Schönheitsideale : Schöner, als die Natur erlaubt
Seite 4/5:

Frauen lassen sich vor laufender Kamera operieren

Es ist der Werbefilm von Extrem schön! , einer Sendung auf RTL2, in der Frauen vor laufender Kamera mehrfach operiert werden, um dann ihrer Familie als schöner Schwan präsentiert zu werden. Es sind Frauen, die sich nicht mehr vor die Haustür trauten, weil sie sich für irgendwelche Makel schämten. Frauen wie Katrin Spangenberg. Seit ihrer Kindheit leidet sie an einer Kieferfehlstellung. Die Unzufriedenheit damit griff auf ihren ganzen Körper über: Ihre Nase findet sie zu groß, ihre Brüste zu klein. Dass sie schlank ist, lange Beine hat, sieht Katrin Spangenberg nicht mehr. Sie sieht nur noch, was an ihr nicht stimmt. Ihre Makel, glaubt sie, seien schuld daran, dass ihr Mann sie mit einer anderen Frau betrog. Und sie sind der Grund für ihre selbst gewählte Einsamkeit: Auch Katrin Spangenberg verlässt das Haus nur noch mit einem Tuch vor dem Gesicht. Der Werbefilm wirkte auf sie wie ein Versprechen. Vielleicht, hoffte sie, käme das Glück und damit auch ihr Mann zurück, wenn sie sich operieren ließe. Einen Tag später bewarb sie sich bei Extrem schön!.

Bei zwei Castings konkurriert sie mit anderen Frauen um den hässlichsten Körper, die niederschmetterndste Lebensgeschichte. Als RTL2 anruft und ihr sagt, dass sie gewonnen hat, weint sie vor Glück. Drei Operationen in nur fünf Monaten lässt Katrin Spangenberg über sich ergehen. Zweimal wird ihr Kiefer operiert, Brustvergrößerung und Nasenverkleinerung werden gleich in einem Aufwasch gemacht. Ihren elfjährigen Sohn sieht sie während der ganzen fünf Monate nicht, dafür ist die Kamera stets zur Stelle, filmt die Operationen und die Patientin, wie sie vor Schmerzen weint und auch, wie sie wieder mit ihrem Exmann telefoniert. »Es sieht so aus, als wenn wir wieder eine Familie werden«, sagt sie in die Kamera. Und dann: »Ich bin so glücklich. Endlich finde ich mich schön.«

Ein Dreivierteljahr nach ihrer letzten Operation sitzt Katrin Spangenberg in einem Einkaufszentrum ihrer Heimatstadt Kiel. Sie trägt ein rosa T-Shirt mit der Aufschrift »Beauty«, das sich eng um ihren Busen schmiegt. Das Tuch, das sie sich früher um Nase und Mund gebunden hat, ist weg.

»Ich bin jetzt viel selbstbewusster geworden«, sagt sie. Die Pressesprecherin neben ihr nickt. Das sind Sätze, die RTL2 gerne hört.

Bei der Frage nach dem Mann kommt Katrin Spangenberg ins Stottern. Die Pressesprecherin rührt hektisch in ihrem Kaffee. »Nein, es hat leider nicht geklappt.« Für einen Moment lässt Katrin Spangenberg die Schultern hängen.

War es das alles wert? Jede Operation birgt ein Risiko, all die Vollnarkosen, sie hätte schlimmstenfalls sterben können. »Dann wäre das eben so«, sagt Frau Spangenberg. »Ich wäre lieber gestorben, als hässlich weiterzuleben.«

Mag sein, dass Katrin Spangenberg in einem anderen Milieu zu Hause ist als Isabel Gülck, die Schönheitskönigin, und als Marie, die Gymnasiastin. Aber ein Motiv ist durchgängig dasselbe: Abweichungen zuzulassen, zu ertragen, vielleicht sogar liebenswert zu finden, das ist in der Welt der drei fast schon unmöglich. Und es wird in der gesamten Gesellschaft immer schwieriger – ob es um einen runzeligen Körper geht, einen ungeschickten Mitarbeiter in der Firma oder um ein aufgedrehtes Kind. Was nicht passt, wird therapiert, rationalisiert, operiert.

Bei Extrem schön! ist viel vom Glück die Rede. »Auf der Suche nach ein bisschen Glück bist du einen steinigen Weg gegangen. Jetzt bist du angekommen«, lautet ein Spruch, mit dem die Kandidatinnen vor der Kamera begrüßt werden. Wer wissen will, warum Schönheit und Glück dasselbe sind, kann Holger Andersen fragen, Programmchef von RTL2 und verantwortlich für Extrem schön!. Verantwortung übernehmen möchte er dann aber lieber doch nicht. Auf die Frage, ob sein Sender Frauen nicht ein sehr brüchiges Glücksversprechen gebe, ob er nicht eine problematische Botschaft vermittle und ob Kandidatinnen wie Katrin Spangenberg nicht besser mit einer Therapie als mit einer Operation geholfen wäre, möchte er nicht antworten. Nach langem Hin und Her schickt die Pressesprecherin per E-Mail ein paar Zeilen voller Allgemeinplätze. »Die Menschen, die in der Sendung zu sehen sind, wünschen sich sehnlichst eine Veränderung ihres äußeren Erscheinungsbildes«, steht da zum Beispiel. Genauere Antworten bekommt man von RTL2 keine.

Der Schönheitschirurg Werner Mang will reden. Mang ist Chef der Klinikgruppe Mang Medical One mit acht Kliniken und neun »Aesthetic Centern«. Es sind seine Operationssäle, in denen die Protagonistinnen von Extrem schön! umgemodelt werden. Mang gilt als medienfreundlich, als einer, der es genießt, in der Öffentlichkeit zu stehen. Für ein Interview mit der ZEIT, sagt er am Telefon, werde er extra eine Operation verschieben. Das Thema Schönheitswahn sei ihm ein Anliegen. Schließlich habe er ein Buch darüber geschrieben, Titel: Verlogene Schönheit.

Ein paar Tage später. In der porzellanweißen Bodenseeklinik von Lindau öffnet Mang die Tür zu seinem Büro. An den Wänden hängen Fotos von ihm mit Münchner Oktoberfest-Prominenz. Mang umgibt sich gern mit bekannten Gesichtern. Einige davon hat er operiert, andere angeblich nicht. »Der Schönheitswahn«, sagt er, »so wie wir ihn in Amerika haben, ist furchtbar.« Mang räsoniert über die grotesken Gesichter amerikanischer Stars, die vor lauter Lifting kaum noch Mimik zustande bringen. Bei der Frage nach Extrem schön! wird er unruhig, rutscht auf seinem Stuhl hin und her. Er hat nicht erwartet, über die Fernsehsendung reden zu müssen, von der er profitiert. Er schaut aus dem Fenster. Die Sonne scheint auf den Park vor seiner Klinik, auf das Ufer des Bodensees. Mang wäre jetzt wahrscheinlich lieber da draußen oder wenigstens im Operationssaal.

Dann sagt er: »Wenn ich ehrlich bin, wird bei der Sendung nach meinem Geschmack viel zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt. Ich hätte mir mehr medizinische Aufklärung und weniger Drama gewünscht.« Die Frauen, die sich für Extrem schön! casten ließen, hätten nicht nur körperliche Leiden, es werde da ein ganz falsches Bild von der Schönheitschirurgie vermittelt. »Die Seele kann man mit einer Operation nicht heilen«, sagt Mang. Er macht 1000 Schönheits-OPs im Jahr, er muss es wissen.

Dass Frauen wie Katrin Spangenberg in wenigen Monaten mehrfach einer Vollnarkose mit allen dazugehörigen Risiken unterzogen werden, findet Mang unverantwortlich – und er wisse auch nichts davon, dass so etwas in einer seiner Kliniken vorgekommen sei. Vier bis sechs Monate brauche der Körper, um sich von einem chirurgischen Eingriff zu erholen. Mehr will Mang nicht sagen zum Thema RTL2. Er schweigt. Dann aber sagt er doch noch was: »Manchmal bin ich beunruhigt, wo mein Name so alles druntersteht. Solche Sendungen sind wohl der Zeitgeist.«

Zeitgeist. Ein Wort, das Mang oft im Munde führt. Als sei er selber nicht mitverantwortlich. Dafür, dass Sender wie RTL2 seine Arbeit als Allheilmittel präsentieren. Dafür, dass Schönheitschirurgen sich ihre Operationen inzwischen in Raten bezahlen lassen wie Möbelhändler eine Einbauküche. Schönheitsoperationen sind längst nicht mehr nur etwas für die ganz Reichen, die sich so etwas leisten können, oder für die ganz Armen, die sich ihren großen Schönheitstraum von einem Fernsehsender finanzieren lassen. In den Wartezimmern der ästhetischen Chirurgen sitzen heute nicht mehr nur die Frauen ab einem gewissen Alter, sondern auch die ganz jungen. Mang sagt: »Jede Woche habe ich eine Minderjährige hier sitzen, die sich die Brüste oder die Nase machen lassen will. Und daneben sitzt die Mutter.« Mang schickt die Jugendlichen wieder weg, auch wenn Schönheitsoperationen an Minderjährigen mit Zustimmung der Eltern in Deutschland erlaubt sind.

»Das ist wohl der Zeitgeist«, sagt Mang.

Kommentare

77 Kommentare Seite 1 von 13 Kommentieren

Trugschluss?

„Die Überzahl der Männer finden eine operierte Frau nicht besonders anziehend. Akademische Untersuchungen gibt es nicht, aber die Zeitschrift Bild der Frau befragte 1000 Männer unterschiedlichen Alters, ob sie operierte Frauen attraktiver fänden. Drei Viertel der Männer gaben an, dass sie »natürliche Frauen« bevorzugten“,

heißt es im Text, und daraus wird gefolgert:
„Es sind offenbar nicht die Männer, die die Frauen in die Operationen treiben.“

Das ist eine sehr gewagte Schlussfolgerung. Denn erstens müssten die Frauen diese Studien kennen und zweitens überzeugt sein, dass die Männer auch wirklich wahrheitsgemäß geantwortet haben.

Zudem wirkt Erwartungsdruck subtil und auf vielfältige Art und Weise, nicht zuletzt durch die Medien. Über das Aussehen von Frauen wird auch heutzutage noch extrem streng geurteilt. Gerade Frauen gehen mit vermeintlichen äußeren Makeln anderer Frauen oft geradezu unbarmherzig um. Das Aussehen einer Frau, ob Politikerin, Schauspielerin oder Managerin, ist in den Medien praktisch immer ein Thema, es spielt eine Rolle, auf die eine oder andere Art, während dies bei Männern in denselben Positionen nicht unbedingt der Fall ist.

Und: Mit Sicherheit gibt es auch Männer, die sich zwar keine operierten Frauen wünschen, aber doch Frauen, die äußerlich perfekt sind – von Natur aus.

Schlechte Umfragen, Hochglanzfrauen und Pornos

Ich halte die Schlussfolgerung, dass es nicht die Männer seien, welche die Frauen zu den OPs treiben, ebenfalls für gewagt. Nochmals zu dem Satz:

Die Überzahl der Männer finden eine operierte Frau nicht besonders anziehend. Akademische Untersuchungen gibt es nicht, aber die Zeitschrift Bild der Frau befragte 1000 Männer unterschiedlichen Alters, ob sie operierte Frauen attraktiver fänden. Drei Viertel der Männer gaben an, dass sie »natürliche Frauen« bevorzugten

Man sollte sich hier durchaus die Frage stellen, was genau die bevorzugte, natürliche Frau sein soll: eine 20jährige natürliche Frau, oder eine 50jährige? Bei den Schönheits-OPs geht es nicht nur um ein Schönheitsideal, sondern ebenfalls um einen Jugendwahn. Bevor man solche Umfragen zu ernst nimmt, sollte man dann doch eine akademisch fundierte Untersuchung starten. Wahrscheinlich würden die Männer -- vielleicht unbewusst -- dann doch die "unnatürlichen" Frauen bevorzugen.

Diese Bevorzugung hat sich mittlerweile verselbstständigt, und ist leider auf die Jugend übergeschwappt. Hier prägt meines Erachtens dann eher die mediale Verfügbarkeit von Hochglanzfrauen und Pornos das Frauenbild. Hinzu kommen dann noch die (Selbst-)Bilder in den sozialen Netzwerken, mit denen untereinander konkurriert wird.

Die Zeiten haben sich geändert, die Konkurrenz ist global geworden, und somit ist man wieder ganz nah dran an der Kapitalisierung des Körpers, wie im dritten Teil des Artikels erwähnt.

Gewagte Schlussfolgerung

> Das ist eine sehr gewagte Schlussfolgerung.

Natürlich. Denn selbstverständlich wollen Männer attraktive Frauen - auch gänzlich unattraktive Männer gönnen sich diesen Anspruch bekanntlich -, und wenn diese Frauen dann nicht ganz so attraktiv sind, aber unoperiert, werden sie ja deshalb nicht etwa bevorzugt. Wenn Männer so antworten wie im Artikel beschrieben, dann ist das bloß das "Ertappten-Phänomen", das "Ich-doch-nicht-Phänomen" (dem natürlich Frauen genauso unterliegen).

Wieso?

@ZeitBettina: Wieso müssten die Frauen diese Studien kennen?
Meinen Sie, sie "sollten" sie kennen, weil diese Frauen sich eh schon mit dem Thema beschäftigen?

Also ich kann nicht für die 1000 Befragten aus dieser Studie sprechen. Ich hätte aber wahrheitsgemäß genauso geantwortet wie die besagten Dreiviertel. Ich finde operierte Brüste, Nase, Po etc. absolut abtörnend und wirklich nicht sehr attraktiv. In meiner persönlichen Erfahrung ist es sogar so, daß meine damalige Partnerin sich trotz(!) meiner Ansicht ernsthaft mit dem Thema Schönheits-OP beschäftigte. Sie war diejenige, die sich als nicht "schön genug" beurteilte, und das obwohl ich ihr immer wieder versicherte, daß ich sie wunderschön fand und sie (manchmal händeringend) bat, nicht an sich herumschneiden zu lassen. Muß wohl doch eine subtile Kritik von mir an ihrem Äußeren drin versteckt gewesen sein, sonst hätte sie sich kaum unter Druck gesetzt gefühlt. ;-)

Nein, im Ernst - ich sehe es ähnlich, daß ein völlig absurdes Schönheitsideal vorallem junge Mädchen oder Frauen in eine seltsame Eigenwahrnehmung drängt. Ich will damit auch nur sagen, daß es (wie in dem sehr guten Artikel beschrieben) bei weitem nicht nur "die Männer" sind, die Frauen unter's Messer treiben.
Ok, Alice Schwarzer würde mir mit Sicherheit darlegen können, daß für dieses verquere Schönheitsideal und seine Durchsetzung ausschließlich Männer verantwortlich sind und Frauen es völlig schuld- und willenlos aufgedrängt wurde. ;-)

Grüße,
Mac

Antwort auf "Wieso?"

@ZeitBettina: Wieso müssten die Frauen diese Studien kennen?
Meinen Sie, sie "sollten" sie kennen, weil diese Frauen sich eh schon mit dem Thema beschäftigen?

Nein. Ich meinte, sie müssten sie kennen, damit die von mir als voreilig bezeichnete Schlussfolgerung gerechtfertigt ist.

Ich glaube auch nicht, dass Frauen sich immer "nur" für ihre Männer unters Messer legen. So einfach lässt sich das sicher nicht erklären.

Aber ich glaube, Sie tun Alice Schwarzer Unrecht. Für solche pauschalen, unreflektierten Schuldzuweisungen ist sie zu intelligent. :)

@ZeitBettina

Der kleine Seitenhieb auf Frau Schwarzer war auch nicht wirklich ernst gemeint. Auch wenn ich mit manchen ihrer Ansichten bei weitem nicht übereinstimme, so respektiere und begrüße ich doch auf jeden Fall ihre Verdienste für das bisherige Vorankommen der Gleichberechtigung in unserem Land.

Hmm, aber die Logik Ihres Urteils über die Schlussfolgerung in dem Artikel erschliesst sich mir immer noch nicht.
Ich formuliere es einmal bewußt simple und einzig aus meiner Perspektive: Meine Partnerin will sich die Brüste vergrößern lassen. Ich bin ein Mann und sage, ich mag keine künstlich vergrößerten Brüste, sondern wöllte lieber, meine Partnerin beließe ihren Körper so, wie er ist. Und ich sage ihr das auch so. Also bin ich als männlicher Partner nicht derjenige, der sie dazu bewegt, sich unter's Messer zu legen.

So versteh ich auch die Schlußfolgerung der Autorin aus dem Ergebnis besagter Studie, abstrahiert auf einen wie auch immer repräsentativ gearteten Querschnitt durch die Bevölkerung.

Oder hab ich da einen Denkfehler?

Grüße,
Mac

Ja, da ist ein Quasi-Denkfehler

M.E. besteht dieser darin, dass Frau Komplimente ja auch annehmen können muss. Wie oft hab ich es selbst schon erlebt, dass ich einer Frau ein wirklich ehrlich gemeintes Kompliment erteile, nur, um dann als Reaktion leichten Zweifel, Beschämtsein oder gar Fremdbeschämtsein zu ernten. Einer (vielleicht nicht so selbstbewussten?) Frau ein Kompliment für etwas zu machen, dass sie selbst an sich nicht mag, kann sich als ganz schöner Bumerang erweisen. Bzw. Frau erweist sich dann als komplimentresistent. Weil sie sich ihre eigene Meinung bereits gebildet hat, was dann wiederum etwas mit dem Selbstbild zu tun hat - und für dessen Entstehung lassen sich eben schon gesellschaftliche Einflüsse vermuten (Wo steh ich als Frau, was bin ich als Frau unter diesen und jenen Bedingungen wert usw.), aber natürlich auch persönliche Einflüsse wie Perfektionismus - oder auch nur Oberflächlichkeit.

Ja bedeutet Nein?!

Meine bewußt etwas vereinfachte Formulierung sollte auch nicht in Frage stellen, daß derartige gesellschaftliche Einflüsse nicht auch von Männern erzeugt würden.

Ich vermochte nur die vermeintliche Logik meiner Vorrednerin nicht nachzuvollziehen, daß die Annahme der Zeit-Autorin, es seien laut besagter Studie nicht allein "die Männer" verantwortlich für den Schönheitswahn, erst dann Gültigkeit besäße, wenn diese Frauen eine solche Studie über mutmaßlich anders gerichtete männliche Präferenzen gelesen hätten. Da besteht für mich allein von Ursache und Wirkung im konkreten Fall auch kein ersichtlicher Zusammenhang.

Männer die angeben, sie bevorzugten natürliche Frauen, treiben Frauen dazu, sich "unnatürlicher" machen zu lassen? Sorry, das mag das stereotype Geschlechterproblem "Ja bedeutet Nein" andeuten. Aber wenn jemand schon in so einer Wahrnehmungsblase sitzt, dann ist jeder Zuspruch und jedes Kompliment ein Schuss in den Ofen. Dann kann man dem Zusprecher auch keinen Vorwurf oder eine Mitverantwortung geben. So würde ich es zumindest allein aus meiner persönlichen Perspektive halten. Aber ich kann da natürlich nicht für andere sprechen.

Wo ist denn der Feminismus?

Mich würde wirklich interessieren, warum sich Frauen gegenseitig wegen ihrer Durchschnittlichkeit fertig machen. Wie kann man Glauben, "einen Traum zu leben", wenn man nichts mehr ist, als ein einjähriges Produkt einer menschlichkeitsverachtenden Industrie? Warum ist es erstrebenswert, das ultimative Objekt zu sein?
Wo ist denn der Feminismus, wenn es darum geht, die Frauen aus ihrer selbstgewählten Unmündigkeit zu befreien? Achso ich vergaß, er ist ganz damit beschäftigt, für seine eigene kleine Elite Vorstandsquoten auszukungeln...