Der Grund für die Lockangebote ist einfach: Die Kfz-Police gilt als eine Art Türöffner für Versicherungshäuser. Wer sein Auto versichert hat, schließt beim gleichen Makler später oft noch andere Verträge ab – von der Hausratversicherung über die Lebens- bis zur Berufsunfähigkeitspolice. »Über das Auto kann ein Vertreter den Kunden jedes Jahr neu ansprechen«, meint Ivana Höltring. »Und dabei versuchen sie, ihm noch etwas anderes zu verkaufen.« Das Problem bei den Billigtarifen ist folgendes: Sie bieten teilweise auch deutlich weniger Schutz als die gewöhnlichen Kfz-Policen. »Das Angebot leistungsschwacher Tarife hat stark zugenommen«, meint Henrich Blase.

Wer eine neue Versicherung sucht, sollte daher nicht bloß auf den Preis achten. »Vor allem in der Kaskoversicherung sind auch die Leistungen wichtig«, meint Verbraucherschützer Rudnik. So sollte die Police nicht nur eine Schadensumme von mindestens 100 Millionen Euro abdecken. Die Versicherung sollte überdies auch dann zahlen, wenn der Fahrer grob fahrlässig einen Unfall verursacht. Neuwagenbesitzer sollten außerdem darauf achten, dass bei einem Totalschaden mindestens während der ersten zwölf Monate der Neuwert erstattet wird.

Für solche Leistungen verlangen manche Versicherer zusätzlich Geld. Andere schließen in ihre Policen viele Extras gleich mit ein. Ein Vergleich der Tarife ist deshalb ratsam. »Wer jetzt eine relativ teure Versicherung hat, kann beim Wechsel schnell 50 Prozent sparen«, sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten.

Besonders groß fällt der Unterschied zwischen der teuersten und der günstigsten Police bei jungen Frauen aus, hat die Stiftung Warentest ausgerechnet: Alleine in der Haftpflichtversicherung kann er bis zu 2.500 Euro im Jahr betragen. Eine junge Familie würde bei einer Haftpflicht plus Vollkasko manchmal mehr als 700 Euro sparen können.

Zum Tarifvergleich lassen sich Rechner im Internet nutzen. Die Stiftung Warentest etwa bietet dort einen solchen an (Kosten: 16 Euro). Darin sind jedoch nicht alle Versicherungen und Tarife enthalten. Dasselbe gilt für Vergleichsportale wie Check24, Transparo oder Toptarif, die zudem ihr Geld mit der Vermittlung von Policen verdienen. Der einzige Online-Rechner, in dem alle Versicherer und Tarife zu finden sind, ist jener von der Beraterfirma Nafi. Letztere stellt Verbrauchern ihre Datenbank kostenlos zur Verfügung.

Wer eine günstige Police gefunden hat, muss allerdings nicht zwingend den Anbieter wechseln, um zu sparen. »Oft lohnt es sich, mit dem günstigen Preis zum bisherigen Versicherer zu gehen und noch mal zu verhandeln«, meint der GDV-Sprecher. Wechseln kann man im Zweifel immer noch. Übrigens auch dann, wenn die Mitteilung des Versicherers über eine Beitragserhöhung erst nach dem 30. November eintrudelt. Bei Tariferhöhungen können Versicherte immer zu dem Termin kündigen, ab dem die Erhöhung gilt. Sie haben dafür einen Monat Zeit.