sinne der Qualitätssicherung klar ist, wo genau die Probleme sind; und sie soll Transparenz herstellen.«

Das allerdings geht vielen in Deutschland zu weit. »Wir brauchen keine Bundesinstitution«, sagt Wolfgang Löwer, Ombudsman der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und als solcher gewissermaßen Deutschlands oberster Wächter über die wissenschaftliche Redlichkeit. Eine solche »Zentralisierung« würde einen Eingriff »in die Autonomie der Universitäten« bedeuten, und diesen hält der Jurist weder für sinnvoll noch für durchsetzbar.

Ähnlich argumentieren auch andere. Gleich acht hochrangige (zum Teil ehemalige) Wissenschaftsfunktionäre – von Wolfgang Frühwald über Reimar Lüst bis Ernst-Ludwig Winnacker – beklagten im Juni in einem Beitrag in der Süddeutschen Zeitung die »von allen möglichen Seiten betriebene Suche nach Plagiaten in Doktorarbeiten«. Das sei »ein Spektakel, das einer aufgeklärten Gesellschaft nicht würdig ist«. Denn es sei immer noch »die ureigene Sache und die Pflicht der jeweiligen Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftler, die Einhaltung dieser Kriterien zu überwachen und zu beurteilen«.

Was die Granden der Wissenschaft allerdings verschwiegen: Keiner der aufsehenerregenden Plagiatsfälle der vergangenen Jahre wäre ohne die Zitate-Jäger im Internet ins Rollen gekommen. Auf die gern beschworenen Selbstreinigungskräfte der Wissenschaft ist also mitnichten Verlass. Die zuständigen universitären Gremien wurden immer erst nach dem öffentlichen Anstoß aktiv; zugleich aber stellte niemand infrage, dass das letzte Urteil eben jenen Gremien zukomme.

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Kommentare

55 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

Hustenanfälle

Wo das Selberdenken verpönt ist, wenn man es nicht in einen Haufen von Paraphrasen einbettet, wo Zitierkartelle das Sagen haben und Quisquilienonanie in Fußnotenprotzerei ausartet, da wundert es nicht, wenn auf die Selbstreinigungskräfte der Wissenschaft verwiesen wird, denn man möchte das selbstherrliche System der akademischen Weihrauchschwenkerei nicht von Unberufenen in Frage stellen lassen, weiß man doch nicht genau, ob man in der frischen, entstickten Luft des Selber-Denkens nicht durch Hustenanfälle auffällig würde.

Universitäten sind keine Institute der Inquisition

Sorry, aber Universitäten sind keine Institutionen der Inquisition, deren Hauptzweck die Verfolgung von Leuten ist, die schlampig zitieren.

Wissenschaftliche Fälschungen aufzudecken ist wichtig: also die Aufdeckung von Behauptungen über die Wirklichkeit, die nicht haltbar sind. Aber wer nun genau was gesagt hat und ob es mit oder ohne Anführungszeichen da steht und ob die Fußnoten nun vorn, hinten oder gar nicht da stehen: das ist wirklich zweitrangig. Sonst müßten wir die Unis als Institute der Forschund und Lehre dicht machen und als Institute der Inquisition wieder eröffnen.

Die Unis müssen eben vorher prüfen,

bevor sie Titel verteilen. Das hat mit Inquisition nicht zu tun, sondern mit dem Verteidigen und Erhalten des akademischen Niveaus.

Aber wer soll all die 1000e Arbeiten, von Vordiplom bis Habil, detailliert genauestens durchlesen und bewerten? Man müsste neue Stellen dafür schaffen, neue Arbeitsplätze. Aber dann würde das Studieren teuer und nicht jeder könnte es sich leisten. Die Frage ist, ob es besser wäre, wenige, aber dafür ehrliche und echte Akademiker mit Titeln zu haben oder viele Plagiatoren?

Vielleicht muss man wirklich eine Regelung der Prüfungsmechanismen für die akad. Arbeiten finden - auch wenn es dann für Studierende teurer werden sollte.

Die Hauptaufgabe...

Die Hauptaufgabe von Universitäten ist die Forschung und die Lehre. Es ist *nicht* Hauptaufgabe der Universitäten, die Gesellschaft mit einer Hierarchie von Titeln zu versorgen, damit die hierarchiesüchtigen Menschen durch verlässliche Zeichen von "Oben" und "Unten" Orientierung in dieser verwirrenden Welt finden.

Universitäten verleihen Doktortitel aus ganz eigenen Motivationen heraus. Damit muss sich der Rest der Menschheit wohl abfinden.

Debora Weber-Wulff ...

... repräsentiert mit ihrem Verfolgungswahn einen Absolutismus, der mit der wissenschaftlichen Lebenswirklichkeit nichts zu tun hat. Ich möchte nachgeradezu wetten, dass - sollte sich die Dame Mal damit ernsthaft befassen - man auch in den Doktorarbeiten anerkannter Wissenschaftler, gar in den Habilitationsschriften von Professoren genügend Stellen finden wird, die nach den Maßstäben von "Vroni-Plag" und Konsorten zu beanstanden sind.

Dass sich aber die Plagiatejäger erstaunlicherweise nicht an die Arbeiten von Wissenschaftlern und Professoren setzen, sondern an die von Leuten aus der Politik (und dabei bevorzugt einer bestimmten politischen Richtung), zeigt doch das wahre Ansinnen!

Nur nebenbei: Der Skandal bei zu Guttenberg war doch der Umstand, dass - soweit die Pressemeldungen stimmen - offensichtlich ganze Passagen nach der Methode "copy and paste" in die Arbeit gelangt sind, der Minister darüber hinaus den wissenschaftlichen Dienst des Bundestages bemüht haben soll und überhaupt Zweifel bestanden, ob nicht wesentliche Teile des Werkes von einem Ghostwriter verfasst worden waren. Daneben war offensichtlich unstreitig, dass das Werk auch inhaltlich ohne Wert war, weshalb insbesondere die herausragend gute Benotung befremdete (was m. E. der eigentliche Skandal wäre; denn das würde Fragen nach der Qualität des Wissenschaftsbetriebes der Uni Bayreuth aufwerfen!).

"eigene Motivationen". Wie kommen Sie denn auf so etwas?:

"Universitäten verleihen Doktortitel aus ganz eigenen Motivationen heraus". Was sollen denn das für "eigene Motivationen" und dazu noch "ganz", also total, vollständig eigene sein? Wissenschaft ist Wissenschaft! Betrug ist Betrug. Es kann nur um das o.g. Problem der Zeit und der großen Quantität an Arbeiten gehen.

Wären hier Uni-"eigene Motivationen" im Spiel, würden sich die Uni und ihre Profs selbst schuldig und strafbar machen, Plagiate zu dulden und vielleicht sogar noch zu protegieren.

Das Verwässern von wissenschaftlicher Arbeit kann niemals Motivation einer Akademie sein, einen Doktortitel zu vergeben an jemanden, der ihn objektiv nicht verdient, weil nicht selbst erarbeitet hat!

... das ist der Kern des Problems ....

... man hat sich über Jahrzehnte hinweg bequem eingerichtet und so getan, als würden die erklärten Standards auch umgesetzt.

Dann kam der peinliche Fall zu G. und die Öffentlichkeit erkannte, dass man mit einer Textcollage die Bestnote bekommen kann (s.c.l.). Der Fall Saß war ein Beispiel dafür, wie wohlwollend Arbeiten aus dem Establishment betreut werden. Die Fälle Chatzimakakis und Koch-Mehrin sind Beispiele dafür, wie wenig Aufwand man in Wahrheit treiben muss, wenn man nur die richtigen Leute kennt. Der Fall Schavan ergänzt das um die Erkenntnis, dass Peinlichkeiten ungesühnt bleiben, wenn man nur die richtigen Verbindungen in Wissenschaft, Politik und Medien hat.

Wenn die Universitäten die heiligen Standards ernst nehmen würden, könnte jeder Professor maximal 4 Arbeiten im Jahr betreuen. Es gäbe tolle Lehrveranstaltungen, die intellektuell beflügeln, interessante und gut vorbereitete Seminare, die neue Forschungsansätze aufzeigen.

In der Volkshochschul-Universtität gibt es das selten. Das ist eine Abschluss- und Titelproduktionsanstalt, die man halt durchlaufen muss, je schneller, je besser und je mehr Titelträger und Abschlüsse sie auswirft, um so besser.

Im Grunde genommen also eine Qualitätsdiskussion, die sich an diejenigen richten müsste, die den Karren in den Sand gefahren haben. Im Moment ärgern sie sich eher, dass sie erwischt wurden und spekulieren darauf, weitermachen zu können wie bisher ...

Die Motivation für Dissertationen aus Sicht der Universitäten

Universitäten lassen Doktorarbeiten schreiben und verleihen Doktortitel, um den eigenen Laden am Laufen zu halten.

Das schließt ein: um im eigenen Fach eine gewisse Hierarchie zu etablieren; um Lehrer-Schüler-Verhältnisse zu schaffen, die einem Fach Kontinuität geben; um Leute zu motivieren, sich über Jahre für ein verstiegenes Thema zu interessieren, ohne dass man sie angemessen bezahlen muss; und nicht zuletzt um sich selbst in der Gesellschaft zu verankern. Wenn man die Explosion der Wissensgesellschaft seit dem ausgehenden Mittelalter betrachtet, in der die Universitäten doch eine ganz große Rolle gespielt haben, hat dieses Verfahren erstaunlich gut funktioniert.

Ich halte es noch für erwähnenswert, dass das, was eine Dissertation dann inhaltlich ist, vom Fach und der Methodik des Faches zur fraglichen Zeit abhängt. "DIE Wissenschaft" gibt es nicht.

Die Gesellschaft mit Titeln zu versorgen: das ist jedenfalls nicht Aufgabe der Universität und nicht ihre primäre Motivation. Wäre sie es, müssten Dissertationen ganz anders angelegt werden. Dann aber würden sie ihre Aufgabe *innerhalb* des Universitätsbetriebs nicht mehr erledigen können.

Unis sind Teil des Problems,

sie legen Regeln guter wissenschaftlicher Arbeit fest und haben einige begrenzte Möglichkeiten zur eigenen Qualitätskontrolle, zum Beispiel unabhängige Zweitgutachter oder durch die Pflicht zur Veröffentlichung relevanter Teile der Dissertation in einem peer-review Verfahren.
Die Prüfung muss allerdings extern erfolgen. Das ist doch nicht überraschend und in anderen Branchen völlig normal, Wirtschaftsprüfer, Doping-Agenturen, etc.

Die haben die Unis

schon, nur werden die dt. Prof. dies blocken, da es mit Arbeit verbunden ist und jetzt nicht damit kommen die wären schon so überlastet.
Profs. hier in Canada haben im Schnitt 60-90h Wochen (Lehrveranstaltungen, Geld einwerben, publizieren, Commitees)
und auch die Bewertung des PhD findet anders statt. Erst gibt es ein 5 Köpfiges Commitee für den Doktoranden, mit denen er sich regelmäßig treffen muss und auch seinen Forschungsfortschritt verteidigen muss, dann gibt es nach 2 Jahren ein comprehensive, da muss dann das Forschungsvorhaben vereidigt werden und es kommt zu einer Art Prüfungsmarathon, dazu werden dann 4 Profs. benötigt, die nicht im Commitee sein dürfen und auch nicht mit dem Doktoranden oder seinem Doktorvater kooperieren dürfen.
Wenn das dann geschafft ist, gehts ans Eingemachte, meist drei Jahre lang und wieder mit dem Comitee. Kommt es dann zur Verteidigung muss die Arbeit eingereicht werden und es werden drei externe Profs. zur Prüfung von der Uni gewählt ohne das der Promovend weiß, wer diese sind und ein Zusätzlicher kommt aus der Uni.
Dauert etwa zwei Monate bis die Ergebnisse drin sind, dann geht es an die mündliche Verteidigung, mit wieder anderen Profs. diesmal jedoch aus der Uni. Wenn das geschafft ist geht es 3 Monate an ein externes Unternehmen, das auf Plagiate im Text prüft und erst wenn das ok ist, gibt es den Titel.
Es geht also nur müssen die dt. Profs mehr in die Pflicht genommen werden und ihren Berufsethos ändern.

Die Gedanken von Mitarbeitern: deren eigene?

"... die beliebte Praxis vieler Professoren geißelt, Ideen und Gedankengänge von Doktoranden und Mitarbeitern unter eigenem Namen zu veröffentlichen. Solch ein Verhalten sei eigentlich als Dienstvergehen einzustufen,..."

Was hier als apodiktische Wahrheit daherkommt, ist keinesfalls so einfach. Denn an einem guten Institut werden die Mitarbeiter produktiv in ein Forschungsfeld eingebunden. Die Gedanken von Mitarbeitern, auch wenn sie neu sind, sind oft mehr von dem Institut, seinem intellektuellen Klima und dem vorgegebenen Forschungsfeld geprägt als vom einzelnen Mitarbeiter: Wenn Person B eingestellt worden wäre statt Person A, dann hätte eben Person B genau diesen genialen Gedanken gehabt, auf den Person A so stolz ist und den Person A als so hochindividuell einstuft, dessen Entdeckung sich aber dem Forschungsumfeld verdankt und nicht dem Individuum.

Wer hat also das Urheberrecht auf den Gedanken? Der zufällig dort arbeitende Mitarbeiter - oder nicht doch der Chef, der das Institut prägt, das Forschungsfeld strukturiert, die Arbeit vorgibt und leitet und der für die Produktivität am Ende verantwortlich ist?

@WolfHai

> Was hier als apodiktische Wahrheit daherkommt, ist keinesfalls so einfach.

Zumindest in Deutschland ist es relativ einfach, denn die DFG hat klare Richtlinien veroeffentlicht:

http://www.dfg.de/foerder...

Lesen Sie mal Empfehlung Nummer 11, die ist relativ eindeutig. Unter anderem steht da in den Erlaeuterungen:

"... Mit dieser Definition vor Autorschaft werden andere – auch wesentliche – Beiträge wie

Wenn da schon die DFG ran muss, kann es nicht so einfach sein

"Zumindest in Deutschland ist es relativ einfach, denn die DFG hat klare Richtlinien veroeffentlicht:..."

Immer wenn zu einer anscheindend klaren Sache "Richtlinien" veröffentlicht werden müssen, dann kann die Sache doch nicht ganz so klar sein, andernfalls bräuchte man keine klärenden Richtlinien.

Im übrigen halte ich mich gern an Richtlinien. Mir kam es in meinem Beitrag darauf an, klarzustellen, dass die Frage, wer eigentlich für einen genialen Gedanken verantwortlich ist, nicht immer ganz klar ist - und das gilt auch dann, wenn irgendwelche Gremien Richtlinien veröffentlichen, wem im akademischen Brauchtum solche genialen Gedanken zugerechnet werden sollen.

Diebstahl ist Diebstahl

Ich weiß nicht, von welchen "Instituten" und Fachrichtungen Sie sprechen. In den Geistes- und Sozialwissenschaften wird die Enteignung wissenschaftlicher Mitarbeiter durch ihre professoralen Chefs zwar immer wieder praktiziert, ist jedoch in keiner Weise zu rechtfertigen. Sie haben recht: in guten Forschungseinheiten herrscht auch ein produktives intellektuelles Klima, in dem der kollegiale Gedankenaustausch ein wichtiger Stimulus für die individuelle Arbeit ist. Die "Weisheit" und die soziale Kompetenz des Projektleiters haben dabei in der Regel einen wichtigen Anteil. Das legitimiert aber durchaus nicht den Übergriff des Chefs auf das Gedankengut seiner Mitarbeiter, soweit dieses in schriftlicher Form niedergelegt und somit als individuelle wissenschaftliche Leistung überprüfbar ist. Eignet sich der Prof. dieses Material an, wird er es in Zitatform tun oder in geeigneter Weise das Urheberecht seines Mitarbeiters zu würdigen wissen. Tut er das nicht, handelt es sich um Raub eines Vorgesetzten am geistigen Eigentum eines von ihm Abhängigen.
Ducasse

@Gedanken von Mitarbeitern; Ergänzung

"... die beliebte Praxis vieler Professoren geißelt, Ideen und Gedankengänge von Doktoranden und Mitarbeitern unter eigenem Namen zu veröffentlichen. Solch ein Verhalten sei eigentlich als Dienstvergehen einzustufen,..."

Das ist falsch!!!
In Anlehnung an das Patentrecht, kann der Anteil des Ausführenden an der Erfindungshöhe Null sein. Wenn dieser ohne Eigenantrieb einen Auftrag bekommen hat, diesen in seiner bezahlten Dienstzeit in der Firmenräumen mit Firmeneigentum umsetzt, gehört das Patent der Firma.
Also hat auch eine entsprechende Veröffentlichung, bei der der Mitarbeiter nicht genannt wird, kein geistiger Diebstahl.
Bei gleichen Fällen an einer Uni hat das höchstens ein "Geschmäckle"; ist aber kein Dienstvergehen.