Hausfrauen : Die will doch nur spülen

Drei Frauen, eine Entscheidung: Ein Leben als Hausfrau. Warum tun sie das? Antworten aus Leipzig, Wilferdingen und Hamburg

In der hellen, großen Wohnung im Erdgeschoss des alten Klinkerhauses herrscht die Stille, die an einem Vormittag unter der Woche einkehrt, wenn Kinder in der Schule sind und Männer bei der Arbeit. Kein Mensch geht draußen auf den Bürgersteigen vorbei. Es ist eine der schönen Gegenden Hamburgs , in denen die weißen Fassaden strahlen. Ursula Olinde war zwölf Jahre lang Hausfrau gewesen, als sie an einem dieser stummen, nicht enden wollenden Vormittage anfing, nach Jobs zu googeln, als Verkäuferin, Packhilfe, Briefträgerin, egal, Hauptsache, Arbeit.

Sie war wie eine der unglücklichen Hausfrauen aus Betty Friedans The Feminine Mystique von 1963, deutscher Titel: Weiblichkeitswahn. Darin berichten Frauen von den Qualen des Hausfrauendaseins. »Wir dürfen die inneren Stimmen der Frauen nicht länger ignorieren, die sagen: Ich will mehr als meinen Mann, meine Kinder und mein Heim«, schreibt Friedan. Das Buch ist eines der wichtigsten Werke weiblicher Befreiungsliteratur und prägt bis heute das Bild, das man sich von Hausfrauen macht: Frauen, die die patriarchale Gesellschaft zu Hause einsperrt, Frauen, denen man helfen muss.

Aber bei Ursula Olinde war es anders gewesen. Bevor sie ihre Kinder bekommen hatte, war sie Rechtsanwältin für Zivilrecht gewesen, und ihre innere Stimme hatte gesagt: Ich will mehr als einen Job. Ich will einen Mann, Kinder und ein Heim. Sie hörte auf zu arbeiten, als 1998 ihr erster Sohn geboren wurde. Als drei Jahre später ihr zweiter Sohn auf die Welt kam, gab sie ihre Zulassung als Anwältin zurück. Der jährliche Beitrag an die Rechtsanwaltskammer rechnete sich nicht mehr. Und wozu, dachte sie, brauche ich eine Anwaltszulassung, da ich doch jetzt Mutter bin?

Bis 1977 machte das Bürgerliche Gesetzbuch alle Frauen zu Hausfrauen. »Die Frau führt den Haushalt in eigener Verantwortung. Sie ist berechtigt, erwerbstätig zu sein, soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar ist«, stand in Paragraf 1356 . Das ist lange her, im Gesetzbuch sind die Geschlechter gleichgestellt. Immer weniger Frauen wollen heute Hausfrau sein. Laut amtlicher Statistik liegt der Anteil der »Nichterwerbspersonen im erwerbsfähigen Alter mit Einkünften durch Angehörige« an der weiblichen Bevölkerung bei 13,8 Prozent. 2001 waren es noch 19,6 Prozent. Hans Bertram, Soziologe an der Berliner Humboldt-Universität , schreibt in einem Gutachten für das Bundesfamilienministerium , dass in allen Bildungsgruppen der Anteil der Frauen sinke, die sich als »haushaltsorientiert« bezeichnen, die nicht außerhalb der Familie arbeiten wollen und für die Kinder, Haushalt und das eigene Haus die entscheidende Rolle spielen. Bertram sagt, dass dieser Wandel »sich jedoch nicht von der Hausfrauenrolle zur Vollerwerbstätigkeit, sondern zur Teilzeittätigkeit« vollziehe. Seit Arbeitnehmern im Jahr 2001 das Recht zugesprochen wurde, in Teilzeit zu arbeiten, ist die Zahl der in Vollzeit arbeitenden Frauen sogar zurückgegangen. Das wirft vielleicht neue Fragen auf, die Hausfrau dagegen ist nicht mehr die Norm.

Abhängigkeit von einem Mann

Wer sind die Frauen, die trotzdem Hausfrau sein wollen? Warum entscheiden sie sich dafür, über einen längeren, nicht absehbaren Zeitraum oder ihr Leben lang kein Geld zu verdienen, in einer Gesellschaft, in der unser Beruf bestimmt, zu welchen Kreisen wir uns zählen, wie wir leben, wer wir sind? Was verspricht eine Frau sich davon, in der Abhängigkeit von einem Mann zu leben in einer Zeit, in der mehr als ein Drittel aller Ehen geschieden wird?

Ist das Hausfrauendasein heute eine frei gewählte weibliche Lebensform unter vielen – die einen werden Professorin, die anderen Hausfrau? Oder ist die Hausfrau ein Anachronismus, der gesellschaftlich unbedingt überwunden werden muss, vergleichbar mit einem niedrigen Bildungsstand unter manchen Einwanderergruppen?

»Das Muttersein hat mir viel mehr gegeben als mein Beruf«, sagt Ursula Olinde. Sie kochte, kaufte Tischwäsche und Blumen. Ein schreiendes Kind war nichts gegen das Gefühl, den beruflichen Anforderungen nicht zu genügen, das sie als Anwältin für Zivilrecht ständig begleitet hatte. Sie saß jetzt nicht mehr diesen Mandanten gegenüber, die sie fragend ansahen und ihren Rat wollten. »Ich dachte immer, es wäre eine Frage der Zeit, bis ich einen Fehler mache«, sagt sie, »bis alle merken, was für eine schlechte Anwältin ich in Wahrheit bin.« Als Mutter verließ sie sich auf ihre Intuition – was ihr im Beruf nie gelungen war. Es gab keine Selbstzweifel mehr, Ruhe kehrte ein, es war eine Auszeit von allem.

Frei gewählte Lebensform

Erst als beide Kinder in der Schule waren, fiel es Ursula Olinde manchmal schwer, den Tag zu füllen. Zweimal in der Woche spielte sie Basketball in einem Team der Oberliga. Sie lief einen Marathon, für den sie einen Winter lang trainierte. Wenn sie nach dem Laufen nach Hause kam, befand sie sich in einem angenehmen Zustand der Erschöpfung, wie andere sie vielleicht nach einem Arbeitstag empfinden. Aber es ließ sich nicht mehr ignorieren, dass es ihr jetzt unangenehm war, wenn sie gefragt wurde, was sie beruflich tue. »Ich bin zu Hause«, stammelte sie oder: »Ich bin Mutter.« Ihr älterer Sohn fragte sie einmal, warum sie als Einzige in der Familie weder arbeiten noch in die Schule gehe.

In einem Café am Hamburger Dammtor treffen sich Frauen und Männer zum Mittagessen. Sie kommen aus den umliegenden Büros, tragen Kostüm und Anzug und essen Salate und Bagels. Ursula Olinde guckt ihnen zu. Wie bei vielen großen Frauen sind ihre Schultern etwas nach vorne gesunken, als sollte niemand sehen, dass sie über 1,80 Meter groß ist. Beim Sprechen macht sie Pausen, in denen sie überlegt, wie in ihrer Geschichte eigentlich eins zum anderen kam. Olinde sagt, dass es ihr so erscheine, als gelinge den jungen Frauen heute der berufliche Erfolg mühelos. Sie führen Gehaltsverhandlungen, sprechen auf Konferenzen, leiten Projekte, als hätten Frauen nie etwas anderes gemacht. In ihrer Vorstellung gehört zu einem solchen Leben eine bestimmte Art von Selbstvertrauen, das ihr immer gefehlt hat. Es ist für sie nicht denkbar, dass sie zu diesen Frauen hätte gehören können.

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Kommentare

323 Kommentare Seite 1 von 28 Kommentieren

Sollen jetzt die Niedrigverdiener in Schutt und Asche gehen???

Der größte Teil des Artikels entspricht tatsächlich den aktuellen Lebensumständen von Frauen. Von Vollblutmüttern bis Karrierefrauen reichen die Lebensentwürfe. Leider ziehen politisch Verantwortliche daraus die falschen Schlüsse. Schon allein die Tatsache, dass mehr Frauen in Teilzeit arbeiten wollen, sollte zum Nachdenken zwingen. Aber die heutigen "Simone de Beauvoirs" wollen kein Frauenbild, das weibliche Züge trägt.
Was mich jedoch an diesem Artikel wahnsinnig ärgert, ist die wiederholt falsche Darstellung des Ehegattensplittings: wann endlich hat auch der/die Letzte kapiert, dass das Ehegattesplitting das Prinzip der Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit nicht auf den einzelnen Ehegatten, sondern auf die Ehe als Wirtschaftsgemeinschaft anwendet (jedes Unternehmen handelt genauso und keiner hinterfragt dort die steuerlichen Vergünstigungen!!!!) - welcher der Ehegatten wie viel zum ehelichen Gesamteinkommen beiträgt, ist unerheblich. Sollen jetzt alle wenig verdienenden Ehegatten (es gibt übrigens auch Männer die weniger verdienen als ihre Frauen) sich zu Tode schämen, weil Sie nicht mehr Steuern zahlen können???? Wie bescheuert ist das denn?

Schlechte Polemik

Nun, ich persönliche habe nichts gegen eine gute Polemik einzuwenden, gute Polemik bedeutet aber diese nicht auf das Erwecken falschen Anscheins aufzubauen. Wenn Sie schon Keulen wie "wann endlich hat auch der/die Letzte kapiert" auspacken, dann sollten Sie sich auch an die Fakten halten:

Sie sprechen zwar richtig vom "Prinzip der Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit nicht auf den einzelnen Ehegatten, sondern auf die Ehe als Wirtschaftsgemeinschaft" (oder viel mehr der Wikipediaartikel aus dem Sie kommentarlos 1:1 kopieren), was sie daraus folgern ist aber falsch. Richtig ist, dass die totale Steuerlast nicht von der Verteilung abhängt. Warum aber dann überhaupt Splitting? Weil es eben nicht unerheblich ist, welchen Anteil am gemeinsamen Einkommen die Partner jeweils beisteuern. Der Splitting-Vorteil ist gerade dann am größten, wenn ein Ehepartner allein das gesamte Einkommen erzielt.

Soweit die Theorie, wie sieht die Praxis aus? Wir sprechen hier von jungen Paaren mit Kind(ern) vor dem Hintergrund bestehender Engpässe bei Betreungsplätzen. Es ist also keineswegs so, dass beide Elternteile beliebig ihre Arbeitszeit disponieren: Man muss sich arrangieren. Wenn nun ein Teil schon ein hohes Einkommen hat ist ein weiterer Euro relativ leichter erzielt, als der Erste aus einer weiteren (neuen) Beschäftigung. In der Folge ist es vernünftiger, wenn der eine Partner noch mehr verdient, bevor der andere damit beginnt. Das Ehegattensplitting verstärkt diesen Anreiz per Gesetz.

Und nochmal: es geht nicht ums Geld!!

@ msch

Schon komisch, was man aus einem Beitrag herauslesen kann, wenn man es will...

Ich habe NIRGENDWO gefordert, dass Hausfrauen bezahlt werden sollen!

Ich habe darauf hingewiesen, dass Hausfrauen mehr tun, als nur ihren eigenen Haushalt. Dass sie ganz viel ehrenamtlich - und somit selbstverständlich unentgeltlich! - machen. Dinge, wofür nämlich sonst auch kein Geld da ist.
Und dass, würden sie es nicht tun, mancherlei Dinge überhaupt nicht gemacht werden würden.

Der Unterschied zu einem Ehrenamt ist nur folgender: ein Ehrenamt ist "offiziell" und wird damit wenigstens ein Stück weit als Beitrag zur Gemeinschaft anerkannt. Die vielfätltigen Tätigkeiten der Hausfrau sind kein offizielles Ehrenamt und somit dann auch nichts wert in den Augen vieler Mitbürger - obwohl der Arbeitsaufwand gleich groß ist.

Es geht mir darum, dass Hausfrauen - obwohl sie eben nicht bezahlt werden für ihre Abriet - dennoch Anerkennung finden, wie jeder andere Arbeitende auch, anstatt immer wieder als Schmarotzer der Gesellschaft und faule Lebedamen hingestellt zu werden.

Also, bitte erstmal genau lesen, bevor man zu meckern anfängt ;-)

Außerordentliche Leistungen von Hausfrauen?

Irgendwie bin ich irritiert. Es klingt so, als seien alle Hausfrauen unglaublich engagiert und würden flächendeckend die ehrenamtlichen Aufgaben erfüllen, die arbeitende Mütter nicht bereit sind zu übernehmen. Ich bin die Tochter einer Hausfrau und habe damals kein besonderes Engagement in meinem Umfeld entdecken können. Es gab jede Menge Kaffeekränzchen, jeden Tag ca. 2 Stunden Mittagsschlaf, eine Reinigung, etc. Mal ganz abgesehen davon, dass ich mir oft gewünscht habe, meine Mutter hätte auch ein eigenes Leben.

Auch jetzt in meinem derzeitigen Alltag mit zwei Kindern, sind es nicht die Hausfrauen, die sich besonders engagieren. Im Gegenteil. Elternvertreter sind gerne die Eltern, mit min. 2 Kindern, die auch arbeiten. Bei Schulfesten setzen sich die Hausfrauen dann gerne zusammen und quatschen und lassen die Arbeit die anderen machen. So erlebe ich das. Ich muss aber auch gestehen, dass ich wirklich nur wenige Hausfrauen kenne...

Wer gerne Hausfrau sein möchte und es sich leisten kann. Bitte! Kein Problem. Mal die finanzielle Seite ganz außen vorgelassen - das ist eine andere Baustelle. Was ich nicht verstehe ist dieser Ruf nach Anerkennung. Ich soll also als arbeitende Mutter zu einer Hausfrau sagen "Mensch, das ist ja toll, dass Du Dich um Deine Kinder so gut kümmerst."? Total schräg.

Seien Sie nicht so verbittert!

Bei Ihnen ist es vergebens zu diskutieren.
Dennoch möchte ich diesen Kommentar loswerden.
Sie haben offensichtlich ein großes Problem, dass Sie arbeiten (müssen), aus finanziellen Gründen oder um Anerkennung in Ihrem Leben zu bekommen. Sonst fühlen Sie sich wertlos. Jetzt kommt noch Ihr schlechtes Gewissen gegenüber Ihren Kindern. Und jetzt kommen Sie nicht mit Qualität vor Quantität. Vollkommener Blödsinn. Und eigentlich fragen Sie sich ganz oft, ob das alles so richtig ist. Von Ihrem Streß ganz abgesehen. Sie können sich weiterhin alles schön reden, aber bitte nicht auf Kosten der Hausfrauen.
Ja, ein HOCH auf alle Hausfrauen, vor allem an die, die es sein wollen. Sie sind die wahren Heldinen unserer Gesellschaft. Gäbe es sie nicht mehr, könnten wir alle einpacken. Danke an alle Hausfrauen und Mütter.

Auch da war "die Hausfrau" nicht gerade unwichtig

"Schwupp sind diese bei STurm oder Katastrophen immer da. Das kostet viel Zeit als Ehrenamt neben der Arbeit.
Frauen sind außer beim Sport dort kaum zu finden"

Viele konnten allerdings bei Sturm oder Katatrophen nur da sein, weil es noch jemanden gab der in der Zeit daheim war - meist wohl die Hausfrau. Alle zum freiwilligen Dienst oder alle zum Beruf funktioniert halt nicht immer.

Heldinnen der Geselschaft?

"Sie haben offensichtlich ein großes Problem, dass Sie arbeiten (müssen), aus finanziellen Gründen oder um Anerkennung in Ihrem Leben zu bekommen. Sonst fühlen Sie sich wertlos."

Also wer Berufstätigkeit als ernsthaftes Problem (!!) ansieht kann sich nicht mit der Rolle als Hausfrau zur Heldin küren. Wenn für Sie ein Job nur aus finanziellem und gesellschaftlichen Zwang Sinn macht, dann waren die Kinder ja anscheinend ein willkommener Anlass hier einen Exit zu machen - vorher wahrscheinlich nur schwer möglich.

Sind Sie jetzt eine Heldin weil Sie es durch Ihre Kinder und die Arbeit Ihres Mannes geschafft haben der Berufswelt zu entfliehen?

Ruhe bewahren...

...niemand sollte meinen, die eigene Arbeit sei wichtiger als die Arbeit der anderen. Es geht um gegenseitige Respekt und Anerkennung. Vor dem Artikel hat man sich als Hausfrau missverstanden und missbilligt gefühlt. Das Bild, das hervorgebracht wird, ist das einer total zurechnungsunfäigen Frau, die keinen Sinn ihrer Leben geben kann. Logisch, dass man sich empört fühlt. Es ist aber klar, es ist keine außerordentliche leistung. Aber auch keine, die man missbilligen darf.
Schön wäre eine Gesellschaft, in der man den Frauen das recht anerkennt, unterschiedlich zu sein, in der sie nicht gegeneinander kämpfen um das Primat ihrer Entscheidungen als Muster für alle.

Interessant...

... wie Sie meinen Beitrag interpretiert haben. Sie lesen also Verbitterung daraus. Im Gegenteil. Ich bin sehr zufrieden. Ich darf arbeiten und freue mich, wenn alle Familienmitglieder zusammenkommen und jeder von seinem Tag außerhalb der Familie berichten kann. Manchmal ist es stressig, aber die Zufriedenheit mit dem gewählten Modell überwiegt. Meine Kinder haben übrigens auch noch einen Vater, der gerne auch Zeit mit ihnen verbringt. Ich brauche keine Anerkennung von außen für mein Modell. Es ist nicht jedermanns Sache - muss aber auch nicht sein.

Und - ich dachte, das hätte ich klargestellt - ich habe auch nichts per se gegen Hausfrauen. Aber eben auch nichts per se dafür. Das muss man schon im Einzelfall sehen, ob Bewunderung angebracht ist und von Herzen kommen kann, oder nicht.

Schutt und Asche

natürlich nicht.

Was mich am Artikel sehr stört sind die ungewöhnlichen "Hausfrauen"-Beispiele. Warum muss die Autorin so etwas wählen? Eine, wenigstens eine, durchschnittliche Familie mit den alltäglichen Sorgen hätte genügt. Natürlich ist das Hausfrauen-Image lausig - leider! Aber auch Lehrer, Hausmänner, Analphabeten, Trinker, Reiche müssen sich entwürdigende Sprüche anhören.

Die durchschnittliche Familie zeigt allen, dass es ein (mit finanziellen Abstrichen) recht schönes Leben ist. EIN Leben, mehr haben wir nämlich nicht!!

Das Dritt-Auto als SUV, den vierten Urlaub und den ultraschnellen Internet-Zugang kann man sich mit Geld kaufen.

Eine tolle Familie, Liebe und Glücksgefühle nicht.

Wer sind denn nun die Dummen? HAUSFRAUEN ODER Karriereweibchen?

Wir wissen es wahrscheinlich erst mit 66, dann ist es wohl ein wenig spät. Leider.

sorry

Gerade eine herabwürdigende Formulierung sollte vermieden werden. Es ging um Gegensätze.

In meinem Studiengang (ca. 25 Jahre sind seit dem Abschluss vergangen) kamen beide Positionen mit sämtlichen Mischformen vor. Wir diskutierten viel und wussten wirklich nicht, wer besser dran war.
Die persönliche Glücksempfindung ist ohnehin wesentlich.

Also noch mal sorry. Vielleicht erkennt man an den Reaktionen, wie empfindsam die menschlichen Seelen gerade bei diesem Thema sind.

Haushalt und Kinder

Vielleicht haben Sie ja den Eindruck, dass Hausfrauenarbeit nicht wertgeschaetzt wird, weil andere Menschen das nebenher erledigen? Schon mal drueber nachgedacht, das erwerbstaetige Eltern auch Haushalt und Kinder zu versorgen haben? Auch Kinder, deren Eltern berufstaetig sind, haben Geburtstag, Klassenfeste (Kuchen backen!), brauchen Zeit mit ihren Eltern ... Ja und der Haushalt macht sich auch nicht magisch und von selbst.
Und vielleicht koennen sich erwerbstaetige Eltern nicht vorstellen, was man zu Haus so den ganzen Tag lang machen kann.

Hausfrauen bekommen Taschengeld?

Das Modell "Hausfrau" ist ohnehin nur bei entsprechendem Einkommen des Partners denkbar. Nach der Scheidung wird das vom Ehemannn erwirtschaftete Vermögen aufgeteilt. Argumentation: Die Hausfrau hat für die Familie auf Karriere verzichtet.

Der Mann ist dann der Depp- kaum Zeit für die Familie gehabt, und am Ende bekommt Mama die Hälfte der Kohle. Wie bei Managern, so etwa "goldener Handschlag".

Lebensentwurf Karriere- oder Hausfrau?

Lebensentwurf Karriere- oder Hausfrau, das ist mir zu schwarz/weiß gedacht.
Ich stehe kurz vor der Rente und habe je nach den Umständen verschiedene Phasen hinter mir: no kids/double income, 2 kids/keine U3-Betreuung/Hausfrau, langwierige Erkrankung/Ehemann+Vater betreut die kids, kids in der Schule/Teilzeit, kids sind erwachsen/Vollzeit. Meinem ursprünglichen Lebensentwurf entspricht das nicht.
Warum ging es gut? Gute Ausbildung, stabile Ehe, Glück bei der Suche nach den verschiedenen Arbeitsstellen, flexible Arbeitgeber.
Ich habe die Hoffnung, dass die Schwarz-Weiß-Diskussion aufhört, sobald mehr Männer ebenfalls derartige Lebensläufe durchleben.
Und ich tendiere zu der Idee eines Grundeinkommens für alle. Das könnte Freiräume schaffen.