YahooDie Supermom muss es richten
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"Die mobile Werbung muss stärker personalisiert sein"

»Hoffnung finde ich ein merkwürdiges Wort«, sagt der 35-jährige Spiering. »Wir müssen gute Produkte bauen und Geld machen, das hat wenig mit Hoffnung zu tun. Dass diese Leistung von der obersten Etage absolut eingefordert wird, kann nur gut für den ganzen Konzern sein«, so Spiering. »Wir sprechen mit Marissa. Wir haben einen sehr offenen Dialog über die product strategy.« Das ist das Neue: dass sich die Chefin persönlich interessiert.

Derzeit stelle Flickr neue Entwickler und Designer ein. Man baue stark aus, sagt Spiering, man versuche, aus der Seite ein Drehkreuz zu schaffen, über das man Bilder verteilen kann, auf Facebook posten, twittern, Bilder von Instagram speichern. Die Fotos sähen bei Flickr einfach besser aus als anderswo, weil sie weniger komprimiert würden.

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Wichtiger noch ist zunächst, grobe Fehler zu beseitigen: Die meisten Bilder für Flickr werden mit dem iPhone 4 von Apple gemacht, aber der Fotodienst ist darauf immer noch nicht eingestellt, und auch auf das neue iPhone 5 nicht. Die App ist einfach zu schlecht. Spiering verspricht Besserung noch in diesem Jahr. Das muss er auch. Denn Marissa Mayer hat in der Telefonkonferenz ja diese Richtung vorgegeben: die mobile.

Bisher habe man aus all den eigenen Programmen fürs Handy nicht genügend Kapital geschlagen. »Die mobile Welle ist eine riesige Welle, auf der wir reiten müssen«, sagt sie. Das Potenzial ist vorhanden: Laut den Marktforschern von Comscore erreicht Yahoo in den USA etwa 68 Millionen Menschen auf mobilen Geräten und liegt damit auf Platz drei hinter Google mit etwa 100 Millionen und Facebook mit um die 78 Millionen.

Schon jetzt können Werbevermarkter winzige Anzeigenbanner in den mobilen Yahoo-Angeboten schalten. Wenn ein Highschool-Absolvent zum Beispiel auf Yahoo Sports die neuesten Football-Nachrichten liest, sieht er ein Werbebanner der Universität Phoenix, einen Klick weiter werden ihm deren Campus-Standorte auf einer Karte angezeigt.

»Die mobile Werbung muss stärker personalisiert sein«, sagt Daniel Eiba, jener Flickr-Manager, der für mehr Erlöse sorgen soll. Passend heißt er »Director of Monetization«. Mithilfe der Handys habe man viel mehr Daten zur Verfügung: Wer ist der Kunde? Wo ist er? Das wisse man nun. »Da kann ich die Werbung zielgerichteter an den Mann bringen.« Auch Mayer will noch mehr Personalisierung. Das Wissen über den einzelnen Nutzer verteile sich noch zu sehr auf all die Sparten von Yahoo, den Sport, die Finanzen, das E-Mail-Programm. Die Daten müssten gebündelt werden.

Marissa Mayers Job ist einer der schwierigsten im Silicon Valley. Aber darin steckt einfach auch eine gute Geschichte: Junge, hübsche Supermom will altes, tatterndes Loser-Unternehmen retten. Mayer ist die fünfte Yahoo-Chefin innerhalb eines Jahres, medial betrachtet allerdings ist sie das erste wirkliche Gesicht. Carol Bartz, Timothy Morse, Scott Thompson, Ross Levinsohn: Wer redete schon über die? Gut, Thompson, der Mann mit dem falschen Titel im Lebenslauf, der deshalb bei Yahoo rausflog. Noch so eine Loser-Story. Marissa Mayer sollte nun wieder für positivere Schlagzeilen sorgen, und fürs Erste ist ihr das auch gelungen. Es wird so viel über Yahoo geschrieben wie schon lange nicht mehr, über die Mayer-Mom, und manchmal vergessen die Reporter sogar, dabei zu seufzen.

Die Zahlen, die Mayer vor zwei Wochen vorgestellt hat, werten Beobachter verhalten positiv. Man habe sich stabilisiert, so die Yahoo-Chefin, und wolle nun stärker als die Wettbewerber wachsen. Dass das noch dauern wird, ist ihr bewusst.

Anmerkung: Für die Online-Veröffentlichung wurde im Text der Zeitbezug zur Veröffentlichung der Quartalszahlen angepasst. Marissa Mayer stellte die Zahlen am 22. Oktober vor. (ae)

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Leserkommentare
    • 2b
    • 10. November 2012 12:41 Uhr

    finde ich Yahoo's (ein Backronym?) Vorbereitungsarbeit in den YahooGroups, als Unterstützung gesellschaftlicher Entwicklungsinitiven ...

    ... dazu würde auch Babel Fish passen für den einerseits erleichterten Zugang zu englischsprachigen FachInhalten und andererseits als Gesellschaftsprojekt für einen "culturalTranslator" (http://de.wikipedia.org/wiki/Babel_Fish)???

  1. Viel potenzial hatte Yahoo meiner Meinung schon immer, aber erst seit dem Marissa Mayer CEO ist, besteht die Möglichkeit, dass sie ihr Potenzial endlich mal ausschöpfen. Grade Flicker hätte Instagram wirklich ausstechen können. Um die Seite wieder konkurrenzfähig zu machen, braucht es wirklich nur einem App für Android und iOS, auch eine überarbeitung der Fotogramms könnte nicht schaden. Auch das Mail system sollte endlich in das Jahr 2012 geholt werden. Eigentlich braucht es nichts was nicht schon mal einer der anderen Internet-Giganten gemacht hätte, auch wenn ich mir fast sicher bin, dass Marissa Mayer das hinbekommt.

  2. ... was mich bei Yahoo interessiert sind "Börsenkurse auf Yahoo Finance " .

    Es gab auch schon Zeiten, da laßen sie heimlich meine
    E-Mail Adresse aus und bombardierten mich mit Spam.

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