Sänger Peter Maffay"Diagnose Lungenkrebs"

Peter Maffay trank zwei Flaschen Whisky am Tag. Erst als er Angst um sein Leben bekam, hörte er damit auf. von Louis Lewitan

ZEITmagazin: Herr Maffay , Sie sind mit Santana und Cat Stevens aufgetreten und haben über 40 Millionen Tonträger verkauft. Gibt es etwas, das Sie als Musiker nicht erreicht haben?

Peter Maffay: Ich hätte liebend gern statt Geige Klavier gespielt, aber dazu fehlten mir als Kind die Möglichkeiten. Ich bewundere Leute, die Klavier spielen können, deshalb sehe ich zu, dass man mir nicht auf die Finger guckt, weil ich nur klimpern kann.

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ZEITmagazin: Was war für Sie der größte Misserfolg?

Maffay: Ich bin zum vierten Mal verheiratet, davor gab es drei Ehen, die nicht funktioniert haben. Dieser Misserfolg stimmt mich traurig. Im Grunde genommen bin ich aber schon der Hauptgrund für diese Verwerfungen gewesen. Ich habe die Illusion von einem langen, gemeinsamen Leben verkürzt und zerstört. Ein Erfolg wäre ein gut ausgewogenes Miteinander gewesen, in dem sich jeder entfalten kann und sich jeder bestätigt fühlt.

ZEITmagazin: Kann es für einen erfolgreichen Musiker Ausgewogenheit geben?

Peter Maffay

63, ist im rumänischen Kronstadt geboren. Er kam im Alter von 14 Jahren nach Deutschland. Seit den siebziger Jahren ist er einer der erfolgreichsten deutschen Musiker. Derzeit ist er mit dem Rockmusical »Tabaluga und die Zeichen der Zeit« auf Tournee. Maffay lebt mit seiner Familie in Tutzing am Starnberger See.

Maffay: Nur schwer. Wir Musiker leben und arbeiten am Anschlag. In diesem Geschäft ist man entweder richtig dabei, oder man lässt es bleiben. Richtig heißt mit vollster Kraft, halb geht nicht. Mein Schlagzeuger Bertram Engel hat im Studio mal die Stöcke weggeworfen. »Du spielst doch lahmarschig, geh mal üben«, sagte er. Er hatte verdammt recht. Das war eine Lehrstunde. Weil er mir das vor 30 Jahren gesagt hat, bin ich immer noch auf der Bühne. Das Publikum ist sehr feinfühlig. Wenn irgendetwas nicht stimmt, drehen sich die Leute um und gehen.

ZEITmagazin: Sind Sie ein eitler Mensch?

Maffay: Ja, klar. Ich versuche gegen das Alter anzugehen und meine körperliche Verfassung zu bewahren. Sie ist Voraussetzung für meine Arbeit. Wir leben in einem Beruf, in dem man gefallen muss. Die Falten sind nicht das Problem. Für mich sind das auch Geschichten, die ich gerne erzähle. Das bedeutet zugleich, dass ich nicht mehr essen und trinken will, als mir gut tut, dass ich genug schlafe und diszipliniert Sport mache.

ZEITmagazin: Sie sind also diszipliniert – und zugleich ein exzessiver Mensch?

Das war meine Rettung
Alle Interviews aus der Serie des ZEITmagazins zum Nachlesen

Alle Interviews aus der Serie des ZEITmagazins zum Nachlesen  |  © qsus/photocase

Maffay: Ja, meine Exzesse waren der Versuch auszuloten, wie weit ich gehen konnte, wenn ich jahrelang zwei Flaschen, manchmal auch drei Flaschen Whisky am Tag trank. Zunächst war es eine Gewohnheit, dann aber auch Mittel zum Zweck, sich von Konventionen zu lösen und sie zu durchbrechen. Es war eine Illusion. Jeder Tropfen Alkohol ab einem gewissen Limit führt zu einem schlechteren Ergebnis. Man glaubt nur, es klingt gut, was man spielt. Am nächsten Tag, nüchtern, hört man sich das Zeug an und sagt, um Gottes willen, war ich das? Die Alarmglocke ging aber erst richtig an, als ein Arzt mir mitteilte, dass ich Krebs hätte. Da dachte ich, okay, das war es dann, das ist jetzt die Quittung für 80 Zigaretten am Tag, kaum Schlaf und viel Alkohol. Die Labilität, die der Alkohol erzeugt hatte, wurde auf der Bühne sichtbar. Da flogen Gitarren, da wurde Kleinholz gemacht, da ging’s rauf und runter mit der Stimmung. Diese Diagnose war meine Rettung.

Leserkommentare
  1. Wieviel Prozent der Leser werden wohl aufgrund der Überschrift "Diagnose Lungenkrebs" dem Artikel Beachtung schenken, dem Text schließlich entnehmen, dass Herr Maffay gar keine Krebserkrankung hat - und die Überschrift im Nachhinein als irreführend empfinden?
    Trotzdem freut es mich natürlich, dass Peter Maffay gesund ist.

    5 Leserempfehlungen
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    ... denn immer diese altklugen Kommentare? Schließlich HAT er die Diagnose Lungenkrebs bekommen. Was also ist daran irreführend?
    Und was soll an dem Text reißerisch sein? Es ist doch ein Interview. Das wurde doch alles so gesagt.

    • TDU
    • 13. November 2012 9:04 Uhr

    "Und die Lust auf Zigaretten ist einfach vorbei." Der Glückliche.

    Eine Leserempfehlung
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    • eikfir3
    • 13. November 2012 9:27 Uhr

    ...doch, doch! Das glaube ich Maffay auf's Wort!
    Erzählte der Gründer von Synanon (da war's allerdings Heroin!) auch immer bereitwillig von sich selber:
    Eines Tages sagte der sich nämlich:
    "Nun ist aber Schluß! Nun ist's aber genug!" - und dann war's aber auch genug und vorbei!
    Die vielen wohlmeinenden und auch die professionellen Helfer, die nützten ihm nämlich rein garnichts, die taten ihm höchstens leid!

    • eikfir3
    • 13. November 2012 9:27 Uhr

    ...doch, doch! Das glaube ich Maffay auf's Wort!
    Erzählte der Gründer von Synanon (da war's allerdings Heroin!) auch immer bereitwillig von sich selber:
    Eines Tages sagte der sich nämlich:
    "Nun ist aber Schluß! Nun ist's aber genug!" - und dann war's aber auch genug und vorbei!
    Die vielen wohlmeinenden und auch die professionellen Helfer, die nützten ihm nämlich rein garnichts, die taten ihm höchstens leid!

    Antwort auf "Glück gehabt"
  2. 4. [...]

    Entfernt. Bitte setzen Sie sich argumentativ mit dem Inhalt des Artikels auseinander. Danke, die Redaktion/ls

  3. ... denn immer diese altklugen Kommentare? Schließlich HAT er die Diagnose Lungenkrebs bekommen. Was also ist daran irreführend?
    Und was soll an dem Text reißerisch sein? Es ist doch ein Interview. Das wurde doch alles so gesagt.

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    Headline: "Diagnose Lungenkrebs" (man beachte die "")

    Untertitel: Doch es war nur ein Virus, der dank Medikamenten innerhalb von 14 Tagen einfach verschwand.

    dann Text: Alkohol, Zigaretten, Whisky Alkohol, Zigaretten, Whisky etc.....

    Nebenbei möchte ich anmerken, dass dieses Starsein und das Verkaufen von bunten Träumen einer Gesundheit wohl nicht sehr förderlich ist. Rex Gildo, Roy Black etc..

  4. Was sind das eigentlich für Kommentatoren die sich über Peter Maffay äußern. Er schildert wie sein Leben abgelaufen ist mit all den Exzessen. Nun akzeptiert sein Leben so wie er es schildert. Seine Lehre daraus sehe ich mit einer großen Hochachtung, weil er für sich die Kurve zu einem soliden Leben gefunden hat. Dazu gehört eine große Portion Kraft und Standhaftigkeit. Leute mach es nach - dann wisst ihr wie schwer es ist den Weg ohne Suchtmittel zu leben. Peter hat einen sehr guten Weg gefunden auch mit seiner Hilfe für andere Menschen.

  5. Maffay mal wieder. Ein Aufschneider unter dem Herrn und ewig überschätzt. Ein Rock n Roll Darsteller, klar gehört da das Whisky Geschwätz dazu.
    2 bis 3 FlaschenSchnaps pro Tag bedeuten eine schwere körperliche Alkoholabhängigkeit, von der 4 Schachteln Kippen, will ich gar nicht reden. Einfach aufhören ist da unmöglich, zumindest ein harter körperlicher Entzug ist unumgänglich, mit den psychischen Folgen der Sucht hätte er jahrelang zu kämpfen, Rückfälle inclusive. Ein paar Bierchen ab und zu ? Haha.
    Ein alter Junkie drückt auch nur noch an den Feiertagen. [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/jp

    3 Leserempfehlungen
  6. Headline: "Diagnose Lungenkrebs" (man beachte die "")

    Untertitel: Doch es war nur ein Virus, der dank Medikamenten innerhalb von 14 Tagen einfach verschwand.

    dann Text: Alkohol, Zigaretten, Whisky Alkohol, Zigaretten, Whisky etc.....

    Nebenbei möchte ich anmerken, dass dieses Starsein und das Verkaufen von bunten Träumen einer Gesundheit wohl nicht sehr förderlich ist. Rex Gildo, Roy Black etc..

    Antwort auf "Was sollen..."

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  • Schlagworte Peter Maffay | Alkohol | Arzt | Bühne | Gitarre | Krebs
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