Was ziehe ich auf der Reise an?

Während eines Langstreckenflugs trägt man möglichst bequeme Kleidung. Ideal für Männer: ein Poloshirt in gedeckten Farben, eine einfarbige Hose und geschlossene Schuhe. »Man weiß nie, wen man unterwegs trifft«, sagt Sylvia Löhken, Sprachwissenschaftlerin und Coachingberaterin aus Bonn. Ein farbenfrohes Freizeitoutfit ist deshalb tabu. Frauen rät sie ebenfalls zu Shirt und langer Hose. »Anzug oder Rock würden nur zerknittern.« Steht unmittelbar nach der Landung der erste Termin an, sollte man im Handgepäck ein Hemd oder eine Bluse zum Wechseln dabeihaben. Im Gastland selber gilt: Mit der Kleidung repräsentiert man immer auch das eigene Unternehmen, daher im Zweifel lieber etwas schicker anziehen. Die Krawatte ist schnell in der Aktentasche verstaut, falls sie nicht gebraucht wird. Frauen können die Blusenärmel hochkrempeln, damit das Outfit legerer wirkt. »Niemals mehr als sieben Schmuckstücke tragen«, nennt Löhken als Grundregel. Dazu zählen auch Brille und Armbanduhr. »Zu viel Schmuck lenkt einfach ab.«

Soll ich Gastgeschenke mitbringen?

Ja, denn was in Deutschland nicht zwingend erwartet wird, ist im Ausland, etwa im Nahen Osten, Lateinamerika und Ostasien, Ausdruck von Wertschätzung gegenüber den Geschäftspartnern und somit Pflicht! Hierzulande sollte man zumindest dann eine kleine Aufmerksamkeit mitbringen, wenn der Anlass privat ist, man also etwa zum Abendessen nicht ins Restaurant, sondern nach Hause eingeladen wird. »Im Ausland kommen deutsche Spezialitäten besonders gut an«, sagt Heidrun Schüler, Psychologin und Business Coach aus Hamburg. Das kann eine Flasche Wein aus der Heimatregion sein oder Konfekt für die Kinder des Geschäftspartners. Von Blumen rät Löhken ab, zumindest wenn ein Restaurantbesuch ansteht: »Die Suche nach einer Vase würde nur Hektik auslösen und den Beschenkten in Verlegenheit bringen.«

Muss ich abends mit den Kollegen an die Bar?

Grundsätzlich gilt: Niemand muss überall dabei sein! Es gibt offizielle Anlässe, bei denen die Anwesenheit Pflicht ist, und inoffizielle Treffen, wie das Feierabendbier oder das Glas Wein an der Bar. Allerdings sollte das gemeinsame Beisammensein am Abend nicht unterschätzt werden. »Solche Aktivitäten dienen der Beziehungspflege und bauen Vertrauen zwischen Geschäftspartnern und Kollegen auf«, sagt Sylvia Löhken. Gerade Frauen sei die Bedeutung solcher Treffen oft nicht bewusst. »Es kommt häufig vor, dass eine wichtige Entscheidung schon am Abend vorher informell an der Hotelbar getroffen wird.« Ein guter Mittelweg ist es, den Kollegen wenigstens noch für kurze Zeit Gesellschaft zu leisten. »Früher zu gehen ist kein Problem und muss nicht begründet werden.«