Terrornetzwerk : Filialen des Schreckens
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Träume von einem afrikanischen Kalifat

Trotzdem haben die Shabaab schwere Niederlagen einstecken müssen. So gelang es den Truppen der AU im August 2011, die Islamisten aus Mogadischu zu vertreiben. Ende September dieses Jahres verloren die Shabaab ihre letzte städtische Hochburg, die Hafenstadt Kismayo – und damit die lukrativen Einnahmen aus Zollgeschäften. Zudem haben die USA ihren Drohnenkrieg längst auf Somalia ausgedehnt. Hinzu kommt, dass die Miliz jeglichen öffentlichen Zuspruch durch drakonische Scharia-Urteilen, dem Verbot von Khat-Konsum und Fußball sowie ihrer Quasi-Geiselnahme der Bevölkerung während der letzten Hungersnot verspielt hat.

Al-Shabaab drohen nun mit Terror und Guerilla-Taktik zurückzuschlagen: Autobomben, Selbstmordattentate, politische Morde. Es geht nicht nur gegen Somalia, sondern auch gegen die Länder der Truppensteller – eine für afrikanische Staaten völlig neue Bedrohung. In Uganda, das die meisten Soldaten nach Somalia entsandt hat, gelang bislang ein großer Anschlag: Im Juli 2010 sprengten sich Selbstmordattentäter in zwei voll besetzten Restaurants in der Hauptstadt Kampala in die Luft. Über 70 Menschen starben. In Kenia, seit Jahrzehnten Hauptaufnahmeland für somalische Flüchtlinge, haben Shabaab-Mitglieder Anschläge auf Discos, Bushaltestellen und Kirchen verübt.

Dahinter steckt auch das Kalkül, eine staatliche Überreaktion zu provozieren – und damit einen religiösen Konflikt auszulösen in einem Land, das ohnehin mit innenpolitischen Spannungen zu kämpfen hat. Im Afrika südlich der Sahara haben sich in den vergangenen Jahren genauso wie in der arabischen Welt Protestbewegungen gegen Korruption, Machtmissbrauch und Wahlfälschungen gebildet – in manchen Ländern wie dem Senegal mit Erfolg und friedlich, in anderen wie Kenia entlang ethnischer Fronten und zum Teil mit Gewalt.

Es geht nicht bloß um Ideologie, auch um Geschäfte

Bis vor Kurzem schien Kenia gegen religiöse Konflikte immun. Die muslimische Minderheit ist in Politik und Gesellschaft tief verwurzelt. Doch nun droht die staatliche Verfolgung von Terrorverdächtigen eine Kluft zwischen Christen und Muslime zu treiben. Denn seit kenianische Städte zu Anschlagszielen der Shabaab geworden sind, fühlen sich Muslime zunehmend als Zielscheibe staatlicher Repression – und geraten zwischen die Fronten.

In einem anderen afrikanischen Staat können die Kenianer beobachten, wie ein völlig fehlgeleiteter "Krieg gegen den Terror" ein Land in eine Zerreißprobe treibt: Nigeria. Die islamistische Gruppe Boko Haram, heute Synonym für schreckliche Bombenanschläge, begann vor gut zehn Jahren nicht als Terrororganisation, sondern als fundamentalistische Sekte. Deren charismatische Führer kombinierten abstruse Lehren wie die Überzeugung, die Erde sei eine Scheibe, mit radikalen Predigten gegen die notorische Korruption und die ökonomische Verwahrlosung des überwiegend muslimischen Nordens, während der überwiegend christliche Süden vom anhaltenden Wirtschafts- und Öl-Boom profitiert. Das brachte ihnen Zulauf aus der verarmten Jugend ein und zog immer häufiger Scharmützel mit der Staatsmacht nach sich. Die Gewalt auf beiden Seiten eskalierte. Auf Bombenanschläge folgen regelmäßig blutige Strafaktionen des Sicherheitsapparates, den viele Zivilisten mehr fürchten als die religiösen Fanatiker.

Inzwischen reicht das Spektrum bei Boko Haram vermutlich von Gangs, die Schutzgeld erpressen, bis hin zu radikalisierten Jungmännern sowie Islamisten, die womöglich zu Verhandlungen bereit wären. Teil der Bewegung sind aber zweifellos auch Hardliner, die den Schulterschluss mit Al-Kaida suchen und von einem afrikanischen Kalifat bis nach Mali träumen – in den Trainingscamps in der Sahelzone sind sie schon aufgetaucht.

Mali ist die letzte Station auf dieser virtuellen Reise durch Al-Kaidas neue Einflussgebiete. Hier ist Dschihadisten ein ganz besonderer Coup gelungen, und hier lassen sich Al-Kaidas neue Stärken und Schwächen an einem Ort gebündelt beobachten: Geduld und die Fähigkeit, sich zum richtigen Zeitpunkt über lokale Konflikte zu stülpen, die Bereitschaft, sich mit eher opportunistischen Bündnispartnern einzulassen, sowie das ideologische Ausfransen bis hin zur gewöhnlichen kriminellen Geschäftemacherei.

Im Frühsommer dieses Jahres hängten sich gleich mehrere islamistische Gruppierungen als Trittbrettfahrer an eine Rebellion von Tuareg im Norden Malis – und verjagten anschließend ihre säkularen Bündnispartner. Seither erstreckt sich ihr Einfluss auf ein Gebiet von der Größe Frankreichs.

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Kommentare

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Unsere Terroristen

"Once upon a time, the CIA trained, financed and supported Osama bin Laden and his mujahidin networks in Afghanistan to repel the Soviet invasion of Afghanistan. After the end of the Cold War, bin Laden turned against the West and we no longer had any use for him. His persistent terrorist attacks against us for more than a decade, culminating in 9/11, provoked our own response, in the form of the ‘War on Terror’. This is the official narrative. And it’s false. Not only did Western intelligence services continue to foster Islamist extremist and terrorist groups connected to al-Qaeda after the Cold War; they continued to do so even after 9/11"
http://www.newint.org/fea...
Fox Reality Check: The United States government actually created Al Qaeda?
http://www.fox19.com/stor...

Also mal langsam

"Niemand weiß genau, wie viele sogenannte foreign fighters in Syrien eingesickert sind, aber Experten gehen von mindestens 1000 aus."

Wenn das unsere terroristen sein sollen, dann mmöchti ich mal bitte wissen warum man mit Massiven Aufrufen in Internett und den "Lieblingsgebiet" nur Zahlen von 1000 erreicht ?

Wo sind die 10.000 oder 100.000 oder 1.000.000 ? jeder Flüchtlingstreck ist da ja grösser. Und selbst die Rebellen in Syrien haben da 1000% Mehr leute zu verfügung.

Villeicht sollten wir Aufhören zu glauben das nur weil Al Kaida schreit " Wir waren es ! " sie es auch wirklich waren, und beginnen zu begreifen das es unterschiedliche Stömungen in den Radikalen gibt die sich auch nicht immer untereinander Leiden können und Al Kaida noch nicht mal die Grösste oder auch nur eine der grossen ist.

Ich finde es immer noch ein wenig lächerlich,

dass so getan wird, als ob "Al-Qaida" eine unabhängige Gruppierung sei, während anderweitige Fakten völlig außer Acht gelassen werden.

All die erwähnten Terroristen, Rebellen, Kämpfer, Dschihaddisten oder wie auch immer man sie nennen mag, wurden von den USA und vom Westen gefördert.

Vor allem bei den libyschen "Rebellen" ist dies der Fall, wie ich auch mal hier erwähnt habe: http://www.zeit.de/politi...

Diese ganzen Herrschaften wären nicht das, was sie gerade sind ohne westlicher Hilfe. In Syrien werden die Männer noch als "Rebellen" bezeichnet oder gar als "Aktivisten". Bald werden diese jedoch auch nur in den Medien als "Al-Qaida" bezeichnet.

Interessant

zu lesen, dass gut recherchierte Artikel den inflationären Pressemitteilungen deutlich widersprechen und vor allem verschiedene Perspektiven auszeigen.
Al Kaida ist ein Begriff, der leider so oft verwendet wird, jedoch ohne wirklich Strukturen, Ziele, Personen oder Inhalte etc. zu beleuchten.
Das Ziel ist Macht über den Weg der Konfession, denn das Konzept funktioniert schon seit Jahrtausenden (erinnert sei an die Predigten der Päpste) und das eigentlich schlimme ist, dass diese Kräfte permanent westlich unterstützt werden, durch Waffenlieferungen, auf der anderen Seite dann wieder bekämpft werden und da muss man sich die Frage stellen, wer hat eigentlich in den letzten 11 Jahren von dem "Krieg gegen den Terror" tatsächlich profitiert? Firmen wie Exxon brauchen Al Kaida und umgekehrt und die Leidtragenden sind die Zivilisten. Wieviele Menschen sind eigentlich insgesamt im letzten Jahrzehnt diesem Krieg zum Opfer gefallen?

Problem momentan unlösbar

Das Problem besteht doch darin, dass diese gewaltbereiten Gruppen immer auch eine religiöse Komponente haben, und z.B. mit den islamischen Lehren für Paradies, Kampf und Jungfrauen im Jenseits werben können.
(z.B. "Koran 9:111 Gott hat von den Gläubigen ihre eigene Person und ihr Vermögen dafür erkauft, daß ihnen das Paradies gehört, insofern sie auf dem Weg Gottes kämpfen und so töten oder getötet werden. ...")

Dieser Zusammenhang ist zwar im Grund offensichtlich, aber die notwendigen Konsequenzen daraus werden nicht gezogen: Dass nämlich gewisse islamische Lehren Grundlage des Problems sind. Damit wird das Problem dieser ganzen Jihadistengruppen aus meiner Sicht unlösbar.

Wobei nicht vergessen werden darf,

dass der Islam keine einheitliche Religion ist, abgesehen davon, dass eine gemeinsame Führerperson fehlt, wie auch im Christentum, das aber die Spaltung nach dem 30jährigen Krieg erfolgreich überwunden hat. Heute würde keinem Prostestanten mehr einfallen, mit dem Schwert gegen Katholiken vorzugehen. Diese Toleranz ist aber nicht wirklich alt: In meiner Jugend waren die Prostestanten die Ungläubigen, die dereinst in der Hölle schmoren werden.
Im Namen Allahs gehen sie derzeit noch immer aufeinander los, ein Kampf um Macht und Führung, denn die strenggläubigen Wahabiten und Salafisten für sich entscheiden könnten, weil hinter ihnen das Kapital Saudi-Arabiens steckt.

So einfach wollen Sie es denen machen?

Zu sagen, es sind ein paar islamische Grundlagen, die daran Schuld sind? Wenn es nicht der Islam wäre, dann würde eine andere Ideologie herhalten müssen, denn Sie sollten verstehen, dass das Problem vor allem ein soziales ist. Die betroffenen Länder haben schlicht und ergreifend soziale nicht lösbare Probleme, wie z.B. Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, eine schlechte Infrastruktur und und und Das sollte einem alles bekannt vorkommen, denn das gab es auch mal in Europa und führte wozu?
Interessant ist z.B. das SaudiArabien im Artikel mit keiner Silbe erwähnt wird und das generell sehr selten, wenn es um Al Kaida geht. Oder die Vereinigten arabischen Emirate oder Katar. Warum ist das so, obwohl hier der Islam sehr hart und wenig tolerant ausgeübt wird? Warum fasst hier AL Kaida keinen Fuß? Weil soziale Probleme mit ÖlMilliarden weggewischt werden.
Und dann muss man immernoch die Gegenfrage stellen. repräsentieren der KuKluxKlan oder die AryanBrotherhood, oder ein Breivik in irgendeiner Weise Christen, als Gesamtheit?
Nein, denn sie pervertieren und instrumentalisieren Religion, genauso wie es radikale islamistische Terroristen tun.

Konsequenzen

Das Problem bei diesen gewaltbereiten Gruppierungen ist, dass sie sich -so wie Sie es hier auch machen- aus dem Koran ohne den Zusammenhang zu beachten nur das rauspicken, was ihrer Ideologie entspricht.

Sie führen hier Sure 9:111 an und zitieren einen Teil davon. Steht da ein bestimmter (böswilliger?) Absicht dahinter, wenn Sie uns den Teil mit "Denjenigen, die sich in Reue (zu Allah) wenden, (Ihn) anbeten (.....)DIE DAS GUTE GEBIETEN und DAS BÖSE VERBIETEN und die Schranken Allahs achten verkünde (diesen) Gläubigen die frohe Botschaft." unterschlagen?

So ähnlich gehen auch die Rattenfänger der Al Qaida-Truppe mit ihrer -zum großen Teil- analphabeten Anhängerschaft vor.

Die Konsequenzen, die Sie ansprechen müssen auch die westlichen Staaten ziehen: AL Qaida (und dessen zahlreiche Ableger) ist eine wahhabitische Terrororganisation.
Wie wäre es, wenn wir die wirtschaftlich und militärisch enge Zusammenarbeit mit unseren wahhabitischen Verbündeten beenden würden? Oder ihnen zumindest keine Waffen mehr liefern würden??

Eine andere Ideologie?

Behaupten Sie allen ernstes dass die Ideologie keine Rolle spielt? Beim Kommunismus oder den Faschismus wohl auch nicht? Waren es also nur soziale Probleme die zum Gulag und zum KZ geführt haben? Tatsache ist, dass Ideologien und manche Religionen gute Menschen dazu bringen fürchterliches zu tun oder dieses Tun zu dulden. Der Islam, von geburt an als theokratisches System gedacht und umgesetzt, ist und bleibt eine totalitäre Herrschaftsform. Das es innerhalb dieses Glaubens (Ideologie) verschiedene Richtungen gibt tut dabei nichts zur Sache. Die Trotzkisten waren ebenso Kommunisten wie die Stalinisten. Die Leute von Ernst Röhm waren ebenso Nazis wie die um Hitler und die Shiiten sind ebenso islamisch wie die Sunniten. Unterschiede innerhalb dieser ansonsten totalitären Bewegungen finden sich hauptsächlich in der Personalpolitik oder bei der Wahl der Mittel, eindeutig aber nicht beim Ziel den sie zu erreichen Trachten. Im Kommunismus die kommunistische Gesellschaft, im Faschismus die reine Nation und im Islam die Regierung Gottes bzw die Diktatur Gottes und seiner Gesandten auf Erden.

Und im Liberalismus

ist es die Herrschaft des Geldes, der Korruption, der Großkonzerne und Banken. Herzlichen Glückwunsch.
Aber Sie haben es selbst gut zusammengefasst. Ideologien sind wichtig, aber eben austauschbar und darum nur von sekundärer Relevanz. Im Nahen Osten gibt es ein gesellschaftliches Problem, welches unter anderem tatsächlich daran liegt, dass ein hoher 2stelliger Prozentsatz der Bevölkerung in Armut lebt, geringe Bildungschancen hat etc. Diese Massen lassen sich gut lenken und instrumentalisieren, wie z.B. durch die Muslimbrüder. Wo Armut herrscht, sind radikale, populistische Lösungen nicht weit und finden Unterstützung und genau soetwas kann im schlimmsten Fall zu KZs führen, wenn man dann politische Feindbilder konstruiert, die an allem Schuld sind.
Bei Islamisten sind diese Feindbilder eben der Kapitalismus und Christen und umgekehrt die Terroristen, welche die Freiheit der westlichen Welt bedrohen.
Dann kamen noch die Golfkriege dazu + globale Interventionen und warum? Man braucht Ideologien um wirtschaftliche und politische Ziele zu erreichen und darin liegt die Tragik der Politik. Und was "den Islam" angeht. So ist der einzig legitime Herrscher, wie bei allen anderen Religionen Gott. Daraus kann man eben kein totalitäres Regime ableiten, genauso wenig, wie aus dem Kommunismus. Es ist eher die Frage, wie man eine Ideologie instrumentalisiert. Andernfalls nennen Sie mir Koranverse, die auf die Herrschaft eines Menschen über andere abzielen!

Ergänzung

"dass der Islam keine einheitliche Religion ist, abgesehen davon, dass eine gemeinsame Führerperson fehlt, wie auch im Christentum"

Naja, aber grundsätzlich hat natürlich jede Religion und jede Ideologie verschiedene Gruppen und Strömungen. Das ändert aber nichts an den grundlegenden Lehren, die eben mehr oder weniger gut radikale Ideen hervorbringen oder nicht. Der Islam entstand nunmal leider im Kontext einer kriegerischen Eroberung Arabiens mit den "Ungläubigen" als Feind. Da ist es doch kein Wunder, wenn immer wieder Sharia und Jihadisten entstehen.

Sure 9/111

"Sie führen hier Sure 9:111 an und zitieren einen Teil davon.
Steht da ein bestimmter (böswilliger?) Absicht dahinter, wenn Sie uns den Teil mit "Denjenigen, die sich in Reue (zu Allah) wenden, (Ihn) anbeten (.....)DIE DAS GUTE GEBIETEN und DAS BÖSE VERBIETEN und die Schranken Allahs achten verkünde (diesen) Gläubigen die frohe Botschaft." unterschlagen?"

In Sure 9/111 geht es darum, dass "Allah" für "Töten und getötet werden" auf dem "Weg Gottes" das Paradies verspricht. Das ist exakt die Begründung für viele Jihadisten, die deshalb Gewalt anwenden oder Anschläge verüben. Es ist eine Lehre, die Menschen den "Kampf" herbeisehen lässt, und ihnen Morden rechtfertigt.

Die darauffolgenden Verse machen dies in keiner Weise besser. Sie verstärken nur den Gegensatz der "guten Muslime, die das Rechte gebieten" zu den Ungläubigen.

Und ehrlich gesagt verstehe ich auch nicht, wie Sie das rechtfertigen können. Ich in meinem ganzen Leben noch nie eine so schlimme Hetzschrift gelesen, wie diese Sure 9 im Koran. Daher wundert es mich auch nicht, dass sich einige Gläubige davon zu Gewalt inspirieren lassen.

Wer von den Mitlesenden sich überzeugen möchte, die Sure in voller Länge kann man z.B. hier lesen:

http://de.knowquran.org/k...

Sachlich falsch!

"Bei Islamisten sind diese Feindbilder eben der Kapitalismus und Christen"

Das ist sachlich falsch. Islamisten betrachten JEDE Form des Nichtbefolgens der Regeln von Quran und Sunna als Kampfziel und werden sie, wenn diese dazu in der Lage sind, erbarmungslos angreifen. Klassifizierungen wie "Kapitalismus" oder "Christen" sind dabei unerheblich.Islamisten würden sogar auf Aliens losgehen, falls diese nach erfolgter Landung auf der Erde nicht nach ihren Regeln leben wollen.

Da sind

wir uns einig, jedoch ist das nicht der springende Punkt. Ich bin einfach kein Fan von Übertreibungen. Man kann viele Suren im Koran kritisieren (sicher auch zu Recht), jedoch sollte man ganz klar sowohl den historischen Bezug sehen, in der das geschrieben wurde, ähnlich eben wie beim Alten Testament und dann die Frage stellen, wie Muslime in der Realität leben und ich meine dabei nicht radikale Strömungen, denn die hat fast jede monotheistische Religion. Diese Strömungen sind austauschbar, genauso wie eben die Ideologien. Was ist der Unterschied, zwischen einem streng gläubigen Christen der alle Anders/Ungläubigen in der Hölle sieht und einem radikalen Moslem, oder einem ultraorthodoxen Juden?
Interessanter Weise haben die Ideologien soviel mehr gemeinsam, als ihnen bewusst ist.

altes Testament

Es ist mühselig, die ganzen Unterschiede und Konsequenzen des alten Testaments und des Korans aufzuzählen (und wie sie jeweils vorwiegend verstanden werden). Unterm Strich scheint mir aber folgender Punkt ausschlaggebend zu sein: Die Texte des alten Testaments - so gewaltsam sie teilweise auch sind - haben heute einfach kaum problematische Auswirkungen, Märtyrer-Paradiesversprechen im Koran schon.

Woran liegt das also? Vielleicht daran, dass die Massaker im AT eher als Geschichte damaliger Ereignisse erzählt werden, während sich die Koransuren als "Gottes unmittelbares Wort" an die Gläubigen wenden. Oder daran, dass die Gegner im Koran als "die Ungläubigen" beschrieben werden - ein Kontext also, der in die heutige Zeit einfach übertragbar ist - mit uns "Ungläubigen" als Gegnern.

Die Antwort darauf ist einfach!

" Was ist der Unterschied, zwischen einem streng gläubigen Christen der alle Anders/Ungläubigen in der Hölle sieht und einem radikalen Moslem, oder einem ultraorthodoxen Juden?"

"Streng gläubige Christen" haben eine wesentlich geringere Schadensquote, um in der Dimension "Bodycount" zu denken. Und "ultraorthodoxe Juden" beschränken sich im Allgemeinen auf Randale, wenn es um die Sitzordnung im öffentlichen Verkehrsmittel geht. Der Vergleich, so er im Hier und Jetzt geführt werden soll, ist somit unzulässig!

Ganz großer Irrtum

Bei Islamisten sind diese Feindbilder eben der Kapitalismus

Ganz großer Irrtum. Das Feindbild ist das Liberale. Das Säkulare. Aber nicht der Kapitalismus.

Das ist auch ein Grund, warum die Aussenpolitik des Westens (die die USA dominiert) jederzeit eine islamistische Regierung einer linken säkularen Regierung vorzieht.

Man sieht das sehr schön gerade in Syrien. Die islamistischen Gruppen und die Muslimbrüder werden aussenpolitisch unterstützt. Die politische Opposition, die vorallem aus Linken besteht (und zahlemäßig eine sehr starke Fraktion bildet) wird komplett ignoriert und wurde nicht einmal zu aussenpolitischen Treffen eingeladen.

Oder Tunesien. Oder Ägypten. Überall werden Islamisten vom Westen gestützt. Der Grund ist, dass Sie den freien Markt nicht anzweifeln. Die komplette linke Opposition in diesen Ländern wird aber ignoriert.

Die Islamisten haben sich mit dem Kapitalismus arrangiert. Der Nasserismus ist Geschichte. Der islamische Sozialismus war immer der Hauptfeind. Das geht schon seit Jahrzehnten so.

Meinen Sie wirklich, die westliche Öffentlichkeit,

die westliche Welt führt einen (christlichen) Religionskrieg??
Alle Zitate, die Sie anführen, sind "strict confidential"/ "top secret" - warum wohl? Weil keine westliche Öffentlichkeit einen christlichen Krieg führt, sondern einen Wertekrieg - und den mit gutem Recht: Malala Yousafzai ist zu einem riesigen Fanal geworden, dass es um Werte ging und weiter geht - nämlich die einfache Bevölkerung vor religiösen Blindfanatikern zu bewahren, die in ihrem Einflussbereich alles in die religiöse Eiszeit zurückführen wollen.
Dank weltweiter Unterstützung in den eigenen Reihen und den sympathisierenden Verneblern, die im Westen für geistige Ablehnung der Verbreitung von Freiheitsidealen und Stärkung der islamistischen Strukturen sorgen, wird der Westen diesen Wertekrieg wohl zurückfahren und abbrechen: die Opfer sind die Malalas dieser Länder, denen dann niemand mehr beistehen wird.
Zu allerletzt die hiesigen Befeuerer der islamistischen Religionskrieger.

Während demgegenüber Al Qeida, Taliban, Djihadisten und ähnliche islamische Unterdrückungsstrukturen mit ihrem gellenden Allahu akbar klare Auskunft geben, wofür und für wen sie morden - und Gehör und Zustimmung, weltweiten Zulauf finden für ihren religiösen Expansionswahn.

Wollen Sie behaupten, es gibt einen ähnlichen religiösen Hintergrund in den Massen der westlichen Welt, wollen Sie behaupten der Westen kämpft für religiöse (christliche) Unterdrückung der islamischen Welt?

Gibt keinen Grund, mich anzuschreien

Sie schrieben, die Antwort sei einfach - 'Streng gläubige Christen' hätten eine 'geringere Schadensquote', würden also beim 'Bodycount' kaum einen Beitrag leisten.

Bush und Rumsfeld sind strenggläubige Christen (der eine wiedergeborener Christ, der andere Katholik), deswegen verlinkte ich Ihnen Rumsfelds christlich-martialische Lageberichte an Bush. Der Bodycount des 'War on Terror' (anfänglich auch als 'Kreuzzug' bezeichnet, von 'Deus lo vult' also nicht weit entfernt) beläuft sich auf 1,7 Millionen Tote, mehrheitlich Muslime. Deswegen verlinkte ich Ihnen das Dokument der Ärzte zur Verhütung eines Atomkriegs mit dem Titel 'Bodycount'. Gibt's spezielle Gründe, darüber nicht mal zu erschrecken, sondern mich lieber einer Vernebelung zu bezichtigen?

Ein Vorkommentator sagte es bereits: Alle Ideologien, darunter auch alle Religionen können für Krieg und Gewalt mißbraucht werden. Die Lösung liegt nicht in Ideologien, sondern in Verteilungsgerechtigkeit und 'good governance'.

So lange alle 5 Sekunden ein Kind unter 10 Jahren an Hunger stirbt, werden gewalttätige Ideologen immer reichlich Zulauf haben. Der dabei gefährdetste, da ärmste und ausgebeutetste Kontinent heißt Afrika.

Für Werte Kriege führen?

Kriege schaffen ALLE Werte ab, immer. Zuallererst Wahrheit und Redlichkeit.

Der reiche Nord-Westen führt Wirtschafts-, keine Wertekriege, falls er sich nicht gerade eines der von ihm hochgerüsteten 'Schweinehunde' entledigen muß, die nur selten dazu neigen, 'unsere Schweinehunde' zu bleiben (angelehnt an den berühmten Satz von Roosevelt über Somoza).

Sie sollten wirklich keine nur knapp überlebende, immens couragierte 15jährige mißbrauchen, um Wirtschaftskriege zu rechtfertigen.

Sie müssen sich ganz schön abmühen

um denn auch wirklich eine Gruppe zu finden, die den Krieg gegen den Terror denn auch mal als Kreuzzug ausweisen möchte - und dabei kaum jemandem bekannt sein wird und erst recht keinen Nachhall der Öffentlichkeit ernten kann.

Demgegenüber werden Sie keine Mühe haben Massen in allen islamischen Ländern nachzuweisen, die den Terrorgruppen einen religösen Rückhalt bezeugen den Kampf der islamischen Werte gegen westlichen Einfluss zu führen. Der Zulauf zu den Terrorgruppen rekrutiert sich aus allen Himmelsrichtungen, in denen der Islam verbreitet ist. Auch aus westlichen muslimischen Kreisen, die die Freiheiten des Westens für sich fordern und in diesen Freiheiten leben - und sie dann wieder in den Kriegsgebieten der Terrorgruppen als verachtenswert zu bekämpfen.

Das hat nichts mit Verteilungskrieg zu tun - es geht einzig um Festigung und Ausbreitung der religiösen Ideen des Islam oder wie man das nennt; aber nicht benennen darf mancherorts.

Der Islamismus geht seinen terroristischen Weg überall - und mit Vorliebe dort, wo er die Ärmsten und von Bildung am nachhaltigsten Ausgeschlossenen vorfindet, die am besten für seine Verbreitung aufzustacheln sind. Die sich dann auch aufstacheln lassen - um anschließend in religiöser Unterdrückung wieder genau so arm und alleingelassen aufwachen zu dürfen wie vorher.

Und die Zahl von 1,7 Millionen Opfern die Sie anführen - von denen der allergrößte Teil wiederum von den Islamisten direkt herbeigeführt sind im expansiven Bestreben.

"Bush und Rumsfeld"

Bush und Rumsfeld sind out of order, DvW! Sie haben meine Fragen nicht beantwortet. Noch einmal: WAS wollen Sie vermitteln? Dass Islamismus eine natürliche Reaktion auf die sog. New World Order ist? Das der Weltzionismus Wurzel allen Übels ist? Also: WAS wollen SIE konkret???
Die Geißel Kindersterblichkeit mit ihren multiplen Ursachen wird es wohl nicht sein, oder?

Sie engagierte Kämpferin kennen das Mäödchen?

Ich las Ihren Namen leider noch nicht in dem knappen publizitschen Rahmen, den diese Zeitung hier der "nur knapp überlebenden, immens couragierten 15jährige" bisher einräumte.

Dieses tapfere, aufrüttelnde Mädchen führt einen mutigen Kampf gegen das Religionsregime um für sich und ihre Geschlechtsgenossinnen bessere Bildungschancen zu erhalten (denn als Mädchen hat sie einen nur total eingeschränkten Anspruch der ihr von der Religion zuerkannt wird).
Wenn Sie das jetzt auf die Schiene "Wirtschaftskrieg" umlegen wollen, sorry - da habe ich nun überhaupt kein Verständnis: da mißbrauchen einzig Sie sie um davon abzulenken, dass die Religion es zu verantworten hat, dass dieses Mädchen überhaupt um ihr Recht kämpfen musste, gleiche Bildungsvoraussetzungen zu erhalten wie ihre männlichen Altersgenossen.

Gleiche Voraussetzungen für Männer und Frauen zu schaffen: das war einer der Gründe, warum die westlichen Truppen nach Afghanistan kamen um die Taliban zu bekämpfen - die dort ihr Islamisches Emirat als Rückzugsstätte des islamistischen Terrors z.B. auch den Taliban boten.
Und denen sich auch dort wiederum neben den Taliban die internationalen Zuläufer an muslimischen "Freiheits"kämpfern an die Seite stellten für deren eigene Werte (von z.B. Ungleichheit Mann/Frau in allen Lebensbereichen).
Davon wollte Malla Y. sich befreien!

Wirtschaftskrieg? Der größte Nutznießer der Neuverteilung der afghanischen Bodenschätze nach dem Ende des Taliban- Regimes heißt China.

Es ist eine kranker Kreislauf

Wollen Sie behaupten, es gibt einen ähnlichen religiösen Hintergrund in den Massen der westlichen Welt

Nein, die Antriebskraft "des Westens" ist viel banaler. Es ist die wirtschaftliche und militärstrategische Dominanz.

Die Radikalisierung der islamistischen Gruppen und der Expansionsdrang (aka Imperialismus) hängen direkt mieinander zusammen. Man bekämpft seit Jahrzehnten linke Bewegungen (Nasser, Gaddhafi, Baath-Parteien, PKK...) da sie unsere Vorstellung des Wirtschaftens nicht teilen. Die Alternative (die Islamisten), die unsere Vorstellung der Wirtschaft akzeptiert, teilt hingegen nicht unsere Wertevorstellungen.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass uns die Wirtschaft mehr wert ist als die Werte. Nichts neues, aber das zu begreifen ist sehr wichtig.

Es ist eine kranker Kreislauf von Destabilisierung und der Bekämpfung der Folgen die damit zusammenhängen. Man destabilisiert Länder oder besetzt sie. Die dabei entstehenden Aufstände radikalisieren sich und schlagen mit Terror zurück. Diesen wiederrum bekämpft man, was noch mehr Zulauf für diese Gruppen verursacht.

Wirtschaftskrieg? Der größte Nutznießer der Neuverteilung der afghanischen Bodenschätze nach dem Ende des Taliban- Regimes heißt China.

1. Ich denke nicht, dass das so geplant war. Im Irak ist es ausserdem genau andersrum. Dort geben westliche Ölkonzerne den Ton an.

2. Werfen Sie mal einen Blick auf die Landkarte. Dann merken Sie wie wichtig Afghanistan im geostrategischen Sinn ist.

Konfessionelle Spannung ein altes Problem im Irak

Warum gibt es Anschläge am laufenden Band im Irak und nicht in SaudiArabien?

Der Krieg im Irak hat die zuvor mit dem autokratischen Saddam-Regime unter Kontrolle gehaltenen Konfessionsgruppen losgelassen. Das größte Problem im Irak sind die konfessionellen Konflikte, nicht der "Kampf gegen die Besatzer". Es ist viel schwieriger, ein multikonfessionelles Land wie den Irak wieder zu stabilisieren, als eine Diktatur in der nur eine Version des muslimischen Glaubens erlaubt ist.

In Saudi-Arabien sind andere Religionen verboten. Spannungen in dieser Richtung schon im Keim erstickt. Mit den Petroddollars im Rücken und der dikatorischen Allmacht der Sauds gibt es in SA kaum Spannungspotential.

Blättern Sie in meinem Profil

wenn es Sie interessieren sollte, was ich vermitteln möchte, steht auf etwa 1000 Seiten.

Ihre Fragen sind suggestiv und obsolet, ich werde sie sicher nicht beantworten.

Mir (und dem Artikel) geht es primär um Afrika und die mögliche Katastrophe weiterer 'war on terror' dort. Der Artikel erläutert Ihnen die multiplen Ursachen und die aktuellen Krisenherde islamistischer Gewalt und zeigt zum Ende Lösungsmöglichkeiten auf. Die lauten nicht ReligionistunserUnglück oder 'Hungert die Welt aus' oder 'Verteidigt unsere Freiheit am Kilimanscharo', sondern Verteilungsgerechtigkeit und 'good governance'. Verteilungsgerechtigkeit geht primär an den reichen Teil der Welt, good governance primär an die afrikanischen Staaten.

Sollten Sie mehr Information über Afrika benötigen, empfehle ich Ihnen den leider eingestellten ZO-Blog http://blog.zeit.de/kongo/ hier weitergeführt http://boehmslogbuch.word... von Andrea Böhm, sollten Sie Information zu Islamismus benötigen. den Blog von Yassin Musharbash http://www.abususu.blogsp... auch im Logbuch Al-Qaida http://www.spiegel.de/the... werden Sie Beiträge von ihm finden.

Vielleicht passt einfach das derzeitige politische System nicht

"Der Krieg im Irak hat die zuvor mit dem autokratischen Saddam-Regime unter Kontrolle gehaltenen Konfessionsgruppen losgelassen. Das größte Problem im Irak sind die konfessionellen Konflikte, nicht der "Kampf gegen die Besatzer". "
Im Irak regieren doch nun die Schiiten. Vielleicht führt einfach das zuwenige Mitspracherecht der Sunniten und das fehlen der verfolgten christlichen Minderheit zu den Konflikten und den Terror. Vielleicht könnte man soetwas lösen indem man trotz demokratischer Mehrheiten eine Gleichberechtigung gerade bei religiösen Fragen macht damit nicht eine Glaubensrichtung nach den Wahlen alles Diktiert. Nur mal so als überlegung.

Ich denke auch nicht das es der Kampf gegen die Besatzer ist die hier wie man jetzt nach den Abzug sieht mäßigend gewirkt haben und den Terror verhinderten.

@ Komentare 28ff

Moin,

könnten die Unterschiede in der Militanz zwischen Christentum und Islam nicht auch daran liegen, dass sich in der Folge der Religionskriege nach der Reformation die Bedeutung der christlichen Religion als zentraler Orientierungspunkt des Lebens drastisch verringert hat?
Oder daran, dass Kanonen, basierend auf Erkenntnissen der Naturwissenschaften, effektiver waren als himmlische Heerscharen?

CU

Es interessiert mich nicht,

was sie auf " etwa 1000 Seiten" geschrieben, da ich weder Profiling noch darauf begründete ad hominem Attacken für zielführend halte!

Ihr "Ihre Fragen sind suggestiv und obsolet, ich werde sie sicher nicht beantworten." weckt jedoch mein Interesse, da Sie bis jetzt weder willens noch in der Lage waren, die unterstellte Suggestion zu belegen noch eine, auch hier unterstellte, Obsoleszens zu belegen.
Und mal so: Ihr Hobby Africa interresiert mich ebenso wenig wie der angebliche Hunger dort. Hier ging es um Terror durch Islamisten. Und um Fragen, die Sie nicht beantworten wollen, aber aufwerfen!

'Von 9/11 zum arabischen Frühling'

http://www.dradio.de/dlf/... Sofern Sie an Frieden interessiert sind, sollten Sie die Sicht der anderen Seite kennen. (der link auch zu 'Kreuzzug' und 'Nachhall')

Sie schreiben 'Der Islamismus geht seinen terroristischen Weg überall - und mit Vorliebe dort, wo er die Ärmsten und von Bildung am nachhaltigsten Ausgeschlossenen vorfindet, die am besten für seine Verbreitung aufzustacheln sind.'

Was also kann man gegen Islamismus tun? Genau: sich für Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung, Trinkwasser, Sozialsystemen und freiem Handel und gegen Korruption, Mißwirtschaft und Kleptokratie einsetzen.

Bevor Sie sich mit Unsinn selbst diskreditieren, sollten Sie die IPPNW-Studie lesen.
Aus der Pressemitteilung http://www.ippnw.de/start...

'So hat der Irak von der Invasion im Jahr 2003 bis heute 1,5 Millionen Todesopfer durch direkte Gewalteinwirkung zu verzeichnen. Spätestens seit der medizinisch-epidemiologischen Studie in der Zeitschrift Lancet über die Mortalität im Irak von 2006, dürfte das wahre Ausmaß der Zerstörung durch das überlegene US-Waffenarsenal und das entstandene Chaos durch die Besatzungstruppen deutlich geworden sein. Trotzdem beziehen sich fast alle Medien bezüglich der Opferzahlen im Irak bis heute auf den Irak Body Count, ein Projekt das weniger als 10% der Kriegsopfer registriert.'

Nö, ich mußte mich nicht abmühen.

...;-)...

Seit 6.11. angemeldet und schon Urteile über meine Kommentare und Person abgeben? Tststs.

Über Malala Yousafzai las ich mit Ihrer freundlichen Erlaubnis bei BBC (durch die sie schließlich vor 3 Jahren bekannt wurde) http://www.bbc.co.uk/sear... und beim Economist. SchaunSe mal, was in Pakistan http://www.economist.com/... und im Swat-Tal http://www.economist.com/... so alles passiert.

Sie schreiben: 'Gleiche Voraussetzungen für Männer und Frauen zu schaffen: das war einer der Gründe, warum die westlichen Truppen nach Afghanistan kamen um die Taliban zu bekämpfen...'

Hm, Sie vergessen das Brunnenbohren und unsere, am Hindukusch zu verteidigende Freiheit. Bitte informieren Sie sich selbst über Support und Finanzierung (CIA und ISI) der damals noch Mudschaheddin genannten Taliban gegen die Sowjetunion, u.a. mittels Indoktrinierung von Kindern http://www.washingtonpost...

Sollten Sie sich allerdings für Frauenrechte in Afghanistan engagieren wollen, würde ich Ihnen RAWA http://www.rawa.org/index... empfehlen, gegründet in den 70ern.

Der größte Nutznießer von Rohstoffen heißt zukünftig in einigen Gegenden China. Um allmählich mal in Richtung Artikelthema zurück zu rudern - im Gegensatz zum westlichen Nutzgenieße gibt's mitunter Gegenleistungen 'Chinas McKinsey in Afrika' http://bit.ly/HORBqP

Das glaube ich Ihnen gerne.

[...]

Sehen Sie sich doch alleine die Auswirkungen in den Arabischen Ländern nach dem "Frühlingserwachen" an - die Jugend lechzte nach Freiheit und bekommt den IslamIsmus der bärtigen Greise. Selbst in Ägypten sollen z.B. die Rechte der Frauen in der Verfassung noch nachhaltiger auf die Scharia festgelegt werden, einschließlich der Heiratsfähigkeit von jungen Mädchen ab dem neunten Lebensjahr. [...]

Das Einzige, was Sie vom Islam unablässig von sich geben ist, dass er nicht Ihr Unglück ist.
"Genau: sich für Zugang zu Bildung ... einsetzen." - Zugang zu Bildung, und sei es dann auch "nur" für Mädchen/Frauen - zumindest das wird dann schwierig....

Das ist aber für die Betroffenen dann schon einmal ein sehr unglücklicher Umstand.
Und die neunjährigen Mädchen?
Vernachlässigbar? [...]

Gekürzt. Bitte unterlassen Sie persönliche Anfeindungen. Danke, die Redaktion/ds

Sollte es Ihnen an europäischer Geschichtskenntnis mangeln: auch in Europa wurde nicht binnen zwei Jahren zu Aufklärung und Menschenrechten übergegangen. Es gab trotz Aufklärung unfaßliche Verbrechen gegen jede Menschlichkeit. Was bringt Sie auf die Idee, es würde in der arabischen Welt besser gehen als in Europa? Zumal Europa nicht kolonisiert wurde, im Gegensatz zur nord-afrikanischen Frankophonie.

Apropos Frauen, Rechte, Ägypten:
'A group of ultra-conservative Salafis got more than they bargained for after bursting into a beauty salon in the Egyptian town of Benha in an attempt to enforce “God’s law” on the women inside reported the online newspaper, Bikya Masr.

The women were told to stop what they were doing or face physical punishment from the group. But instead of complying out of fear, or calling for help, the women took matters into their own hands by striking back.

They beat and whipped the vigilante gang “with their own canes before kicking them out to the street in front of an astonished crowd of onlookers,” Egyptian online newspaper, Bikya Masr, reported.' http://english.alarabiya....

Ich halte es für sinnvoller, couragierte Frauen zu unterstützen, als ihre Existenz unter alten machtgeilen Männern zu leugnen. Ist keine so gute Idee, für letztere auf diese Weise Werbung zu machen.

Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf beleidigende Beiträge. Danke, die Redaktion/jz

Da stimme ich zu:

Aber im Grunde weisen alle drei Offenbarungsreligionen gewalttätige Inhalte und eine ebensolche Entwicklung auf. Auch die Israeliten haben einst kein menschenleeres Land als ihre Heimstatt auserkoren, und die gewalttätigen Kreuzzügler bzw. die grausam missionierenden Europäer sind kein Ruhmesblatt in der Geschichte des Christentums. Und von den Djihadisten heutzutage brauchen wir gar nicht erst zu reden: Die sind der beste Beweis, daß Religion als Transportmittel für Macht und Gewalt noch immer tauglich ist. Will Europa eine Zukunft haben, dann nur als laizistisches Staatengebilde mit strengen Regeln zur Einhaltung.