Bundesbank-ReservenGold, das nicht glänzt

Warum es keine irre Idee wäre, die Reserven der Bundesbank in New York einfach ins Meer zu werfen. von 

Gold ist nicht das wertvollste Material auf Erden, nicht das härteste und schon gar nicht das seltenste. Es ist einer der wenigen in der Natur vorkommenden Stoffe, die der Mensch zum Leben nicht braucht. Es ist überflüssig. Warum drehen dann immer alle durch, wenn es ums Gold geht?

Zum Beispiel um jene 1546 Tonnen, die rund 25 Meter unter den Straßen von Manhattan lagern: den Goldschatz der Deutschen, über den die Bundesbank wacht. Oder auch nicht. Der Rechnungshof jedenfalls will die Barren nachzählen lassen, und eine Bürgerinitiative möchte sie gleich heimholen.

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Allein die Versicherungsprämien würden sich auf einige Milliarden Euro summieren – und wozu? Auch andere Nationen lassen ihr Gold in New York aufbewahren. Bislang hat sich niemand beschwert, dass etwas weggekommen wäre. Und selbst wenn: 60 Milliarden Euro ist das Gold der Deutschen wert. Das ist nur ein Bruchteil des gesamten Auslandsvermögens von 7.000 Milliarden Euro.

Man könnte die Debatte um die Barren der Bundesbank also ignorieren, wenn sie nicht so viel über uns erzählen würde.

Die Geschichte des Goldes ist eine Geschichte der Illusionen. In der Antike schmiedete man daraus Totenmasken, in der Annahme, den Verstorbenen Macht und Einfluss im Jenseits zu sichern. Die Spanier holten es aus den Böden Lateinamerikas, weil sie glaubten, es mehre den Wohlstand in der Heimat. Dabei handelte es sich doch nur um gelbes Metall, wie Spanien schnell herausfand. Das Land vernachlässigte im Goldrausch die eigene Wirtschaft und legte allein im 16. Jahrhundert drei Staatspleiten hin.

Heute greifen wir nach dem Gold, weil es Orientierung und Stabilität in einer von großer Unsicherheit geprägten Welt verspricht. Das könnte sich als die größte Illusion von allen erweisen. Ihr drohen nicht nur die Sparer zu erliegen, die Gold zu Preisen kaufen, die jenseits von Gut und Böse sind – sondern auch die Politikverdrossenen aller Länder, die das Gold benutzen wollen, um dem Staat die Geldhoheit zu entziehen und ihn damit zu entmachten.

Dabei ist der Wunsch ja verständlich. Rund um den Erdball fluten die Zentralbanken die Wirtschaft mit Geld. Sie können das, weil Geld heutzutage durch nichts mehr gedeckt ist. Es wird per Mausklick geschaffen und kann von den Notenbanken unbegrenzt vermehrt werden. Hat aber nicht die Geldschwemme der US-Notenbank die Krise erst ausgelöst? Und droht nicht irgendwann die Inflation, wenn jetzt noch mehr Geld in die Welt kommt?

Was liegt da näher, als den Zentralbanken vorzuschreiben, dass sie nur so viel Geld in Umlauf bringen dürfen, wie sie Gold in ihren Tresoren haben? Das war bis ins 20. Jahrhundert hinein üblich, und eine Gruppe von Republikanern in den USA fordert – mit Unterstützung auch aus Deutschland – eine Wiedereinführung dieses Goldstandards. Es wäre die bislang radikalste Form des Souveränitätsverzichts in der Krise. Erst mit der Abkehr vom Gold haben die Staaten des Westens das Herz des Kapitalismus – das Geldwesen – unter demokratische Kontrolle gestellt. Damit wäre es vorbei.

Leserkommentare
    • SonDing
    • 08. November 2012 10:19 Uhr

    Also, dieser Artikel enthält offensichtlich so viel sachliche Fehler und stellt Behauptungen auf,daß ich mich frage, ob das Absicht ist oder einfach nur Nachlässigkeit? Nicht einmal die Angaben in dem verlinkten Zeit-Artikel, wurden richtig übernommen:

    1. Deutschlands Goldreserven:
    Die Bundesbank besitzt 3.396 Tonnen im Wert von ...aktuell 143 Milliarden Euro.
    http://www.zeit.de/wirtsc...

    2.Wert der deutschen Goldreserven:
    Der Wert der Goldreserven könnte sich vervielfachen, wenn der Goldpreis, wie die letzten zehn Jahren weiter steigt. Dadurch wäre es möglich dass der Wert der Goldreserven nicht nur mit dem Wert der Auslandsvermögen (welche in der Regel auch nur Papiervermögen darstellen) gleichzieht, sondern diese übertrifft. Der Goldpreis hat sich in den letzten zehn Jahren in Dollar gerechnet, in der Spitze, mehr als versechsfacht!

    3. das Geldwesen – unter demokratische Kontrolle?
    Die FED(Federal Reservebank) z.B. ist eine Privatbank

    4.Goldstandard- Schuld an Depression?

    Bitte lesen:
    http://de.wikipedia.org/w...
    http://de.wikipedia.org/w...

    Die Ursache immer wiederkehrender Finanzkrisen ist schlicht und einfach der Zins u. Zinzeszins:

    http://www.youtube.com/wa...

    "Das Gold wird uns nicht erlösen, die Welt unübersichtlich bleiben."

    Genau derartige Artikel sind dazu geeignet, die Unübersichtlichkeit in der Welt zu erhalten bzw. noch auszubauen. Es sei denn man stellt sie bloss.

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    Das mildert meine Empörung über den Artikel und erspart mir selbst zur Tastatur greifen zu müssen.

    Ich kann meinem Vorredner nur Recht geben und ich zweifele an der Qualifikation von Herr Schieritz.

    Ich könnte noch wesentlich mehr Fehler aufzählen als mein Vorredner, will aber meine Zeit nicht dermaßen verschwenden.

    Das Herr Schieritz Wirtschaft studiert haben soll wage ich kaum zu glauben, denn mit den Falschaussagen die er in diesem Artikel macht kann er das Studium niemals bestanden haben.

    1. Geht es um die Goldbestände in New York. Wert etwa 60 Mrd.

    2. Genauso könnte er zusammenbrechen. Dieser Absatz ist reine Spekulation. Dabei halten sie Spekulanten doch normalerweise bestimmt für extrem böse.

    3. Die fed erhält ihre eigenmittel daraus, dass banken in den USA ab einer bestimmten Größe eine Zwangseinlage leisten müssen. Das bedeutet, dass die Banken diese Einlagen nicht entziehen können ohne ihre banklizenz abzugeben und damit de fakto kein Drohpotential haben. Die handlungen der fed sind durch gesetze und verordnungen festgelegt. Niemand behauptet schließlich dass deutsche Gerichte "privat" sind weil sie durch unternehmenssteuern finanziert und der Bundesregierung gegenüber nicht weisungsgebunden sind. Leider ist das ganze schwer zu erklären und daher ein gefundenes fressen für möchtegernsuperchecker wie sie.

    4. jaja der Böse Zins. wollten sie nicht in Punkt 2 noch dass sich der Goldpreis erhöht? Die Anlage in gold Rendit abwirft? Die dann auch noch exponentiell (luftanhalt) zu messen ist?
    Immer diese bösen inkonsequenten spekulanten ;)

    "Der Wert der Goldreserven könnte sich vervielfachen, wenn der Goldpreis, wie die letzten zehn Jahren weiter steigt."
    ein schöner konjunktiv
    könnte
    tut aber nicht
    denn :
    seit 1,5a fällt der preis schon wieder, genau seitdem wird die große pauke geschlagen, schlieslich will man den kram noch gewinnbringend losschlagen bevor man der letzte ist den bekanntlich die hunde beissen
    nebenbei
    würde die bundesrepublik verkaufen wollen, würde sie nur einen bruchteil bekommen
    wg marktflutung
    das trommeln für gold sei ihnen gegönnt
    warscheinlich haben sie ihre positionen einfach nocjh nicht abgestoßen
    entweder wg laufzeit, oder wg gier
    wer weis
    verständlich ja; aber unredlich, wie jedes verkaufsgespräch das wichtiges verschweigt

    daß die Suche nach Gold und die Förderung immer komplizierter und teurer wird. Irgend wo meine ich gelesen zu haben, daß die Kosten bereits jetzt schon sehr hoch seien. Den Betrag möchte ich nicht nennen, denn der erschien mir unglaubhaft hoch.

    Probieren Sie es doch mal.

    Der Autor thematisierte u.a. die Goldreserven der Bundesbank in den Vereinigten Staaten ;-)

    Ich kann mich meinem Vorredner inhaltlich nur voll und ganz anschließen,
    wirklich perfekt und gut dargestellt, objektiv und sachlich nachvollziehbar.

    Umso mehr wundere ich mich schon sehr, dass dieser Artikel mit diesem Inhalt, nicht sofort von der Redaktionskonferenz in den Papierkorb geworfen
    wurde. ( ?! )

    Der Inhalt dieses Artikels spricht weder für den Sachverstand des Schreibers,
    noch im Ansatz für sein Verständnis der Zusammenhänge zum Thema Gold.

    Schade eigentlich aus meiner Sicht, da ich hier die ZEIT und ihre Wirtschaftsartikel bisher stets anders gesehen und auch eingeordnet habe.

    Man fragt sich schon, welches Motivation wirklich hinter solchen Inhalten steht, insbesondere wenn ich mir den Werdegang des Redakteurs ansehen, der ja durchaus ansprechend ist und dann so ein scheinbarer Fehlgriff ?
    Doch schon sehr seltsam und sicher nicht nachvollziehbar !
    >
    http://community.zeit.de/...

    Man denkt wirklich, man sitzt nun auch schon bei der ZEIT im falschen Film, bisher eigentlich unvorstellbar !

    Eine kleine Hilfestellung für den inneren Wert des Goldes wollen wir den Lesern der ZEIT doch nicht vorenthalten:
    Auch hier glauben wir, dass ein Bild dazu mehr sagt
    als alle Worte dieses genannten Artikels :

    >
    http://www.kitco.com/LFgi...

  1. Modernes Papiergeldwesen sei unter demokratischer Kontrolle: Wer möchte davon in der Euro-Krise bitte noch ernsthaft sprechen? Wo Recht und Verträge nichts mehr wert sind?

    Die FED ist eine Privatbank und die Bundesbank war zu D-Mark-Zeiten immer stolz darauf eben gerade nicht demokratisch kontrolliert zu sein, wie es etwa in Frankreich viel stärker der Fall war.

    Leider schweigt der Autor auch darüber dass Papiergeld historisch gesehen, im Vergleich zu Gold regelmäßig das bessere Wertaufbewahrungsmittel war. Dass uns und der Goldstandard in seiner historischen Variante heute nicht glücklich macht: geschenkt. Wer behauptet das schon noch außer ein paar esoterische Hardliner aus der Goldszene?

    In einer Zeit in der die Papierwährungen EURO und Dollar mehr und mehr in die Krise rutschen (Ende nicht in Sicht) wäre es schon selten dämlich, solche Werte ins Meer zu kippen oder gegen Devisenreserven einzutauschen.

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    die Bundesbank nicht außerhalb demokratischer Kontrolle war, sondern nur dem direktem Zugriff der Regierung entzogen.

    "Leider schweigt der Autor auch darüber dass Papiergeld historisch gesehen, im Vergleich zu Gold regelmäßig das bessere Wertaufbewahrungsmittel war."

    Das ist leider ein Fehler von mir, gemeint ist es geanu umgekehrt.

    Volle Zustimmung!

    Ich glaube aber, Sie meinen, Papiergeld war das schlechtere Wertaufbewahrungsmittel.

    Noch zu Mark Schieritz:

    "Aus der Kritik am Papiergeld spricht – ähnlich wie aus der Kritik an politischen Parteien – eine Verachtung für den demokratischen Modus von Streit und Konflikt, der durch eine höhere Ordnung ersetzt werden soll."

    Aus der Kritik spricht keine Verachtung, sondern fehlendes Vertrauen. Das ist etwas ganz anderes. Der Kritik am Papiergeld und an den politischen Parteien sofort Demokratieverachtung zu unterstellen, ist eine Unverschämtheit.

    Zudem fehlt das Vertrauen nur in die gegenwärtig Handelnden, nicht in den demokratischen Modus als solchen. Das System ist gut, die gegenwärtigen europäischen Politiker sind schlecht. Sie werden uns in eine Katastrophe führen!

    "Leider schweigt der Autor auch darüber, dass Papiergeld historisch gesehen, im Vergleich zu Gold regelmäßig das bessere Wertaufbewahrungsmittel war"

    Genau, aus diesem Grund werden ja bekanntlich auch immer wieder, selbst nach Jahrhunderten, diese wertvollen (sic) Papiergeldschätze gefunden, gell?

    Ahso, der Kommentator hat das schlaue Juristenwörtchen "regelmäßig" verwendet! Papiergeld war also wohl "regelmäßig" für ca. eine Generation (während der "regelmäßigen" zwei Jahrzehnte Aufschwung nach dem jeweils "regelmäßigen", durch Papiergeld ermöglichten vorherigen Krieg) das "regelmäßig" bessere Wertaufbewahrungsmittel?

    Insgesamt liegt beim Vorkommentator offenbar ein klassischer Fall vor von:
    "Wer so was glaubt, ist entweder verrückt oder Ökonom"
    (frei nach Kenneth Boulding).

    MfG vom Adminator

  2. Hallo Herr Schieritz,

    nichts verstanden. Setzen, sechs. Versetzung gefährdet!

    Anmerkung: Bitte verfassen Sie konstruktive Kritik. Danke, die Redaktion/se

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    • Gomulka
    • 08. November 2012 18:35 Uhr

    Danke!

  3. Da ist Ihnen wohl etwas durcheinandergeraten, lieber Herr Schieritz, wenn Sie die deutschen Goldvorräte im Meer versenken wollen.

    Denn das ist eine ganz andere Frage als der Goldstandard, der selbstverständlich antiquiert und für eine zeitgemäße Geldpolitik absolut untauglich ist.

    Aber die Goldvorräte haben wir uns, genau wie Devisenvorräte; hart erarbeitet und können damit (als Volkswirtschaft) einkaufen gehen. Beispielsweise könnte man damit ein vorübergehendes Leistungsbilanzdefizit finanzieren (wie wir es bei der Wiedervereinigung tatsächlich hatten). Oder das Gold verkaufen und den Gegenwert in den Bundeshaushalt einstellen.
    (Aber das wäre keine gute Idee; die Politik würde das im Nu verjuxen, z. B. für unsere ach so notleidenden "Freunde" in der Eurozone).

  4. hatten Goldschätze eine grüßere Aussagekraft.

    Was mützt es die Goldreserve immer wieder zu besprechen anstatt die Schuldenflut vernünftig abzubauen.

    Sicherlich ist der deutsche Goldschatz doch auch ein Stück Sicherheit für andere Dinge doch sicherlich nicht ausreichend um unsere Probleme zu lösen.

  5. Das mildert meine Empörung über den Artikel und erspart mir selbst zur Tastatur greifen zu müssen.

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    Auch durch diesen kindischen Artikel lasse ich mich nicht provozieren, auch noch kostenlos user generated content zu erzeugen.

    • keibe
    • 08. November 2012 17:51 Uhr

    was alles durch Illusionen geschaffen werden kann. Ob Brücken, Einfamilienhäuser, auskömmliche Nahrung und Bekleidung, ob Versorgung mit Presseerzeugnissen oder Kfz ... man gibt ein wenig Papier oder Metall und erhält Dinge von wirklichem Nutzen. Wenn es etwas gibt, das Bäume versetzen kann, dann der Glaube an Papier, Zahlen auf einem Papierausdruck (genannt Kontoauszug) und eben halt auch Metall, mit dem man de facto substanziell nicht viel mehr anfangen kann als Jacketkronen ein wenig mehr schimmern zu lassen.

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    ist wichtiger als die Sache selber. Sie müssen vertrauen haben egal ob in Gold oder Papiergeld oder eben das Leben.
    Die Goldbugs wollen Sicherheit wollen den Beweis, wollen etwas Greifbares wie damals die alten Juden in der Wüste als Moses mal weg war.

  6. es nicht haben? gut, sollen dies mir geben. ich kanns eher gebrauchen.

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