Amerikas Schwarze Sie hat einen Traum

Edith Childs kämpft für Obama. Sein Wahlsieg wäre für die Schwarzen noch wichtiger als vor vier Jahren.

Edith Childs macht für Barack Obama Werbung.

Edith Childs macht für Barack Obama Werbung.

Wenn Amerika entscheidet, ob Barack Obama Präsident bleibt oder nicht, wird Edith Childs wissen, ob sich der Kampf gelohnt hat. Die 64-jährige Gemeinderätin steht in einer Schulhalle in Greenwood, eine kleine, resolute Frau mit viel Energie und einem ansteckenden Lachen. Sie hebt ihre Arme und lässt sie wie eine Dirigentin kreisen: »Lauter, singt endlich lauter«, ruft Childs, fast fällt ihr die Baseballkappe mit dem Obama-Schriftzug vom Kopf. Doch die 40 Frauen und Männer vor ihr, allesamt Afroamerikaner, stimmen nur zaghaft ein. »Hey«, schimpft Childs, »wir müssen jetzt unsere Familien, unsere Freunde und Nachbarn wachrütteln und zur Wahl treiben.« Denn eines gelte es zu verhindern: dass am 6. November Amerikas erster schwarzer Präsident abgewählt wird. Das sitzt, beim fünften Anlauf rufen alle laut: »Fired up. Ready to go!« – Wir sind bereit. Jetzt geht es los!

Als Obama vor vier Jahren ins Amt gewählt wurde, war es ein historisches Ereignis: 145 Jahre nach der Abschaffung der Sklaverei und 45 Jahre nach der Einführung gleicher Bürgerrechte zog erstmals ein Afroamerikaner ins Weiße Haus ein. Der November wird zeigen, ob dies eine Episode oder eine Epoche in der amerikanischen Geschichte ist. Es wird eine sehr enge Wahl: In den Umfragen liegt der Republikaner Mitt Romney gleichauf. Die Meinungsforscher prophezeien Obama, sehr viele seiner weißen Wähler verloren zu haben. Wettmachen kann er das unter anderem nur, wenn die schwarzen Wähler, immerhin 13 Prozent der Bevölkerung, wieder so geschlossen für ihn stimmen wie 2008: Da waren 95 Prozent für ihn. Auch in Greenwood war es so.

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Die kleine, entlegene Stadt am westlichen Rand von South Carolina machte Geschichte in Obamas letztem Wahlkampf. Drei von fünf Einwohnern sind schwarz; Obama kam hierher, weil er auf der Suche nach ihren Stimmen war. Viele von ihnen trauten ihm nicht. In ihren Augen vermied er aus Rücksicht auf seine weißen Wähler alles, was ihn als einen Vertreter afroamerikanischer Interessen hätte auszeichnen können. Ihre Favoritin war Hillary Clinton. Deren Mann, Ex-Präsident Bill Clinton, nannten viele wegen seines Engagements für Schwarze »Amerikas ersten schwarzen Präsidenten«. Nicht einmal 40 Leute kamen zu dem örtlichen Wahlkampftreffen mit Obama. »Fired up. Ready to go!«, sang plötzlich eine schwarze Frau. Sie wurde immer lauter, Aufbruchsstimmung kam auf, und nach und nach stimmten die anderen mit ein. Die Frau war Edith Childs, und ihr Schlachtruf wurde zur Losung der Obama-Kampagne. Bald skandierten ihn Hunderttausende überall in Amerika.

Für Childs ist Obama nicht nur ein Präsident, er ist ein Traum, der wahr wurde. Als sie aufwuchs, musste sie auf eine Schule für Schwarze gehen; im Park saß sie auf Bänken für Schwarze; im Bus musste sie aufstehen, wenn sich ein weißes Kind hinsetzen wollte. Anfang der siebziger zog sie durch die Südstaaten, um gegen den erbitterten Widerstand der Weißen schwarze Wähler zu registrieren. Vieles habe sich in den vergangenen fünfzig Jahren zum Guten geändert, sagt Childs. »Ich bin ohne Groll, wir haben einen weiten Weg zurückgelegt.« Doch nie hätte sie es für möglich gehalten, dass sie den Einzug eines schwarzen Präsidenten ins Weiße Haus erleben würde. »Das schien Weißen vorbehalten«, sagt sie. Nun will sie die historische Errungenschaft von 2008 verteidigen. »Das sind wir allen schuldig, die für die Gleichberechtigung gekämpft und ihr Leben gelassen haben«, sagt sie. »Das Weiße Haus, diese letzte Bastion der Macht, dürfen wir nicht nach vier Jahren schon wieder verlieren.« Die 40 Leute in der Schulhalle klatschen.

Childs fürchtet, dass Mitt Romney als Präsident jene Gesetze rückgängig machen könnte, die Schwarzen besonders helfen: die Gesundheitsreform zum Beispiel, die staatlichen Zuschüsse für Lebensmittelmarken und das zusätzliche Geld für öffentliche Schulen. Romney, sagt sie, zeige keine Empathie für die Schwachen. Dabei ist Obama kein Präsident der Schwarzen. Die Reformen, die für sie so wichtig waren, hat er sich nicht für sie überlegt. Bei öffentlichen Auftritten vermeidet er jede Anspielung auf die Rassenfrage. Niemand soll den Eindruck bekommen, er ergreife für sie Partei. Kaum ein anderer Präsident hat so wenig über die Armut und über Ungleichheit zwischen Weißen und Schwarzen geredet. Zu Veranstaltungen von schwarzen Bürgerrechtsorganisationen schickt er seine Frau Michelle oder Vizepräsident Joe Biden. »Obama hat seine treuesten Wähler verleugnet«, schrieb der schwarze Journalist Tavis Smiley, »Afroamerikaner haben in der Obama-Ära an Boden verloren.« Und in Washington schimpfte der schwarze demokratische Abgeordnete Emanuel Cleaver: »14 Prozent Arbeitslosigkeit unter Afroamerikanern – hätten wir einen weißen Präsidenten, würden wir jetzt alle vorm Weißen Haus demonstrieren!«

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Obama ist der Sohn einer Weißen und eines Kenianers, aufgewachsen ist er in Hawaii und Indonesien, zum großen Teil in der Obhut seiner weißen Großeltern. Erst spät begab er sich auf die Suche nach seiner schwarzen Identität. Als Senator hat er darüber ein Buch geschrieben, als Präsident hält er das Thema lieber privat. Im Oval Office hat Obama eine Büste des früheren britischen Premiers Winston Churchill durch eine des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King ersetzt. An der Wand hängt eine Originalkopie von Abraham Lincolns Sklavenbefreiungserlass. Auf dem Flur vor seinem Büro hängt ein Gemälde, das ein schwarzes Mädchen beim Schulbesuch unter Polizeischutz zeigt. Obama ist nicht gleichgültig gegenüber dem Schicksal der Schwarzen. Auch er sagt, der Marsch zur Gleichberechtigung sei noch nicht am Ziel. Doch er scheut es, sich in aktuelle Debatten über Rassismus einzumischen. Ein paar Mal hat er es versucht, fast immer ging es schief. Der Hass seiner Gegner, die immer noch behaupten, Obama sei kein wahrer Amerikaner, hat ihn vorsichtig werden lassen.

Natürlich gibt es viele schwarze Erfolgsgeschichten: Colin Powell und Condoleezza Rice wurden Außenminister, Spike Lee ein millionenschwerer Filmzar, und auch die schwarze Mittelklasse ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Aber der Gruppe der Afroamerikaner geht es nach wie vor schlecht, schlechter als den Weißen und den Latinos: Ihre Löhne schrumpfen stärker, ein knappes Drittel ist arm, 14 Prozent sind arbeitslos. Fast eine Million schwarzer Männer sitzt im Gefängnis, ihre Kinder wachsen ohne Väter auf. Im Vergleich mit Weißen sind mehr schwarze Jugendliche drogenabhängig, brechen vorzeitig die Schule ab oder werden als Minderjährige Eltern. Soziologen reden von einer verlorenen Generation.

Leser-Kommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Setzen Sie sich differenziert mit dem Inhalt des Artikels auseinander. Danke, die Redaktion/mak

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    Antwort auf "[...]"
  3. spaß beiseite: die klare politische Positionierung als Redaktionsstrategie ist auch iwie unterhaltsam.
    "Obama jetzt schon dumm finden bevor es alle tun" hieß ein Spruch anno 2008. Er traf den Nagel auf den Kopf. Der Mann ist schon ziemlich überbewertet.
    Eigentlich dient Amerika als gutes Beispiel für Verteilungen, da es da ca. 1000 000 mal schlimmer ist als bei uns :). Der normale Deutsche würden mit dem eigenen Sicherheitsdenken etc. dort nur ein Jahr überleben, denke ich. Ein schönes Beispiel für die Effizienz der deutschen Verteilung von Einkommen und Vermögen und somit konträr zur Redaktionsstrategie

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    • Kelhim
    • 01.11.2012 um 16:04 Uhr

    Selbst wenn sie nicht wählten, würden sie damit indirekt Romney unterstützen - und die Republikaner, die wohl das eigentliche Problem sind, denn Romney selber richtet sein Fähnchen bisher nach dem Wind und hat viele radikale Positionen vertreten, nur um seiner Partei zu gefallen.

    Romney selber traue ich keine besondere Empathie zu. Er ist bestimmt nicht gleichgültig gegenüber Armut in dieser Wählergruppe, unterstelle ich ihm einfach fairerweise mal. Aber er hat keine einzige politische Idee präsentiert, daran irgendetwas zu ändern - außer "Jobs schaffen", was ziemlich abstrakt ist und mit der Politik, die seine Partei zu diesem Zweck umsetzen will, schon in der Vergangenheit keinen Erfolg zeigte.

    Obama mag seine Hautfarbe aus zwei verschiedenen Gründen nicht in den Vordergrund rücken: Erstens nahm er sich vor, ein Präsident für alle Bürger zu sein, zweitens wollte er nicht einmal den Vorwurf provozieren. Und natürlich kann er eine über lange Zeit gewachsene finanzielle Ungleichheit nicht in einer Amtszeit verbessern, erst recht wenn der Arbeitsmarkt schrumpft. Er verfolgt eher eine langfristige Politik, welche die Chancen nicht nur der Afroamerikaner, sondern aller Amerikaner verbessern soll, so in der Gesundheits- und Bildungspolitik. Symbolpolitik ist in Maßen wichtig, aber daran kann man sich schnell die Finger verbrennen.

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    • quaf
    • 01.11.2012 um 16:09 Uhr

    Vorweg ich bin schon seit Jahren Leser ihrer Online Ausgabe , und werde das auch weiterhin bleiben . Aber durch ihre andauernden Zensierungen von Kommentaren kann hier keine vernünftige Diskussionskultur aufkommen . Das ist auch der Grund weshalb ich mich nie bei ihnen registriert habe. Das ist für mich unbegreiflich , gerade die Zeit sollte offener mit Lesermeinungen umgehen , und ja ich habe mir die Nettiquette durchgelesen . Man könnte auch dazu sagen alles was ihnen nicht in den Kram passt wird einfach gelöscht und verschwindet . Haben sie denn kein Vertrauen in ihre Leserschaft ? Diskussionen machen erst dann Freude wenn man sich an seinem gegenüber reiben kann , das ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit bei ihnen .
    Ganz großes Minus Liebe Zeit Admins .
    Und ja der Kommentar wird sicher gelöscht werden , da er nicht zum Thema gehört und sie kritisiert , aber das ist mir egal ich musste das mal loswerden .

    mfg quaf

    16 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...ist völlig haltlos.

    mit solidarischem Gruß,
    besorgter_mitbuerger

    die Leser sind ja selbsterklärte Bildungselite.
    DA wundert mich , dass das Bewusstsein über die Zensur bei der Zeit erst jetzt entsteht. Zusätzlich ist die klare Positionierung im linksliberalen/ grünen Spektrum iwie ein Verstoß gegen objektive Berichterstattung.
    Wenn man beide Vorwürge kombiniert , kommt man übrigens zum Staatsverständnis der Grünen. Ein starker, lenkender erziehend-paternalistischer Staat. Nur gut, wenn es noch mehr Menschen vor 2013 merken..hoffen wir die Kritik wird nicht gelöcht..ein modernes: lol

    Ich denke auch das das übetrieben ist, und ich werde mit Sicherheit hier niemals eine Redaktionsempfehlung bekommen ;) aber wenn man nicht übertrieben ausfallend wird und sich nicht als totaler Vollidiot outet, kann man hier schon mitdiskutieren. Meiner Meinung nach lohnt sich das auch, auch wenn die Meisten hier nicht meiner Meinung sind; Lieber bekomme ich hier conra als mich woanders feiern zu lassen, dann von den Falschen ;)

    • Kelhim
    • 01.11.2012 um 16:59 Uhr

    Wenn Beleidigungen, Verleumdungen, Link-Spam, Ressentiments, stark vom Thema abweichende Nebendiskussionen, Pauschalisierungen oder ein Übermaß an Polemik Einzug in den Kommentarbereich finden, dann ist eine konsequente und harte Moderation dringend erforderlich, um das vergleichsweise (!) hohe Niveau zu halten und andere Leser nicht abzuschrecken, sich mit sachlichen Beiträgen zu beteiligen.

    Der Kommentarbereich ist ja nicht nur ein Ort, um seine Meinung (oder bei vielen einfach: Dampf) abzulassen, sondern um auch einen Meinungsaustausch auf einer respektvollen Grundlage zu ermöglichen.

    Eigentlich sollte wegen Themenferne auch dieser Beitrag sowieso alle zusammenhängenden entfernt werden. Aber solange das noch nicht geschieht, möchte ich die vorbildliche Moderation hier einmal unterstützen. Auf anderen Nachrichtenportalen kann man die Hälfte der Kommentare schon gar nicht mehr lesen, so polemikgetränkt und verletzend, wie sie verfasst sind.

    Zusätzlich möchte ich anmerken, das Zeit- online nunmal Zeit- online ist. Man muss wissen worauf man sich einlässt. Man kann doch nicht von einer linksliberalen Zeitung erwarten das sie nicht links- liberal ist. Natürlich ist eine klare politische Linie erkennbar, aber das muss doch nicht schlecht sein, ganz im Gegenteil.
    Neutralität ist schon aus physikalischen Gründen unmöglich ;)

    Nun denke ich aber auch das wir sieder zum Thema zurückkehren sollten.

    • sf2000
    • 02.11.2012 um 6:29 Uhr

    ... war ich ihm Nachhinein immer ganz froh drüber. Ich sage nur "Fired up and ready to go" - meist über Kommentare, die dann ebenfalls rausflogen. Sie dürfen sich gerne "Welt-Online" ansehen als Beispiel für einen Kommentarbereich, wo man die Zügel schleifen läßt, und mir dann sagen, wie genau das Gepöbel, Aufrufe zur Selbstjustiz, Links zu "tollen Gelegenheiten" und "Die Politiker machen doch eh was sie wollen" egal welche Debatte aufwerten. Sicher wäre es reizend, wenn hier auch jeder Artikel mit dem Lied vom deutschen Untergang untermalt wäre und - völlig unabhängig vom Thema - 700 Versionen von "Es muss doch auch mal einer an das Volk denken!", gefolgt von dem scheinbar unvermeidlichen "Deutschland schafft sich ab!" und dann mit bots und ähnlichen Spielereien die Empfehlungen hochgetrieben werden - Anleitungen gibt es bei pi-news. Sie werden sicher viel Spaß haben bei der Reibung. Hier verzichte ich dankend darauf.

    ...ist völlig haltlos.

    mit solidarischem Gruß,
    besorgter_mitbuerger

    die Leser sind ja selbsterklärte Bildungselite.
    DA wundert mich , dass das Bewusstsein über die Zensur bei der Zeit erst jetzt entsteht. Zusätzlich ist die klare Positionierung im linksliberalen/ grünen Spektrum iwie ein Verstoß gegen objektive Berichterstattung.
    Wenn man beide Vorwürge kombiniert , kommt man übrigens zum Staatsverständnis der Grünen. Ein starker, lenkender erziehend-paternalistischer Staat. Nur gut, wenn es noch mehr Menschen vor 2013 merken..hoffen wir die Kritik wird nicht gelöcht..ein modernes: lol

    Ich denke auch das das übetrieben ist, und ich werde mit Sicherheit hier niemals eine Redaktionsempfehlung bekommen ;) aber wenn man nicht übertrieben ausfallend wird und sich nicht als totaler Vollidiot outet, kann man hier schon mitdiskutieren. Meiner Meinung nach lohnt sich das auch, auch wenn die Meisten hier nicht meiner Meinung sind; Lieber bekomme ich hier conra als mich woanders feiern zu lassen, dann von den Falschen ;)

    • Kelhim
    • 01.11.2012 um 16:59 Uhr

    Wenn Beleidigungen, Verleumdungen, Link-Spam, Ressentiments, stark vom Thema abweichende Nebendiskussionen, Pauschalisierungen oder ein Übermaß an Polemik Einzug in den Kommentarbereich finden, dann ist eine konsequente und harte Moderation dringend erforderlich, um das vergleichsweise (!) hohe Niveau zu halten und andere Leser nicht abzuschrecken, sich mit sachlichen Beiträgen zu beteiligen.

    Der Kommentarbereich ist ja nicht nur ein Ort, um seine Meinung (oder bei vielen einfach: Dampf) abzulassen, sondern um auch einen Meinungsaustausch auf einer respektvollen Grundlage zu ermöglichen.

    Eigentlich sollte wegen Themenferne auch dieser Beitrag sowieso alle zusammenhängenden entfernt werden. Aber solange das noch nicht geschieht, möchte ich die vorbildliche Moderation hier einmal unterstützen. Auf anderen Nachrichtenportalen kann man die Hälfte der Kommentare schon gar nicht mehr lesen, so polemikgetränkt und verletzend, wie sie verfasst sind.

    Zusätzlich möchte ich anmerken, das Zeit- online nunmal Zeit- online ist. Man muss wissen worauf man sich einlässt. Man kann doch nicht von einer linksliberalen Zeitung erwarten das sie nicht links- liberal ist. Natürlich ist eine klare politische Linie erkennbar, aber das muss doch nicht schlecht sein, ganz im Gegenteil.
    Neutralität ist schon aus physikalischen Gründen unmöglich ;)

    Nun denke ich aber auch das wir sieder zum Thema zurückkehren sollten.

    • sf2000
    • 02.11.2012 um 6:29 Uhr

    ... war ich ihm Nachhinein immer ganz froh drüber. Ich sage nur "Fired up and ready to go" - meist über Kommentare, die dann ebenfalls rausflogen. Sie dürfen sich gerne "Welt-Online" ansehen als Beispiel für einen Kommentarbereich, wo man die Zügel schleifen läßt, und mir dann sagen, wie genau das Gepöbel, Aufrufe zur Selbstjustiz, Links zu "tollen Gelegenheiten" und "Die Politiker machen doch eh was sie wollen" egal welche Debatte aufwerten. Sicher wäre es reizend, wenn hier auch jeder Artikel mit dem Lied vom deutschen Untergang untermalt wäre und - völlig unabhängig vom Thema - 700 Versionen von "Es muss doch auch mal einer an das Volk denken!", gefolgt von dem scheinbar unvermeidlichen "Deutschland schafft sich ab!" und dann mit bots und ähnlichen Spielereien die Empfehlungen hochgetrieben werden - Anleitungen gibt es bei pi-news. Sie werden sicher viel Spaß haben bei der Reibung. Hier verzichte ich dankend darauf.

  4. ...ist völlig haltlos.

    mit solidarischem Gruß,
    besorgter_mitbuerger

    3 Leser-Empfehlungen
  5. Man sollte von Obama auch nicht zuviel verlangen, die Probleme sind riesig und durch keinen Präsidenten, gleich welcher Hautfarbe, zu lösen. Das müssen die Schwarzen Amerikas schon weitgehend selbst tun. Bill Cosby hat vor Jahren klare Worte gefunden,
    aus der Berliner Zeitung 2004:

    "Wäre Bill Cosby ein Weißer, dann hätten seine jüngsten Bemerkungen vermutlich zu Rassenunruhen in den USA geführt. So aber hat er eine Debatte unter Amerikas Schwarzen ausgelöst. "Ihr müsst aufhören, eure Frauen zu schlagen, nur weil ihr keinen Job findet, weil ihr nichts gelernt habt und nun für den Mindestlohn arbeitet", hatte Cosby Anfang Juli vor schwarzen Aktivisten der Rainbow/Push-Coalition in Chicago gesagt. Wenn schwarze Jugendliche nur Slang redeten, dann könnten sie nicht Doktor werden, sagte er bereits am 17. Mai zum 50-jährigen Jubiläum des Gerichtsurteils, das die gleiche Schulbildung für Schwarze und Weiße einführte. Er habe es satt, sagte Cosby auch, dass die Epidemie von High-School-Aussteigern, Analphabeten und Teenager-Schwangerschaften, Gewaltverherrlichung und kaputten Familien mit dem Rassismus der Weißen entschuldigt werde. In seinem Furor ließ Cosby nicht einmal die Ärmsten in den Ghettos aus. Sie müssten sich eingestehen, dass sie mehr Geld für den richtigen Turnschuh und Markenklamotten ausgeben als für die Bildung ihrer Kinder."

    4 Leser-Empfehlungen
  6. die Leser sind ja selbsterklärte Bildungselite.
    DA wundert mich , dass das Bewusstsein über die Zensur bei der Zeit erst jetzt entsteht. Zusätzlich ist die klare Positionierung im linksliberalen/ grünen Spektrum iwie ein Verstoß gegen objektive Berichterstattung.
    Wenn man beide Vorwürge kombiniert , kommt man übrigens zum Staatsverständnis der Grünen. Ein starker, lenkender erziehend-paternalistischer Staat. Nur gut, wenn es noch mehr Menschen vor 2013 merken..hoffen wir die Kritik wird nicht gelöcht..ein modernes: lol

    6 Leser-Empfehlungen
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    • sf2000
    • 02.11.2012 um 6:39 Uhr

    ... Sie haben so gesehen den Kern des derzeitigen US-Wahlkampfes entdeckt. Mitt Romney ist auch ein Feind des "grünen Staatsverständnisses", also wo man in den Schulen wissenschaftliche Fakten erklärt, anstatt zum Beispiel "Intelligent Design". Was Sie wollen, ist FOX-News auf Deutsch, wo 1+1=3 ist, und das muss man doch mal sagen dürfen. Aber da machen Sie halt nicht halt. Sie wollen, dass Sie auch niemand dafür kritisiert, dass Sie finden, dass 1+1=3 sein sollten. Sie betrachten das als Einschränkung Ihrer Meinungsfreiheit. Sie wollen, dass die bösen Linksgrünen Sie nicht korrigieren, in Amerika heißt das "We won't let fact-checkers dictate our campaign". Und das heißt, was Sie eigentlich wollen, ist die Meinungsfreiheit einschränken, Sie wollen nichts von der Realität oder den Fakten hören, Sie wollen Ruhe haben in Ihrer Blase, in der Sie sich das Gehirn waschen lassen, bis Sie dann auch glauben, dass Obama ein Muslim ist, der ausserdem seinen homosexuellen Liebhaber ermordet hat, damit er ihn nicht outet. Und dann wollen Sie Sätze schreiben wie "Endlich sagt mal einer die Wahrheit", und diese lästigen Leute, die aus der Realität herüberkommen, sollen einfach die Klappe halten. Wie man gerade sieht: Nein. Nicht in diesem Leben.

    • sf2000
    • 02.11.2012 um 6:39 Uhr

    ... Sie haben so gesehen den Kern des derzeitigen US-Wahlkampfes entdeckt. Mitt Romney ist auch ein Feind des "grünen Staatsverständnisses", also wo man in den Schulen wissenschaftliche Fakten erklärt, anstatt zum Beispiel "Intelligent Design". Was Sie wollen, ist FOX-News auf Deutsch, wo 1+1=3 ist, und das muss man doch mal sagen dürfen. Aber da machen Sie halt nicht halt. Sie wollen, dass Sie auch niemand dafür kritisiert, dass Sie finden, dass 1+1=3 sein sollten. Sie betrachten das als Einschränkung Ihrer Meinungsfreiheit. Sie wollen, dass die bösen Linksgrünen Sie nicht korrigieren, in Amerika heißt das "We won't let fact-checkers dictate our campaign". Und das heißt, was Sie eigentlich wollen, ist die Meinungsfreiheit einschränken, Sie wollen nichts von der Realität oder den Fakten hören, Sie wollen Ruhe haben in Ihrer Blase, in der Sie sich das Gehirn waschen lassen, bis Sie dann auch glauben, dass Obama ein Muslim ist, der ausserdem seinen homosexuellen Liebhaber ermordet hat, damit er ihn nicht outet. Und dann wollen Sie Sätze schreiben wie "Endlich sagt mal einer die Wahrheit", und diese lästigen Leute, die aus der Realität herüberkommen, sollen einfach die Klappe halten. Wie man gerade sieht: Nein. Nicht in diesem Leben.

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