Die Personalabteilung wird oft verkannt – als Einwohnermeldeamt, das Mitarbeiter verwaltet, als Schreibbüro, das Bewerbungen sortiert. Manager sagen nach dem dritten Bier schon mal: »Die Personalabteilung verdient kein Geld, sie kostet nur welches. Eigentlich wissen die Fachabteilungen selbst am besten, welche Arbeitskräfte und Fortbildungen sie brauchen.«

Der Etat und der Einfluss von Personalchefs sind vergleichbar mit denen des Entwicklungshilfeministers im Bundeskabinett. Die Geringschätzung geht so weit, dass Firmen ihre Personalabteilung auslagern: Weg damit! Würden dieselben Firmen auch ihre Entwicklungsabteilung auslagern? Niemals, die Produktentwicklung ist viel zu wichtig. Aber Mitarbeiter entwickeln und auswählen? Belanglos genug, um es in fremde Hände zu geben! Statt die eigene Zukunft möglich zu machen, wie Antoine de Saint-Exupéry es fordert, wird dies anderen überlassen.

Doch wer die Produkte für wichtiger als die Mitarbeiter hält, übersieht eine Kleinigkeit: Von wem werden die Produkte entwickelt? Wessen Fähigkeiten entscheiden darüber, ob ein Kunde gewonnen oder vergrault, eine Chance am Markt genutzt oder vertan wird? Noch nie waren Firmen so sehr auf qualifizierte Arbeitskräfte angewiesen wie heute – auf Menschen, die das Unternehmen nach außen verkörpern, die ihre Chefs an Fachwissen übertreffen, die jeden Arbeitstag als Lernmöglichkeit nutzen. Solche Mitarbeiter sind Schätze, die sich nur durch eine professionelle Personalauswahl entdecken und heben und nur durch eine individuelle Personalentwicklung polieren lassen. Professionelle Personalarbeit braucht Personal-Profis. Und diese brauchen eine Rückendeckung von ganz oben, die nicht nur aus Sonntagsreden besteht.