Wolfgang Schäuble"Wir wollen nicht spalten"
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 "Die Älteren machen sich immer Sorgen, dass die Nachfolger nicht so groß sind wie sie selber"

ZEIT: Also bleiben die Griechen im Euro-Raum?

Schäuble: Wir werden den Bericht der Troika abwarten und dann entscheiden.

ZEIT: Es fällt uns schwer, zu glauben, dass die Beamten der Troika das Schicksal der Währungsunion bestimmen.

Schäuble: Das werden sie auch nicht. Aber sie werden uns eine realistische Einschätzung liefern, und dann müssen wir alle in der Euro-Gruppe unsere Schlussfolgerungen ziehen. Es geht vor allem darum, dass Griechenland das tut, was Griechenland tun kann und tun muss. Und das ist für die Regierung in Athen nicht leicht.

ZEIT: Dann muss sich der Bundestag möglicherweise schon bald wieder mit Griechenland beschäftigen und neues Geld bewilligen. Steht Ihre Mehrheit?

Schäuble: Ich spekuliere hier nicht vor dem Bericht der Troika. Aber im Zweifelsfalle brauchen wir jedenfalls keine Angst zu haben. Für die Opposition wäre das doch auch eine Chance, zu zeigen, ob sie ihrer Verantwortung gerecht werden will.

ZEIT: Sie schlagen sich jetzt seit fast drei Jahren mit dieser Krise herum. Das haben Sie auch Helmut Kohl zu verdanken, der eine gemeinsame Währung einführte, ohne die politischen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen.

Schäuble: Für eine politische Union gab es damals keine Mehrheit. Deutschland und die anderen europäischen Staaten standen vor der Wahl, jetzt mit der gemeinsamen Währung anzufangen oder überhaupt nicht anzufangen. Kohl hat angefangen, und das war richtig. Wir hätten sonst heute den Euro nicht.

ZEIT: Darüber wären in Deutschland viele wahrscheinlich ganz froh.

Schäuble: Ich nicht, weil ich glaube, dass Europa und gerade auch Deutschland sehr von der Währungsunion profitieren.

ZEIT: Helmut Kohl hat sich kürzlich darüber beklagt, dass den heutigen Regierenden die Größe fehle.

Schäuble: Er ist nicht der einzige Helmut, der das so sieht. Die Älteren machen sich immer Sorgen, dass die Nachfolger nicht so groß sind wie sie selber. Das war in der Geschichte oft so und ist noch öfter widerlegt worden.

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Leserkommentare
  1. Ich wüsste gerne von Herrn Schäuble woher er nimmt, dass die Zustimmung für die europäische Integration wächst.

    Das erscheint mir als propagandistische Behauptung, die durch nichts gedeckt wird.

    Vom Ausgang von Parlamentswahlen eine Generalvollmacht für alle Handlungen der Regierung abzuleiten, wie beispielsweise eine stärkere Integration der EU anzustreben, erscheint mir ziemlich gewagt. Jedes Kind weiß doch, dass im Wahlkampf typischerweise ein paar (meist innenpolitische) Themen ausgewählt werden, und dann spielt der Rest keine Rolle mehr.

    Wenn angeblich alles im Sinne des Souveräns, d.h. des Volkes ist, warum dann nicht sicherheitshalber bei solch fundamentalen Entscheidungen einfach direkt nachfragen?

    Es ist wohl eher so, dass Schäuble und andere Ihr Lamento der demokratischen Legitimation selbst nicht glauben...

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    haben die Politiker gelernt. Sie behaupten einfach permanent irgendetwas, bis jeder glaubt, das sei die Wahrheit.

    Albrecht Müller hat zu diesem Thema einmal dieses erstklassige Zitat von George Orwell gefunden:

    "Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten - wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten -, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit."

    halt nur die chefposten in berlin und brüssel müssten mal dringend einen umfassenden personalwechsel erfahren

    Entfernt. Bitte verfassen Sie differenzierte Beiträge und achten Sie auf ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/jp

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    wenn er so weitermacht

    • abtz
    • 04. November 2012 9:05 Uhr

    die sich für die Mehrheit oder was auch sonst immer halten und die lachen, bevor gewählt wurde.
    Bergjunge kennen sie den:
    Wer zuletzt lacht....
    Immerhin begründet Schäuble seine Meinung: Wahl in Niederlande, Berlin etc. Höre ich was von ihnen??

    • Sirisee
    • 03. November 2012 20:15 Uhr

    ... das ist das Politikverständnis des "unschere Zukunft isch Eurobba"-Ministers: die Bevölkerung ist so etwas wie die Population eines Seniorenheims. Montags und Freitags gibt es Abends eine schöne Kulturveranstaltung und danach den Haferschleim, der Rest der Woche ist Fernsehabend und am Sonntag Tatort.

    Ich fand den mal nicht schlecht, kann den aber nicht mehr ertragen. Und dazu immer diese großen Geschichtslinien ab dem 1. Weltkrieg, aus denen man sich Selbstermächtigung holt. Fürchterlich. Da ist der "Mythos des 20. JH" geradezu tiefsinnig gegen.

    Unser Volk hat 2 Weltkriege, die DDR und Claudia Roth überlebt, "Julia" und Frau Roche. Wir haben genug gelitten.

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    • Centime
    • 03. November 2012 20:29 Uhr

    Und dieses Leiden wird nun auf Europa uebertragen.

    Monsieur Schaeubele, ich traue Ihnen nicht!
    Und wuerde heute de Gaulle leben, waere ich begeistert, wenn er mit Ihnen debattieren wuerde.

    Ohne die Voelker Europas koennen und duerfen Sie traeumen von was auch immer, aber es werden Schaeume sein beim aufwachen.

  3. "Anders als heute ging es in den neunziger Jahren vor allem um die Frage, ob die Europäische Union erweitert oder vertieft werden soll. Wir haben gesagt, man muss beides machen."

    Gute Entscheidung, gleich beides auf einmal zu machen. Wahrscheinlich dachte die Crew damals, der Rest mit der Integration käme dann einfach von selbst.

  4. "Niemand will den Flughafen in seiner Nähe haben, aber alle wollen fliegen."
    Wollten die Menschen denn schon fliegen, bevor es Flugzeuge gab? Wohnen sie neben einem Flughafen, Herr Schäuble?

    • Centime
    • 03. November 2012 20:29 Uhr

    Und dieses Leiden wird nun auf Europa uebertragen.

    Monsieur Schaeubele, ich traue Ihnen nicht!
    Und wuerde heute de Gaulle leben, waere ich begeistert, wenn er mit Ihnen debattieren wuerde.

    Ohne die Voelker Europas koennen und duerfen Sie traeumen von was auch immer, aber es werden Schaeume sein beim aufwachen.

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    Wenn de Gaulle sehen würde, was aus der ursprünglichen europäischen Idee geworden ist, hätte er Herrn Schäuble schon längst in den Wannsee gerollt! (Der Konrad wäre mitgelaufen und die Radläger mit der Ölkanne geschmiert).

    Ich als glühender Anhänger eines vereinigten Europas, möchte meine ganze Empörung und Verachtung über diese Dilletanten zum Ausdruck bringen! Was habt Ihr aus unserem Europa gemacht?

    Nein, auch viele Befürworter wie ich stehen nicht mehr hinter Euch!

  5. 7. Anruf

    Herr Schaeuble,

    treten Sie zurueck, unverzeuglich!

    josefine

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    unverzueglich - pardon

  6. unverzueglich - pardon

    Antwort auf "Anruf"

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  • Schlagworte Wolfgang Schäuble | Euro | Euro-Krise | Euro-Zone
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