PersonalmanagerDas Zitat... und Ihr Gewinn

Antoine de Saint-Exupéry sagt: Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen von 

Die Personalabteilung wird oft verkannt – als Einwohnermeldeamt, das Mitarbeiter verwaltet, als Schreibbüro, das Bewerbungen sortiert. Manager sagen nach dem dritten Bier schon mal: »Die Personalabteilung verdient kein Geld, sie kostet nur welches. Eigentlich wissen die Fachabteilungen selbst am besten, welche Arbeitskräfte und Fortbildungen sie brauchen.«

Der Etat und der Einfluss von Personalchefs sind vergleichbar mit denen des Entwicklungshilfeministers im Bundeskabinett. Die Geringschätzung geht so weit, dass Firmen ihre Personalabteilung auslagern: Weg damit! Würden dieselben Firmen auch ihre Entwicklungsabteilung auslagern? Niemals, die Produktentwicklung ist viel zu wichtig. Aber Mitarbeiter entwickeln und auswählen? Belanglos genug, um es in fremde Hände zu geben! Statt die eigene Zukunft möglich zu machen, wie Antoine de Saint-Exupéry es fordert, wird dies anderen überlassen.

Anzeige
Martin Wehrle
Martin Wehrle

Der Coach Martin Wehrle ist Autor mehrerer Karrierebücher und gibt jede Woche Karrieretipps in der Kolumne "Das Zitat und Ihr Gewinn".

Doch wer die Produkte für wichtiger als die Mitarbeiter hält, übersieht eine Kleinigkeit: Von wem werden die Produkte entwickelt? Wessen Fähigkeiten entscheiden darüber, ob ein Kunde gewonnen oder vergrault, eine Chance am Markt genutzt oder vertan wird? Noch nie waren Firmen so sehr auf qualifizierte Arbeitskräfte angewiesen wie heute – auf Menschen, die das Unternehmen nach außen verkörpern, die ihre Chefs an Fachwissen übertreffen, die jeden Arbeitstag als Lernmöglichkeit nutzen. Solche Mitarbeiter sind Schätze, die sich nur durch eine professionelle Personalauswahl entdecken und heben und nur durch eine individuelle Personalentwicklung polieren lassen. Professionelle Personalarbeit braucht Personal-Profis. Und diese brauchen eine Rückendeckung von ganz oben, die nicht nur aus Sonntagsreden besteht.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • hf50
    • 11. November 2012 20:34 Uhr

    So überflüssig, wie Karriere- und Gehaltscoachs.

    Am besten, man schaltet beide mal für ein paar Wochen ab. Mal sehen, wer als erstes vermißt wird. Ich denke, der Coach wird es nicht sein.

  1. ist ja die Personalabteilung des Otto Versands. Selbst die eigentlich noch schlimmeren Personalvermittlungen verdrehen da die Augen nach oben. Auch ich durfte diese mal "kennenlernen", als ich mich als Quereinsteiger bewarb. Tja, sprach das junge Stimmchen am anderen Ende der Leitung zu mir, prizipiell habe man nichts gegen Quereinsteiger. Aber ich möge doch bitte darauf achten, mich genau auf das zu bewerben, was ich gelernt hätte. Oh Mann.

    • Mike M.
    • 11. November 2012 22:52 Uhr

    würden wieder mehr Hoheit über Personalentscheidungen erlangen.

    Antwort auf "Oh Mann !"
    • O-C-B
    • 12. November 2012 22:36 Uhr

    Es ist schon erschreckend zu lesen, wie undifferenziert und in der Analyse primitiv die meisten meiner Vorschreiber die Arbeit von Personalabteilungen bewerten. Zum einen fokussieren sie ausschließlich auf das Themenfeld Rekrutierung – eine wichtige, aber bei weitem nicht die einzige Aufgabe eines Personalbereichs. Zum anderen zeigt sich in diesen Beiträgen sehr deutlich: Personalarbeit wird als eine Black Box wahrgenommen, nach dem Motto: „Was machen die denn schon den ganzen Tag, außer Bewerbungen hin und herschieben, Fachabteilungen auf den Nerv gehen und in Zeitdaten der Mitarbeiter stöbern?“
    Das ist ähnlich differenziert wie die Aussage, dass ein Konstruktionsingenieur sein Berufsleben lang nichts anders leistet, als ein Detail bis zum Abwinken zu optimieren oder die Kollegin aus der PR-Abteilung den ganzen Tag an einer Drei-Zeiligen Pressemeldung sitzt. Die meisten Personaler, die ich als Führungskraft kennengelernt habe, leisten wertvolle Beiträge hinsichtlich Organisationsgestaltung, Mitarbeiterentwicklung, Coaching von Fach- und Führungskräften, Vergütungsstrukturen, Ausgleich von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerinteressen und, ach ja, die meisten meiner HR-Sparringspartner habe ich auch als sehr gute Partner bei der Mitarbeiterauswahl empfunden.
    Meine Empfehlung: bevor ihr weiter mit eingeschränktem Blickwinkel in die immer gleiche Kerbe haut (ist auch wirklich langweilig zu lesen), versucht Eure PA etwas besser kennenzulernen …

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Serie Das Zitat und Ihr Gewinn
  • Schlagworte Karriere | Karriereberatung
Service