SchönheitsidealeSchöner, als die Natur erlaubt

Frauen aller Schichten perfektionieren ihren Körper heute mit allen Mitteln: Mit Diäten, Sport und zur Not mit dem Skalpell. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der plastischen Operationen verdoppelt. Der Wahn, ideal auszusehen, erfasst schon Kinder. Reise durch eine gnadenlos schöne neue Welt.

Makellose Taille: Heidi Klum bei den Emmy Awards in Los Angeles im September 2012

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Wie eine Märchenprinzessin steht sie da: die Haare lang und blond, die Beine schlank und glatt, die Nase schmal, die Lippen voll, die Augen grün. Wer könnte sie ignorieren, einfach so an ihr vorübergehen?

Gerade steht sie in Halle 10 der Düsseldorfer Messe und verkauft Parfum. Sie ist jung, erst 21 Jahre, und heißt Isabel Gülck. Gülck wie Glück, nur zwei Buchstaben sind vertauscht. Seit Februar trägt Isabel ein Prädikat: Miss Germany. Dieser Rang ist ein Versprechen – es lautet: Ein Jahr lang bist du die Schönste im ganzen Land. Alle werden dich für deinen Glanz bewundern. Du darfst als Model paradieren, auf roten Teppichen flanieren.

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In Halle 10 ist die Auslegware nicht rot, sondern schmuddelig grau mit Kaffeeflecken. Das silberglänzende Abendkleid, das Isabel ihre märchenhafte Aura verleiht, gehört nicht ihr selbst, sondern der Miss Germany Corporation Klemmer GmbH & Co KG. In dieser Robe verkauft Miss Germany Parfum. Ihre Vorgängerin aus dem Jahr 2011 hat die gleichen Flakons auch schon verkauft. Die Prinzessinnen wechseln, der Duft bleibt. »Haben Sie schon mein neues Parfum probiert?«, fragt Isabel all die vorbeiziehenden Besucherinnen, Kosmetikerinnen und Nageldesignerinnen auf der Beauty, der größten Kosmetikmesse Deutschlands. Ihre Frage klingt abgenutzt. Seit sechs Uhr früh ist sie auf den Beinen, jetzt ist es später Nachmittag, ihre Füße sind geschwollen, ihr Magen knurrt. Das Make-up fängt an zu zerfließen.

Acht Stunden lang hat Isabel an diesem Tag ihre Schönheit an ein Parfum verliehen. Am Ende ihrer Schicht zieht sie sich in einem Abstellraum der Messehalle zwischen Saure-Gurken-Gläsern, Buletten und Putzzeug die Schuhe aus und blickt auf ihre Schärpe, die ihr von der Schulter über die Hüfte reicht. »Miss Germany 2012« steht darauf, hinterlegt mit Schwarz-Rot-Gold.

»Ich lebe den Traum aller Mädchen«, sagt sie.

In einer Stunde muss Isabel Gülck den Zug nach Hannover nehmen, dort soll sie eine Misterwahl schmücken. Bis nachts um zwei. In der knappen Zeit, die ihr zwischen den Terminen bleibt, versucht sie ihren Lebensweg aus dem holsteinischen Dorf Horst in diese Düsseldorfer Messehalle zu erklären. Das, was sie »den Traum aller Mädchen« nennt: Um sich diesen Traum zu erfüllen, hat die Tochter einer Friseurin und eines Versicherungskaufmanns lange und hart gekämpft. Die Sehnsucht nach Wertschätzung, die Freude an dem zufälligen Glück, schöner als die anderen zu sein – vermutlich hat Isabels Mutter diese Gefühle geweckt, als sie eine Zusatzausbildung zur Visagistin machte und aus Mangel an Modellen ihre damals zwölfjährige Tochter schminkte. Anschließend machte ein befreundeter Fotograf Aufnahmen von ihr: Isabel als Engel mit halb geöffneten roten Lippen, als sexy Vamp in zerrissenen Jeans. Die Bilder hängen heute noch im Laden der Muter. »Das machst du toll«, sagte der Fotograf. »Was für ein bildschönes Mädchen«, raunten die Kunden. Isabel hörte es und spürte zum ersten Mal: Ich bin etwas Besonderes. Ich werde für mein Aussehen gelobt.

Isabel Gülck wird im Februar 2012 zur schönsten Frau Deutschlands gewählt. Sie setzte sich gegen 6530 Mitstreiterinnen durch.

Isabel Gülck wird im Februar 2012 zur schönsten Frau Deutschlands gewählt. Sie setzte sich gegen 6530 Mitstreiterinnen durch.

Isabel Gülcks Geschichte ist eine wie keine, und doch ist sie die Geschichte der Frau an sich. Die Frau ist »das schöne Geschlecht«. Ihr Zeichen ist das Venussymbol, weltweit verwendet in der Wissenschaft wie in feministischen Zeitschriften: Der Kreis mit dem angehängten Kreuz stellt den Handspiegel der Venus dar. Immer geht es um die Frage: Sehe ich gut aus? Schönheit – oder eben Nichtschönheit – war immer eine entscheidende Eigenschaft aller Frauen und Mädchen.

Schon Homer erzählt, wie ein zehnjähriger Krieg zwischen Griechen und Trojanern entbrennt, der eine einzige Ursache hat: den Raub der schönsten Frau Griechenlands, Helenas – einer Art antiker Isabel Gülck.

Vielleicht kennt Isabel die uralte Geschichte der Helena nicht, aber ihre Botschaft trägt auch sie tief in sich: Eine schöne Frau hat Bedeutung. Eine schöne Frau wird geliebt. Um eine schöne Frau kämpfen die Männer. Deshalb arbeiten Millionen Frauen bis heute mit allen Mitteln daran, schön zu werden oder schön zu bleiben. Obwohl sie wissen, dass dieser Krieg nicht zu gewinnen ist. Denn die Schönheit hat einen hässlichen, welken Bruder: den Verlust. Und der bleibt immer Sieger, zuletzt.

Im Grimmschen Märchen Schneewittchen versucht die böse Königin, ihre jugendliche Konkurrentin zu liquidieren – um dem eigenen Niedergang nicht ins Auge blicken zu müssen.

Leserkommentare
  1. und informativer Artikel. Folgender Satz ließ mich allerdings aufhorchen: "Es stimmt. Wäre Gina-Lisa Arzthelferin in Seligenstadt geblieben, anstatt sich unters Messer zu legen, wäre sie heute ein Niemand." Damit zeigt die Autorin, dass sie diesem wahnwitzigen Zeitgeist ebenfalls erlegen ist und Menschen, die da nicht mitspielen, ganz lässig als "Niemande" betrachtet! Wieso sind Menschen die nicht in der Öffentlichkeit stehen "Niemande"? Für mich ist diese Gina-Lisa, die ich vor diesem Artikel überhaupt nicht kannte, eine lächerliche Figur und ich kann sie aufgrund ihrer Einstellung nur bemitleiden! Wie sagte schon Schopenhauer: "Das Leben eines Dummkopfs ist ärger als der Tod". Man kann nur hoffen, dass sie nicht irgendwann tablettensüchtig wird und Selbstmord begeht. Wenn das Leben so einfach wäre, dann müssten ja Marilyn Monroe und Whitney Houston am glücklichsten gewesen sein! Der findige Leser weiß worauf ich anspiele.

    5 Leserempfehlungen
    • Nizze
    • 10.11.2012 um 15:25 Uhr

    Es könnte ja sein dass wir in der westlichen Zivilisation unbewusst einen gesellschaftlichen Zusammenbruch erhoffen. Denn was hier beschrieben wird ist die reine Verzweiflung, und ohne göttlichen Trost und Gnade. Wie konnte dieses Elend nur entstehen? Einmal erhofften sich Utopisten einen Kulturmenschen als Resultat der Überflussgesellschaft. Das war natürlich ganz falsch vermutet.

    2 Leserempfehlungen
  2. M.E. besteht dieser darin, dass Frau Komplimente ja auch annehmen können muss. Wie oft hab ich es selbst schon erlebt, dass ich einer Frau ein wirklich ehrlich gemeintes Kompliment erteile, nur, um dann als Reaktion leichten Zweifel, Beschämtsein oder gar Fremdbeschämtsein zu ernten. Einer (vielleicht nicht so selbstbewussten?) Frau ein Kompliment für etwas zu machen, dass sie selbst an sich nicht mag, kann sich als ganz schöner Bumerang erweisen. Bzw. Frau erweist sich dann als komplimentresistent. Weil sie sich ihre eigene Meinung bereits gebildet hat, was dann wiederum etwas mit dem Selbstbild zu tun hat - und für dessen Entstehung lassen sich eben schon gesellschaftliche Einflüsse vermuten (Wo steh ich als Frau, was bin ich als Frau unter diesen und jenen Bedingungen wert usw.), aber natürlich auch persönliche Einflüsse wie Perfektionismus - oder auch nur Oberflächlichkeit.

    Antwort auf "@ZeitBettina"
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    Meine bewußt etwas vereinfachte Formulierung sollte auch nicht in Frage stellen, daß derartige gesellschaftliche Einflüsse nicht auch von Männern erzeugt würden.

    Ich vermochte nur die vermeintliche Logik meiner Vorrednerin nicht nachzuvollziehen, daß die Annahme der Zeit-Autorin, es seien laut besagter Studie nicht allein "die Männer" verantwortlich für den Schönheitswahn, erst dann Gültigkeit besäße, wenn diese Frauen eine solche Studie über mutmaßlich anders gerichtete männliche Präferenzen gelesen hätten. Da besteht für mich allein von Ursache und Wirkung im konkreten Fall auch kein ersichtlicher Zusammenhang.

    Männer die angeben, sie bevorzugten natürliche Frauen, treiben Frauen dazu, sich "unnatürlicher" machen zu lassen? Sorry, das mag das stereotype Geschlechterproblem "Ja bedeutet Nein" andeuten. Aber wenn jemand schon in so einer Wahrnehmungsblase sitzt, dann ist jeder Zuspruch und jedes Kompliment ein Schuss in den Ofen. Dann kann man dem Zusprecher auch keinen Vorwurf oder eine Mitverantwortung geben. So würde ich es zumindest allein aus meiner persönlichen Perspektive halten. Aber ich kann da natürlich nicht für andere sprechen.

    Meine bewußt etwas vereinfachte Formulierung sollte auch nicht in Frage stellen, daß derartige gesellschaftliche Einflüsse nicht auch von Männern erzeugt würden.

    Ich vermochte nur die vermeintliche Logik meiner Vorrednerin nicht nachzuvollziehen, daß die Annahme der Zeit-Autorin, es seien laut besagter Studie nicht allein "die Männer" verantwortlich für den Schönheitswahn, erst dann Gültigkeit besäße, wenn diese Frauen eine solche Studie über mutmaßlich anders gerichtete männliche Präferenzen gelesen hätten. Da besteht für mich allein von Ursache und Wirkung im konkreten Fall auch kein ersichtlicher Zusammenhang.

    Männer die angeben, sie bevorzugten natürliche Frauen, treiben Frauen dazu, sich "unnatürlicher" machen zu lassen? Sorry, das mag das stereotype Geschlechterproblem "Ja bedeutet Nein" andeuten. Aber wenn jemand schon in so einer Wahrnehmungsblase sitzt, dann ist jeder Zuspruch und jedes Kompliment ein Schuss in den Ofen. Dann kann man dem Zusprecher auch keinen Vorwurf oder eine Mitverantwortung geben. So würde ich es zumindest allein aus meiner persönlichen Perspektive halten. Aber ich kann da natürlich nicht für andere sprechen.

    • siar
    • 10.11.2012 um 15:45 Uhr

    Was mich auch verwundert, warum wird eigentlich die Pornoindustrie zum Schönheitsleitbild?
    Die ersten komplett rasierten Frauen gab es dort, ebenso die Schamlippenverkleinerung und das Analbleaching, von monströsen Brustvergrößerungen brauchen wir erst garnicht anfangen
    Die Highheels, die heute üblich sind, konnte man früher nur in Eroticshops kaufen.
    Ist es wirklich normal, wenn Männer die Schambehaarung der Frau als abstoßend empfinden? Habe ich bei einer Unterhaltung von Studenten mitgehört.
    Ich gebe zu, ich bin schon etwas älter, doch meine Teenagerzeit war in diesen Punkten total entspannt, damals haben sich die Frauen noch nicht mal die Achseln oder die Beine rasiert. Inzwischen gibt es Frauen, die lassen sich ihre Behaarung weglasern. Was wenn sich die Mode wieder ändert, denn was anderes als eine Modeerscheinung ist es nicht? Dazu fällt mir immer das Arschegeweih ein, auf ewig ziert das zum Schlampensymbol mutierte Zeichen den Körper.

    6 Leserempfehlungen
  3. "Aus der weiblichen Perspektive ist die Situation ganz einfach: ..."

    Ich halte Ihre Aussage schlichtweg für falsch. Im Wesentlichen orientieren sich Frauen an den gesellschaftlichen Vorgaben. Status ist wichtig - daran orientiert sich sowohl die Partnerwahl
    als auch die Wahl von Outfit, Verhalten usw. Der Mann als solches hat dabei eigentlich gar nichts mitzureden. Es gibt eine Asymmetrie bei der Wahrnehmung der Geschlechter untereinander: Der Mann erwartet von der Frau das Beste, nimmt sie als den eigentlich besseren Menschen wahr, die Frau erwartet vom Mann das Schlechte und geht davon aus, daß er sowieso ein Lügner, Blender oder sonstwas ist. Sollte diese Schlechtigkeit nicht gefunden werden können, wird eben so lange gebohrt, bis es Anhaltspunkte gibt... Ein offener und verständnisvoller Mann hat in diesem Wahnsinns-Karussell keine Chance: Das Ereignis, auf einen Menschen zu treffen, der nicht so ist, wie man es erwartet hat (eben ein Blender, Lügner, Idiot) überfordert viele Frauen völlig. Da greift man lieber auf das zurück, was man kennt und auch erwartet hat...

    Ebenso ist es ein Fehlschluss, die weibliche Lust an der operativen Körperkorrektur dem Druck des Mannes anzulasten. Es geht den Frauen um die Konkurrenz untereinander und den Drang, die modischen Anforderungen zu erfüllen, up to Date und auf dem aktuellen Stand der gesellschaftlichen Erfordernisse zu sein. Das hat mit Männern und deren sexuellen Wünschen und Vorlieben gar nichts zu tun.

    4 Leserempfehlungen
  4. Die Aussage, dass Frauen sich nur deswegen negativ verhalten, weil sich negativ verhaltende Männer eine entsprechende Prägung gegeben haben ist meines Erachtens nur eine Selbstrechtfertigung um sich gehen lassen zu können, sich nicht anstrengen zu müssen.
    Rücksichtsvolles Verhalten kostet Anstrengung, dies gerade auch in unserer Gesellschaft, in welcher der Eigennutz - "Unterm Strich zähl' ich" - zum Credo erhoben ist. Die Wahl von "Schuldigen" oder vielleicht besser "Sündenböcke" genannt zeigt zumindest noch den Restbestand eines mahnenden Gewissens, das beruhigt werden muss, an.

    2 Leserempfehlungen
  5. Wie beeinflusst das Status-Denken den Willen zur Körper"Ertüchtigung" mittels Skalpell oder Kosmetik (z.Bsp. Enthaarung)? Ganz einfach: Es ist der Druck, den Frauen untereinander entfachen. Gesellschaftliches Leitbild ist die körperhaarlose Frau. Woher wissen wir das? In allen Hochglanzmagazinen wird sie uns präsentiert. Also ist dass das zeitgemäße Ideal. Wer in einer Gesellschaft etwas gelten will, muss dem zeitgeistigen Ideal entsprechen. Also: Ran an die Rasierer. Die Hackordnung der Frauen untereinander bestimmt, daß die dem Hochglanz entsprechendste Frau eben auch das höchste gesellschaftliche Prestige geniesst, die unrasierte Frau von den Frauen selber als auf niedriger Stufe stehend angesehen wird. Ob Männer auf Schambehaarung oder auf "haarlos" stehen, spielt dabei keine Rolle. Wird lediglich als Selbstrechtfertigung herangezogen, da man so die Verantwortung von sich auf andere schieben kann.

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    • 2b
    • 10.11.2012 um 16:51 Uhr

    alle 3 Teile zu lesen, tapfer und anscheinend selbstlos ;)
    Ihrer Antwort in drei Beiträgen meinen freundlichen Dank

    • 2b
    • 10.11.2012 um 16:51 Uhr

    alle 3 Teile zu lesen, tapfer und anscheinend selbstlos ;)
    Ihrer Antwort in drei Beiträgen meinen freundlichen Dank

    • gojko
    • 10.11.2012 um 16:33 Uhr

    Hier wird ständig von den "inneren Werten" geredet. Das ist weltfremd.

    Bei jedem Diskobesuch bekommen die Mädels klare Rückkopplung, welche am attraktivsten sind, da braucht es keine Umfragen.

    Und das sind die, die - Überraschung! - dem Schönheitideal am nächsten kommen. Sonst wäre es ja nicht das Schönheitsideal.

    Klar gibt es ein paar Außenseiter (die sich hier im Forum allerdings zu ballen scheinen) die einen anderen Geschmack haben, aber im statistischen Mittel ist eben "Heidi Klum" am begehrtesten. Und das heißt : passable Oberweite, schlank, nettes Gesicht.

    Welcher Mann, der die Wahl hat entweder eine Hübsche(9) oder eine weniger vorteilhaft Aussehende(6) anzubaggern, nimmt die 6? Es gibt ja schließlich auch keine Garantie, daß die 6 besagte "Inneren Werte" besitzt. Immer noch besser mit einer hubschen Nervensäge zusammen zu sein als mit einer häßlichen Nervensäge.

    Gerade bei Tanzveranstaltungen oder Konzerten ist im Übrigen die Musik meist so laut, daß letztlich Äußerlichkeiten alles sind, auf was man bauen kann. Einstein hat da leider keine Chance.

    Gruß, Gojko.

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    • siar
    • 10.11.2012 um 16:56 Uhr

    Wenn man jemanden lange genug kennt relativiert sich die Schönheit. Das geht mir jedenfalls so. Es gab Menschen die anfangs recht unattraktiv fand und je länger ich sie kannte um so schöner empfand ich sie. Umgekehrt genauso. Perfekte Schönheit kann so gandenlos langweilig sein.

    Eine Bekannte von mir ist keine klassische Schönheit und trägt, Oh Gott, Kleidergröße 40, doch wenn sie einen Raum betritt zieht sie alle Aufmerksamkeit auf sich und die Männer sind hin und weg. So was nennt man Ausstrahlung und Charisma. Da können Sie schön sein wie Sie wollen, wenn Ihnen das fehlt haben Sie weniger Chancen.

    ich vermute mal, Sie sind noch sehr jung, vielleicht gerade an der Schwelle zum Mannsein...

    Ich spreche natürlich nicht für alle, aber mit Sicherheit für sehr viele Männer, wenn ich die auf Seite 3 des Artikels vorgestellte Gina Lisa in all ihrer offensichtlichen chirurgischen Verschandelung einfach nur als potthässliche Karikatur empfinde. In meiner Jugend, also in vor-chirurgischen Zeiten, musste manche "dem Schönheitsideal entsprechende" Frau erst den Mund aufmachen, um in Rekordzeit auf "Null Punkte" zu rutschen. Heute, und das ist ein Fortschritt, genügt schon der erste Blick auf Botox-Lippen, Ballon-Brüste, Arschgeweihe oder Metallsammlungen an allen möglichen Stellen, um zu wissen: Nach Intellekt sucht man da vergebens.

    Interessanterweise findet man diese Kunstwerke in der Regel in Liaison mit offensichtlich nicht minder beschränkten Stenzen oder mit reichen/mächtigen, häufig potthässlichen alten Säcken. Die allermeisten "normalen" Frauen, schön oder weniger, dünn oder dick, jung oder alt, finden eine Beziehung zu einem "normalen" Mann - schön oder weniger, dünn oder dick, jung oder alt. Sonst wäre die Menschheit schon ausgestorben.

    Gegen die Gefahr, von Medien oder Zeitgeist manipuliert zu werden, hilft der Einsatz eigener Intelligenz. Drastisch einzuschreiten ist allerdings gegen alle, die Kinder (auch Jungen sind, wenn auch anders, betroffen) manipulieren und indoktrinieren, auch wenn die Möglichkeiten gering sein mögen.

    "Klar gibt es ein paar Außenseiter (die sich hier im Forum allerdings zu ballen scheinen) die einen anderen Geschmack haben, aber im statistischen Mittel ist eben "Heidi Klum" am begehrtesten. Und das heißt : passable Oberweite, schlank, nettes Gesicht."

    Genau, und das statistische Mittel ist mir persönlich zu langweilig: Zu wenig Oberweite, zu schlank, langweiliges Gesicht.

    Und genau darum geht es mir persönlich. Welchen Kampf will Frau da gewinnen? Das statistische Mittel erhöht allenfalls die Anzahl der potentiellen Partner. Aber wer garantiert, dass da der Partner dabei ist, dem sowohl sie gefällt und der auch ihr gefällt? Und wenn sie ihm gefällt, gefällt sie statistisch gesehen auch mehr potentiellen Partnern, was die Gefahr erhöht, dass es viele Nebenbuhler gibt. Es bleibt so oder so ein Kampf. Wer ein gesundes Selbstwertgefühl hat, der lebt mit seinem Äußeren und macht das Beste daraus, statt sich zu optimieren. Man nennt es auch Selbstliebe. Wer immer nur anderen gefallen will, gefällt irgendwann niemanden mehr wirklich.

    Ich habe ein Äußeres und ich habe Rückmeldungen, die sagen, ich gefalle anderen Frauen. Es gibt aber auch Frauen, die finden mich einfach unattraktiv. Pech, wenn da eine Frau dabei ist, die ich attraktiv finde, aber deswegen fange ich nicht an, mich zu optimieren, damit ich dieser einen Frau gefalle. Da sind noch viele andere Frauen, die in Frage kommen. Wie gesagt, man nennt es auch Selbstliebe.

    • siar
    • 10.11.2012 um 16:56 Uhr

    Wenn man jemanden lange genug kennt relativiert sich die Schönheit. Das geht mir jedenfalls so. Es gab Menschen die anfangs recht unattraktiv fand und je länger ich sie kannte um so schöner empfand ich sie. Umgekehrt genauso. Perfekte Schönheit kann so gandenlos langweilig sein.

    Eine Bekannte von mir ist keine klassische Schönheit und trägt, Oh Gott, Kleidergröße 40, doch wenn sie einen Raum betritt zieht sie alle Aufmerksamkeit auf sich und die Männer sind hin und weg. So was nennt man Ausstrahlung und Charisma. Da können Sie schön sein wie Sie wollen, wenn Ihnen das fehlt haben Sie weniger Chancen.

    ich vermute mal, Sie sind noch sehr jung, vielleicht gerade an der Schwelle zum Mannsein...

    Ich spreche natürlich nicht für alle, aber mit Sicherheit für sehr viele Männer, wenn ich die auf Seite 3 des Artikels vorgestellte Gina Lisa in all ihrer offensichtlichen chirurgischen Verschandelung einfach nur als potthässliche Karikatur empfinde. In meiner Jugend, also in vor-chirurgischen Zeiten, musste manche "dem Schönheitsideal entsprechende" Frau erst den Mund aufmachen, um in Rekordzeit auf "Null Punkte" zu rutschen. Heute, und das ist ein Fortschritt, genügt schon der erste Blick auf Botox-Lippen, Ballon-Brüste, Arschgeweihe oder Metallsammlungen an allen möglichen Stellen, um zu wissen: Nach Intellekt sucht man da vergebens.

    Interessanterweise findet man diese Kunstwerke in der Regel in Liaison mit offensichtlich nicht minder beschränkten Stenzen oder mit reichen/mächtigen, häufig potthässlichen alten Säcken. Die allermeisten "normalen" Frauen, schön oder weniger, dünn oder dick, jung oder alt, finden eine Beziehung zu einem "normalen" Mann - schön oder weniger, dünn oder dick, jung oder alt. Sonst wäre die Menschheit schon ausgestorben.

    Gegen die Gefahr, von Medien oder Zeitgeist manipuliert zu werden, hilft der Einsatz eigener Intelligenz. Drastisch einzuschreiten ist allerdings gegen alle, die Kinder (auch Jungen sind, wenn auch anders, betroffen) manipulieren und indoktrinieren, auch wenn die Möglichkeiten gering sein mögen.

    "Klar gibt es ein paar Außenseiter (die sich hier im Forum allerdings zu ballen scheinen) die einen anderen Geschmack haben, aber im statistischen Mittel ist eben "Heidi Klum" am begehrtesten. Und das heißt : passable Oberweite, schlank, nettes Gesicht."

    Genau, und das statistische Mittel ist mir persönlich zu langweilig: Zu wenig Oberweite, zu schlank, langweiliges Gesicht.

    Und genau darum geht es mir persönlich. Welchen Kampf will Frau da gewinnen? Das statistische Mittel erhöht allenfalls die Anzahl der potentiellen Partner. Aber wer garantiert, dass da der Partner dabei ist, dem sowohl sie gefällt und der auch ihr gefällt? Und wenn sie ihm gefällt, gefällt sie statistisch gesehen auch mehr potentiellen Partnern, was die Gefahr erhöht, dass es viele Nebenbuhler gibt. Es bleibt so oder so ein Kampf. Wer ein gesundes Selbstwertgefühl hat, der lebt mit seinem Äußeren und macht das Beste daraus, statt sich zu optimieren. Man nennt es auch Selbstliebe. Wer immer nur anderen gefallen will, gefällt irgendwann niemanden mehr wirklich.

    Ich habe ein Äußeres und ich habe Rückmeldungen, die sagen, ich gefalle anderen Frauen. Es gibt aber auch Frauen, die finden mich einfach unattraktiv. Pech, wenn da eine Frau dabei ist, die ich attraktiv finde, aber deswegen fange ich nicht an, mich zu optimieren, damit ich dieser einen Frau gefalle. Da sind noch viele andere Frauen, die in Frage kommen. Wie gesagt, man nennt es auch Selbstliebe.

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