Homophobie: Hasspredigen auf Katholisch
Das Netzportal kreuz.net verteufelt Schwule. Und was tut die Kirche?
Nur wenige Stunden waren nach dem Tod des Komikers Dirk Bach vergangen, als das katholische Internetportal kreuz.net die Öffentlichkeit wissen ließ: »Jetzt brennt der homosexuelle Sittenverderber in der ewigen Homo-Hölle.« Den Schauspieler habe das Los aller »Kotstecher« ereilt, ein früher Tod als Strafe für ein zügelloses Leben unter dauerndem Drogeneinfluss, der solch ein perverses Leben überhaupt erst erträglich mache. Durch soziale Netzwerke angeheizt, erfasste das Entsetzen angesichts solcher Pietätlosigkeit schnell weite Kreise. Kreuz.net erreichte innerhalb von 24 Stunden mehr als 3 Millionen Klicks.
Eine Durchsicht der Seite, die unter katholischer Flagge segelt, macht unmissverständlich deutlich, dass der perfide Artikel über Dirk Bach fast noch eine Nettigkeit war, verglichen mit dem, was kreuz.net sonst publiziert. Nun drängt sich unabweisbar auf: dass es ähnlich wie in der islamischen Welt auch im Katholizismus lauter werdende Fundamentalisten gibt. Zu ihren Hauptfeinden haben diese Katholiban nun die männlichen Homosexuellen erklärt. Homosexuelle »Unzucht« wird mit einer Mischung aus latenter Faszination und umso offener zur Schau getragenem Ekel in nahezu jedem zweiten Kreuz.net-Artikel präsentiert. Sogar mit Gewaltaufrufen gegen offen schwul lebende und die kirchliche Homophobie kritisierende Theologen hat man kein Problem. Ja, man postet hemmungslos deren Privat- und Dienstanschriften. Anzeigen bei der Polizei und Beschwerden beim Verfassungsschutz nützten den Opfern der Hetze bislang nichts. Sie müssten lernen, »mit kreuz.net zu leben«, ließ man sie etwa wissen. Der Staat zeigte sich machtlos gegen die anonymen und auf wechselnden Servern sich versteckenden Macher der Seite.
ist Theologe und Philosoph. In seinem Bestseller Der heilige Schein (List Verlag) geißelte er die Homophobie der katholischen Kirche.
Nun aber hat das Entsetzen über die Pietätlosigkeit gegen den verstorbenen Dirk Bach, seine Angehörigen und Fans das Fass zum Überlaufen gebracht und eine Aufsehen erregende Aktion gegen kreuz.net provoziert. Der Berliner Verlag Bruno Gmünder, spezialisiert auf Medien für schwule Männer, setzte eine Belohnung von 15.000 Euro für Informationen aus, die zur Ergreifung der Macher von kreuz.net führen. Das Echo auf diese Initiative war so groß, dass der Verlag den Verfasser dieser Zeilen bat, die Koordination der Kampagne zu übernehmen. Und er hat zugesagt, da er kreuz.net seit seinen Anfängen beobachtet, seit 2007 auf die Gefahren dieses Portals hingewiesen hat und jetzt die Chance sieht, das unselige Treiben zu beenden.
Denn unter den zahlreichen Zuschriften, die den Gmünder-Verlag erreichten, waren auch viele von gläubigen Katholiken, die finden, der Verlag tue endlich das, was zuerst Aufgabe ihrer Kirche sei: »Die Rufschädigung, die die katholische Kirche durch ein solches Hass-Portal erleidet, ist immens!« Daraufhin schrieb der Verlag einen offenen Brief an die Deutsche Bischofskonferenz mit der Bitte um Unterstützung. Fast zeitgleich forderte der Bundestagsabgeordnete Volker Beck den Vorsitzenden dieser Konferenz auf, den Kirchenausschluss der Kreuz.net-Macher zu erwirken.
Was wird die Bischofskonferenz nun tun? Sie könnte die Bitten mit der Bemerkung zurückweisen, dass man sich von kreuz.net bereits distanziert habe. Das aber wäre ein fatales Signal. Während die Kirche schwule Priester, die sich outen, schneller rauswirft, als diese sich wehren können, kann sie sich bei Hasspredigern nicht vornehm zurückhalten. Oder doch? Wenn die Bischöfe kreuz.net weiter gewähren lassen, werden drängendere Fragen auf sie zukommen: Haben Katholizismus und Portale wie kreuz.net wirklich nichts miteinander zu tun? Oder ist kreuz.net der Zerrspiegel, in dem sich das fundamentalistische Denken einer zur Großsekte mutierenden Kirche zeigt?
Es wäre schlimm, wenn rechte katholische Portale weiterhin unbehelligt das Ansehen der katholischen Kirche beschmutzen können. Denn das würde dem Verdacht Nahrung geben, dass die Kirche nicht nur mit Schwulenfeinden sympathisiert, sondern überhaupt mit Rechtsabweichlern, und dass der konservative römische Kurs unter Papst Benedikt die Katholiken in ein antimodernes Ghetto führen soll. David Berger






Guten Abend,
ich bedaure grundsätzlich , dass es imer noch Instizutionen gibt, die Menschen nach Geschlecht oder Sexualmoral differenzieren. Ich finde Aktionen gut, die auf solche Praxis aufmerksam machen und etwas verändern wollen. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass es sicher angebracht ist, Probleme sofort an den Wurzeln zu packen und nicht Jahre abzuwarten. Leider nehmen viele Dinge einen solch negativen Verlauf, dass sie sich kaum noch aufhalten lassen. Es ist angebracht zu Handeln bevor das "Kind in den Brunnen" gefallen ist. Man kann hier sicher von einem Versäumnis reden, dass mit intensiven Bemühungen die absolute Grenzüberschreitung verhindert hätte.
Mit freundliche Grüße und mit großer Hoffnung für erfolgreiche Ermittlungsarbeiten.
Melissa
Zitat Melissafamily:
"ich bedaure grundsätzlich , dass es imer noch Instizutionen gibt, die Menschen nach Geschlecht oder Sexualmoral differenzieren."
Eigentlich tut das jede Institution. Jemand, der seine Schwester oder Mutter heiraten will darf das nicht, ausser in der Schweiz. Pädophile haben auch eine andere Sexualmoral, auch verboten. Es ist verboten, sich mit Tieren zu paaren, streng genommen wäre auch das eine Art der sexuellen Bevormundung.
Die Frage ist: Wo zieht man die Grenze und auf welche Autorität beruft man sich wenn man Regeln zur Sexualmoral aufstellt?
Die RKK verlangt eine auf Gott hin augerichtete Ordnung auch in der körperlichen Liebe, deswegen keine Gleichstellung homosexueller Paare mit heterosexuellen Paaren und kein Ehesakrament.
Zitat Melissafamily:
"ich bedaure grundsätzlich , dass es imer noch Instizutionen gibt, die Menschen nach Geschlecht oder Sexualmoral differenzieren."
Eigentlich tut das jede Institution. Jemand, der seine Schwester oder Mutter heiraten will darf das nicht, ausser in der Schweiz. Pädophile haben auch eine andere Sexualmoral, auch verboten. Es ist verboten, sich mit Tieren zu paaren, streng genommen wäre auch das eine Art der sexuellen Bevormundung.
Die Frage ist: Wo zieht man die Grenze und auf welche Autorität beruft man sich wenn man Regeln zur Sexualmoral aufstellt?
Die RKK verlangt eine auf Gott hin augerichtete Ordnung auch in der körperlichen Liebe, deswegen keine Gleichstellung homosexueller Paare mit heterosexuellen Paaren und kein Ehesakrament.
Wieso ist eigentlich nicht auch der Verfassungsschutz für diese - regelmäßig die Menschenwürde antastende - Website zuständig?
Wo kommen wir denn da hin, wenn auf einmal
Privatunternehmen - wie dankenswerterweise der Gmünder-Verlag - anfangen, sich um eigentlich staatliche Aufgaben - Verfolgung und Unterbindung dieser menschenfeindlichen Machenschaften bei kreuz.net zu kümmern?
Wenn der Verfassungsschutz auf einem Auge blind ist, sollte man die für diese Sicherheitsbehörde bereit gestellten Mittel hälftig kürzen und eine andere staatliche Sicherheitsbehörde mit der Beobachtung beauftragen.
Erst mal sind die Betreiber von Kreuz.net nicht bekannt.
Gefühlt sind die Betreiber aber gewissen Strömungen in den USA (Evangelikalen, Baptisten, freien Kirchen etc.) ähnlicher als die der katholischen Kirche in Europa.
Wenn es gegen Homosexuelle geht, halten viele zusammen. Von orthodoxen/ extrem konservativen Moslems, Salafisten, orthodoxen Juden bis zu einigen teilen in den (orthodoxen) christlichen Kirchen (oder die sich so nennen).
Ich bin gegen die allgemeine Verwendung von Rundum-Keulen zum Beispiel gegen Religionskritiker oder gegen eine gesamte Religionsgemeinschaften.
Ich würde gerne wissen wer überhaupt kreuz.net liest bzw. die verfassten Artikel dort aushält?
die Christen bzw. Katholiken karikieren, um sie zu verunglimpfen.
ihr solltet lesen können! Beispielsweise auf www.kreuz.net.
Sicherlich gibt es Homophobie auch in anderen Religionen und religiösen Splittergruppen, aber davon wird auf kreuz.net nichts gesagt. Es handelt sich eindeutig um den KATHOLIZISMUS, der dort propagiert wird.
[‘kreuz.net’ ist die Initiative einer internationalen privaten Gruppe von Katholiken in Europa und Übersee, die hauptberuflich im kirchlichen Dienst tätig sind.] (http://www.kreuz.net/impr...)
Die RKK kann schon etwas unternehmen! Sie kann die Betreiber aus ihrem Dienst entlassen! Beispielsweise die Autoren und Quellen, die namentlich genannt werden wie etwa:
[(kreuz.net) Hw. Dariusz Oko ist ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der Philosophischen Fakultät der Päpstlichen Universität Johannes Paul II. in Krakau.] (http://www.kreuz.net/arti...)
Sie kann allerdings auch durch Untätigkeit ihren Segen erteilen!
Und das genau ist der Vorwurf im Artikel. Die RKK macht sich durch Untätigkeit mit dem Portal gemein. Sie fördert deren Auffassungen. Sie profitiert von der vertretenen Sexualmoral. Denn wenn die Sexualmoral der RKK in einem Punkt geändert wird, dann stürzt ihr ganzes Gebäude zusammen. Und damit verliert die RKK ihren „Markenkern“.
die Christen bzw. Katholiken karikieren, um sie zu verunglimpfen.
ihr solltet lesen können! Beispielsweise auf www.kreuz.net.
Sicherlich gibt es Homophobie auch in anderen Religionen und religiösen Splittergruppen, aber davon wird auf kreuz.net nichts gesagt. Es handelt sich eindeutig um den KATHOLIZISMUS, der dort propagiert wird.
[‘kreuz.net’ ist die Initiative einer internationalen privaten Gruppe von Katholiken in Europa und Übersee, die hauptberuflich im kirchlichen Dienst tätig sind.] (http://www.kreuz.net/impr...)
Die RKK kann schon etwas unternehmen! Sie kann die Betreiber aus ihrem Dienst entlassen! Beispielsweise die Autoren und Quellen, die namentlich genannt werden wie etwa:
[(kreuz.net) Hw. Dariusz Oko ist ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der Philosophischen Fakultät der Päpstlichen Universität Johannes Paul II. in Krakau.] (http://www.kreuz.net/arti...)
Sie kann allerdings auch durch Untätigkeit ihren Segen erteilen!
Und das genau ist der Vorwurf im Artikel. Die RKK macht sich durch Untätigkeit mit dem Portal gemein. Sie fördert deren Auffassungen. Sie profitiert von der vertretenen Sexualmoral. Denn wenn die Sexualmoral der RKK in einem Punkt geändert wird, dann stürzt ihr ganzes Gebäude zusammen. Und damit verliert die RKK ihren „Markenkern“.
Es zeugt von großer Hilflosigkeit, wenn man von „der“ katholischen Kirche verlangt, dass sie wirksam gegen die Macher eines Hass-Portals vorgehen mögen. Kann der Papst, kann irgendein Bischof Markenschutz auf das Attribut „katholisch“ erheben?
Umgekehrt halte ich es für problematisch, diese digitalen Hassprediger als „Katholiban“ zu bezeichnen, weil man ihnen damit katholische Wurzeln zugesteht, anstatt diese schäbige Tarnung zu demaskieren.
Nein, hinter dieser „Platt“form stecken Psychopaten. Ihre Aussagen gründen auf niederen Instinkten und kranken Phantasien. Sie sind kriminell und maßlos feige.
Leider haben sie ein dankbares Publikum. Das erschreckt mich viel mehr als ihr pathologischer Hass.
Zitat:
"Kann der Papst, kann irgendein Bischof Markenschutz auf das Attribut „katholisch“ erheben?"
Eigentlich schon. Laut Titulatur hat der Papst den Anspruch "Summus Pontifex Ecclesiae Universalis" zu sein, also "Oberster Priester der Weltkirche. Es ist ja eben der Witz des Papsttums, dass der Anspruch erhoben wird auf die Führung der "katholischen" Kirche, was in der weiten Definition die von Jesus Christus begründete allumfassende Gemeinschaft aller Christen meint (in der engeren Definition ist damit nur die römisch-katholische Kirche gemeint). Der Papst nach eigenem Anspruch derjenige, der definiert was katholisch ist und was nicht (bis das Prinzip aufgegeben wurde hatte der Papst sogar den Anspruch, sich in Glaubensfragen nie zu Irren).
Zitat:
"Kann der Papst, kann irgendein Bischof Markenschutz auf das Attribut „katholisch“ erheben?"
Eigentlich schon. Laut Titulatur hat der Papst den Anspruch "Summus Pontifex Ecclesiae Universalis" zu sein, also "Oberster Priester der Weltkirche. Es ist ja eben der Witz des Papsttums, dass der Anspruch erhoben wird auf die Führung der "katholischen" Kirche, was in der weiten Definition die von Jesus Christus begründete allumfassende Gemeinschaft aller Christen meint (in der engeren Definition ist damit nur die römisch-katholische Kirche gemeint). Der Papst nach eigenem Anspruch derjenige, der definiert was katholisch ist und was nicht (bis das Prinzip aufgegeben wurde hatte der Papst sogar den Anspruch, sich in Glaubensfragen nie zu Irren).
Über 3 Millionen Klicks? Nun gut, Klicks sind nicht gleich Klicks. Ich denke, dass viele nach der ersten Zeile wieder abschalten und nur für einige Sekunden bleiben.
Ich klicke ja auch schon mal bescheuerte Klicks an und merke nach einigen Sekunden, dass es Bullshitt ist. Also die Zahl der Klicks sag hier wenig aus, denke ich.
Zitat:
"Kann der Papst, kann irgendein Bischof Markenschutz auf das Attribut „katholisch“ erheben?"
Eigentlich schon. Laut Titulatur hat der Papst den Anspruch "Summus Pontifex Ecclesiae Universalis" zu sein, also "Oberster Priester der Weltkirche. Es ist ja eben der Witz des Papsttums, dass der Anspruch erhoben wird auf die Führung der "katholischen" Kirche, was in der weiten Definition die von Jesus Christus begründete allumfassende Gemeinschaft aller Christen meint (in der engeren Definition ist damit nur die römisch-katholische Kirche gemeint). Der Papst nach eigenem Anspruch derjenige, der definiert was katholisch ist und was nicht (bis das Prinzip aufgegeben wurde hatte der Papst sogar den Anspruch, sich in Glaubensfragen nie zu Irren).
kreuz.net hat nichts mit Katholizismus zu tun:
http://www.katholisch.de/...
Ich weiß nicht, warum diese Seite immer katholisch genannt wird; jeder, der dies tut, hilft dieser Seite, denn er gibt ihr eine angebliche Legitimität, die sie nicht hat. Die katholische Kirche hat sich mehrfach von kreuz.net distanziert, aber was nutzt es, wenn unsorgfältige Recherche diese Seite immer wieder als katholisch bezeichnet? Der Begriff katholisch ist nicht geschützt (meines Wissens), die Kirche hat also keine juristische Handhabe, sie kann sich nur distanzieren; wen man nicht kennt, kann man nicht rauswerfen.
Wenn Sie helfen wollen, gegen diese menschenverachtende Seite anzugehen, dann sollten Sie ihr nicht eine falsche Legitimation durch Spekulation ("wirklich nichts miteinander zu tun? ") geben, Herr Berger.
Im übrigen stimme ich zu, dass es besser ist, wenn diese Seite offline geht.
Das Problem an der Sache ist, dass sich kreuz.net selbst als katholisch bezeichnet. Für den unwissenden Leser, der auf die Seite kommt, gibt zunächst keine Möglichkeit, einen Unterschied zum "normalen" Katholizismus zu finden. Der Autor hat also nicht unsauber recherchiert. Ich finde zudem, dass man es sich zu leicht macht, wenn man sagt, "was man nicht kennt, kann man nicht herauswerfen." Die Kirche hat genug Finanzkraft, um die Betreiber der Seite ausfindig zu machen, auch wenn sie sich noch so gut verstecken. Das ist keine Frage des Geldes oder der Unfähigkeit, es ist eine Frage des Wollens. Und auch juristisch gibt es mehr als eine Möglichkeit, das römisch-katholische vor solchen Rudmorden zu schützen. Dass die Kriche nicht reagiert bzw. sich scheinbar nicht allzu viel Mühe gibt, spricht nicht gerade für sie. Nicht Herr Berger stellt eine falsche Legitimation her, sondern die Kirche selbst, die über genug Ressourcen verfügt, um diese Legitimation zu bekämpfen.
@ewald
"...kreuz.net hat nichts mit Katholizismus zu tun..."
Soso, was ist denn "katholisch"?
Das hier:
http://www.spiegel.de/the...
oder das hier:
Quelle Wikipedia:
Der Katechismus der katholischen Kirche (KKK) spricht davon, „daß die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind (CDF, Erkl. Persona humana 8). Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen.“
oder das hier:
http://www.spiegel.de/pan...
Mei, ist aber schwierig.
"kreuz.net hat nichts mit Katholizismus zu tun:"
Ach, und die Taliban haben nichts mit dem Islam zu tun oder was?
Der Katholizismus bringt genau wie alle anderen monotheistischen Religionen Fundamentalisten hervor. Das liegt einfach in der Natur solcher Religionen! Wenn die Priester ihren Gläubigen erzählen, sie seien das auserwählte Volk, sie haben immer recht und die anderen sind alle doof, dann darf man sich nicht wundern, wenn einige so werden.
Sich dann auch noch hinstellen und sagen: "Nee, die gehören eigentlich nicht zu uns", ist meiner Meinung nach verlogen, das Problem wird nicht gelöst, indem man sich davon abgrenzt!
Richtig. Es ist aber auch der Begriff "christlich" nicht geschützt. Jeder kann sich so nennen und hat dabei i.A. schlimmstenfalls Widerspruch von den anderen, sich "christlich" nennenden Zeitgenossen zu befürchten. Jene gegenseitigen "Ketzer"-Zeihungen sind bekanntlich Legion und füllen Geschichtsbände, Kerker, Folterkeller und Gräber.
So weit, so schlecht. Was kreuz.net angeht, so wurde ja bereits darauf hingewiesen, dass sich jene Akteure selbst als Verteidiger des wahren Katholizismus verstehen. Gleichwohl ist christlicher Fundamentalismus keineswegs nur ein Problem des Katholizismus. Es ist eine Folge des sich in den Schriften der Bibel manifestierenden, menschenverachtenden Welt- und Menschenbildes. Nach deren Maßstäben verkörpern nämlich viel eher die "liberalen" und "modernen" Christen und ihre "Theologie" die wirkliche "Ketzerei".
Die von vielen, sich hier so empört gebenden Christenmenschen verurteilten Schmähungen der Kreuz.net-Schmierfinken entsprechen nämlich in Buchstaben wie auch in Geist fast deckungsgleich den Schmähungen der urchristlichen "Liebes"-Theologie. Beispiel gefällig?
Über die "gottlosen" Ungläubigen lesen wir im Römerbrief, DER Installationschrift der christlichen Theologie schlechthin, folgendes (Römer 1,21-31):
"Denn obwohl sie von Gott wussten, haben sie ihn nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt, sondern sind dem Nichtigen verfallen in ihren Gedanken, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. [...] Darum hat Gott sie in den Begierden ihrer Herzen dahingegeben in die Unreinheit, sodass ihre Leiber durch sie selbst geschändet werden, sie, die Gottes Wahrheit in Lüge verkehrt und das Geschöpf verehrt und ihm gedient haben statt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen. Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen. Und wie sie es für nichts geachtet haben, Gott zu erkennen, hat sie Gott dahingegeben in verkehrten Sinn, sodass sie tun, was nicht recht ist, voll von aller Ungerechtigkeit, Schlechtigkeit, Habgier, Bosheit, voll Neid, Mord, Hader, List, Niedertracht; Zuträger, Verleumder, Gottesverächter, Frevler, hochmütig, prahlerisch, erfinderisch im Bösen, den Eltern ungehorsam, unvernünftig, treulos, lieblos, unbarmherzig. Sie wissen, dass, die solches tun, nach Gottes Recht den Tod verdienen; aber sie tun es nicht allein, sondern haben auch Gefallen an denen, die es tun."
Das Problem an der Sache ist, dass sich kreuz.net selbst als katholisch bezeichnet. Für den unwissenden Leser, der auf die Seite kommt, gibt zunächst keine Möglichkeit, einen Unterschied zum "normalen" Katholizismus zu finden. Der Autor hat also nicht unsauber recherchiert. Ich finde zudem, dass man es sich zu leicht macht, wenn man sagt, "was man nicht kennt, kann man nicht herauswerfen." Die Kirche hat genug Finanzkraft, um die Betreiber der Seite ausfindig zu machen, auch wenn sie sich noch so gut verstecken. Das ist keine Frage des Geldes oder der Unfähigkeit, es ist eine Frage des Wollens. Und auch juristisch gibt es mehr als eine Möglichkeit, das römisch-katholische vor solchen Rudmorden zu schützen. Dass die Kriche nicht reagiert bzw. sich scheinbar nicht allzu viel Mühe gibt, spricht nicht gerade für sie. Nicht Herr Berger stellt eine falsche Legitimation her, sondern die Kirche selbst, die über genug Ressourcen verfügt, um diese Legitimation zu bekämpfen.
@ewald
"...kreuz.net hat nichts mit Katholizismus zu tun..."
Soso, was ist denn "katholisch"?
Das hier:
http://www.spiegel.de/the...
oder das hier:
Quelle Wikipedia:
Der Katechismus der katholischen Kirche (KKK) spricht davon, „daß die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind (CDF, Erkl. Persona humana 8). Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen.“
oder das hier:
http://www.spiegel.de/pan...
Mei, ist aber schwierig.
"kreuz.net hat nichts mit Katholizismus zu tun:"
Ach, und die Taliban haben nichts mit dem Islam zu tun oder was?
Der Katholizismus bringt genau wie alle anderen monotheistischen Religionen Fundamentalisten hervor. Das liegt einfach in der Natur solcher Religionen! Wenn die Priester ihren Gläubigen erzählen, sie seien das auserwählte Volk, sie haben immer recht und die anderen sind alle doof, dann darf man sich nicht wundern, wenn einige so werden.
Sich dann auch noch hinstellen und sagen: "Nee, die gehören eigentlich nicht zu uns", ist meiner Meinung nach verlogen, das Problem wird nicht gelöst, indem man sich davon abgrenzt!
Richtig. Es ist aber auch der Begriff "christlich" nicht geschützt. Jeder kann sich so nennen und hat dabei i.A. schlimmstenfalls Widerspruch von den anderen, sich "christlich" nennenden Zeitgenossen zu befürchten. Jene gegenseitigen "Ketzer"-Zeihungen sind bekanntlich Legion und füllen Geschichtsbände, Kerker, Folterkeller und Gräber.
So weit, so schlecht. Was kreuz.net angeht, so wurde ja bereits darauf hingewiesen, dass sich jene Akteure selbst als Verteidiger des wahren Katholizismus verstehen. Gleichwohl ist christlicher Fundamentalismus keineswegs nur ein Problem des Katholizismus. Es ist eine Folge des sich in den Schriften der Bibel manifestierenden, menschenverachtenden Welt- und Menschenbildes. Nach deren Maßstäben verkörpern nämlich viel eher die "liberalen" und "modernen" Christen und ihre "Theologie" die wirkliche "Ketzerei".
Die von vielen, sich hier so empört gebenden Christenmenschen verurteilten Schmähungen der Kreuz.net-Schmierfinken entsprechen nämlich in Buchstaben wie auch in Geist fast deckungsgleich den Schmähungen der urchristlichen "Liebes"-Theologie. Beispiel gefällig?
Über die "gottlosen" Ungläubigen lesen wir im Römerbrief, DER Installationschrift der christlichen Theologie schlechthin, folgendes (Römer 1,21-31):
"Denn obwohl sie von Gott wussten, haben sie ihn nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt, sondern sind dem Nichtigen verfallen in ihren Gedanken, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. [...] Darum hat Gott sie in den Begierden ihrer Herzen dahingegeben in die Unreinheit, sodass ihre Leiber durch sie selbst geschändet werden, sie, die Gottes Wahrheit in Lüge verkehrt und das Geschöpf verehrt und ihm gedient haben statt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen. Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen. Und wie sie es für nichts geachtet haben, Gott zu erkennen, hat sie Gott dahingegeben in verkehrten Sinn, sodass sie tun, was nicht recht ist, voll von aller Ungerechtigkeit, Schlechtigkeit, Habgier, Bosheit, voll Neid, Mord, Hader, List, Niedertracht; Zuträger, Verleumder, Gottesverächter, Frevler, hochmütig, prahlerisch, erfinderisch im Bösen, den Eltern ungehorsam, unvernünftig, treulos, lieblos, unbarmherzig. Sie wissen, dass, die solches tun, nach Gottes Recht den Tod verdienen; aber sie tun es nicht allein, sondern haben auch Gefallen an denen, die es tun."
Die Fundamentalisierungstendenzen überraschen mich nicht. Ich beobachte sie seit langem. Sie sind sozialpsychologisch leicht erklärbar.
Dass die Homosexuellen damit akut bedroht sind, ja als "verfolgte Minderheit" gelten müssen, stimmt nicht.
Ein Mensch, der homosexuell und religiös ist, hat natürlich ein dickes Problem:
er gehört zwei Minderheiten an, die sich gegenseitig bekriegen. Ich kann jedem Betroffenem nur empfehlen, hier konsequent zu bleiben.
Cum grano sale: die Kirche is nix für Homos!
Es ist lediglich die kath. Kirche, die sich gegen die Schwulen und Lesben wendet. So sagt der Bischof von Essen in der Talkshow Anne Will in Anwesenheit von Rosa von Praunheim, dass sie ihre Homosexualität nicht ausleben dürften, weil das gegen Gottes Wille sei. Das widerspricht dem Grundgesetz.
Andersherum habe ich nie gehört, dass Katholiken ihren Glauben nicht leben dürften!
Zuerst werden Kinder im Glauben erzogen. Und viele fühlen sich in der Kirche wohl. Sie gehen zur Kommunion. Erst später entdecken sie ihre Sexualität. Doch dann kommt die Keule der Kirche gegen Schwulen und Lesben. Sie werden ausgegrenzt. Sie werden innerlich zerrissen zwischen der christlichen Gemeinschaft und ihrer persönlichen Neigung. Das nenne ich Psychoterror.
Ich hätte nie gedacht, dass von der RKK auf Terror schließen kann. Aber das ist sicher ein Grund, warum Homosexuelle aus der RKK austreten sollten. Doch viele Katholiken gehen einen anderen Weg und wehren sich trotz der Schwierigkeiten.
Es ist lediglich die kath. Kirche, die sich gegen die Schwulen und Lesben wendet. So sagt der Bischof von Essen in der Talkshow Anne Will in Anwesenheit von Rosa von Praunheim, dass sie ihre Homosexualität nicht ausleben dürften, weil das gegen Gottes Wille sei. Das widerspricht dem Grundgesetz.
Andersherum habe ich nie gehört, dass Katholiken ihren Glauben nicht leben dürften!
Zuerst werden Kinder im Glauben erzogen. Und viele fühlen sich in der Kirche wohl. Sie gehen zur Kommunion. Erst später entdecken sie ihre Sexualität. Doch dann kommt die Keule der Kirche gegen Schwulen und Lesben. Sie werden ausgegrenzt. Sie werden innerlich zerrissen zwischen der christlichen Gemeinschaft und ihrer persönlichen Neigung. Das nenne ich Psychoterror.
Ich hätte nie gedacht, dass von der RKK auf Terror schließen kann. Aber das ist sicher ein Grund, warum Homosexuelle aus der RKK austreten sollten. Doch viele Katholiken gehen einen anderen Weg und wehren sich trotz der Schwierigkeiten.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren