Ziel: Arbeiten schon nach dem Bachelor

Was daraus wurde: Der Wille ist da. 84 Prozent der Unternehmen, die Akademiker beschäftigen, wollen Bachelorabsolventen einstellen, so die Studie Mit dem Bachelor in den Beruf vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. Am beliebtesten sind dem Bericht zufolge Wirtschaftswissenschaftler mit Bachelor. Bundesweite Projekte wie die »Bachelor Welcome!«-Initiative fördern junge Berufseinsteiger.

Das HIS hat ermittelt, dass drei Prozent aller Bachelorabsolventen ein Jahr nach ihrem Abschluss noch keinen Job gefunden haben, bei Absolventen mit traditionellem Examen sind dies vier Prozent. Allerdings ergab eine Untersuchung des Forschungszentrums Incher unter den Uni-Absolventen der Jahrgänge 2007 und 2008, dass sich der Anteil der unbefristet Beschäftigten anderthalb Jahre nach ihrem Abschluss je nach Fach erheblich unterscheidet: In Mathematik und Naturwissenschaften waren die Bachelorabsolventen mit 45 Prozent weit entfernt von traditionellen Abschlüssen (68 Prozent) und Masterabschlüssen (69 Prozent), in Kultur- und Sozialwissenschaften unterschieden sich die Quoten dagegen kaum. Ingenieure mit Diplom haben heute immer noch eine deutlich höhere Beschäftigungsquote als solche mit Bachelor und Master.

Die Unterschiede kommen auch daher, dass ein Bachelorabsolvent oft erst einmal nur zum Ausprobieren auf den Arbeitsmarkt geht – und auch so von außen wahrgenommen wird. Wer keinen Job findet, kann sich ja einfach wieder einschreiben. Das nimmt Arbeitgebern den Druck, tatsächlich unbefristete Stellen anzubieten.

Ziel: Europäische Hochschulen sollen attraktiver werden

Was daraus wurde: Der Anteil ausländischer Studenten in Deutschland lag 1999 bei 6 Prozent und stieg 2011 auf 8,3 Prozent, ergab eine Berechnung des Statistischen Bundesamtes und des HIS. 2011 wurden fast 10 Prozent aller Hochschulabschlüsse von ausländischen Absolventen erreicht, die meisten kamen aus den Nicht-EU-Ländern China, Türkei und Russland. Auch die Zahl ausländischer Professoren ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen.

Mit dem Bologna-Prozess scheint die Vereinheitlichung der Hochschulbildung in Europa voranzukommen, viele Punkte in der Praxis sind aber noch umstritten. Daher unterscheiden viele zwischen den Zielen des Prozesses und deren Umsetzung, kritisiert wird oft nur die Verwirklichung, so auch von der GEW: »Die Ziele sind gut, an der Umsetzung muss man noch arbeiten«, sagt Andreas Keller. Die nächste nationale Bologna-Konferenz des Bildungsministeriums war für Mai dieses Jahres angekündigt. Bislang hat sie noch nicht stattgefunden.