NationalsozialismusLernen für den Führer

Schule und Unterricht wurden in der NS-Zeit vom Reichsbildungsministerium organisiert. Streng nach der herrschenden Ideologie, aber auch mit Ideen, die uns heute bekannt vorkommen. Ein Gespräch mit der Historikerin Anne C. Nagel

DIE ZEIT: Frau Nagel, Sie haben eine bislang wenig beachtete Einrichtung der Nazizeit untersucht: das Reichsbildungsministerium. Hat Sie als Historikerin dabei noch etwas überrascht?

Anne C. Nagel: Ja, zwei Dinge haben mich überrascht. Erstens die Energie, die Intensität, mit der die Nationalsozialisten das Ministerium 1934 eingerichtet haben, um die föderalen Strukturen im Bildungsbereich zu überwinden und vor allem das Schulsystem zu vereinheitlichen. Eine Forderung, die ja nicht im »Dritten Reich« erfunden wurde, sondern die lange vorher zum Beispiel von Sozialdemokraten in der Weimarer Republik aufgestellt wurde.

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ZEIT: Und zweitens?

Nagel: Die zweite Überraschung war, dass 1936 abrupt endete, was mit Furore begonnen wurde, eine Schulreform »aus einem Guss«. Die braunen Bildungsreformer wollten eine reichsweit einheitliche Schulstruktur schaffen: die vierjährige gemeinsame Grundschule, daran anschließend vier Jahre Volksschule plus dreijähriger Berufsbildung oder Mittelschule mit zweijähriger Berufsbildung oder die höhere Schule mit der Reifeprüfung als Abschluss.

ZEIT: Und woran scheiterte das?

Nagel: Am Widerstand der Regionalfürsten.

ZEIT: Aber die Länder waren doch entmachtet, und die Schulbehörden der Länder waren dem Reichsministerium unterstellt.

Nagel: Trotzdem sträubten sich die Gauleiter, Reichsstatthalter und Regierungschefs dagegen, wenn in ihre Machtbereiche reinregiert wurde.

ZEIT: Als Laie denkt man, ein Führerbefehl reichte damals, um sich darüber hinwegzusetzen.

Nagel: Hitlers Macht war umfassend, aber sie basierte auch auf einem geschickt ausbalancierten System des Teile-und-herrsche. Um die lokalen Führer zufriedenzustellen, verzichtete er darauf, einen der reinen Lehre folgenden Einheitsstaat durchzusetzen.

ZEIT: Dann war das Reichsbildungsministerium also nicht so wichtig? Man hat eh den Eindruck, dass zur Vermittlung der Naziideologie die Hitlerjugend wichtiger war als die Schule.

Nagel: Doch, das Ministerium war enorm wichtig und mächtig. Das ist mir im Laufe meiner Untersuchung klar geworden. Dass es allgemein unterschätzt wird, ist eine Spätfolge der Goebbels-Propaganda.

ZEIT: Inwiefern?

Anne C. Nagel

lehrt Neuere Geschichte an der Universität Gießen. Sie ist vor allem mit Schriften zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts hervorgetreten.

Nagel: Joseph Goebbels, Hitlers Chefpropagandist, wäre selber gern Reichsbildungsminister geworden, das kann man zum Beispiel in seinem Tagebuch nachlesen. Nachdem Hitler stattdessen den Gauleiter von Hannover, Bernhard Rust, auf diesen Posten berufen hatte – auch wieder dem Motto Teile-und-herrsche folgend –, versuchte Goebbels immer wieder, ihn kleinzureden. Rust bleibt aber bis 1945 Minister und also in Hitlers Gunst. Neben Goebbels gibt es noch andere, die ein Interesse daran hatten, die Bedeutung des Reichsbildungsministeriums herunterzuspielen.

ZEIT: Nämlich?

Nagel: Diejenigen, die in den westdeutschen Kultusministerien oder als Lehrer und Wissenschaftler nach dem Krieg ihre Karriere fortgesetzt haben.

ZEIT: Waren das viele?

Nagel: Das habe ich nicht untersucht. Aber es gab ja keine große Säuberung, man griff auf »bewährte Kräfte« zurück, sofern sie nicht zu stark belastet waren. Eine der wichtigsten Führungskräfte des Nazi-Bildungsministeriums zum Beispiel, Helmut Bojunga, brachte es später zum Staatssekretär im niedersächsischen Kultusministerium.

ZEIT: Sie sagen, das Reichsbildungsministerium wurde unterschätzt. Dann rücken Sie das Bild doch einmal gerade.

Nagel: Zunächst wurde das Ministerium, das auf dem preußischen Kultusministerium aufbaute, auf Hitlers Anweisung gegründet und mit einer großen Machtfülle versehen. Daher rührt der anspruchsvolle Name Reichsministerium für Erziehung, Wissenschaft und Volksbildung. Rust, als Chef dieser Mammutbehörde, unterstanden die Schulen und Universitäten, die Forschungseinrichtungen und Museen im Deutschen Reich. Und damit rund 250000 Beamte: Professoren, Studienräte, Lehrer, Kuratoren und Kustoden. Nach dem Anschluss Österreichs erhöhte sich diese Zahl noch einmal.

Leser-Kommentare
  1. vielen Dank.

    Mehr Information bietet, neben Anderem:
    Prinz/Zitelmann
    "Nationalsozialismus und Modernisierung"
    Wiss. Buchges. Darmstadt

    4 Leser-Empfehlungen
  2. Praktisch die gesamte Pädagogenzunft von Nohl bis Spranger - um nur die bedeutendsten zu nennen - trieb nach 1945 weiter, was sie die zwölf Jahre davor auch getan hatte, nur mit etwas anderer Wortwahl.

    Am einflussreichsten blieb bis heute Dr. Johanna Haarer mit ihrem Buch "Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind", (nach 1945 "Die Muttter und ihr erstes Kind"), letzte Auflage 1987, Gesamtauflage über 1,2 Millionen.

    Ihre Bücher dienten während des Nationalso­zia­lis­mus (und bis in die 1960er hinein) als Lehrbücher an Haus­wirtschaftsschulen, für Kinder­gärtnerinnen, Lehrerinnen, Erzieherinnen, Ärztinnen und in der Mütterschulung. Bis April 1941 haben etwa drei Millionen Frauen diese Lehrgänge besucht. Seit 1936 war dies für die Bräute von SS-Angehörigen Pflicht und wurde zu sechswöchigen Bräutekursen erweitert; seit 1938 mussten alle Mäd­chen ein Pflichtjahr in Land- oder Hauswirtschaft ablegen. Es gab noch nie eine so intensiv ideo­lo­gisch geschulte Frauengeneration wie die zwischen 1933 und 1945, die Müttergeneration der 50er.

    Haarer wirkt bis heute unterschwellig und ohne bewusst wahrgenommen zu werden. Viele ihrer Maximen tauchen fast wörtlich wieder in Ratgeberliteratur auf, welche die Grenzsetzungspädagogik propagiert, z. B. die

    "moderne Mutter, die nach Erfüllung aller ihrer Pflichten in Ernährung und Pflege des Kindes ... sich von ihrem Sprössling nicht tyrannisieren lässt." (Die deute ... S. 173) - passt in jeden "modernen" Erziehungsratgeber.

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    die Herdprämie und die über diese geführte Diskussion und Argumentation!

    die Herdprämie und die über diese geführte Diskussion und Argumentation!

  3. Jeder Zeitgeist nimmt sich der Bildung an:

    Heute wimmelt es doch in Schulbüchern und sonstigen Bildungsinitiativen von der Kita bis zur Medizineruniversität (siehe Skandal in Wien) nur so von Gender-, Egalitäts- und Ökoideologien. Sie basieren allesamt auf scheinwissenschaftliche Behauptungen (siehe Fall Eia in Norwegen) und dienen der Schaffung eines ideologisch konstruierten Menschenbildes. Wer ihnen nicht huldigt, ist weg vom Fenster.

    So what?

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    Genau wegen dem im Artikel beschriebenen und dem von ihn erwähntem ist es wichtig, den Staatlichen Einfluss in der Frühkindlichen Erziehung und Bildung zu begrenzen.

    Deutschland soll nie wieder in Versuchung geraten seine Kinder so zu erziehen, wie es dem Weltbild der führenden Partei entspricht.

    Genau wegen dem im Artikel beschriebenen und dem von ihn erwähntem ist es wichtig, den Staatlichen Einfluss in der Frühkindlichen Erziehung und Bildung zu begrenzen.

    Deutschland soll nie wieder in Versuchung geraten seine Kinder so zu erziehen, wie es dem Weltbild der führenden Partei entspricht.

  4. sich den "nazi" etwas anders vorzustellen als einen plumpen Befehlsempfaenger mit menschenverachtender mordlustiger und blutruenstigen stupiden Natur welche ploetzlich aus dem Nichts auftauchten. Das darunter auch voellig normale Menschen waren ist total klar, gerade im letzten absatz wird ja klar woher der Wind wehte zu der Zeit. Ursache ist der "Schmachvertrag von Versailles", das radikalisiert.

    Und das im national Sozialismus auch Sozialismus als Wort vorhanden ist, sollte man nicht uebersehen, uebrhaupt soltle man diese Systemform nicht immer gleich mit einer Ideologie gleichsetzen , Kommunismus ist auch nicht das was die UDSSR oder China betrieben/betreiben ....

    Hitler sagte einst zur Wahl der Flaggenfarben:
    Der Rote grunde der Flagge ? Weil ich im Herzen sozialist bin...

    8 Leser-Empfehlungen
  5. wenn man das Versagen unseres Bildungssystems mit den Bildungserfolgen des dritten Reiches vergleicht.
    Immer hin verließ bis in die sechziger Jahre hinein kein Grundschüler die Schule, der nicht fähig war, im Beruf seinen Mann zu stehen.

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    Sie schreiben: "Immer hin verließ bis in die sechziger Jahre hinein kein Grundschüler die Schule, der nicht fähig war, im Beruf seinen Mann zu stehen."

    Aha - und das sagt ihnen ein tiefer Blick in ihre Kristallkugel?

    - Viele "Berufe", die damals für Menschen ohne oder mit sehr schwachem Bildungsabschluss vorhanden waren, gibt es nicht mehr: Hilfskräfte in der Landwirtschaft (Knecht, Magd). Straßenkehrer, 'Mädchen' für alles in den Fabriken (Vesperholer ...)
    - Das allgemeine Bildungsniveau war wesentlich niedriger. In den 1950er schafftes es ungefähr 6% aufs Gymnasium. in den 1960ern etwa 10% gegenwärtig etwa 40%.

    /Zitat aus: Geoprg Picht: Die deutsche Bildungskatastrophe (1964)
    Es kann nicht bestritten werden, daß das durchschnittliche Leistungsniveau der höheren Schule und der Studenten weit hinter den Maßstäben zurückgeblieben ist, die noch vor vierzig Jahren als selbstverständlich galten. Wir müssen die Irrwege der deutschen Politik durch einen erschreckenden Qualitätsverlust bezahlen. Aber der Niedergang der Qualität tritt nicht nur an den höheren Bildungsanstalten in Erscheinung. Wir treffen ihn ebenso in
    Industrie und Handwerk, er macht auch vor der Landwirtschaft nicht halt .... Der Qualitätsschwund ist epidemisch geworden,
    Zitat/

    Diese Argumentation erinnert stark an die mit den Autobahnen - heute dürfen allerdings alle Kinder dieses Staates unabhängig von ihrer "Rasse" in die Schule gehen und sogar Mädchen (die dann vermutlich später einen weiten Bogen um Männer machen, die "ihren Mann stehen" wollen). Und was den Bildungserfolg betrifft: die Chance hatte man nur, wenn man "deutsch" und der nationalsozialistischen Ideologie ergeben war oder moralfrei Karriere machen wollte.
    Das ist kein "Erfolg" sondern menschenverachtende und alles vereinnahmende Diktatur.

    Sie schreiben: "Immer hin verließ bis in die sechziger Jahre hinein kein Grundschüler die Schule, der nicht fähig war, im Beruf seinen Mann zu stehen."

    Aha - und das sagt ihnen ein tiefer Blick in ihre Kristallkugel?

    - Viele "Berufe", die damals für Menschen ohne oder mit sehr schwachem Bildungsabschluss vorhanden waren, gibt es nicht mehr: Hilfskräfte in der Landwirtschaft (Knecht, Magd). Straßenkehrer, 'Mädchen' für alles in den Fabriken (Vesperholer ...)
    - Das allgemeine Bildungsniveau war wesentlich niedriger. In den 1950er schafftes es ungefähr 6% aufs Gymnasium. in den 1960ern etwa 10% gegenwärtig etwa 40%.

    /Zitat aus: Geoprg Picht: Die deutsche Bildungskatastrophe (1964)
    Es kann nicht bestritten werden, daß das durchschnittliche Leistungsniveau der höheren Schule und der Studenten weit hinter den Maßstäben zurückgeblieben ist, die noch vor vierzig Jahren als selbstverständlich galten. Wir müssen die Irrwege der deutschen Politik durch einen erschreckenden Qualitätsverlust bezahlen. Aber der Niedergang der Qualität tritt nicht nur an den höheren Bildungsanstalten in Erscheinung. Wir treffen ihn ebenso in
    Industrie und Handwerk, er macht auch vor der Landwirtschaft nicht halt .... Der Qualitätsschwund ist epidemisch geworden,
    Zitat/

    Diese Argumentation erinnert stark an die mit den Autobahnen - heute dürfen allerdings alle Kinder dieses Staates unabhängig von ihrer "Rasse" in die Schule gehen und sogar Mädchen (die dann vermutlich später einen weiten Bogen um Männer machen, die "ihren Mann stehen" wollen). Und was den Bildungserfolg betrifft: die Chance hatte man nur, wenn man "deutsch" und der nationalsozialistischen Ideologie ergeben war oder moralfrei Karriere machen wollte.
    Das ist kein "Erfolg" sondern menschenverachtende und alles vereinnahmende Diktatur.

  6. Sie schreiben: "Immer hin verließ bis in die sechziger Jahre hinein kein Grundschüler die Schule, der nicht fähig war, im Beruf seinen Mann zu stehen."

    Aha - und das sagt ihnen ein tiefer Blick in ihre Kristallkugel?

    - Viele "Berufe", die damals für Menschen ohne oder mit sehr schwachem Bildungsabschluss vorhanden waren, gibt es nicht mehr: Hilfskräfte in der Landwirtschaft (Knecht, Magd). Straßenkehrer, 'Mädchen' für alles in den Fabriken (Vesperholer ...)
    - Das allgemeine Bildungsniveau war wesentlich niedriger. In den 1950er schafftes es ungefähr 6% aufs Gymnasium. in den 1960ern etwa 10% gegenwärtig etwa 40%.

    /Zitat aus: Geoprg Picht: Die deutsche Bildungskatastrophe (1964)
    Es kann nicht bestritten werden, daß das durchschnittliche Leistungsniveau der höheren Schule und der Studenten weit hinter den Maßstäben zurückgeblieben ist, die noch vor vierzig Jahren als selbstverständlich galten. Wir müssen die Irrwege der deutschen Politik durch einen erschreckenden Qualitätsverlust bezahlen. Aber der Niedergang der Qualität tritt nicht nur an den höheren Bildungsanstalten in Erscheinung. Wir treffen ihn ebenso in
    Industrie und Handwerk, er macht auch vor der Landwirtschaft nicht halt .... Der Qualitätsschwund ist epidemisch geworden,
    Zitat/

    7 Leser-Empfehlungen
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    "Viele "Berufe", die damals für Menschen ohne oder mit sehr schwachem Bildungsabschluss vorhanden waren, gibt es nicht mehr: Hilfskräfte in der Landwirtschaft (Knecht, Magd). Straßenkehrer, 'Mädchen' für alles in den Fabriken (Vesperholer ...)"

    Doch die heißen jetzt anders und versorgen noch nicht einmal mit dem Minimum und brauchen noch Aufstockung durch Hartz4.

    "Das allgemeine Bildungsniveau war wesentlich niedriger. In den 1950er schafftes es ungefähr 6% aufs Gymnasium. in den 1960ern etwa 10% gegenwärtig etwa 40%."

    ...was zum Teil auch daran liegt, dass heute das Gymnasium keine Schule für Begabte ist, sondern für Kinder von leistungsorientierten Eltern.

    schon direkt nach dem krieg fortsetzte ein schulsystem das auf bewusste fruehe selektion und soweit wie nur möglich von der arbeitsweise des hirns entfernt war! ein system zur förderung der priviligiereten. die ddr hatte in den 50. jahren ein ausgearbeitetes pädagogisches grundkonzept, dass die brd als schulisches entwicklungland blosstellte.
    das die ehemalige ddr nicht mal ansätze ihres schulsystems im heutigen deutschland etablieren konnte, spricht dafuer welche kräfte immer noch das sagen haben.

    selbst die werdungs- und abstimmungshistorie unseres hochgelobten grundgesetzes, ist eine geschichte der manipulation. wären die amerikaner genauer gewesen, wäre das grundgesetz so nie verabschiedet worden

    "Viele "Berufe", die damals für Menschen ohne oder mit sehr schwachem Bildungsabschluss vorhanden waren, gibt es nicht mehr: Hilfskräfte in der Landwirtschaft (Knecht, Magd). Straßenkehrer, 'Mädchen' für alles in den Fabriken (Vesperholer ...)"

    Doch die heißen jetzt anders und versorgen noch nicht einmal mit dem Minimum und brauchen noch Aufstockung durch Hartz4.

    "Das allgemeine Bildungsniveau war wesentlich niedriger. In den 1950er schafftes es ungefähr 6% aufs Gymnasium. in den 1960ern etwa 10% gegenwärtig etwa 40%."

    ...was zum Teil auch daran liegt, dass heute das Gymnasium keine Schule für Begabte ist, sondern für Kinder von leistungsorientierten Eltern.

    schon direkt nach dem krieg fortsetzte ein schulsystem das auf bewusste fruehe selektion und soweit wie nur möglich von der arbeitsweise des hirns entfernt war! ein system zur förderung der priviligiereten. die ddr hatte in den 50. jahren ein ausgearbeitetes pädagogisches grundkonzept, dass die brd als schulisches entwicklungland blosstellte.
    das die ehemalige ddr nicht mal ansätze ihres schulsystems im heutigen deutschland etablieren konnte, spricht dafuer welche kräfte immer noch das sagen haben.

    selbst die werdungs- und abstimmungshistorie unseres hochgelobten grundgesetzes, ist eine geschichte der manipulation. wären die amerikaner genauer gewesen, wäre das grundgesetz so nie verabschiedet worden

  7. Das ist bis heute gültig als Machtstrategie. Kann man solche Artikel vielleicht als Andeutung zumindest eines Unbehagens der Oberschicht an der heutigen "Kultur" deuten?

    Nun wird zwar nicht mehr für den Führer, sondern für den Markt gelernt, der jedoch ebenso als Gott gesehen wird. Es werden nicht Andersgläubige oder -farbige von der Obrigkeit ausgegrenzt, sondern wie auch damals Mittel- und Arbeitslose. Die Parallelen zum 3. Reich sind da, auch wenn es noch keinen strikten Reichsarbeitsdienst gibt.

    Die Diskriminierung von Arbeitslosen und der "Unterschicht" (die Schröder erst geschafft hat) ist mittlerweile tief in der Mittelschicht angekommen. Also, Hauptsache, es gibt einen Sündenbock für Fehlentwicklungen wie die heutige, die wie beim Börsencrash 1929 von Spekulaten und Profitgeiern verursacht wird.

    Erschreckend ist dabei die Indoktrination der Kinder und Jugendlichen, die von vorne herein auf ein totalitäres Gesellschaftskonzept eingeschworen werden:

    Es gäbe eben hochwertige Menschen und solche, die nichts wert sind bzw. deren ganze Arbeitskraft nur 4,50 € /Std. Der Weg zum Gedanken des unwerten Lebens ist nicht mehr weit.

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  8. "Viele "Berufe", die damals für Menschen ohne oder mit sehr schwachem Bildungsabschluss vorhanden waren, gibt es nicht mehr: Hilfskräfte in der Landwirtschaft (Knecht, Magd). Straßenkehrer, 'Mädchen' für alles in den Fabriken (Vesperholer ...)"

    Doch die heißen jetzt anders und versorgen noch nicht einmal mit dem Minimum und brauchen noch Aufstockung durch Hartz4.

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    Sie schreiben: Doch die heißen jetzt anders

    Dann erklären sie doch mal: Wie heißen die jetzt: Hilfskräfte in der Landwirtschaft (Knecht, Magd). Straßenkehrer, 'Mädchen' für alles in den Fabriken (Vesperholer ...)

    Konkret: Wo gibt es noch Straßenkehrer - und wie heißt der jetzt.

    Sie verwischen aus durchsichtigen Gründen die Bereiche. Dadurch kären sie nichts, sondern schaffen nur Verwirrung und verhindern jeden lösungsorientierten Diskussionsansatz.

    Die Ausgangsbehauptung lautete:

    "Immer hin verließ bis in die sechziger Jahre hinein kein Grundschüler die Schule, der nicht fähig war, im Beruf seinen Mann zu stehen."

    Das ist nachweislich falsch. Es gab damals vermutlich sogar mehr Grundschüler (gemeint sind wohl Volksschüler) als heutzutage, die in der heutigen Berufswelt nicht ihren Mann stehen könnten.

    Das sozialpolitische Problem für diese Gruppe besteht darin, dass es für solche Leute so gut bei keine Beschäftigungsmöglichkeiten mehr gibt. Dabei geht es nicht nur um Geld, sondern ebenso sehr um Selbstbewusstsein durch soziale Anerkennung.

    Zur ERinnerung:

    Sie schreiben: Doch die heißen jetzt anders

    Dann erklären sie doch mal: Wie heißen die jetzt: Hilfskräfte in der Landwirtschaft (Knecht, Magd). Straßenkehrer, 'Mädchen' für alles in den Fabriken (Vesperholer ...)

    Konkret: Wo gibt es noch Straßenkehrer - und wie heißt der jetzt.

    Sie verwischen aus durchsichtigen Gründen die Bereiche. Dadurch kären sie nichts, sondern schaffen nur Verwirrung und verhindern jeden lösungsorientierten Diskussionsansatz.

    Die Ausgangsbehauptung lautete:

    "Immer hin verließ bis in die sechziger Jahre hinein kein Grundschüler die Schule, der nicht fähig war, im Beruf seinen Mann zu stehen."

    Das ist nachweislich falsch. Es gab damals vermutlich sogar mehr Grundschüler (gemeint sind wohl Volksschüler) als heutzutage, die in der heutigen Berufswelt nicht ihren Mann stehen könnten.

    Das sozialpolitische Problem für diese Gruppe besteht darin, dass es für solche Leute so gut bei keine Beschäftigungsmöglichkeiten mehr gibt. Dabei geht es nicht nur um Geld, sondern ebenso sehr um Selbstbewusstsein durch soziale Anerkennung.

    Zur ERinnerung:

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